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Landkreis Regen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Verwaltungssitz: Regen
Fläche: 975,06 km²
Einwohner: 76.812 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: REG
Kreisschlüssel: 09 2 76
Kreisgliederung: 24 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Poschetsrieder Str. 16
94209 Regen
Webpräsenz: www.landkreis-regen.de
Landrat: Michael Adam (SPD)
}

Der Landkreis Regen ist der nördlichste Landkreis des bayerischen Regierungsbezirks Niederbayern. Im Norden grenzt er an die Oberpfalz, im Nordosten an Tschechien.

Geographie

Lage

Das Kreisgebiet wird ganz vom Bayerischen Wald bedeckt, der hier aus dem so genannten Inneren und dem Vorderen Bayerischen Wald besteht. Zwischen beiden liegt der Pfahl, eine aus Quarzgestein bestehende Landschaft. Die höchste Erhebung des Bayerischen Waldes, der Große Arber, liegt an der nördlichen Kreisgrenze zum Landkreis Cham. Landkreis und Kreisstadt sind nach dem Fluss Regen benannt, dessen Quellfluss Schwarzer Regen das Kreisgebiet von Ost nach West in einem weiten Bogen durchzieht. Der Schwarze Regen entsteht wiederum aus zwei Quellflüssen, dem Kleinen und dem Großen Regen, die sich in Zwiesel, im Osten des Landkreises vereinigen.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt gegen den Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Cham, Straubing-Bogen, Deggendorf und Freyung-Grafenau. Im Nordosten und Osten grenzt er an den tschechischen Verwaltungsbezirk Region Pilsen (Plzeňský kraj).

Geschichte

Landgerichte

Das Gebiet des Landkreises Regen gehörte schon vor 1800 zu Bayern. 1803 wurden die Landgerichte Regen und Viechtach errichtet. Das Landgericht Viechtach gehörte zunächst zum Regenkreis, ab 1810 zum Unterdonaukreis, zu dem das Landgericht Regen bereits vorher gehörte. 1838 wurde der Unterdonaukreis in Niederbayern umbenannt.

Bezirksämter

Im Jahr 1862 wurde aus den beiden Landgerichten jeweils ein Bezirksamt gebildet.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[2] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Regen und Viechtach.

Landkreis Regen

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 die beiden Landkreise Regen und Viechtach zum heutigen Landkreis Regen vereinigt.

2012 entfachte ein CSU-Kreisrat eine Debatte, die vorsieht, den Landkreis Regen in „Landkreis Arberland“ umzubenennen.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2008 wuchs der Landkreis Regen um knapp 3000 Einwohner bzw. um rund 4 %. Seit 2002 ist die Tendenz nach einem Höchststand von rund 82.700 Einwohnern rückläufig.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2008 2012 2013
Einwohner 35.984 49.091 62.032 80.857 71.501 74.470 76.688 82.194 82.512 81.416 79.736 76.329 76.257

Politik

Kreistagswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 60.46 %
 %
40
30
20
10
0
38,66 %
20,75 %
11,77 %
10,87 %
6,78 %
5,93 %
3,57 %
1,67 %
GFW
Die Unabhängigen
IG Frauen-Regen
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,84 %p
-2,15 %p
+0,17 %p
+0,17 %p
+0,88 %p
-0,27 %p
+3,57 %p
-0,53 %p
GFW
Die Unabhängigen
IG Frauen-Regen
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Landräte

Kreistag

Der Kreistag setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen (gesamt 60 Sitze):[6]

  • CSU: 23 Sitze, 38,7 %
  • SPD: 12 Sitze, 20,7 %
  • GFW: 7 Sitze, 11,8 %
  • Unabhängige: 7 Sitze, 10,9 %
  • ödp: 4 Sitze, 5,9 %
  • GRÜNE: 4 Sitze, 6,8 %
  • FDP: 1 Sitz, 1,7 %
  • Interessengemeinschaft Frauen-Regen: 2 Sitze, 3,6 %

Bürgerentscheid

Am 8. Februar 2015 waren die Wahlberechtigten im Landkreis aufgerufen, in einem durch den Kreistag initiierten Bürgerentscheid über einen zweijährigen Probebetrieb der Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Gotteszell und Viechtach abzustimmen. Dabei sollte geklärt werden, ob sich der Landkreis bereit erklären soll, bei zu wenig Fahrgastbeteiligung während des Probebetriebs 10 % der anfallenden Kosten und parallel dazu die Wegekostenfreiheit für Schüler sicherzustellen. Sowohl die Reaktivierung der Bahnstrecke als auch der vom Kreisrat beschlossene Bürgerentscheid wurden in Internet-Medien als auch in Foren der Lokalzeitung heftig diskutiert. Bei der Abstimmung votierten die Wahlberechtigten mit einer Mehrheit von 63,9 % der abgegebenen Stimmen (bei einer Wahlbeteiligung von 20,9 %) für den Probebetrieb. In insgesamt 17 Gemeinden des Landkreises stimmten die Bürger für den Bürgerentscheid, in sieben Gemeinden stimmten sie dagegen. Mit Achslach, Geiersthal, Gotteszell, Patersdorf, Ruhmannsfelden, Teisnach, und Zachenberg waren dies ausnahmslos Gemeinden im Umfeld der Bahn. Größte Ablehnung des Entscheides gab es in Teisnach mit 66,42 % gegen den Probebetrieb. Größte Zustimmung gab es in Viechtach mit 85,69 % dafür. Diese Gemeinde war auch die einzige Anliegergemeinde der Bahnstrecke, die sich für den Probebetrieb aussprach. Obwohl das notwendige Quorum (15 % der Wahlberechtigten) nicht erreicht wurde, kündigte Landrat Adam an, das Wahlergebnis wie im Kreisrat festgelegt als bindend anzusehen.[7][8][9][10]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bahnverkehr

Die AG der Bayerischen Ostbahnen erschloss 1877 das Kreisgebiet durch die Bahnlinie Plattling – Deggendorf – Regen – Zwiesel – Bayerisch Eisenstein (Bayerische Waldbahn), die hier an die Österreichische Bahn (heute Tschechische Staatsbahn) anschloss.

Im Jahre 1890 kamen zwei Lokalbahnstrecken hinzu, die von der ersten Strecke abzweigen: Die Bayerischen Staatseisenbahnen stellten von Zwiesel mit der Bahnstrecke Zwiesel–Grafenau die Verbindung nach Grafenau her, und eine Lokalbahn-AG führte eine Strecke von Gotteszell nach Viechtach.

Erst Jahrzehnte später, nämlich 1928, erfuhr das Eisenbahnnetz noch zwei Ergänzungen und umfasste nun ein Netz von 119 km Länge:

Die Lokalbahn-AG erweiterte ihre Linie von Viechtach nach Blaibach zur Bahnstrecke Gotteszell–Blaibach und firmierte fortan als Regentalbahn AG (RAG), während die Deutsche Reichsbahn von Zwiesel aus die Bahnstrecke Zwiesel–Bodenmais baute.

Die Regentalbahn legte 1991 ihre Strecke von Gotteszell nach Blaibach und damit 38 km von insgesamt 119 km Bahnlinien im Kreis still; allerdings verkehren zwischen Gotteszell und Viechtach noch touristische Züge der „Wanderbahn im Regental e. V.“. Der Verein bemüht sich in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Landkreis um eine Wiederaufnahme des regulären Personenverkehrs auf dieser Strecke.

Die RAG übernahm unter der Bezeichnung „Waldbahn“ den Personenverkehr zunächst 1993 auf den beiden Zwieseler Zweigbahnen und ab 1997 auch auf der Hauptlinie Plattling–Bayerisch Eisenstein im Auftrag der DB Regio Bayern. Die Deutsche Bahn ist im Kreisgebiet weiterhin als Infrastrukturbetreiber vertreten. Seit Dezember 2013 ist die RAG als Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung durch die BEG direkt mit der Erbringung des SPNV beauftragt.

Öffentlicher Nahverkehr

Im Landkreis verkehren Regionalbusse der RBO, sowie private Buslinien, wie der Igelbus. Stadtbus-Linien existieren in Zwiesel und Regen. In der Gemeinde Kirchdorf wird ein Bürgerbus betrieben. Auf einzelnen Linien, insbesondere im westlichen Landkreis werden Anruf-Linien-Taxis eingesetzt. Neben den Haustarifen der Busunternehmen gelten in einzelnen aus- und einbrechende Linien die Tarife der Verkehrsgemeindschaften der jeweiligen Nachbarlandkreise, namentlich der VLC-Tarif für den Landkreis Cham, der VLD-Tarif für den Landkreis Deggendorf und der VLS-Tarif für den Landkreis Straubing-Bogen.

Im Landkreis gilt das Verbundticket Bayerwald-Ticket. In den Gemeinden Bayerisch Eisenstein, Frauenau (beide seit 1. Mai 2010), Lindberg (seit 1. August 2010), Zwiesel (seit 1. Juni 2010), Regen (seit 1. Dezember 2010) und Langdorf (seit 15. Januar 2011) gelten die Gästekarten als sogenanntes GUTi-Fahrschein im Landkreis sowie im Nachbarlandkreisen Freyung-Grafenau und Cham.

Straßen

Durch den Landkreis führen die Bundesstraßen 11 und 85. Daneben verbinden mehrere Staatsstraßen den Landkreis mit diesen Fernstraßen.

Medien

Neben den überregionalen Medien veröffentlichen die Passauer Neue Presse mit dem Bayerwald-Boten und die Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung mit dem Viechtacher Anzeiger Lokalzeitungen im Landkreis.

Das Lokalradio unserRadio unterhält daneben noch ein Studio in der Kreisstadt.

Tourismus

Entwicklung

Der Tourismus im Landkreis Regen hatte seine Geburtsstunde bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit der Gründung des Bayerischen Wald-Vereins. Jedoch erst ab den 1960er Jahren kam es zu einem verstärkten Tourismus in der Region. In gleichem Maße stieg auch die Zahl der Vermietungsbetriebe. Aktuell werden im Landkreis ca. 32.000 Betten angeboten.

Kenngrößen

2014 besuchten ca. 480.000 Urlaubsgäste den Landkreis. Insgesamt wurden 2,25 Mio. Übernachtungen in diesem Jahr gezählt. Ca. 15 % der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer des Landkreises Regen arbeiten im Tourismus.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2015 [11])

Städte

  1. Regen (10.855)
  2. Viechtach (8060)
  3. Zwiesel (9407)

Märkte

  1. Bodenmais (3397)
  2. Ruhmannsfelden (2100)
  3. Teisnach (2879)

Verwaltungsgemeinschaft

  1. Ruhmannsfelden
    mit den Mitgliedsgemeinden Achslach, Gotteszell, Ruhmannsfelden (Markt) und Zachenberg

Keine gemeindefreien Gebiete

Gemeinden

  1. Achslach (902)
  2. Arnbruck (1939)
  3. Bayerisch Eisenstein (1007)
  4. Bischofsmais (3172)
  5. Böbrach (1646)
  6. Drachselsried (2428)
  7. Frauenau (2679)
  8. Geiersthal (2189)
  9. Gotteszell (1199)
  10. Kirchberg i.Wald (4325)
  11. Kirchdorf i.Wald (2131)
  12. Kollnburg (2787)
  13. Langdorf (1847)
  14. Lindberg (2362)
  15. Patersdorf (1672)
  16. Prackenbach (2676)
  17. Rinchnach (3080)
  18. Zachenberg (2073)

Gemeinden des Altlandkreises Regen

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es 14 Naturschutzgebiete, drei Landschaftsschutzgebiete, 15 FFH-Gebiete und mindestens 47 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand April 2016).

Siehe auch

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen REG zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er-Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Viechtach Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren KA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 99.

Weblinks

 Commons: Landkreis Regen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  3. service.landkreis-regen.de
  4. Traueranzeige zum Tod von Landrat Heinz Wölfl , Passauer Neue Presse, 19. August 2011.
  5. Adam-Wahl: Johann Sturm (FWG) wird Chef in Bodenmais , Bayerwaldbote, 28. November 2011.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
  7. gsc: Bahnlinie Viechtach-Gotteszell: Kreistag beschließt Bürgerentscheid. PNP, 15. Dezember 2014, abgerufen am 19. Dezember 2014.
  8. dal: Bahn-Probebetrieb: Landkreisbürger entscheiden am 8. Februar. PNP, 19. Dezember 2014, abgerufen am 19. Dezember 2014.
  9. wog: Liveticker: Viechtacher Freude über Votum für Bahn-Probebetrieb. PNP, 8. Februar 2015, abgerufen am 9. Februar 2015.
  10. Schnellmeldung zum Bürgerentscheid Bahnprobebetrieb am 08.02.2015. Landkreis Regen, 8. Februar 2015, abgerufen am 20. Februar 2015.
  11. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).

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