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Laub (Botanik)


Laub ist ein Begriff der Botanik und bezeichnet die Gesamtheit der Blattorgane von Laubbäumen und Sträuchern.

Laubblatt

Laubblätter zeichnen sich durch eine im Verhältnis zur Blattdicke großen Blattfläche (Blattspreite) und durch eine Netzaderung aus. (Im Gegensatz dazu sind die Nadeln der Nadelbäume Blätter mit Paralleladerung und einer kleinen Blattfläche. Siehe dazu auch Blatt (Pflanze).)

Laub als Tierfutter

Laub kann sowohl frisch (Grünfutter) als auch getrocknet (Raufutter) an Schafe und Ziegen verfüttert werden.[1] Laub ist reich an Mineralstoffen. Wenn beim Trocknen darauf geachtet wird, dass das Laub grün bleibt, dann ist es für Schafe ein ebenso gutes Futter wie Heu.[2] Das Laub wurde entweder mit den Zweigen abgeschnitten (schneiteln) und beides verfüttert, oder die Zweige blieben am Baum und die Blätter wurden abgestreift und nur diese verfüttert. Die Schneitelwirtschaft diente dem Anbau, der Hege und der Nutzung von Futterbäumen. Häufige Futterbäume waren Esche und Ulme. Im ausgehenden 19. Jh. gab es in Estland noch 850.000 ha Laubwiesen mit Schneitelwirtschaft.

In der Aquaristik wird Laub als Futter für Garnelen (Caridea) verwendet.[3]

Laubfall

Hauptartikel: Laubfall

In Jahreszeiten mit geringer Wasserversorgung werfen viele Laubbäume ihre Blätter ab, um den Wasserverlust durch Verdunstung über die Blattoberfläche zu verringern. Dies ist in den gemäßigten Klimazonen im Winter der Fall, in der Mediterranen Klimazone im Sommer. Wenn sich in den Herbstnächten der Boden zunehmend abkühlt, nehmen die Wurzeln immer weniger Wasser auf. Nahe dem Gefrierpunkt wird schließlich die Wasseraufnahme ganz eingestellt. Da die Blätter aber weiter Wasser verdunsten, würde der Baum schließlich austrocknen. Durch das Abwerfen der Blätter wird die Verdunstung stark eingeschränkt. Laubblätter, die durch ihren Bau eine geringe Verdunstung aufweisen, werden auch in der Trockenzeit nicht abgeworfen (Beispiel: Lorbeerbaum).

Da die Nadelblätter bereits eine Anpassung an trockene Standorte sind, werden sie in der Trockenzeit in der Regel nicht abgeworfen. Die Lärche dagegen verliert im Herbst ihre Nadeln, da deren Verdunstungsschutz nicht ausreichend ist. Die chemischen Vorgänge beim Abwerfen von Pflanzenteilen behandelt der Artikel Abszission, siehe auch Seneszenz bei Pflanzen. Zwischen Blatt und Baum verkorkt sich eine Schicht, die sogenannte Korkschicht. Dadurch kann das Blatt nicht mehr versorgt werden und fällt ab. Zum Aufsammeln von Laub können Werkzeuge wie Rechen und Laubsauger verwendet werden. Für rechtliche Problemstellungen beim Laubfall siehe auch: Laubrente.

Chemisch-biologische Ursachen für die Umfärbung der Blätter

Im Herbst leiten die Laubgehölze mit abnehmender Tageslänge vor dem Laubfall die aktive Umfärbung der Blätter ein, indem sie deren Proteine abbauen und wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphat in Speichergeweben bis zur nächsten Wachstumsperiode zwischenlagern. Ein Recycling der Blattfarbstoffe findet allerdings nicht statt. Das grüne Chlorophyll wird zu farblosen Formen umgebaut und in den Vakuolen der Zellen angereichert, sodass auch die Chlorophyll-haltigen Proteine der Photosynthese abgebaut werden können.[4] Es gibt so den Blick auf die verbleibenden gelblich-roten Carotinoide frei. Die Logistik der Stoffverlagerung ist im Blatt oft gut erkennbar: Periphere Bereiche verlieren ihr Grün zuerst, entlang der Blattnerven bleibt es länger erhalten.

Bei vielen Arten tritt außerdem eine kräftige Rotfärbung auf. Dafür ist in erster Linie der Farbstoff Anthocyan verantwortlich, der unter Energieaufwand neu synthetisiert wird. Es werden auch zusätzlich Carotinoide hergestellt. Der Zweck dafür ist unklar, möglicherweise dient die kräftige Färbung zur Abschreckung von Insekten, die ihre Eier auf diesen Pflanzen ablegen wollen,[5] oder auch als Schutzreaktion der noch aktiven Chloroplasten vor zu viel Strahlung. Ungeklärt ist, weshalb nordamerikanische Laubbaumarten häufig eine stärkere Rotfärbung hervorbringen als ihre europäischen Verwandten.

Laubschicht

In der Laubschicht leben viele Bodenlebewesen wie Regenwürmern, Asseln, Milben, Springschwänzen und Mikroorganismen. Sie zersetzen die Laubstreu zu Humus.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Laub als Ziegenfutter Die Welt der Ziegen
  2. Mittheilungen Landwirthschaftlicher Erfahrungen, Ansichten und Grundsätze: Ein Handbuch fur Landwirthe und Kameralisten, Band 2 §155, S. 319, Albrecht Block, 1832
  3. Laub als Garnelenfutter
  4. Philippe Matile: Biochemistry of Indian summer: physiology of autumnal leaf coloration. (PDF; 891 kB) In: Experimental Gerontology. 35, Nr. 2, 2000, S. 145–158, doi:10.1016/S0531-5565(00)00081-4 .
  5. W. D. Hamilton, S. P. Brown: Autumn tree colours as a handicap signal. (PDF; 121 kB) In: Proceedings of the Royal Society B. 268, Nr. 1475, 2001, S. 1489–1493, doi:10.1098/rspb.2001.1672 .

Weblinks

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Kategorien: Blatt

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