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Landkreis Meseritz


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Der Landkreis Meseritz war ein preußischer Landkreis in den Provinzen Posen, Grenzmark Posen-Westpreußen und Brandenburg, der bis 1945 bestand. Sein ehemaliges Gebiet gehört heute zum Powiat Międzyrzecki in der polnischen Woiwodschaft Lebus.

Verwaltungsgeschichte

Der Kreis Meseritz bestand bereits zwischen 1793 und 1807 in der preußischen Provinz Südpreußen.[1] Im Rahmen der Neuorganisation der Kreisgliederung im Königreich Preußen nach dem Wiener Kongress erfuhr der Kreis Meseritz, der nun zum Regierungsbezirk Posen in der Provinz Posen gehörte, zum 1. Januar 1818 kleinere Grenzänderungen. Das Landratsamt befand sich in der Stadt Meseritz.

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Nach dem Zerfall der Provinz Posen wurde am 20. November 1919 der Kreis Meseritz der neuen Regierungsstelle in Schneidemühl im Verwaltungsbezirk Grenzmark Westpreußen-Posen unterstellt. Mit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages wurde am 10. Januar 1920 der östliche Teil des Kreises Meseritz mit der Stadt Bentschen an Polen abgetreten. Ab 11. Januar 1921 trug der Verwaltungsbezirk Grenzmark Westpreußen-Posen die Bezeichnung „Grenzmark Posen-Westpreußen“. Am 1. Juli 1922 trat der Kreis Meseritz zur neuen preußischen Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen und ab 1. August 1922 zum neu gebildeten Regierungsbezirk Schneidemühl.

Zum 1. Oktober 1938 wechselte der Kreis Meseritz nach der Auflösung der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen in den Regierungsbezirk Frankfurt der Provinz Brandenburg. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und danach Teil Polens. Der heutige Powiat Międzyrzecki hat etwa den gleichen Zuschnitt.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1816 25.453 [2]
1871 46.002 [3]
1890 49.458 [4]
1900 49.822 [4]
1910 53.306 [4]
1925 32.852 [4]
1933 33.807 [4]
1939 35.155 [4]

Unter den 32.852 Einwohner im Jahre 1925 waren 19.164 evangelischer Konfession, 13.056 Katholiken und 251 Juden.[5]

Landräte

1818–1820 von Kurnatowski
1820–1827 Serafin von Zychlinski
1827–1831 Hauptmann von Zychlinski
1831–1851 Wilhelm von Zychlinski (1789–1860)
1851–1861 Karl Schneider
1861–1873 Adalbert von Flottwell (1829–1909)
1873–1876 Otto von Hinckeldey
1876–1881 Stephan von Dziembowski-Bomst (1828–1900)
1881–1894 Zwicker
1894–1895 von Roëll
1895–1903 Paul Blomeyer (1860–1918)
1904–1914 Max Kley
1914–1933 Hans von Meibom (1879–1960)
1934–0000 Merker
1936–1941: Paul Iden
1941–0000 Erich Daluege (* 1889)

Kommunale Gliederung und Kommunalverfassung

Der Landkreis Meseritz gliederte sich zuletzt in die vier Städte Betsche, Brätz, Meseritz und Tirschtiegel sowie 44 weitere Gemeinden. Die Landgemeinden und bis 1929 die selbstständigen Gutsbezirke waren anfangs in (kleineren) Woytbezirken (polnisch „wójt“ = deutsch „Vogt“) und später in (größeren) Polizeidistrikten zusammengefasst.

Am 1. Juli 1922 wurde anstelle der Posener Kreisordnung die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881 eingeführt. Hinsichtlich der Gliederung in Polizeidistrikte gab es keine Änderungen. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Persönlichkeiten

  • Emil Zillmann (1870–1937), Architekt
  • Georg Zillmann (1871–1958), Architekt

Die Cousins Georg und Emil Zillmann wurden in Meseritz geboren. Sie unterhielten in Berlin-Charlottenburg ein Architekturbüro. Der Schwerpunkt ihrer Bautätigkeit lag in Oberschlesien.

Städte und Gemeinden

1920 zu Polen

Die folgenden Gemeinden lagen im Ostteil des Kreises und fielen 1920 an Polen:

  • Alt Jablonke
  • Altvorwerk
  • Amtskaßner
  • Bentschen, Stadt
  • Brandorf
  • Deutsch Böhmisch
  • Deutschhöhe
  • Dormowo
  • Friedenau
  • Friedenhorst
  • Glashütte
  • Glozewo
  • Grubske
  • Hüttenhauland
  • Kroschnitz
  • Kunik
  • Kupferhammer
  • Lewitz
  • Lewitz Hauland
  • Lomnitz
  • Lowin
  • Lubenhauland
  • Nandel
  • Neu Jablonke
  • Neu Schilln
  • Pierschin
  • Polnisch Böhmisch
  • Punken
  • Sawade
  • Schilln
  • Schwichotschin
  • Stefanowo
  • Stefanowo Hauland
  • Stocki
  • Strese
  • Weidenvorwerk
  • Zakrzewko
  • Ziegelscheune

Stand 1936

Mitte der 1930er Jahre war der Kreis Meseritz in die folgenden Städte und Gemeinden gegliedert:[4]

  • Altenhof
  • Bauchwitz
  • Betsche, Stadt
  • Birkenhorst
  • Bobelwitz
  • Brätz, Stadt
  • Brausendorf
  • Dürrlettel
  • Eschenwalde
  • Georgsdorf
  • Groß Dammer
  • Grunzig
  • Hochwalde
  • Janau
  • Kainscht
  • Kalau
  • Klastawe
  • Koschmin
  • Kranz
  • Kulkau
  • Kupfermühle
  • Kurzig
  • Kuschten
  • Kutschkau
  • Lagowitz
  • Meseritz, Stadt
  • Naßlettel
  • Neu Bentschen
  • Nipter
  • Ober Görzig
  • Panwitz
  • Paradies
  • Pieske
  • Politzig
  • Reinzig
  • Rogsen
  • Rybojadel
  • Scharzig
  • Schierzig
  • Schierzighauland
  • Schindelmühl
  • Schloß Neudorf
  • Solben
  • Stalun
  • Tirschtiegel, Stadt
  • Weißensee
  • Wischen
  • Zielomischel

Namensänderungen

1937 erhielten folgende Gemeinden neue deutsche Namen:[4]

  • Rybojadel → Hoffmannstal
  • Stalun → Schönfelde (Grenzmark)
  • Zielomischel → Wilhelmstal (Grenzmark)

Literatur

  • Martin Sprungala: Die Geschichte der Posener Landkreise und kreisfreien Städte. Bad Bevensen 2007.
  • Martin Sprungala: Historisches Ortsverzeichnis der Provinz Posen und der Wojewodschaft Poznan (Posen). Bad Bevensen 2007.

Weblinks

 Commons: Landkreis Meseritz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Historisch statistisch topographische Beschreibung von Südpreußen, 1798
  2. Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, Der Regierungsbezirk Posen, S. 317 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  3. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Posen und ihre Bevölkerung 1871
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Meseritz. Abgerufen am 2. Juni 2016.
  5. Der Große Brockhaus. 15. Auflage, Sechzehnter Band, Leipzig 1933, S. 745.

Kategorien: Gegründet 1818 | Ehemaliger Landkreis in der Provinz Brandenburg | Ehemaliger Landkreis in der Provinz Posen | Aufgelöst 1945

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Meseritz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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