Landschaftsmuseum Angeln - LinkFang.de





Landschaftsmuseum Angeln


Das Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt ist ein Museum in Trägerschaft der Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg.[1]

Planung und Entstehung

Im Sommer 1979 musste die Ruine eines südangelner Fachhallenhaus in Süderbrarup einer Neubaumaßnahme weichen. Denkmal- und Volkskundefachleute sorgten dafür, dass das Haus aufgemessen, abgetragen und die noch verwertbaren Teile im Herbst 1980 eingelagert wurden. Das Marxenhaus aus Süderbrarup wurde in Unewatt wieder aufgebaut.

Am 23. Juni 1993 wurde das Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt nach einer sechsjährigen Vorbereitungsphase eröffnet. Gemeinsam mit dem Amt und der Gemeinde Langballig schuf die Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg die politische, rechtliche, finanzielle und bauliche Voraussetzung.

Konzept

Gleichzeitig mit der Entscheidung, das Marxenhaus aus Süderbrarup in Unewatt wieder aufzubauen war auch die Entscheidung gefallen, das Gebäude museal zu nutzen und das Dorf Unewatt in das Museumskonzept einzubeziehen. Im Gegensatz zu bereits bestehenden Freilichtmuseen, in denen Bau-, Wohn- und Wirtschaftsformen aus größeren Regionen zusammengetragen und auf einem begrenzten Areal wieder aufgebaut wurden, galt es in Unewatt, ausgehend vom translozierten Marxenhaus, im Ort selbst an bereits bestehenden Gebäuden Spuren vergangenen bäuerlichen Lebens aufzuzeigen und zu bewahren. So entstand ein dezentrales, über den Ort verteiltes Museum, das sich dem Besucher auf einem ausgewiesenen Rundweg durch das Dorf erschließt. Das Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt hat durchaus eine konzeptionelle Nähe zu den sich in den 50er/60er Jahren des vorigen Jahrhunderts erstmals in Frankreich entwickelnden Ecomuseen, die eine ganzheitliche Sichtweise auf die Vergangenheit propagieren und über eine ausschließliche Erhaltung der Bausubstanz hinausgehen.

Das Museum

Das Marxenhaus

Am Ortseingang befindet sich das Marxenhaus, ein südangeliter Fachhallenhaus. Sein ältestes Gebäudeteil ist der Stall, der sich aufgrund von dendrochronologischen Untersuchungen in das Jahr 1626 datieren lässt. Weiterer Umbauten erfolgten in den Jahren 1797 und 1825. Charakteristisch für diesen Haustyp sind zwei unterschiedliche Konstruktionsmerkmale, die sich unter einem Dach vereinen: Im älteren Stallteil: Niederdeutsches Fachhallenhaus und im jüngeren Wohnteil: Nordangler Wandständerhaus. Zusammen mit der rechtwinklig neben dem Marxenhaus errichteten Wandständerscheune vom etwa 1820 zeigen die beiden großen Gebäude die wichtigsten Teile einer früheren Hofanlage, zu der ehemals noch eine freistehende Abnahme, ein Schweinestall und ein Backhaus gehörten. Über die frühere Raumaufteilung im Marxenhaus gibt es nur spärliche Quellen. Vermutlich ist es bis zum ersten großen Umbau 1797 ein schornsteinloses Rauchhaus gewesen. Beim Wiederaufbau und der Anordnung der Räume hat man sich im Wesentlichen an ein Aufmaß von G.Wolf aus den 1930er Jahren gerichtet.

Die Räucherei und das Transformatorenhaus

Diese beiden kleineren Gebäude liegen sich an der Dorfstraße genau gegenüber, bei der ehemaligen Stellmacherei. 1922 bekam Unewatt Strom und 80 Jahre tat das Transformatorenhaus seinen Dienst, bis es 2003 durch ein moderneres an anderer Stelle ersetzt wurde. Das Gebäude konnte vor dem Abriss bewahrt werden und gibt heute einen Einblick in die Anfänge der Elektrizitätsversorgung auf dem Lande. Auch die gegenüberliegende Räucherei von 1894 war vom Abriss bedroht und konnte gesichert werden. Nach einer vollständigen Sanierung ist sie mit ihren zwei Räucherkammern seit 2005 Museumsgebäude.

Die Buttermühle

Das Buttermühlengebäude ist eine Wassermühle und eine Rekonstruktion. Unterschiedliche Quellen wie Bodenfunde, eine alte Hofchronik, Katasterpläne oder Fotos machten einen detailgetreuen Wiederaufbau der Anlage möglich. Zwischen 1862 und etwa 1920 wurde in der hofeigenen Meierei Milch zu Butter und Käse verarbeitet. Das Wasser aus dem nahen Stauteich trieb über einen Schusskanal ein oberschlächtiges Wasserrad an. Die Wasserkraft wurde über Drehkranzgetriebe und Transmission ins Innere des Gebäudes geleitet und trieb dort ein Drehbutterfass an. Zu den wiederentdeckten Spuren der Buttermühle gehörten auch die Fundamente eines Backofens. Er wurde ebenfalls rekonstruiert. Während der Museumssaison finden Butter- und Backtage statt. Die Buttermühle ist ein einzigartiges Beispiel für die Frühmechanisierung der Landwirtschaft in Angeln.

Die Windmühle „Fortuna“

Gebaut wurde die Windmühle 1878 und stellte 1967 ihren Betrieb ein. Als das Museum im Sommer 1993 eröffnet wurde, war der Galerieholländer „Fortuna“ eine Ruine. Erst ein Jahr später im Sommer 1994 begannen dort, nachdem die notwendigen Gelder bewilligt waren, die Restaurierungsarbeiten. 1996 drehten sich dann erstmals die neuen Flügel im Wind. Inzwischen verfügt die Mühle wieder über ein vollständig eingebautes „maschinelles Innenleben“. Hierzu zählen unter anderem funktionsfähige Mahlvorgänge, ein Zentrifugalsichter, eine Haferquetsche, ein Fliehkraftregler, einen Elevator, ein Grützschneider, eine Putzmaschine und andere technische Einrichtungen. Museumspädagogische Programme für Schulklassen werden in der Mühle angeboten.

Die Christesen-Scheune

Die große Winkelscheune wurde 1895 erbaut und brannte 1987 fast bis auf die Grundmauern nieder. Heute wird sie als Ausstellungshalle für das Museum genutzt. Landtechnische Geräte und Maschinen, Sonder- und Wechselausstellungen auf fast 1000 m² geben Auskunft über die Vergangenheit der Region Schleswig-Flensburg.

Literatur

  • Malte Bachmann: Das Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt, von der Idee bis zur Verwirklichung, Schriftreihe der Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg Band 6, 2003
  • Karen Precht: Das Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt, Kieler Blätter zur Volkskunde, Band 29, 1997
  • Jochen Clausen: Zehn Jahre Unewatt, Bilder und Berichte zum Landschaftsmuseum, Schriftreihe der Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg, Band 7, 2003

Einzelnachweise

  1. Impressum museum-unewatt.de : Träger: Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg Suadicanistr. 1, 24837 Schleswig

Weblinks


Kategorien: Freilichtmuseum in Schleswig-Holstein | Kultur (Kreis Schleswig-Flensburg) | Bauwerk im Kreis Schleswig-Flensburg | Angeln (Region) | Langballig

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landschaftsmuseum Angeln (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.