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Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Verwaltungssitz: Wunsiedel
Fläche: 606,41 km²
Einwohner: 73.185 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Kreisschlüssel: 09 4 79
Kreisgliederung: 17 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Jean-Paul-Straße 9
95632 Wunsiedel
Webpräsenz: www.landkreis-wunsiedel.de
Landrat: Karl Döhler (CSU)
}

Der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, amtlich Landkreis Wunsiedel i.Fichtelgebirge, ist ein Landkreis im Osten des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern.

Geografie

Lage

Der Landkreis hat hauptsächlichen Anteil am Fichtelgebirge, das hufeisenförmig den Norden, Westen und Süden des Kreises einnimmt. Dazwischen liegt die Selb-Wunsiedler Hochfläche, eine flach wellige Landschaft auf etwa 600 Meter Höhe. Im Osten des Kreises fällt die Landschaft auf etwa 440 Meter ab. Die höchste Erhebung des Fichtelgebirges, der Schneeberg, liegt im Westen des Kreises. Größter und längster Fluss des Kreises ist die Eger, die im Fichtelgebirge entspringt, dann in West-Ost-Richtung durch das Kreisgebiet fließt und bei Hohenberg in Richtung Tschechische Republik Deutschland verlässt.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt gegen den Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Hof, Bayreuth und Tirschenreuth. Im Osten und Nordosten grenzt er an den tschechischen Verwaltungsbezirk Karlsbad (Karlovarský kraj).

Geschichte

Landgerichte

Das Gebiet des heutigen Kreises gehörte vor 1800 überwiegend zum Fürstentum Bayreuth bzw. zu dessen Rechtsnachfolger Preußen. Es war in die sechs Ämter Hohenberg, Kirchenlamitz, Selb, Thierstein, Weißenstadt und Wunsiedel gegliedert, weshalb es auch als Sechsämterland bezeichnet wird. 1810 kam das Gebiet zu Bayern. 1812 wurden die Landgerichte Wunsiedel und Kirchenlamitz sowie Rehau und Selb errichtet. Die Stadt Marktredwitz – ursprünglich im Besitz der freien Reichsstadt Eger – kam 1816 ebenfalls zu Bayern und wurde dem Landgericht Wunsiedel zugeordnet. Wunsiedel und die Landgerichte Kirchenlamitz, Rehau und Selb gehörten alle zum Mainkreis, ab 1817 zum Obermainkreis. Der Obermainkreis wurde 1838 in Oberfranken umbenannt. 1859 entstand aus zwölf Gemeinden des Landgerichts Wunsiedel und vier Gemeinden des Landgerichts Selb das neue Landgericht Thiersheim.

Bezirksämter

Das Bezirksamt Wunsiedel wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Kirchenlamitz, Thiersheim und Wunsiedel neu gebildet.[2] Ebenso wurden die Landgerichte Rehau und Selb zum Bezirksamt Rehau zusammengefasst. 1879 gab das Bezirksamt Rehau einige Gemeinden an das Bezirksamt Hof ab. 1919 schieden die Städte Selb aus dem Bezirksamt Rehau (am 1. Juli) und Marktredwitz aus dem Bezirksamt Wunsiedel (am 1. Dezember) aus und wurden kreisunmittelbare Städte.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[3] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Rehau und Wunsiedel.

Am 1. April 1939 wurde die Gemeinde Dörflas bei Marktredwitz an die Stadt Marktredwitz abgegeben.

Am 1. April 1940 wurden die Städte Selb und Marktredwitz in die Landkreise Rehau bzw. Wunsiedel eingegliedert, doch wurde dies am 1. April 1946 (Selb) und am 1. April 1948 (Marktredwitz) rückgängig gemacht.

Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 der Landkreis Wunsiedel, der südliche Teil des Landkreises Rehau sowie die bisher kreisfreien Städte Marktredwitz und Selb zu einem neuen Landkreis vereinigt, der zunächst Landkreis Wunsiedel hieß. Der neue Landkreis sollte eigentlich den Namen Landkreis Fichtelgebirge erhalten. Der Vorschlag stieß auf Widerspruch im Landkreis Bayreuth, der auch maßgeblichen Anteil am Fichtelgebirge hat. Am 1. Mai 1973 wurde dem Landkreis sein heutiger Name Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge verliehen. Die beiden Städte Marktredwitz und Selb erhielten nach dem Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2008 verlor der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge über 8200 Einwohner bzw. rund zehn Prozent.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2008 2012 2013
Einwohner 44.111 58.166 78.864 109.049 106.266 103.056 87.941 89.267 86.044 81.631 78.439 74.599 73.783

Politik

Landräte

  • 1945–1946: Benno Timper (kommissarisch)
  • 1946–1951: Heinrich Zeitler
  • 1952–1953: Erhard Gräbner
  • 1954–1972: Heinrich Drechsel, SPD
  • 1972–1990: Christoph Schiller, SPD
  • 1990–2008: Peter Seißer, SPD
  • seit 2008: Karl Döhler, CSU

Die Landratswahl am 2. März 2008 hat Dr. Karl Döhler gewonnen. Damit stellt die CSU zum ersten Mal seit ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg den Landrat in Wunsiedel. Bei der Wahl unterlegen war die Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger von der SPD. Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2014 wurde er mit 59 Prozent als Landrat wiedergewählt. Der SPD-Kandidat Jörg Nürnberger kam auf 41 Prozent.

Kreistag

Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 59,9 % (–1,1 %p)
 %
50
40
30
20
10
0
41,1 %
37,1 %
19,1 %
6,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,4 %p
+3,9 %p
+2,2 %p
+2,2 %p
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Der Kreistag besteht aus 60 Kreisräten und dem Landrat. Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen der Kreisräte:

CSU SPD Freie Wähler Wunsiedel GRÜNE Gesamt
2002 28 23 7 2 60
2008 25 23 10 2 60
2014 25 20 11 4 60

Wappen

Unter von Silber und Schwarz geviertem Schildhaupt gespalten von Gold und Rot.
Vorne am Spalt ein rotbewehrter schwarzer Adler, hinten ein silbernes Hirschgeweih.

Die drei Teile des Wappens stehen für den alten Landkreis Wunsiedel (oben) sowie die beiden ehemaligen kreisfreien Städte Marktredwitz (links) und Selb (rechts).

Verkehr

Der im Sechsämterland am Ostrand des Fichtelgebirges gelegene Landkreis Wunsiedel umfasst auch den Bahnhof Marktredwitz. Dort kreuzen sich die 1877/78 von Hof aus nördlicher Richtung kommende und 1882 nach Wiesau–Weiden weitergeführte Strecke der Bayerischen Staatseisenbahnen mit der 1878/79 eröffneten Ost-West-Strecke von Nürnberg nach Schirnding, die 1883 Eger erreichte.

Vorher lief der Nord-Süd-Verkehr zwischen Hof und Wiesau mehr als zehn Jahre lang über Eger–Waldsassen, nachdem 1865 die Hof-Egerer Eisenbahn ihren Betrieb aufgenommen hatte. 1894 wurde die Stadt Selb über eine Lokalbahn erschlossen. Die Strecke führte vom Bahnhof Selb-Plößberg an der Strecke Hof–Eger zum Bahnhof Selb Stadt. Im Jahr 1914 wurde die Lokalbahn über Thiersheim nach Holenbrunn an der Strecke Hof–Marktredwitz verlängert.

Die Bayerischen Staatsbahnen schlossen 1877 die Stadt Wunsiedel über eine Lokalbahn an die Hauptbahn bei Holenbrunn an, 1913 folgte die Verlängerung der Strecke nach Leupoldsdorf. 1899 kam die Lokalbahnstrecke Kirchenlamitz–Weißenstadt hinzu. Das Eisenbahnnetz war damit genau 100 Kilometer lang. Heute werden davon nur noch 59 Kilometer mit Personenzügen bedient, davon 47 Kilometer überwiegend von der Vogtlandbahn.

Nach der Einstellung des grenzüberschreitenden Personenverkehrs Selb-Plößberg – Asch im Jahre 1945 fanden weitere Stilllegungen statt:

  • 1972 Kirchenlamitz Ost–Weißenstadt, zwölf Kilometer
  • 1975 Holenbrunn–Wunsiedel–Leupoldsdorf, elf Kilometer
  • 1986 Selb Stadt–Höchstädt–Thierstein–Thiersheim–Holenbrunn, zwölf Kilometer

Nach der Stilllegung des Wunsiedler Stadtbahnhofs für den Personenverkehr wurde der Bahnhof Holenbrunn in Wunsiedel-Holenbrunn umbenannt.

Eisenbahnknotenpunkt des Landkreises ist der Bahnhof Marktredwitz, wo sich die Strecken Nürnberg–Eger und Hof–Regensburg kreuzen. Der Landkreis Wunsiedel ist dort an den Franken-Sachsen-Express (Franken-Sachsen-Magistrale) angeschlossen.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2015 [1])

  1. Kaiserhammer Forst-Ost (8,01 km²)
  2. Martinlamitzer Forst-Süd (8,47 km²)
  3. Meierhöfer Seite (2,97 km²)
  4. Neubauer Forst-Süd (3,13 km²)
  5. Tröstauer Forst-Ost (9,71 km²)
  6. Tröstauer Forst-West (14,46 km²)
  7. Vordorfer Forst (9,71 km²)
  8. Weißenstadter Forst-Nord (5,45 km²)
  9. Weißenstadter Forst-Süd (15,11 km²)

Die früheren gemeindefreien Gebiete Hohenberger Forst (13,91 km²) und Selber Forst (17,97 km²)
wurden mit Wirkung vom 1. April 2013 den jeweiligen Gemeinden angegliedert.[4]

  • Verwaltungsgemeinschaften
    • Schirnding
      mit den Mitgliedsgemeinden
      Hohenberg a.d.Eger (Stadt) und Schirnding (Markt)
    • Thiersheim
      mit den Mitgliedsgemeinden
      Höchstädt i.Fichtelgebirge, Thiersheim (Markt) und Thierstein (Markt)
    • Tröstau
      mit den Mitgliedsgemeinden
      Bad Alexandersbad, Nagel und Tröstau

Schutzgebiete

Im Landkreis Wunsiedel gibt es 13 Naturschutzgebiete, zwei Landschaftsschutzgebiete, 13 FFH-Gebiete und 51 ausgewiesene Geotope. (Stand März 2016)

Siehe auch:

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WUN zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus der Stadt Marktredwitz Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren JA bis RZ und den Zahlen von 1 bis 99. Die Fahrzeuge aus der Stadt Selb erhielten Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren SC bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 99. Seit dem 10. Juli 2013 sind auch die Unterscheidungszeichen MAK (Marktredwitz), REH (Rehau) und SEL (Selb) erhältlich.

Weblinks

 Commons: Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 597.
  3. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  4. Oberfränkisches Amtsblatt vom 26. März 2013


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