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Langenberg (Rheinland)


Langenberg
Stadt Velbert
Höhe: 149 m
Einwohner: 15.607 (16. Okt. 2012)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 42555
Vorwahl: 02052

Lage von Langenberg in

Langenberg ist ein Stadtbezirk von Velbert im Kreis Mettmann im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Langenberg hat gegenwärtig 15.607 Einwohner (Stand: 10. Februar 2016).[1]

Geografie

Geografische Lage

Der Velberter Stadtteil liegt am Zusammenfluss des Hardenberger Baches, der von Süden aus Neviges kommt, und des Deilbaches, der aus südöstlicher Richtung kommt und weiter über Nierenhof und Essen-Kupferdreh in die Ruhr fließt. Der Deilbach bildete in früheren Zeiten in Langenberg die Grenze zwischen der preußischen Grafschaft Mark und dem Herzogtum Berg, heute Rheinland und Westfalen.

Ortsbild

Vom Zentrum Langenbergs gehen drei Täler aus. Im Nizzatal liegen die Sportanlagen des Ortes, das Gymnasium, die Windrather Talschule genannte freie, integrative Waldorfschule sowie das Nizzabad, ein beliebtes Hallenbad. Das Freibad wurde 2012 aus Kostengründen von der Stadt Velbert nicht wieder eröffnet, abgerissen und zu einer Liegewiese für das Hallenbad umgebaut.

Langenberg besitzt drei Kirchen. Die „Alte Kirche“ im Zentrum des Ortes, die evangelische Pfarrkirche, wurde 1726 im Stil bergischer Kirchen erbaut und hat eine geschnitzte Kanzel im Schalldeckel von 1731. Die 1899 erbaute katholische Kirche St. Michael aus rotem Backstein ist einige hundert Meter davon entfernt direkt am Deilbach gelegen.

Die „Neue Kirche“ wurde 1877 nach einem Entwurf von Julius Carl Raschdorff, dem Architekten des Berliner Doms, im neugotischen Stil erbaut. Seit Ende der 1970er-Jahre wird dieses unter Denkmalschutz stehende Gebäude nicht mehr als Gotteshaus genutzt und steht seit 2001 als „Eventkirche“ für Veranstaltungen zur Verfügung.

Das enge Zentrum Langenbergs wird seit 2002 durch den 486 Meter langen Tunnel Velbert-Langenberg entlastet, der unter dem Berg Eickeshagen hindurch den Ortskern umfährt.

1998 wurde der Ortsteil Langenberg zur „Bücherstadt“ erklärt, in der einige Antiquariate mehr oder weniger alte Bücher anbieten.[2]

Geschichte

Der Name Langenberg wurde im Jahr 1220 als „Langenberge“ erstmals urkundlich erwähnt; es handelte sich dabei um einen Hof, der zur Herrschaft Hardenberg im heutigen Neviges gehörte. Im Jahr 1265 wurde der dortigen Kirche ein Pfarrverweser zugewiesen, woraus man bereits auf eine gewisse Bedeutung des Ortes schließen kann.

Das enge Tal und der schlechte Boden boten ungünstige Voraussetzungen für die Landwirtschaft, doch durch die Grenzlage am Deilbach entstand in Langenberg ein Übergangs- und Handelsplatz. Der Handel mit Waren aus Metall und Textilprodukten bildete die Grundlage für die Entwicklung des Ortes. Langenberger Händler vertrieben vor allem Leinen schon ab dem 14. Jahrhundert bis weit in andere deutsche Regionen, ins Rheinland und nach Mitteldeutschland hinein. Ende des 16. Jahrhunderts vollzog sich der Übertritt der Kirchengemeinde zum reformierten Glauben. Im 17. Jahrhundert waren Langenberger Kaufleute mit ihren Handelsunternehmen auf den Messen von Frankfurt, Leipzig und Hamburg vertreten. 1711 stiftete der in Lübeck zu großem Wohlstand gelangte gebürtige Langenberger Jürgen Dahlmann das Kapital zur Gründung einer Lateinschule, dem heutigen Gymnasium Langenberg.

Der Hardenberger Bach und der Deilbach wurden früh zur Energiegewinnung genutzt. Neben Schleifkotten und Kupferhämmern entstanden Öl-, Getreide- und Papiermühlen. Eine der größten Papierfabriken Deutschlands war in Langenberg ansässig. Zur Blüte des Ortes führte die seit dem 18. Jahrhundert im Verlagssystem betriebene Seidenindustrie, welche zahllose Hausweber im weiten Umkreis beschäftigte. Neben seidenen Stoffen und Tüchern wurden vor allem auch Bänder gewebt. Auch die Veredelung der Garne und Stoffe wurde durch ortsansässige Färbereien vorgenommen. Erst sehr spät, im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts erfolgte der Bau mechanischer Webereien und damit der Übergang zur eigentlich industriellen Produktion der Seide. Vor dem ersten Weltkrieg zählte Langenberg zu den reichsten Orten Preussens, bezogen auf die Einwohnerzahl. Zahlreiche Villen, aber auch die reichen kirchlichen, sozialen und kulturellen Stiftungen wie das ab 1913 erbaute Bürgerhaus zeugen vom Wohlstand und dem bürgerschaftlichen Engagement der Unternehmerfamilien.

Seit Beginn des Steinkohlebergbaus an der Ruhr durchquerten Kohlentreiber mit Ihren Lasttieren in großer Zahl den Ort, welche die Kohle in die gewerbereiche Wupperregion transportierten. Im Jahre 1828 wurde unter Beteiligung Langenberger Kaufleute die erste deutsche Eisenbahnaktiengesellschaft gegründet, die Prinz-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft. Das erste Teilstück zwischen Hinsbeck (Essen-Kupferdreh) und Nierenhof wurde 1831 feierlich eingeweiht, allerdings bis 1844 zunächst als Pferdebahn betrieben. Bis 1847 wurde die Bahnlinie von Steele (heute Essen-Steele) nach Vohwinkel (heute Wuppertal-Vohwinkel) über Langenberg und Neviges als Normalspurbahn im Dampfbetrieb ausgebaut. Die Eisenbahngesellschaft hatte ihren Sitz in Langenberg und betrieb dort auch ein Ausbesserungswerk. Wirtschaftlich war das Unternehmen ein Misserfolg und ging in der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft auf.

Seit der Franzosenzeit gehörte Langenberg zur Bürgermeisterei Hardenberg im preußischen Regierungsbezirk Düsseldorf. Bezüglich der Vertretung in den Provinzialständen der Rheinprovinz war Langenberg dem Stand der Städte zugeordnet und nannte sich auch „Stadt“, bildete aber keine Stadt im verwaltungsrechtlichen Sinne.[3] Die Bürgermeisterei Hardenberg erhielt 1856 als Stadtgemeinde Langenberg mit Hardenberg die Rheinische Städteordnung. Nach langjährigen Bemühungen seiner Bürgerschaft erlangte Langenberg am 11. Februar 1859 die kommunale Trennung vom eher ländlich geprägten Umland und wurde zu einer eigenen Stadtbürgermeisterei außerhalb der Bürgermeisterei und Landgemeinde Hardenberg erhoben.[4] Bedingt durch die beengte Lage Bergisch-Langenbergs siedelten einige führende Unternehmen im Laufe des 19. Jahrhunderts auf die märkische Seite des Deilbaches über, was zu einer Abwanderung der Steuerkraft führte. Nicht zuletzt deshalb wurde die westfälische Gemeinde Oberbonsfeld am 1. April 1881 eingemeindet.[5]

Die erste lokale Zeitung, der „Zeitungs-Bote“, erschien schon im Jahr 1849; seit 1927 ist Langenberg zudem Standort des Rundfunksenders Langenberg für Mittelwelle, Ultrakurzwelle und Fernsehen.

Von 1912 bis 1946 betrieb die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK) Bochum im Schulgarten der Vossnacker Schule eine Magnetische Warte.

Im Zweiten Weltkrieg war Langenberg Lazarettstadt, dennoch fielen am Rande der Luftangriffe auf die größeren umliegenden Städte auch in Langenberg immer wieder einzelne Bomben. Dabei gab es auch zivile Opfer zu beklagen.[6]

Zwei alliierte Bomber stürzten im Zweiten Weltkrieg in Langenberg ab.[7][8]

Am 15. und 16. April 1945 beschoss amerikanische Artillerie die Stadt. Das Rathaus und einige weitere Gebäude erlitten beträchtlichen Schaden, 37 Bürger verloren ihr Leben. Am Abend dieses Tages war Langenberg von den Amerikanern besetzt und wurde ein Teil des Rhine Province Military District.

Am 13. Juni 1947 verließen die Amerikaner die Stadt, und am 17. Juli desselben Jahres erhielt Langenberg einen britischen Kommandanten mit einer Besatzungseinheit von 150 Mann. Mehrere alteingesessene Firmen wurden demontiert.

Bundesweite Bekanntheit in Fachkreisen erlangte Langenberg in den 1970er Jahren durch die im Auftrag der Verwaltung geplante Flächensanierung, die vom Abriss des größten Teiles der historischen Bebauung ausging, eine optimierte Verkehrsführung und moderne Wohnverhältnisse zum Ziel hatte. Die Stadt kaufte alte Fachwerkhäuser systematisch auf um sie abzureißen. Die Hänge um den Ortskern sollten mit Terrassenhäusern bebaut werden. In der Bürgerschaft formierte sich damals heftiger Widerstand.

Die Selbstständigkeit Langenbergs endete am 1. Januar 1975 mit der Gebietsreform Nordrhein-Westfalens. Mit dem „Düsseldorf-Gesetz“ vom 10. September 1974 wurden die bisherigen Städte Velbert, Langenberg und Neviges aufgelöst und mit weiteren Gebietsänderungen zu einer neuen Gemeinde unter dem Namen Velbert zusammengeschlossen.[9] Noch nicht abgebrochene Häuser wurden zu einem symbolischen Preis an Sanierungswillige wieder abgegeben. Für das vergleichsweise immer noch gut erhaltene Ortsbild wurde eine Gestaltungssatzung erlassen und der Ortskern als Denkmalbereich ausgewiesen.

Der ehemalige Segelflugplatz auf dem Wallmichrath

Auf den Wallmichrather Höhen befand sich von 1928 bis 1952 ein Segelfluggelände, welches in den 1930er Jahren sowohl für die Stadt Langenberg als auch für den Segelflugsport von überregionaler Bedeutung war. 1928 begannen Segelflieger des „Luftfahrtvereins Ruhrtal“ aus Kupferdreh mit der Fliegerei auf dem Wallmichrath. Auf dem Wallmichrath wurden zwei Fliegerheime mit Segelflugzeughallen errichtet, und das Fluggelände wurde infrastrukturell erschlossen. Fortan entwickelte sich der Wallmichrath zum beliebten Familienausflugsziel. Die Stadt Langenberg warb in den 1930er Jahren mit dem Slogan „Seide – Sender – Segelflug“ für Ihre Berühmtheiten und Vorzüge.

1933 wurden die Luftsportvereine im Zuge der Gleichschaltung durch den Nationalsozialismus zusammengeführt und ab 1937 hatte dann das Nationalsozialistische Fliegerkorps (NSFK) die organisatorische Hoheit. Damit bekam die Segelflugausbildung einen vormilitärischen Charakter. Auf dem Wallmichrath wurde bis etwa 1944 aktiv geflogen, dann wurde der Flugbetrieb aufgrund der zunehmenden Kriegseinflüsse eingestellt.

Nach Aufhebung des Flugverbotes im Jahr 1951 begann man auch auf dem Wallmichrath erneut mit der Segelfliegerei. Da die Infrastruktur aber durch die Kriegseinwirkungen kaum noch vorhanden war und man von den Geländegegebenheiten her auf den nicht mehr zeitgemäßen Gummiseilstart angewiesen war, wurde der Flugbetrieb 1952 endgültig eingestellt.[10]

Politik

Wappen

Das Wappen wurde der damaligen Stadt Langenberg erst im Jahr 1929 von dem zuständigen Heroldsamt gewährt.

Es zeigt oben eine gebräuchliche heraldische Form, einen so genannten Dreiberg, hier symbolisch für die drei Berge des Ortes (Eickeshagen, Frohnberg und Hordtberg) mit den Tälern der beiden Flüsse. Bereits in der Zeit nach der Reformation, als die Gemeinde evangelisch-reformiert wurde, nahm sie ein Siegel an, das eine Eiche zeigte als Symbol für den Eickeshagener Berg, auf dem die erste Kirche gebaut wurde. Diese Eiche ziert den unteren Teil des Wappens. Die Farbgebung beruht auf dem Wappen der Grafen von Berg.

Nach der Eingemeindung nach Velbert 1975 wurde ein neues Stadtwappen für Velbert angenommen, welches Bestandteile der alten Wappen der drei ehemaligen Städte Velbert, Langenberg und Neviges aufgreift, darin vertritt ein Eichenblatt Langenberg.

Verkehr

Öffentlicher Nahverkehr

Langenberg ist durch die zweigleisige S-Bahn (Linie S 9), welche auf der historischen Prinz-Wilhelm-Eisenbahn (Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr) fährt, mit Essen (weiter bis Bottrop–Haltern) im Norden und Wuppertal im Süden verbunden. Die Strecke wurde 2003 elektrifiziert. Sie bestand schon zuvor mit Diesellokomotiven. Der Bahnhof Velbert-Langenberg befindet sich im Ortskern. Die planmäßige Fahrzeit beträgt 22 Minuten bis Essen Hauptbahnhof und 26 Minuten zum Hauptbahnhof Wuppertal. Außerdem fahren Buslinien in das Stadtzentrum von Velbert, zum Ortsteil Neviges sowie nach Wuppertal.

Straßenverkehr

An der A 44 befindet sich die Anschlussstelle Langenberg. Sie verbindet Langenberg mit Essen und Heiligenhaus und voraussichtlich ab 2018[11] auch mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, deren Flughafen sowie Krefeld und Mönchengladbach. Die A 535 verknüpft die A 44 (Dreieck Velbert-Nord) mit der A 46 (Sonnborner Kreuz) in Wuppertal. Von Langenberg ist die A 535 auch über die Anschlussstelle Tönisheide erreichbar.

Sehenswürdigkeiten

  • Historischer Stadtkern um die Alte Kirche mit Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert: Langenberg nimmt an dem Förderprogramm des Landes Historische Stadtkerne in Nordrhein-Westfalen teil. Um den Altstadtkern hat sich ein Kranz von Fabrikantenvillen, meist in großen Gärten, erhalten. Für den Entwurf wurden namhafte Architekten von auswärts zugezogen. Die ortsbildprägenden Villen mit ihren Gärten wurden vom Geltungsbereich des „historischen Stadtkernes“ ausgeklammert.
  • Alte Kirche, Hallenkirche für die reformierte Gemeinde im Stil des bergischen Barock, neu erbaut 1725 nach Plänen des Baumeisters Johann Michael Moser aus Unna unter Einbeziehung des gotischen Chorabschlusses aus dem 15. Jahrhundert. Die reich geschnitzte Kanzel mit Schalldeckel ist ein Werk des Schreiners Arnold Wilhelm Beckmann und repräsentiert die Stellung des Wortes in der reformierten Kirche an Stelle eines Hochaltars. Der Turm mit der charakteristischen Zwiebelhaube wurde 1751 vollendet.
  • Katholische Kirche St. Michael, 1899–1900 aus rotem Backstein in neugotischem Stil an Stelle eines ersten Vorgängerbaus aus dem Jahre 1725 errichtet, Architekt Prälat Professor Joseph Prill aus Essen.[12]
  • Neue Kirche – heute „Eventkirche“ –, 1877 nach Plänen von Julius Carl Raschdorff anlässlich der Vereinigung der lutherischen und der reformierten Kirchengemeinden erbaut, neoromanischer Sandsteinbau. 1899 wurde der Innenraum durch das Elberfelder Büro Cornehls und Fritsche aus Elberfeld umgestaltet. Nach 1979 wurde die kirchliche Nutzung aufgegeben und es gab Bestrebungen zum Abbruch; 2001 nach umfassender Renovierung und Umgestaltung als Veranstaltungsraum umgewidmet
  • Stiller Park, ehemaliger Friedhof der reformierten Gemeinde mit zahlreichen historischen Grabsteinen, 1808 angelegt als Ersatz für den Begräbnisplatz rund um die alte Kirche. Leichenhalle erbaut 1887 nach Plänen von Carl Schellen.
  • Neuer Evangelischer Friedhof mit Friedhofskapelle, 1905, Stiftung von Adalbert und Sophie Colsman an die Kirchengemeinde. Friedhofskapelle in neoromanischem Stil, Kriegerdenkmal für die Gefallenen 1914–1918 und Ehrengrab für die Stifter von Architekt Arno Eugen Fritsche aus Elberfeld. Friedhof als „Reformfriedhof“ landschaftliche gestaltet von Gartenarchitekt Reinhold Hoemann, Düsseldorf unter Mitarbeit von Erwin Barth, Kriegsgräberstätte für die Toten des Zweiten Weltkrieges.
  • Ehemaliges Rathaus, Hauptstraße 94, erbaut 1870 von Baumeister Wilhelm Bovensiepen aus Kupferdreh unter Bürgermeister Frowein; Backsteinbau im Rundbogenstil
  • Ehemaliges Amtsgericht, Hauptstraße 112, erbaut, 1878 Architekt Julius Carl Raschdorff Köln, Backsteinbau mit Elementen der Neorenaissance
  • Bürgerhaus, Schenkung von Adalbert und Sophie Colsman an die Stadt Langenberg, erbaut 1913–1917, Architekt Arno Eugen Fritsche. Großer Saal mit Konzertorgel, kleiner Saal, Bergisches Zimmer; ehemals Sporthalle im Untergeschoss
  • Vereinigte Gesellschaft, Hauptstraße 84, Gesellschaftshaus der 1798 gegründeten gleichnamigen Vereinigung, Vorderhaus in Neorenaissanceformen, erbaut 1895, Architekten Plange und Hagenberg, dahinterliegender Festsaal älter, 1873 nach Plänen von Wilhelm Bovensiepen[13]
  • Städtische Badeanstalt, Vogteier Straße 28, erbaut 1897 mit Mitteln aus der Bürgerschaft, heute Jugendzentrum
  • Ehemalige Reichsbankfiliale, Kamperstraße, erbaut 1908, Planung durch Reichsbankbaudirektor Julius Habicht aus Berlin. Qualitätvoller Bau mit Einflüssen des Neubergischen Stils
  • Bismarckturm auf dem Hordtberg, erbaut 1905/1906 nach Plänen von Arno Eugen Fritsche
  • Rundfunksender Langenberg: Zwei geerdete Sendemasten, unter anderem ausgerüstet mit Reusenantennen für Mittelwelle, 303,7 Meter und 170 Meter hoch. Sie dienen als Sendeantennen für Rundfunk im UKW-Bereich sowie zur Verbreitung von Fernsehprogrammen, bis 2015 wurde auch Mittelwellenrundfunk gesendet.

Villen (Auswahl in zeitlicher Reihenfolge der Entstehung):

  • Im Quellental, Hauptstraße 124, klassizistische Villa mit zwei Seitenflügeln erbaut 1820–1821 von dem vielseitig begabten Seidenfabrikanten und Färber Adolf Köttgen d. Ä. nach eigenen Entwürfen, Elternhaus des Malers Gustav Adolf Köttgen. Abgebrochen nach Aufhebung des Denkmalschutzes 2012, nur die Säulen des Eingangsvorbaus erhalten.
  • Kleiner Rosenberg, Hauptstraße 101, erbaut 1824 für Seidenfabrikant Peter Dietrich Conze, klassizistische Villa mit zwei Seitenpavillons, der Mittelbau 1900 um ein Geschoss erhöht.
  • Haus Neuborn, Hauptstraße 29, erbaut 1841–1842, Baumeister Christian Heyden, Barmen, für Eduard Colsman. Gartenplan von Maximilian Weyhe 1846, der Garten später durch Rosarius verändert.
  • In der Au, Hauptstraße 8, erbaut 1848, Baumeister Christian Heyden, Barmen, für Joh. Wilh. Colsman d.J., Umbauten 1887 für Adalbert und Sophie Colsman durch Baumeister Carl Schellen aus Köln. Im ummauerten Garten verschiefertes Gartenhaus des bergischen Rokoko und hölzernes Teehaus des Klassizismus von Vorgängergärten erhalten. Einzigartiges Palmenhaus mit Grotte von Baumeister Carl Schellen, inzwischen stark verfallen. Die Gartenanlage nach 2002 stark verändert und heute teilweise Parkplatz.
  • Talhof, Hauptstraße 33, spätklassizistischer Walmdachbau erbaut 1850 Baumeister wahrscheinlich Christian Heyden, für Gottfried Feldhoff. Umbauten und Erweiterung 1912 durch Architekt Heinrich Plange Elberfeld. Der ehemals über den Deilbach reichende weitläufige Park, heute zerstückelt von Joseph Clemens Weyhe.
  • In Erker, Hauptstraße 23, roter Backsteinbau erbaut 1860, Baumeister Wilhelm Bovensiepen aus Kupferdreh für Friedrich Colsman. Das barocke Gartenhaus wurde 2002 abgebrochen.
  • Villa Feldhoff, Pannerstraße 6, gelber Backsteinbau erbaut 1866 Baumeister Wilhelm Bovensiepen für Ernst Feldhoff
  • Weißes Haus, Hauptstraße 19, spätklassizistische Villa erbaut 1865, Architekt Friedrich Hitzig aus Berlin für Wilhelm Colsman-Bredt. 1903 Umbauten durch Arno Eugen Fritsche. Der ehemals vorhandene große Garten heute bebaut.
  • Großer Rosenberg, Hauptstraße 103, Villa im Stil der Neorenaissance erbaut 1874, Architekt Julius Carl Raschdorff für Gottfried Conze.
  • Im Sonnenschein, Hauptstraße, Villa im Landhausstil erbaut 1878, Architekt Julius Carl Raschdorff für Hermann Colsman. Elternhaus der Kunstsammlerin Gertrud Osthaus geb. Colsman.
  • Rotes Haus, Hauptstraße 29, Villa im Neorenaissancestil erbaut 1884/85, Architekt Hermann Otto Pflaume aus Köln für Andreas Colsman. Vorentwürfe von Wilhelm Böckmann und Hermann Ende, Berlin und Julius Carl Raschdorff.
  • Villa Hecking, Klippe 6, Villa im Landhausstil erbaut 1897, Architekt Walter Solbach aus Elberfeld für Julius Hecking.
  • Villa Conze, Klippe 6, Villa im Landhausstil erbaut 1899, Architekt Heinrich Plange für Gottfried Conze jr.
  • Im Duhr, Donnerstraße 39, Villa im Landhausstil erbaut 1900, Architekt Arno Eugen Fritsche für Paul Colsman, großer parkartiger Garten v. Gartenarchitekt Rosarius aus Köln.
  • Villa Grüneck, Gröndelle 8, Turmvilla im Stil deutscher Renaissance erbaut 1900–1904, Architekt Walter Solbach, Elberfeld für Otto Münker.
  • Villa Berghaus, Brinker Weg 1, Villa im Landhausstil erbaut 1901, Architekt Rudolf Schnell aus Barmen
  • Haus Landfried, Donnerstraße 26, Villa im Landhausstil erbaut 1902, Architekt Heinrich Plange für Peter Lucas Colsman, Gartenarchitekt Rosarius aus Köln.
  • Hohenfriedberg, Hordtstraße 4–8, Landhaus erbaut 1905, Architekt Arno Eugen Fritsche für Ernst Feldhoff.
  • Haus Wewersbusch, Wewersbusch 15, Landhaus im neubergischen Stil erbaut 1905, Architekt Hugo Groothoff aus Hamburg für Walther Hoddick.
  • Landhaus Markmann, Obere Heeg 11, erbaut 1912–1913, Architekt Eduard Lyonel Wehner aus Düsseldorf, Villa in Neubergischem Stil, parkartiger Garten mit Gartenhaus
  • Villa Heinrich Colsman, Hordtstraße 2, erbaut 1913, Architekt Carl Kuebart aus Barmen, erbaut in einem modernen Landhausstil.

Veranstaltungen

Der „Langenberger Kerzenzauber“ ist ein Fest, das in der oberen Hauptstraße, am Bürgerhaus, am Kreiersiepen, am Froweinplatz und wechselnd in den Gassen der restlichen Altstadt veranstaltet wird. Es werden Kerzen und offene Feuer aufgestellt sowie musikalische Aufführungen angeboten. Der Abend wird von den Langerberger Einzelhändlern organisiert und fand am 5. Oktober 2012 zum 10. Mal statt.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Peter Andreas und Volkmar Wittmütz: Langenberger Spurenlese - Portraits aus drei Jahrhunderten 1638-1895 Langenberg 1863. Velbert 2010, ISBN 978-3-9813898-0-7.
  • Friedrich Wilhelm Bartsch: Chronologisch-statistische Darstellung der früheren Herrschaft Hardenberg, jetzigen Stadt Langenberg und Gemeinde Hardenberg bis Ende des Jahres 1861. Langenberg 1863.
  • Ludwig Bender: Geschichte der vormaligen Herrschaft Hardenberg im Bergischen von der Urzeit bis zu ihrer Aufhebung. Langenberg 1879, (digitale Version, Uni Düsseldorf )
  • Bergischer Geschichtsverein (Hrsg.): Velbert - Geschichte dreier Städte. Bachem Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-7616-1843-1.
  • Julius von Felbert (Hrsg.): Villen in Langenberg. Scala Verlag, Velbert 2012, ISBN 978-3-9813898-5-2.
  • Hermann Giersiepen: Langenberg. In: Weltplätze des Handels und der Industrie. 8. Jahrgang Band 50, Berlin 1927.
  • Helmut Grau, Marcel Lesaar, Jürgen Lohbeck, Sven Polkläser: ABGESTÜRZT - Die Geschichte von fünf im 2. Weltkrieg in Langenberg, Neviges, Mettmann und Wuppertal abgestürzten Halifax-Bombern und deren Besatzungen. Scala Verlag, Velbert 2014, ISBN 978-3-9816362-2-2. (Kurzfassung)
  • Dr. Helmut Grau, Josef Johannes Niedworok, Sven Polkläser: Vossnacker Schulchronik - Zwei Silbergroschen für einen Schüler - 150 Lokalgeschichte und Blick in die Welt im Spiegel der Vossnacker Volksschulchronik. Scala Verlag, Velbert 2015, ISBN 978-3-9816362-3-9.
  • Carola Groppe: Der Geist des Unternehmertums - Eine Bildungs- und Sozialgeschichte. Die Seidenfabrikantenfamilie Colsman 1649–1848. Böhlau Verlag, Köln/ Weimar/ Wien 2004, ISBN 3-412-11004-3.
  • Jürgen Lohbeck: Der Krieg vor unserer Haustür – Ereignisse, Erlebnisse, Schicksale im Zweiten Weltkrieg in Velbert, Langenberg und Umgebung. Scala Verlag, Velbert 2013, ISBN 978-3-9813898-9-0. (Kurzfassung)
  • Jürgen Lohbeck: Seide – Sender – Segelflug - Der Segelflugplatz auf dem Wallmichrath in Langenberg / Rheinland 1928–1952. Scala Verlag, Velbert 2014, ISBN 978-3-9816362-1-5. (Kurzfassung)
  • Wilhelm Ophüls: Alt-Langenberg. Langenberg Rhld 1936.
  • Siegfried Quandt: Sozialgeschichte der Stadt Langenberg und der Landgemeinde Hardenberg unter besonderer Berücksichtigung der Periode 1850 bis 1914. Neustadt an der Aisch 1971.

Weblinks

 Commons: Langenberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Daten & Fakten In: velbert.de.
  2. Kultur-Freizeit In: velbert.de.
  3. Siegfried Quandt: Sozialgeschichte der Stadt Langenberg und der Landgemeinde Hardenberg-Neviges. In: Bergischer Geschichtsverein (Hrsg.): Bergische Forschungen. IX. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1971.
  4. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1859, S. 231
  5. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8. Es handelte sich hierbei um die erste Eingemeindung einer westfälischen Gemeinde über die Provinzgrenze hinweg in eine Gemeinde der Rheinprovinz.
  6. Jürgen Lohbeck: Der Krieg vor unserer Haustür. Scala Verlag, Velbert 2013, S. 82–99.
  7. Jürgen Lohbeck: Der Krieg vor unserer Haustür. Scala Verlag, Velbert 2013, Kapitel 8.
  8. Helmut Grau, Marcel Lesaar, Jürgen Lohbeck, Sven Polkläser: ABGESTÜRZT - Die Geschichte von fünf im 2. Weltkrieg in Langenberg, Neviges, Mettmann und Wuppertal abgestürzten Halifax-Bombern und deren Besatzungen. Scala Verlag, Velbert 2014, Kapitel 1 und 2.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 293.
  10. Jürgen Lohbeck: Seide – Sender – Segelflug. Scala Verlag, Velbert 2014, mit umfassender Darstellung des Themas.
  11. Neubau der A44 zwischen Kreuz Ratingen Ost und Velbert: http://www.strassen.nrw.de/projekte/a44/ratingen-velbert.html
  12. archive.org
  13. Webseite Vereinigte Gesellschaft

Kategorien: Ehemalige Gemeinde (Kreis Mettmann) | Ortsteil von Velbert

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