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Landkreis Traunstein


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Traunstein
Fläche: 1.533,92 km²
Einwohner: 174.162 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: TS
Kreisschlüssel: 09 1 89
Kreisgliederung: 35 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Papst-Benedikt-XVI.-Platz
83278 Traunstein
Webpräsenz: www.traunstein.bayern
Landrat: Siegfried Walch (CSU)
}

Der Landkreis Traunstein liegt im Südosten des Regierungsbezirks Oberbayern und ist der nach Fläche zweitgrößte Landkreis in Bayern. Er gehört zur Euregio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein und Euregio Inntal.

Geographie

Lage

Das Kreisgebiet umfasst im Süden die Chiemgauer Alpen und im Norden große Teile der See-, Fluss- und Hügellandschaft des Chiemgaus und des Rupertiwinkels. Von der südlichsten Landkreisgemeinde Reit im Winkl bis nach Engelsberg im Norden sind es rund 65 Kilometer, von Seebruck am Chiemsee im Westen bis Kirchanschöring im Osten rund 40 Kilometer. Der Chiemsee gehört außer den Inseln fast vollständig zum Kreisgebiet. Die höchste Erhebung ist das Sonntagshorn (1961 m. ü. M.), der tiefste Punkt findet sich im Salzachtal bei Tittmoning (370 m. ü. M.). Die größten Flüsse sind die Alz, die dem Chiemsee im Norden entspringt und das nördliche Kreisgebiet in Richtung Inn durchfließt, deren rechter Nebenfluss, die Traun, die das Kreisgebiet von Süden nach Norden durchfließt, sowie die Tiroler Achen, die das südwestliche Kreisgebiet bis zu ihrer Mündung in den Chiemsee durchfließt. Im Osten bildet die Salzach die Grenze zu Österreich.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Rosenheim, Mühldorf am Inn und Altötting. Im Südosten ist der Landkreis Berchtesgadener Land sein Nachbar.

Im Nordosten und Süden grenzt der Landkreis an Österreich: im Nordosten an Oberösterreich und Salzburg, im Süden an Salzburg und Tirol.

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es 13 Naturschutzgebiete, zehn Landschaftsschutzgebiete, 18 FFH-Gebiete und mindestens 44 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand Mai 2016).

Siehe auch

Geschichte

Der Landkreis umfasst unter anderem den östlichen Teil des Chiemgaus, der lange Zeit sowohl den bayerischen Herzögen als auch den Fürsterzbischöfen von Salzburg verbunden war.

Landgerichte

In Bayern entstanden 1802 die Landgerichte. Sie waren zuständig für Verwaltung und Rechtsprechung. Auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Traunstein gab es die Landgerichte Traunstein und Trostberg sowie ab 1810 Laufen und Tittmoning. Sie gehörten kurz zum Salzachkreis und kamen 1816 zum Isarkreis, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde.

Bezirksämter

Das Bezirksamt Traunstein wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Traunstein und Trostberg neu gebildet.[2] Die Landgerichte Laufen und Tittmoning bildeten das Bezirksamt Laufen.

Am 1. Juli 1876 wurde die Stadt Traunstein eine Immediatstadt und schied aus dem Bezirksamt Traunstein aus.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Traunstein am 1. Januar 1880 Gemeinden des Bezirksamtes Laufen.

Am 1. Januar 1900 trat das Bezirksamt Gemeinden an das Bezirksamt Rosenheim ab.

Am 1. Januar 1914 gab das Bezirksamt die Gemeinde Au an die Stadt Traunstein ab.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[3] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Laufen und Traunstein.

Am 1. April 1940 wurde die kreisfreie Stadt Traunstein in den Landkreis Traunstein eingegliedert, doch wurde dies am 1. April 1948 wieder rückgängig gemacht.

Am 1. Januar 1970 wurden große Teile der Gemeinde Lauter des Landkreises Laufen in den Landkreis Traunstein um- und in die Gemeinde Surberg eingegliedert.

Landkreis Traunstein

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 dem Landkreis Traunstein der Großteil des Landkreises Laufen (mit den Zentren des Rupertiwinkels Waging und Tittmoning), drei Gemeinden des Landkreises Mühldorf am Inn sowie die bisher kreisfreie Stadt Traunstein angegliedert. Die Stadt Traunstein erhielt im Ausgleich für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt. Der Rest des Landkreises Laufen kam an den Landkreis Berchtesgadener Land, Tyrlaching im Norden an den Landkreis Altötting.

Einwohnerentwicklung

Der Landkreis Traunstein gewann zwischen 1988 und 2008 rund 23.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 16 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2008 2012
Einwohner 47.646 64.943 81.874 124.848 120.721 133.623 145.408 162.876 167.646 170.906 170.594 171.348

Wirtschaft und Infrastruktur

Landwirtschaft, Industrie und Handel, Dienstleistung und Tourismus sind die Hauptsäulen der Wirtschaft im Landkreis. Industrielle Zentren sind die nördlich von Traunstein gelegenen Städte Traunreut und Trostberg, während der Fremdenverkehr eher im Süden des Landkreises angesiedelt ist. Im Juli 2011 lag die Arbeitslosigkeit im Landkreis bei 2,7 % und damit erheblich unter dem Bundesdurchschnitt.[4]

Verkehr

Im Jahre 1860 wurde der über Traunstein führende Abschnitt Rosenheim–Salzburg der Bayerischen Maximiliansbahn eröffnet. Einige Jahrzehnte später wurden von der Stadt Traunstein aus mehrere Lokalbahnen der Bayerischen Staatsbahn in die Umgebung errichtet:

  • 1891 nach Trostberg, ab 1910 weiter bis Mühldorf
  • 1895 nach Ruhpolding
  • 1902 nach Waging am See

Eine weitere Hauptstrecke verbindet seit 1894/1908 Mühldorf und Freilassing. Von ihr zweigte in Wiesmühl ab 1894 eine Stichbahn zur Stadt Tittmoning an der Salzach ab.

An die Fernbahn Rosenheim–Salzburg wurden ferner 1908 bzw. 1885 die Lokalbahnen Endorf–Obing und Übersee–Marquartstein angeschlossen.

Auf der während des Zweiten Weltkrieges erbauten Güterbahn Hörpolding–Traunreut fuhren einige Jahre auch Personenzüge. Seit dem 10. Dezember 2006 fahren die Regionalzüge der SüdostBayernBahn von 6 bis 21 Uhr im angenäherten Stundentakt zwischen Traunstein und Traunreut.

Eine Besonderheit stellte die schmalspurige Staatliche Waldbahn Ruhpolding–Reit im Winkl dar, die aber nur wenige Jahre in Betrieb war.

Der wesentliche Teil des Bahnnetzes mit 108 km Länge ist noch heute in Betrieb. Stillgelegt wurden 46 km Nebenbahnen; davon entfällt die Hälfte auf die Waldbahn Ruhpolding–Reit i.W.

  • 1931: Ruhpolding–Reit im Winkl 23 km (Meterspur)
  • 1964: Hörpolding–Traunreut 3 km (Personenverkehr wieder seit 2006 als Zweig der Traun-Alz-Bahn)
  • 1968: Endorf–Aindorf–Obing 6 km und Übersee–Marquartstein 8 km
  • 1969: Wiesmühl–Tittmoning 6 km

Die Bahnstrecke Endorf–Obing wird seit 2005 allerdings wieder als Chiemgauer Lokalbahn betrieben. Ebenso wird die Strecke Hörpolding–Traunreut seit 2007 durch die zur DBAG gehörende Südostbayernbahn wieder im Personenverkehr betrieben.

Dazu kommen rund 40 Buslinien.

Durch den Landkreis Traunstein führen:

  • 24 km Autobahn (A 8 München–Salzburg)
  • 168 km Bundesstraßen
  • 226 km Staatsstraßen
  • 378 km Kreisstraßen
  • 2.239 km Gemeindestraßen

Politik

Landrat

Kreistag

Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 57,15 % (–5,15 %p)
 %
50
40
30
20
10
0
40,9 %
15,7 %
15,8 %
15,5 %
5,9 %
4,5 %
1,65 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,9 %p
-0,5 %p
+0,8 %p
+2,7 %p
+1,4 %p
+0,9 %p
-0,65 %p
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Im Landkreis Traunstein gibt es im Kreistag aufgrund der hohen Einwohnerzahl 70 Kreisräte.

Sitzverteilung nach den Kommunalwahlen 2014:

Wappen

Das Wappenbild des Landkreises Traunstein zeigt auf seiner linken Hälfte einen blauen Panther auf silbernem Grund. Es ist das Wappen der Grafen von Spanheim, die bereits im 12. Jahrhundert den Chiemgau beherrschten. Die rechte obere Hälfte des Wappens zeigt einen rotbewehrten schwarzen Adler auf goldenem Grund: das Wappen des einstigen Bistums Chiemsee. Die rechte untere Hälfte zeigt auf rotem Grund eine weiße Burg und einen grünen Baum – das Wappen des Klosters Baumburg – und repräsentiert den nördlichen Teil des Landkreises.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2015 [5])

Städte

  1. Tittmoning (5818)
  2. Traunreut (20.799)
  3. Traunstein, Große Kreisstadt (19.642)
  4. Trostberg (11.073)

Märkte

  1. Grassau (6743)
  2. Waging a.See (6684)

Gemeinden

  1. Altenmarkt a.d.Alz (4181)
  2. Bergen (4893)
  3. Chieming (4827)
  4. Engelsberg (2574)
  5. Fridolfing (4147)
  6. Grabenstätt (4340)
  7. Inzell (4622)
  8. Kienberg (1381)
  9. Kirchanschöring (3249)
  10. Marquartstein (3291)
  11. Nußdorf (2504)
  12. Obing (4114)
  13. Palling (3460)
  14. Petting (2321)
  15. Pittenhart (1782)
  16. Reit im Winkl (2361)
  17. Ruhpolding (7010)
  18. Schleching (1783)
  19. Schnaitsee (3557)
  20. Seeon-Seebruck (4558)
  21. Siegsdorf (8422)
  22. Staudach-Egerndach (1147)
  23. Surberg (3340)
  24. Tacherting (5717)
  25. Taching a.See (2021)
  26. Übersee (4989)
  27. Unterwössen (3472)
  28. Vachendorf (1827)
  29. Wonneberg (1513)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Bergen
    (Gemeinden Bergen und Vachendorf)
  2. Marquartstein
    (Gemeinden Marquartstein und Staudach-Egerndach)
  3. Obing
    (Gemeinden Kienberg, Obing und Pittenhart)
  4. Waging a.See
    (Markt Waging a.See und Gemeinden Taching a.See und Wonneberg)

Gemeindefreie Gebiete (86,84 km²)

  1. Chiemsee (77,86 km²)
  2. Waginger See (8,98 km²)

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen TS zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks

 Commons: Landkreis Traunstein  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 581.
  3. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  4. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Bayern - statistik.arbeitsagentur.de
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).


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