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Landkreis Randow


Der preußische Landkreis Randow in Pommern bestand zwischen 1818 und 1939. Er umfasste die Gemeinden rund um die pommersche Landeshauptstadt Stettin, überwiegend links der Oder.

Der Landkreis Randow umfasste am 14. Oktober 1939, dem Tag vor seiner Auflösung:

Mit 139.061 Einwohnern auf 1351 km² [Belegstelle ? Datum ?] war dieser Landkreis der bevölkerungsreichste in Pommern. Die 1939 nach Stettin eingemeindeten Gemeinden Altdamm, Finkenwalde, Frauendorf, Podejuch, Pölitz, Pommerensdorf, Scheune, Stolzenhagen und Züllchow waren die bevölkerungsreichsten Orte im Landkreis, so dass danach die Großstadt Stettin 381.300 Einwohner auf 461 km² umfasste.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der größte Teil des früheren Kreisgebietes zu Polen. Aus dem in Deutschland verbliebene Anteil des Kreisgebietes wurde erneut ein Landkreis Randow gebildet, der 1950 endgültig aufgelöst wurde.

Verwaltungsgeschichte

Preußen 1818 bis 1939

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress entstand mit dem 1. Januar 1818 der Kreis Randow im Regierungsbezirk Stettin in der preußischen Provinz Pommern. Dieser umfasste meist ländliche Gebiete im Umland der Provinzialhauptstadt Stettin. Das Landratsamt war in Stettin.

Am 26. September 1826 wurden nach Auflösung des Stadtkreises Stettin die Städte Alt-Damm und Stettin in den Kreis Randow eingegliedert.

Am 16. März 1857 schied Stettin wieder aus dem Kreis Randow aus. Stettin wurde ein eigener Stadtkreis Stettin, der jetzt nur noch aus einer Gemeinde bestand, nämlich der Stadtgemeinde Stettin.

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis als Teil Preußens zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Zum 1. April 1900 wurden die Stadtgemeinde Grabow und die Landgemeinden Bredow, Nemitz und Torney aus dem Kreis Randow in den Stadtkreis Stettin eingegliedert. Im Jahre 1911 folgten Zabelsdorf, Schwarzow, Neuwestend und Braunsfelde.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Randow entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der fast alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Randow entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Amtsbezirke 1932

Im Jahr 1932 gab es im Kreisgebiet 25 Amtsbezirke:

  1. Bergland
  2. Daber
  3. Dammscher See
  4. Finkenwalde
  5. Gartz, Land
  6. Glasow
  7. Gut Falkenwalde
  8. Hohenreinkendorf
  9. Jasenitz
  10. Kasekow
  11. Löcknitz
  12. Mescherin
  13. Nassenheide
  14. Neuenkirchen
  15. Penkun, Land
  16. Pölitz, Land
  17. Rothenklempenow
  18. Scheune
  19. Schwabach
  20. Schöningen
  21. Stolzenburg
  22. Stolzenhagen
  23. Warsow
  24. Zahden
  25. Züllchow

Verwaltungseinheiten 1932

Im Jahr 1932 gab es im Kreis Randow vier Städte, 114 Landgemeinden und vier Gutsbezirke, die jedoch im Jahr 1925 bereits nicht mehr bewohnt waren:

Städte
  1. Altdamm
  2. Gartz a./Oder
  3. Penkun
  4. Pölitz
Landgemeinden
  1. Alt Leese
  2. Armenheide
  3. Arnimswalde
  4. Barnimslow
  5. Bergland
  6. Bismark
  7. Blankensee
  8. Blumberg
  9. Boblin
  10. Böck
  11. Boock
  12. Brunn
  13. Buchholz
  14. Daber
  15. Damitzow
  16. Damuster
  17. Dorotheenwalde
  18. Duchow
  19. Falkenwalde
  20. Finkenwalde
  21. Frauendorf
  22. Friedrichsdorf
  23. Friedrichsthal i. Pom.
  24. Geesow
  25. Glashütte
  26. Glasow
  27. Gorkow
  28. Gotzlow
  29. Grambow
  30. Grünz
  31. Günnitz
  32. Güstow
  33. Hagen
  34. Hohenholz
  35. Hohenreinkendorf
  36. Hohenselchow
  37. Hohenzahden
  38. Hornskrug
  39. Jamikow
  40. Jasenitz
  41. Karow
  42. Kasekow
  43. Klein Reinkendorf
  44. Köstin
  45. Kolbitzow
  46. Krackow
  47. Kreckow
  48. Kummerow
  49. Kunow
  50. Kurow
  51. Laack
  52. Ladenthin
  53. Langenberg
  54. Langenstücken
  55. Lebehn
  56. Lienken
  57. Löcknitz
  58. Luckow
  59. Mandelkow
  60. Mescherin
  61. Messenthin
  62. Mewegen
  63. Möhringen
  64. Nadrensee
  65. Nassenheide
  66. Neuendorf
  67. Neuenkirchen
  68. Niederzahden
  69. Oberhof
  70. Odermünde
  71. Pampow
  72. Petershagen
  73. Pinnow
  74. Plöwen
  75. Podejuch
  76. Polchow
  77. Pomellen
  78. Pommerensdorf
  79. Pritzlow
  80. Ramin
  81. Retzin
  82. Rosengarten
  83. Rosow
  84. Rothenklempenow
  85. Scheune
  86. Schillersdorf
  87. Schmellenthin
  88. Schönfeld
  89. Schöningen
  90. Schönow
  91. Schwabach
  92. Schwankenheim
  93. Schwennenz
  94. Sommersdorf
  95. Sonnenberg
  96. Staffelde
  97. Stöven
  98. Stolzenburg
  99. Stolzenhagen
  100. Storkow
  101. Tantow
  102. Trestin
  103. Völschendorf
  104. Wamlitz
  105. Warsow
  106. Wartin
  107. Wenkendorf
  108. Wilhelmsfelde
  109. Wolfshorst
  110. Wollin
  111. Woltersdorf
  112. Wussow
  113. Zedlitzfelde
  114. Züllchow
Gutsbezirke (1925 nicht mehr bewohnt)
  • Buchheide, Anteil Kr. Randow, Forst
  • Dammscher See
  • Falkenwalde, Forst
  • Stolzenburg, Forst

Bevölkerung

Im Jahr 1925 wurden im Kreis Randow 107.730 Einwohner gezählt, von denen 101.436 Evangelische, 3632 Katholiken, 957 Anhänger von Freikirchen und 260 Juden waren.[1] Im Jahr 1933 wurden 113.271 Einwohner gezählt.[2]

Auflösung des Kreises 1939

Am 15. Oktober 1939 wurde durch die Vergrößerung des Stadtkreises Stettin der Landkreis Randow aufgelöst und sein Gebiet wie folgt aufgegliedert:

SBZ und DDR 1945 bis 1950

Nach 1945 wurde aus dem westlich der Oder-Neiße-Linie liegenden Gebiet des ehemaligen Landkreises Randow in der SBZ ein neuer Landkreis Randow gebildet. Der erste Landrat war Erich Spiegel (1919–1984), der zunächst als Landrat von Groß-Stettin den Kreis von Stettin aus verwaltete und nach der Übergabe Stettins an Polen durch die Sowjetunion am 5. Juli 1945 das Landratsamt nach Hohenholz, nördlich von Penkun, verlegte. Spiegel amtierte bis August 1945 und wurde dann durch Landrat Geiß abgelöst, der das Landratsamt zunächst nach Pölitz und im Oktober 1945 nach Löcknitz verlegte.[3]

Bei der DDR-Kreisreform 1950 wurde das Gebiet des Landkreises Randow auf die bestehenden Landkreise Angermünde, Pasewalk und Prenzlau aufgeteilt. Der Landkreis Angermünde war Teil des Landes Brandenburg und kam nach Auflösung der Länder 1952 zum Bezirk Frankfurt (Oder).

Gegenwart

Ein kleiner Teil des ehemaligen Kreisgebietes rund um die Stadt Gartz (Oder) gehört heute zum brandenburgischen Landkreis Uckermark, der übrige in Deutschland verbliebene Teil des Kreisgebiets gehört heute zum Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.

Der größte Teil des ehemaligen Kreisgebietes wurde nach Kriegsende 1945 zusammen mit der Stadt Stettin unter polnische Verwaltung gestellt. Dieser unter polnische Verwaltung gestellte abgetrennte Teil wurde teils Stettin, teils dem Powiat Policki in der Woiwodschaft Westpommern zugeordnet.

Landräte

Kommunalverfassung

Die Landkreis Randow gliederte sich zunächst in die Stadtgemeinden Gartz a./Oder, Penkun und Pölitz, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden führten jetzt die Bezeichnung Stadt.

Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Verkehr

Von der preußischen Landeshauptstadt führte 1843 die erste Strecke der Berlin-Stettiner Eisenbahn in die pommersche Provinzhauptstadt >110.0<. Von hier aus ging es 1846 weiter nach Hinterpommern in Richtung Stargard >111.0<. 1863 konnte man mit der Bahn Richtung Vorpommern nach Pasewalk fahren >105.0<.

Oderaufwärts nahm 1877 die Breslau-Schweidnitz-Freiburger Eisenbahn-Gesellschaft eine Verbindung bis Küstrin in Betrieb >122.0<. Schließlich zweigte von der Stargarder Trasse in Altdamm die Strecke der Altdamm-Colberger Eisenbahn-Gesellschaft zur hinterpommerschen Ostseeküste ab >111.c<.

Für die Preußische Staatsbahn blieb dann noch die Aufgabe, 1898 eine Nebenbahn von Stettin auf dem linken Oderufer bis Jasenitz und 1910 weiter bis Ziegenort zu bauen >110.m<. Die Stadt Gartz (Oder) bekam 1913 eine Verbindung nach Tantow an der Berliner Hauptbahn >110.f<.

Die Kreise Randow und Ueckermünde beteiligten sich auch an der Gründung von Kleinbahnunternehmungen. 1897 führte die Randower Kleinbahn AG ihre Strecke zunächst von Stöven im Westen Stettins bis zur Stolzenburger Glashütte im Kreis Randow und dann 1906 bis Neuwarp am Großen Haff im Kreis Ueckermünde >113.g<. Der Süden des Kreises mit dem Randowbruch wurde 1899 von der schmalspurigen Linie der Kleinbahn Casekow–Penkun–Oder erschlossen, die parallel zur Berlin-Stettiner Eisenbahn verlief >113.f<.

Literatur

Weblinks

 Commons: Landkreis Randow  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen. Provinz Pommern. Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und anderen amtlichen Quellen unter Zugrundelegung des Gebietsstandes vom 1. Oktober 1932. Berlin 1932, S. XXVIII.
  2. Der Große Brockhaus. 15. Auflage, Achtzehnter Band, Leipzig 1934, S. 153.
  3. Willi Neuhoff: Erich Spiegel–1945 erster Nachkriegsbürgermeister in Stettin. In: Stettiner Bürgerbrief. Nr. 24, 1998, ISSN 1619-6201 , S. 60–63.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Randow (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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