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Landkreis Oberbarnim


Der Landkreis Oberbarnim, bis 1939 Kreis Oberbarnim, bis ins 19. Jahrhundert auch Oberbarnimscher Kreis genannt, war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand in Preußen, in der SBZ und in der DDR bis 1952.

Der Landkreis Oberbarnim umfasste am 1. Januar 1945 die Städte Bad Freienwalde (Oder), Biesenthal, Finow, Strausberg, Werneuchen und Wriezen, 80 weitere Gemeinden und einen Forst-Gutsbezirk.

Der Stadtkreis Eberswalde lag von 1911 bis 1950 als Enklave innerhalb des Kreisgebiets. Heute gehört das ehemalige Kreisgebiet zu den Landkreisen Barnim und Märkisch-Oderland.

Verwaltungsgeschichte

Königreich Preußen

In der nachmittelalterlichen Zeit bildete sich in der Mark Brandenburg eine Gliederung in Kreise heraus. Einer dieser historischen Kreise war der Oberbarnimsche Kreis bzw. Kreis Oberbarnim.[1] Im Rahmen der Bildung von Provinzen und Regierungsbezirken in Preußen erfolgte 1816 im Regierungsbezirk Potsdam eine Kreisreform, durch die der Kreis Oberbarnim mit Wirkung zum 1. April 1817 mehrere Orte an Nachbarkreise abgeben musste:[2][3]

Das Landratsamt war in Freienwalde a./Oder.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Am 1. April 1911 schied die Stadt Eberswalde aus dem Kreis Oberbarnim aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Oberbarnim entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Am 1. Mai 1936 wurde die Gemeinde Kupferhammer aus dem Kreis Oberbarnim in den Stadtkreis Eberswalde eingegliedert.

Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Oberbarnim entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

Sowjetische Besatzungszone/Deutsche Demokratische Republik

Mit Wirkung zum 15. März 1946 kamen durch Beschluss des Präsidiums der Provinzialverwaltung Mark Brandenburg die Gemeinden Adlig Reetz, Altglietzen, Altreetz, Altwustrow, Bralitz, Gabow, Hohenwutzen, Karlsbiese, Karlshof, Königlich Reetz, Neuglietzen, Neuküstrinchen, Neulietzegöricke, Neuranft, Neurüdnitz, Neutornow, Neuwustrow, Neuenhagen und Schiffmühle des aufgelösten Landkreises Königsberg Nm. zum Landkreis Oberbarnim.[4][5] Nach der Auflösung von Preußen gehörte der Landkreis Oberbarnim zum neuen Land Brandenburg.

Das Gesetz über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 brachte zum 1. Juli 1950 umfangreiche Gebietsänderungen:[6]

Zum 25. Juli 1952 wurde der Landkreis Oberbarnim aufgelöst und in die Kreise Eberswalde, Bad Freienwalde, Seelow sowie Strausberg aufgeteilt.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1816 36.135 [7]
1846 56.834 [8]
1871 71.514 [9]
1890 84.018 [10]
1900 92.180 [10]
1910 103.058 [10]
1925 80.657 [10]
1933 84.437 [10]
1939 90.511 [10]

Landräte

Kommunalverfassung bis 1945

Die Landkreis Oberbarnim gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung im Jahre 1929 – in Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Städte und Gemeinden

Stand 1945

Dem Landkreis Oberbarnim gehörten 1945 die folgenden Städte und Gemeinden an:

Daneben bestand 1945 noch der Gutsbezirk Forst Barnimer Heide.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch noch die Orte Biesdorf, Kruge, Möglin und Zelliner Loose zu Gemeinden erhoben.[11]

Vor 1945 aufgelöste Gemeinden

Namensänderungen

1925 änderte sich die Bezeichnung von Freienwalde a./Oder in Bad Freienwalde (Oder). 1932 fanden kleinere Änderungen im Schriftbild dadurch statt, dass die Schreibweise für Ortsnamen wie Alt Friedland in Altfriedland, Alt Ranft in Altranft und Neu Gaul in Neugaul geändert wurden.

Weblinks

 Commons: Landkreis Oberbarnim  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Grenzen und Verwaltungsgliederung, S. 32 ff. (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  2. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam. Kreiseinteilung des Regierungsbezirks Potsdam. Band 1816, Nr. 12. Potsdam, S. 103 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  3. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam. Inkrafttreten der neuen Kreiseinteilung des Regierungsbezirks Potsdam. Band 1817, Nr. 7. Potsdam, S. 51 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  4. Hohenwutzen und Umgebung bei genealogy.net
  5. Verordnungsblatt der Provinzialverwaltung Mark Brandenburg Nr. 7 vom 10. April 1946
  6. Statistisches Bundesamt: Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7
  7. Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, Der Regierungsbezirk Potsdam, S. 197 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  8. Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Mittheilungen des Statistischen Bureau's in Berlin, Band 2. Einwohnerzahlen der Kreise. S. 313 (Digitalisat ).
  9. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung 1871
  10. 10,0 10,1 10,2 10,3 10,4 10,5 Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Oberbarnim. Abgerufen am 2. April 2016.
  11. Historisches Gemeindeverzeichnis Landkreis Märkisch-Oderland

Kategorien: Aufgelöst 1952 | Gegründet 1818 | Ehemaliger Landkreis in Brandenburg | Ehemaliger Landkreis in der Provinz Brandenburg | Landkreis Barnim | Landkreis Märkisch-Oderland

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Oberbarnim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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