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Lanzettblättrige Glockenblume


Lanzettblättrige Glockenblume

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Gattung: Glockenblumen (Campanula)
Art: Lanzettblättrige Glockenblume
Wissenschaftlicher Name
Campanula baumgartenii
Becker

Die Lanzettblättrige Glockenblume (Campanula baumgartenii), auch Lanzenblättrige Glockenblume oder Baumgartens Glockenblume genannt, ist eine seltene Art aus der großen Gattung der Glockenblumen (Campanula). Zeitweise wurde sie unter der Bezeichnung Campanula rotundifolia var. lancifolia als Varietät der Rundblättrigen Glockenblume geführt. Die Art ist nach dem deutschen Arzt und Botaniker Johann Christian Baumgarten benannt.

Beschreibung

Die krautige Pflanze ist 40 bis 86 cm hoch. Am meist aufrechten, gelegentlich übergeneigten Stängel mit seinen lanzettlich, gelegentlich eiförmig-lanzettlichen Blättern sitzen aufrechte, als Knospe nickende Blüten von hellem Blau. Sie sind 1,5 bis 2 cm lang. Die Stängelblätter sind unterseits diht behaart. Die Blütezeit liegt zwischen Juli und September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 68.[1]

Verwechslungsmöglichkeiten

Die Pflanze ist der Rundblättrigen Glockenblume sehr ähnlich und aufgrund der starken Variabilität beider Arten nur schwer von ihr zu unterscheiden. Ein sicheres und auch für den Laien erkennbares Merkmal jedoch sind sprossbürtige Wurzeln, die vereinzelt rübenförmig verdickt sind sowie die Fähigkeit der Lanzettblättrigen Glockenblume, sich im Gegensatz zur Rundblättrigen Glockenblume durch Ausläufer zu vermehren.

Verbreitung und Standorte

Die Pflanze ist hauptsächlich in Deutschland beheimatet und hat zwei Verbreitungszentren, ein kleineres im Taunus und ein größeres in der Pfalz, welches bis Frankreich ausstrahlt (Unterelsass, Lothringen). Sie ist selten und gilt daher als gefährdet, in ihrem kleineren Verbreitungszentrum, dem Taunus, sind um die 40 Standorte (darunter die Naturschutzgebiete Reifenberger Wiesen und Oberes Emsbachtal) mit ca. 5500 Individuen bekannt (2002). Seit der Aufnahme in ein Artenschutzprogramm von 1998 bis 2000 und weiteren Forschungen vor allem durch Buttler ist der Bestand in Hessen als stabil anzusehen, für die größeren Bestände in Rheinland-Pfalz sind keine näheren Angaben bekannt.

Die Lanzettblättrige Glockenblume bevorzugt frische, halbschattige, dabei aber warme Standorte auf schwach sauren und eher stickstoffarmen Böden, besonders in Magerwiesen, sekundär aber auch an Straßenrändern und gelegentlich in Buchenwäldern. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Tezcrio-Campanuletum baumgartenii aus dem verband Trifolion medii.[1]

Ökologie

Die Lanzettblättrige Glockenblume ist eine Bienenweide.

Systematik

Man kann folgende Unterarten unterscheiden[2]  :

  • Campanula baumgartenii subsp. baumgartenii: Sie kommt vom östlichen Frankreich bis Südwestdeutschland vor.[2]
  • Niederösterreich-Glockenblume (Campanula baumgartenii subsp. beckiana (Hayek) Podlech; Syn.: Campanula beckiana Hayek): Sie kommt in den Ostalpen von Österreich bis zum früheren Jugoslawien vor.[2]

Literatur

  • K. P. Buttler: Beitrag zur Kenntnis von „Campanula baumgartenii“. In: Botanik Naturschutz Hessen. 14, 2002, S. 77-90.
  • K. P. Buttler, S. Hodvina: Die Verbreitung der Lanzenblättrigen Glockenblume (Campanula baumgartenii) im Taunus. In: Botanik Naturschutz Hessen. 14, 2002, S. 57-76, online .

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 894.
  2. 2,0 2,1 2,2 Rafaël Govaerts (Hrsg.): Campanula - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 6. April 2016.

Weblinks

 Commons: Lanzettblättrige Glockenblume  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lanzettblättrige Glockenblume (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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