Landkreis Hoyerswerda - LinkFang.de





Landkreis Hoyerswerda


Dieser Artikel behandelt den ehemaligen Landkreis Hoyerswerda, der von 1825 bis 1952 bestand. Zum Kreis Hoyerswerda im Bezirk Cottbus der DDR (1952–1990) und den Landkreis Hoyerswerda im Freistaat Sachsen (1990–1995) siehe Kreis Hoyerswerda.
Landkreis Hoyerswerda[1]
Wappen Landkreis
Preußische Provinz Schlesien (1825–1919, 1938–1941)
Niederschlesien (1919–1938, 1941–1945)
Regierungsbezirk Liegnitz
Kreisstadt Hoyerswerda
Fläche 869 km² (1939)
Einwohner 59.303 (1939)
Bevölkerungsdichte 68 Einwohner/km² (1939)
Gemeinden 77 (1939)
Lage des Landkreises Hoyerswerda

Der Landkreis Hoyerswerda war ein Landkreis, der in Preußen, in der SBZ und in der DDR von 1825 bis 1952 bestand. Das ehemalige Kreisgebiet gehört heute zum brandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz sowie zu den sächsischen Landkreisen Bautzen und Görlitz.

Geographie

Der Landkreis lag in der nördlichen Oberlausitz und war bis 1945 der westlichste Landesteil von Schlesien. Er grenzte im Westen an den Landkreis Liebenwerda der Provinz Sachsen, im Norden an die brandenburgischen Landkreise Calau und Spremberg, im Osten an den schlesischen Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) und im Süden an die sächsischen Amtshauptmannschaften Bautzen und Kamenz.

Geschichte

Der Kreis Hoyerswerda entstand am 1. August 1825 aus dem südlichen Teil des Kreises Spremberg. Der Kreis Spremberg gehörte zwar zur preußischen Provinz Brandenburg, der neue Kreis Hoyerswerda wurde jedoch dem Regierungsbezirk Liegnitz der Provinz Schlesien zugeordnet. Das Landratsamt war in Hoyerswerda. 1919 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst und aus den Regierungsbezirken Breslau und Liegnitz die neue Provinz Niederschlesien gebildet. Diese Teilung Schlesiens wurde 1938 wieder rückgängig gemacht und 1941 erneut vollzogen. Seit dem 1. Januar 1939 führte der Kreis Hoyerswerda entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis Hoyerswerda.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt. Da der Landkreis westlich der Oder-Neiße-Linie lag, wurde er nicht wie der größte Teil von Schlesien nach dem Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung gestellt. Er wurde Teil der Sowjetischen Besatzungszone und in das Land Sachsen eingegliedert, mit dem er seit 1949 zur DDR gehörte. Bei der Verwaltungsreform von 1952 wurden die Länder in der DDR aufgelöst und durch Bezirke ersetzt. Die Landkreise erhielten nun wieder die Bezeichnung Kreis. Der Westteil des Landkreises Hoyerswerda mit der Stadt Ruhland kam zum neuen Kreis Senftenberg. Aus dem verbleibenden Kreisgebiet wurde der Kreis Hoyerswerda gebildet, der dem Bezirk Cottbus zugeordnet wurde. Nach der Wiedervereinigung bestand dieser Kreis im Freistaat Sachsen bis 1996 als Landkreis Hoyerswerda fort.

Landräte

1826–1848: von Goetz
1848–1861: Adolph Hans Georg von Götz († 23. November 1861)[2]
1862–1881: Hans von Götz-Hünerbein
1881–1886: Alfred von Löbenstein
1886–1891: Ernst Graf von Gersdorff-Hermsdorf
1891–1899: Friedrich von Lucke
1899–1906: Willy Schwarz
1906–1919: Friedrich von Hegenscheidt
1919–1928: Egon Lenoir
1928–1933: Max Saling
1933–1937: Fritz Schmige (1880–1974)
1937–1939: Herbert Matzke
1933–1944: Behr
1944–0000: Heinrich Korte

Einwohnerentwicklung

Landkreis Hoyerswerda[3]
Jahr 1890 1900 1910 1925 1933 1939
Einwohner 33.673 36.778 43.067 54.259 55.962 59.303

Städte und Gemeinden

Der Landkreis Hoyerswerda umfasste 1939 drei Städte und 74 weitere Gemeinden. Einige Ortsnamen sorbischen Ursprungs wurden im Jahre 1936 politisch motiviert eingedeutscht. 1945 erhielten diese Orte ihre historischen Namen zurück.

Städte
Gemeinden

Preußische Kommunalverfassung

Der Kreis Hoyerswerda gliederte sich zunächst in die Stadtgemeinden Hoyerswerda, Ruhland und Wittichenau, in Landgemeinden und selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden führten jetzt die Bezeichnung Stadt. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Wappen

Der Landkreis führte seit 1935 ein Wappen mit der Blasonierung Über silbernen Wellen, in denen ein blauer Fisch schwimmt, eine goldene Mauer mit drei Zinnen, über die im blauen Feld ein silberner Eichbaum mit goldenen Eicheln hervorwächst.[4]

Das Wappen basierte mit der goldenen, dreigezinnten Mauer auf blauem Grund auf dem Wappen der Stadt Bautzen und stellte so eine Verbindung des Landkreises zur Oberlausitz her. Die Eiche war ein Rückgriff auf das erste bekannte Siegel der Stadt Hoyerswerda, während der Fisch stellvertretend für die beiden großen Flüsse im Kreisgebiet, die Spree und die Schwarze Elster, stand.

Literatur

  • Hoyerswerdaer Geschichtshefte, erschienen zwischen 1955 und 1989
  • Neue Hoyerswerdaer Geschichtshefte, Hrsg. Stadtverwaltung Hoyerswerda

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  2. Fußnote in der Google-Buchsuche
  3. Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  4. Eckhart Leisering: Wappen der Kreisfreien Städte und Landkreise im Freistaat Sachsen. mdv, Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 2000, ISBN 3-89812-069-4.

Kategorien: Aufgelöst 1952 | Gegründet 1825 | Ehemaliger Landkreis in Sachsen | Landkreis Bautzen | Ehemaliger Landkreis in Schlesien

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Hoyerswerda (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.