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Languedoc-Roussillon


Languedoc-Roussillon
Ehemalige französische Region (bis 2015)
Basisdaten
Heute Teil von Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées
Verwaltungssitz Montpellier
Bevölkerung

 – gesamt 1. Januar 2013
 – Dichte

2.729.721 Einwohner
99,7 Einwohner je km²

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

27.376 km²
4,3 %

Départements 5
Arrondissements 14
Kantone 186
Gemeinden 1.545
Früherer ISO 3166-2-Code FR-K

Das Languedoc-Roussillon (okzitanisch Lengadòc-Rosselhon, katalanisch Llenguadoc-Rosselló) war eine Region im Süden Frankreichs.

Die Region umfasste die an der Mittelmeerküste liegenden Départements Aude, Gard, Hérault und Pyrénées-Orientales sowie das geographisch gänzlich anders geartete und zum Zentralmassiv gehörende Département Lozère.

Die Region hatte eine Fläche von 27.376 km² und 2.729.721 Einwohner (Stand 1. Januar 2013 ). Hauptstadt der Region war Montpellier.

Geographie

Das Languedoc-Roussillon liegt im Süden Frankreichs und grenzt im Osten an die französischen Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur und Rhône-Alpes, im Norden grenzt es an die Auvergne und westlich liegt die Region Midi-Pyrénées. Im Südwesten liegen die Staaten Spanien und Andorra, und die südliche Grenze wird vom Mittelmeer gebildet.

Das Languedoc-Roussillon ist für seine Höhlenwelt bekannt. 15 Höhlen sind für den Tourismus erschlossen. Man kann die Tropfsteinbildungen in erstaunlichen Formen und Farben und engen Galerien oder riesigen Sälen bewundern. In manchen Höhlen gibt es auch Steinformationen, die an Kunstwerke erinnern, wie z. B. die 100.000 Soldaten in der Höhle von Trabuc oder die Méduse, ein großer, durchsichtiger weißer Tropfstein der Grotte de Clamouse mit einem See und einem unterirdischen Flusslauf.

Die außergewöhnliche binnenländische Wasserstrasse Canal du Midi aus dem 17. Jahrhundert, die die Garonne und damit den Atlantik mit dem Mittelmeer verbindet, wurde 1996 in die UNESCO-Liste der Stätten des Weltkulturerbes aufgenommen. Am Kanal finden sich beeindruckende Bauwerke, zum Beispiel die Schleusentreppe von Fonserannes in der Nähe von Béziers, dem Geburtsort des Kanal-Erbauers Pierre-Paul Riquet.

Wappen

Blasonierung: In Rot ein goldenes Tolosanerkreuz. Im vierten Feld vier goldene Pfähle.

Symbolik: Die vier Pfähle erinnern an die katalanische Senyera.

Geschichte

Frühgeschichte

Das nahegelegene Rhonedelta gehört zu jenen Regionen, in die das aus der Levante verbreitete Neolithikum wahrscheinlich bereits zwischen 7000 und 6500 v. Chr. Einzug hielt. Die bäuerliche Kultur verbreitete sich in der Folge sowohl ins Rhônetal als auch nach Westen. Sie hinterließ im Languedoc-Roussillon in Form von Dolmen (Le Morrel de las Fadas oder Lo Morrel dos Fados) und Menhiren, aber auch Alignements (Cromlech von Lacam de Peyrarines), eine Vielzahl megalithischer Zeugnisse. Einige sind auch semi-megalithisch, (durch kleinformatige Steine in Trockenmauer-Bauweise ergänzt Dolmen de Gallardet), bzw. mit ihnen überhügelt (Dolmen von Ronc Traoucat, Fringayrolles). Der Dolmen de Coste-Rouge im Hérault hat große Ähnlichkeit mit der sardischen Anlage von Sa Coveccada.

Etwa 20 Kilometer von Montpellier liegt, nahe beim kleinen Dorf Viols-en-Laval, ein berühmter vorzeitlicher Ort: Cambous ist das älteste restaurierte Dorf Frankreichs. Es datiert aus der zwischen 4300 und 2200 v. Chr. anzusetzenden Kupfersteinzeit. Während dieser Jahrhunderte existierte die so genannte Fontbouisse-Kultur, zu der die Einwohner von Cambous gehörten. Man zählt mehr als 200 kleine Dörfer dieses Typs, aber kaum 20 % davon sind archäologisch untersucht. Cambous wurde im Jahre 1967 von Henri Canet ausgegraben. Archäologen der Languedocienne-Vorgeschichtsgesellschaft verwalten den Standort ehrenamtlich.

In Tautavel liegt das europäische Zentrum für Vorgeschichte (mit Museum) und in Mèze befindet sich ein Dinosaurierpark.

Mittelalter

Wie weite Teile des heutigen Südfrankreichs wurde das Languedoc erst im Hochmittelalter (13. Jahrhundert) der französischen Krone unterworfen. Der Adel von Okzitanien war traditionell eher mit dem König von Frankreich verfeindet. Vorwand hierzu bot die dort um diese Zeit verbreitete religiös-kirchenkritische Strömung der Katharer, die sowohl vom König als auch vom Papst mit großer Härte verfolgt wurden, wobei auch die blühende okzitanische Kultur zerstört wurde. Im Jahre 1209 begannen die Albigenserkreuzzüge unter Simon IV. de Montfort: Hierbei wurden u. a. am 22. Juli 1209 sämtliche Einwohner der Stadt Béziers umgebracht (etwa 20.000); es folgten das Massaker in Minerve am 22. Juli 1210 und weitere Greueltaten in Bram, Lastours, Lavaur und andernorts. Der zweite Kreuzzug fand 1226 unter der direkten Leitung des französischen Königs statt, der jedoch schon bei der Anreise ins Kriegsgebiet den Tod fand. Ein dritter und letzter Kreuzzug beendete 1244 dann die letzten Reste der katharischen Kultur bei der Belagerung der Burg Montségur; die Burg Quéribus hielt noch elf Jahre länger stand. Stützpunkt der (Nord-)Franzosen wurde die befestigte Stadt Carcassonne.

Neuzeit

Die heutigen Départements Aude, Gard, Hérault und Lozère waren bis zum Beginn der Französischen Revolution (1789) Teil der historischen Provinz Languedoc; das heutige Département Pyrénées-Orientales bildete die historische Provinz Roussillon.

Mit der Einrichtung der französischen Regionen im Jahre 1960, entstand die Region Languedoc-Roussillon in ihren heutigen Grenzen. Im Jahr 1972 erhielt die Region den Status eines Établissements public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie sie bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. Im Jahre 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.

Am 1. Januar 2016 fusionierte die Region Languedoc-Roussillon mit der benachbarten Region Midi-Pyrénées zur Region Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées.

Bevölkerung

Städte

Die bevölkerungsreichsten Städte des Languedoc-Roussillon sind:

Stadt Einwohner (Jahr) Département
Montpellier 272.084 (2013) Hérault
Nîmes 150.564 (2013) Gard
Perpignan 120.959 (2013) Pyrénées-Orientales
Béziers 74.811 (2013) Hérault
Narbonne 52.802 (2013) Aude
Carcassonne 46.724 (2013) Aude
Sète 44.270 (2013) Hérault
Alès 40.711 (2013) Gard
Lunel 25.006 (2013) Hérault
Agde 25.253 (2013) Hérault

Sprache

Das Languedoc gehört traditionell zum Sprachgebiet des Okzitanischen, das Roussillon zu dem des Katalanischen. Amtssprache ist jedoch wie in ganz Frankreich nur das Französische, das heute auch die Muttersprache der Mehrheit der Bevölkerung ist. Okzitanisch und Katalanisch haben immerhin einen bescheidenen Status als Wahlfächer an Schulen und Hochschulen.

Politische Gliederung

Die Region Languedoc-Roussillon untergliedert sich in fünf Départements:

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondissements Kantone Gemeinden Einwohner (Jahr) Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
Aude Carcassonne FR-11 3 35 438
364.877 (2013)
6.139 59,4
Gard Nîmes FR-30 3 46 353
733.201 (2013)
5.853 125,3
Hérault Montpellier FR-34 3 49 343
1.092.331 (2013)
6.101 179
Lozère Mende FR-48 2 25 185
76.607 (2013)
5.167 14,8
Pyrénées-Orientales Perpignan FR-66 3 31 226
462.705 (2013)
4.116 112,4

Wirtschaft

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Region 2006 einen Index von 86,1 (EU-27 = 100).[1]

Tourismus

Der Tourismus hat für die Region große Bedeutung. Im Languedoc-Roussillon liegen einige sehr bekannte Sehenswürdigkeiten:

Zwei Touristenzüge fahren durch die Region:

Literatur

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Languedoc-Roussillon  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Languedoc-Roussillon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)

Kategorien: Französische Region

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Languedoc-Roussillon (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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