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Landkreis Kolberg-Körlin


Der Landkreis Kolberg-Körlin, früher Kreis Colberg-Cörlin, war ein preußischer Landkreis in der Provinz Pommern, der zwischen 1872 und 1945 bestand.

Der Landkreis Kolberg-Körlin umfasste (Stand 1945) die Stadt Körlin mit rund 3.400 Einwohnern sowie 78 weitere Gemeinden mit jeweils weniger als 2.000 Einwohnern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kreisgebiet zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Das Gebiet des heutigen polnischen Powiat Kołobrzeski (Kolberger Kreis) ist nicht identisch mit dem des früheren Landkreises Kolberg-Körlin, insbesondere gehört die Stadt Körlin heute zum benachbarten Powiat Białogardzki (Belgarder Kreis).

Verwaltungsgeschichte

Der Kreis Colberg-Cörlin entstand am 1. September 1872 aus Teilen des bisherigen Kreises Fürstenthum. Er gehörte zum Regierungsbezirk Cöslin (später Köslin) in der Provinz Pommern und umfasste ländliche Gebiete um die Städte Colberg und Cörlin. Das Landratsamt war in Colberg.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Name Kreis Colberg-Cörlin in Kreis Kolberg-Körlin geändert.

Am 1. Mai 1920 verließ die Stadtgemeinde Kolberg den Kreis Kolberg-Körlin und bildete seitdem einen eigenen Stadtkreis.

Eine Gebietsreform zum 30. September 1929 entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen löste alle bisher selbstständigen Gutsbezirke auf und teilte sie benachbarten Landgemeinden zu.

Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Kolberg-Körlin entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet von der Roten Armee besetzt und danach unter polnische Verwaltung gestellt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde in den darauffolgenden Jahren vertrieben.

Kommunalverfassung

Die Kreis Kolberg-Körlin gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte

Amtsbezirke

Im Jahr 1932 gab es im Kreis Kolberg-Körlin 21 Amtsbezirke:

  1. Alt Marrin
  2. Alt Werder
  3. Altstadt
  4. Degow
  5. Drenow
  6. Drosedow
  7. Fritzow
  8. Garrin
  9. Gervin
  10. Groß Jestin
  11. Kerstin
  12. Koseeger
  13. Kölpin-Sternin
  14. Lübchow
  15. Neurese
  16. Petershagen
  17. Rogzow
  18. Roman
  19. Rützow
  20. Stolzenberg
  21. Wartekow

Kreisangehörige Gemeinden

Namens- und Bestandsänderungen

Eingemeindungen und andere Änderungen im Bestand der kreisangehörigen Gemeinden fanden im Kreis Kolberg-Körlin zwischen 1934 und 1945 nicht mehr statt.[1]

Zum 14. Juli 1936 wurden die Schreibweisen der Gemeinden Altbork (zuvor: Alt Bork) und Neubork (zuvor: Neu Bork) „amtlich festgestellt“. Weitere Namensänderungen fanden nicht statt.[1]

Liste der Gemeinden

Dem Landkreis Kolberg-Körlin gehörten folgende Gemeinden an (Stand 1934 bis 1945):

  1. Altbork
  2. Alt Tramm
  3. Alt Werder
  4. Baldekow
  5. Bartin
  6. Bodenhagen
  7. Bogenthin
  8. Bullenwinkel
  9. Büssow
  10. Damgardt
  11. Damitz
  12. Dassow (mit Hoppekathen)
  13. Degow (mit Ochsenwiese und Peuske)
  14. Drenow (mit Neumühl, Charlottenhof und Sophienhof)
  15. Drosedow (mit Vorwerk Drosedow und Waldhof)
  16. Eickstedtswalde
  17. Fritzow
  18. Gandelin (mit Vandüz)
  19. Ganzkow
  20. Garchen
  21. Garrin
  22. Gervin (mit Birkhain)
  23. Gribow
  24. Groß Jestin
  25. Henkenhagen (mit Ulrichshof und Ziegenberg)
  26. Jaasde (mit Jaasder Katen)
  27. Jarchow
  28. Karvin (mit Dumzin)
  29. Kerstin (mit Fuchsmühle und Johannesthal)
  30. Klein Jestin
  31. Kolberger Deep
  32. Kölpin (mit Kölpiner Mühle)
  33. Körlin (mit Forsthaus Stadtwald, Hühnerheide, Stadtholzkaten und Vorwerk Körlin)
  34. Kowanz (mit Neu Kowanz)
  35. Leikow
  36. Lestin (mit Forsthaus Freienfelde, Grünhaus, Lestiner Krugplatz und Strebelow)
  37. Lübchow
  38. Mallnow (mit Koseeger und Kruckenbeck)
  39. Mechenthin
  40. Mohrow
  41. Moitzelfitz
  42. Naugard
  43. Necknin
  44. Nehmer
  45. Nessin
  46. Neubork
  47. Neurese (mit Justinenthal)
  48. Neu Tramm
  49. Neu Werder
  50. Peterfitz (mit Emmasthal, Fähre, Klaptow und Lustebuhr)
  51. Petersfelde (mit Dryhn und Meierei)
  52. Petershagen
  53. Pobloth
  54. Poldemin
  55. Prettmin
  56. Quetzin (mit Bocksberg und Neu Quetzin)
  57. Rabuhn
  58. Ramelow (mit Büchenberg, Emmenthal, Meisegau, Rollborn und Vorwerk Ramelow)
  59. Reselkow (mit Ausbau Brandmoor, Ausbau Brückenkrug, Ausbau Eichhof, Ausbau Pinnow, Brückenkrug, Forsthaus am Steudnitzsee, Forsthaus Seebeck, Hohenfier, Jäglin, Karlshagen, Mühlenbruch, Neu Reselkow und Sophienwalde)
  60. Rogzow
  61. Roman (mit Birkenfelde, Buchwald, Starsberg und Waldhaus)
  62. Rossenthin (mit Kautzenberg)
  63. Rützow
  64. Rüwolsdorf
  65. Schleps
  66. Schötzow
  67. Schwedt (mit Althof, Ludwigshöh und Mönchgrund)
  68. Seefeld
  69. Sellnow
  70. Semmerow
  71. Simötzel
  72. Spie (mit Baselerskaten)
  73. Sternin (mit Kienow)
  74. Stöckow (mit Neu Stöckow)
  75. Stolzenberg
  76. Wartekow (mit Karkow)
  77. Wobrow
  78. Zernin (mit Neu Zernin und Ströpsack)
  79. Zwilipp (mit Fähre und Pustar)

Verkehr

Die Stadt Kolberg wurde von Belgard her über Körlin 1859 durch die Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft an das Bahnnetz angeschlossen >111n<.

Eine direkte Verbindung nach Stettin über Naugard stellte die Altdamm-Colberger Eisenbahn-Gesellschaft 1882 her >111d<. Sie verband auch ab 1899 Kolberg mit der Bezirkshauptstadt Köslin >111e<.

Die Mitte und der Süden des Kreises wurden durch Schmalspurstrecken der Kolberger Kleinbahnen AG erschlossen, an der der Kreis 1939 zu über 60 % des Kapitals beteiligt war.

1895 wurde die Strecke von Kolberg über Roman nach Regenwalde nebst der Abzweigung Groß Jestin - Stolzenberg eröffnet >113r+r²<.

1899 folgte die Linie in den Landkreis Greifenberg, die in Mühlenbruch abzweigte >113p<.

1909 kam die Teilstrecke Groß Jestin–Groß Pobloth hinzu, die 1915 bis Körlin durchgeführt wurde >113r³<. Somit umfasste das Kleinbahnnetz fast zwei Drittel des gesamten Bahnnetzes im Kreisgebiet.

(Die Zahlen in >< beziehen sich auf das Deutsche Kursbuch 1939).

Literatur

Weblinks

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Systematisches Verzeichnis der Namens- und Bestandsänderung von Gemeinden. Auszugsweise abgedruckt in: Fritz R. Barran: Städte-Atlas Pommern. 2. Auflage. Rautenberg, Würzburg 2005, ISBN 3-8003-3097-0, S. 192–193.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Kolberg-Körlin (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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