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Landkreis Oppeln


Der Landkreis Oppeln war ein preußischer Landkreis in Schlesien, der von 1816 bis 1945 bestand. Er umfasste am 1. Januar 1945:

  • eine Stadt (Krappitz),
  • 120 Gemeinden,
  • drei Gutsbezirke (Forsten).

Verwaltungsgeschichte

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat trat mit dem 1. Mai 1816 der Kreis Oppeln in der Provinz Schlesien vom Regierungsbezirk Breslau zum Regierungsbezirk Oppeln. Dieser umfasste meist ländliche Gebiete um die Städte Oppeln und Krappitz. Das Landratsamt war in Oppeln.

Mit dem 15. Mai 1899 schied die Stadtgemeinde Oppeln aus dem Verband des Kreises Oppeln aus und bildete seitdem einen eigenen Stadtkreis. Der Kreis Oppeln wurde jetzt als Landkreis bezeichnet. Am 1. Juli 1910 vergrößerten Teile des Gutsbezirks Königlich Neudorf aus dem Landkreis Oppeln den Stadtkreis Oppeln.

Zum 8. November 1919 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst. Aus dem Regierungsbezirk Oppeln wurde die neue Provinz Oberschlesien gebildet. Zum 30. September 1929 fand im Landkreis Oppeln entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

In den Jahren 1933 bis 1938 wurde der Turawa-Stausee angelegt. Die an dessen Ufer gelegene Landgemeinde Sczedrzik bei Malapane erhielt am 18. Juli 1934 den Namen Hitlersee.

Am 1. April 1936 wurde das Gebiet des Stadtkreises Oppeln auf Kosten des Landkreises erheblich erweitert. Teile der Gemeinden Birkowitz, Halbendorf, Slawitz, Stefanshöh und Vogtsdorf wurden in die Stadt Oppeln eingegliedert, während diese 20 Parzellen des eigenen Territoriums an den Landkreis abgab. Am 1. April 1939 wurde die Gemeinde Karmerau aus dem Landkreis Oppeln in den Landkreis Groß Strehlitz eingegliedert.

Zwar wurden am 1. April 1938 die preußischen Provinzen Niederschlesien und Oberschlesien zur neuen Provinz Schlesien zusammengeschlossen; dieser Zusammenschluss war jedoch nur von kurzer Dauer, denn zum 18. Januar 1941 wurde die Provinz Schlesien erneut aufgelöst. Aus den bisherigen Regierungsbezirken Kattowitz und Oppeln wurde die neue Provinz Oberschlesien gebildet.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und wurde danach ein Teil Polens, vgl. Powiat Opolski.

Landräte

1812–1813: von Kölichen
1813–9999: von Dallwig (kommissarisch)
1813–1818: von Zawadzky
1818–1819: Graf von Schwerin (kommissarisch)
1819–1821: Paul Graf von Haugwitz
1821–1837: August Marschall von Bieberstein
1837–1844: Graf Paul von Haugwitz
1844–1866: Julius Hoffmann († 1866)
1866–1867: Graf von Bünau (vertretungsweise)
1867–1873: Karl von Dalwigk
1873–1877: Kurt Graf von Haugwitz-Hardenberg-Reventlow (1816–1888)
1877–1898: Heinrich Albert Gerlach
1898–1922: Carl Lücke († 1934)
1922–1933: Michael Graf von Matuschka (1888–1944)
1933–1937: Johannes Slawik (* 1892)
1937–1938: Bernhard von Derschau (vertretungsweise)
1938–1940: Friedrich Seifarth
1940–9999: Conrad Listemann (vertretungsweise)
1940–0000: von Oertzen

Kommunalverfassung

Der Kreis Oppeln gliederte sich zunächst in die Stadtgemeinden Oppeln und Krappitz, in Landgemeinden und selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Ortsnamen

Vor allem im Jahr 1936 wurden im Kreis Oppeln zahlreiche Ortsnamen eingedeutscht. Das waren meist lautliche Angleichungen, Übersetzungen oder freie Erfindungen, zum Beispiel:

Weblinks

 Commons: Landkreis Oppeln  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Gegründet 1818 | Ehemaliger Landkreis in Schlesien | Aufgelöst 1945

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