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Landkreis Göttingen (ab 2016)


Siehe auch Diskussion

Der Landkreis Göttingen ist eine künftige Gebietskörperschaft in der Rechtsform eines Landkreises im Land Niedersachsen. Sie wird durch den Zusammenschluss der Landkreise Osterode am Harz und Göttingen am 1. November 2016 gebildet werden. Der folglich fusionierte Landkreis wird rund 325.000 Einwohner zählen. Kreisstadt wird Göttingen sein, das seinen Sonderstatus gemäß dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) behält.[1]

Geographie

Ausdehnung

Der nördlichste Punkt ist bei 51.83° nördlicher Breite (Werte gerundet) nahe Wildemann, der südlichste bei 51.29° nahe Nieste; der westlichste Punkt ist bei 9.55° östlicher Länge nahe Wahnhausen, der östlichste bei 10.68°E nahe Rothesütte.

Nachbarkreise

Der Landkreis Göttingen wird im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Northeim und Goslar (in Niedersachsen), an die Landkreise Nordhausen und Eichsfeld (beide in Thüringen), an den Werra-Meißner-Kreis, an den Landkreis Kassel und an die kreisfreie Stadt Kassel (alle in Hessen) grenzen.

Geschichte

Vorgeschichte

Landkreis Osterode am Harz

1945 wurden die Gemeinden Bad Sachsa und Tettenborn aus dem Landkreis Grafschaft Hohenstein in den damaligen Landkreis Osterode von 1885 umgegliedert. Am 1. Juli 1972 kam ein Teil des aufgelösten Landkreises Blankenburg und des Landkreises Zellerfeld hinzu. Die Details sind im Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Bereich des Harzes beschrieben. Vom Landkreis Gandersheim kamen ebenfalls drei Gemeinden hinzu, während Lütgenhausen und Wollershausen an den damaligen Landkreis Göttingen abgegeben wurden. Am 1. März 1974 schied außerdem Harriehausen aus dem Kreis Osterode aus und wurde nach Bad Gandersheim eingemeindet. Am 1. August 1977 wurde Kalefeld in den Landkreis Northeim umgegliedert, der Landkreis Osterode erhielt seine heutige Form.[2]

Landkreis Göttingen

Der Landkreis Göttingen wurde in seiner jetzigen Form im Rahmen der kommunalen Gebietsreform am 1. Januar 1973 eingerichtet.[3] Er wurde aus den 1885 geschaffenen Landkreisen Göttingen (zu dem seit 1964 auch die Stadt Göttingen gehörte), Duderstadt und Münden, den Gemeinden Adelebsen und Unterbillingshausen des Landkreises Northeim und den Gemeinden Lütgenhausen und Wollershausen des Landkreises Osterode gebildet.[4]

Entstehung des Landkreises Göttingen

Im März 2013 begannen die bisherigen Landkreise Göttingen, Osterode und Northeim über einen Zusammenschluss zu einem Großkreis zu verhandeln. Der Landkreis Northeim zog sich kurze Zeit später aus den Gesprächen zurück.[5] Bei Osterode verliefen die Gespräche erfolgreich, sodass ein neuer Landkreis Göttingen zum 1. November 2016 beschlossen wurde.[6] Damit wird die Fusion zwischen den Landkreisen Göttingen und Osterode am Harz der erste freiwillige Zusammenschluss von Landkreisen in Niedersachsen sein.

Politik

Landräte

→ Für die bisherigen Landräte siehe: Landkreis Osterode am Harz#Landräte, Landkreis Göttingen#Landräte, Landkreis Duderstadt#Landräte und Landkreis Münden#Landräte

Medien

Presse

Im künftigen Landkreis Göttingen wird es vier Tageszeitungen geben, deren Verbreitungsgebiete weitgehend den vor der niedersächsischen Gebietsreform von 1972 bestehenden Altkreisen entsprechen. Im Altkreis Osterode erscheint der Harz Kurier („HK“), im Altkreis Göttingen erscheint das Göttinger Tageblatt („GT“), im Altkreis Duderstadt das Eichsfelder Tageblatt („ET“) und im Altkreis Hann. Münden die Mündener Allgemeine („HNA“).

Der Harz Kurier der „Harz Kurier Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG“ ist seit 1997 alleinige Tageszeitung im Kreis Osterode. Sie wurde 2006 von der Herzberger „Jungfer Druckerei und Verlag GmbH“ getrennt und wird seitdem in Braunschweig gedruckt. Auch der Mantel stammt aus dem Wolfsburger Raum.

GT und ET gehören zur Madsack-Gruppe, die unter anderem die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) und die Neue Presse herausgibt; die überregionale Berichterstattung wird von der HAZ gekürzt und neu zusammengestellt übernommen. Die Lokalredaktionen von GT und ET kooperieren, sodass Artikel aus der einen Lokalausgabe in der jeweils anderen erscheinen, wenn sie für die jeweilige Leserschaft von Interesse sind; für die Leser des ET gibt es so regelmäßig eine Kurzzusammenfassung des Lokalteils des GT aus dem den Landkreis dominierenden Oberzentrum Göttingen. Die beiden Zeitungen betreiben außerdem eine gemeinsame Website.

Die Mündener Allgemeine ist eine Regionalausgabe der dem Ippen-Verlag (Münchner Merkur) gehörenden Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) aus Kassel. Der überregionale Teil wird von der Zentralredaktion in Kassel übernommen. Für die Berichterstattung über das Land Niedersachsen sowie den Landkreis Göttingen unterhält die HNA eigene Redaktionen in Göttingen und Hannover. Die Inhalte aus diesen Außenredaktionen finden auch Verwendung in den beiden anderen niedersächsischen Ausgaben der HNA, der Sollinger Allgemeinen aus Uslar im Landkreis Northeim und der Northeimer Neuesten Nachrichten aus der Kreisstadt Northeim sowie im Harz Kurier.

Radio und Fernsehen

Als Bestandteil des Landes Niedersachsen gehört der Landkreis Göttingen zum Sendegebiet des NDR. Obwohl der NDR ein eigenes Außenstudio in Göttingen unterhält, gibt es keine regionalen Auseinanderschaltungen der NDR-Programme für den Landkreis. Allerdings hat das Kreisgebiet in der Berichterstattung der Regionalsendungen aus dem NDR-Studio Braunschweig, die das östliche und südliche Niedersachsen abdecken, einen nicht unerheblichen Anteil.

Im Altkreis Göttingen sowie Teilen des Altkreises Duderstadt und kleinen Randgebieten des Altkreises Hann. Münden kann zudem das nichtkommerzielle LokalradioStadtradio Göttingen“ mit seiner ausführlichen Lokalberichterstattung empfangen werden.

Die landesweiten kommerziellen Radiosender ffn und Hitradio Antenne strahlen regelmäßige Lokalfenster für das südliche Niedersachsen aus und betreiben hierfür Studios in Göttingen. Der nördliche Kreis empfängt allerdings durch den starken Sender auf Torfhaus je nach Lage eher die Regionalnachrichten Braunschweigs.

Städte und Gemeinden

In Klammern die Einwohnerzahl am 31. Dezember 2014 [7].

Einheitsgemeinden

  1. Adelebsen, Flecken (6499)
  2. Bad Grund (Harz) [Sitz: Windhausen] (8666)
  3. Bad Lauterberg im Harz, Stadt (10.506)
  4. Bad Sachsa, Stadt (7431)
  5. Bovenden, Flecken (13.403)
  6. Duderstadt, Stadt, selbständige Gemeinde (20.702)
  7. Friedland [Sitz: Groß Schneen] (9198)
  8. Gleichen [Sitz: Reinhausen] (9029)
  1. Göttingen, Stadt mit Sonderstatus, Kreisstadt (117.665)
  2. Hann. Münden, Stadt, selbständige Gemeinde (23.711)
  3. Herzberg am Harz, Stadt (13.079)
  4. Osterode am Harz, Stadt, selbständige Gemeinde (22.130)
  5. Rosdorf (11.806)
  6. Staufenberg [Sitz: Landwehrhagen] (7861)
  7. Walkenried, künftige Einheitsgemeinde

Samtgemeinden

Mit ihren Mitgliedsgemeinden
* Sitz der Samtgemeindeverwaltung
Einwohnerzahlen in Klammern

  1. Bühren (528)
  2. Dransfeld, Stadt * (4380)
  3. Jühnde (1021)
  4. Niemetal [Sitz: Varlosen] (1485)
  5. Scheden (1911)
  1. Bilshausen (2268)
  2. Bodensee (821)
  3. Gieboldehausen, Flecken * (4113)
  4. Krebeck (1071)
  5. Obernfeld (958)
  6. Rhumspringe (1833)
  7. Rollshausen (829)
  8. Rüdershausen (854)
  9. Wollbrandshausen (635)
  10. Wollershausen (462)
  1. Elbingerode (447)
  2. Hattorf am Harz * (4089)
  3. Hörden am Harz (994)
  4. Wulften am Harz (1872)
  1. Ebergötzen * (1909)
  2. Landolfshausen (1050)
  3. Seeburg (1594)
  4. Seulingen (1340)
  5. Waake (1284)

gemeindefreies Gebiet

Kfz-Kennzeichen

Das Kennzeichen wird vom alten Landkreis Göttingen übernommen. Außerdem werden auch die Kennzeichen OHA, DUD und HMÜ außerhalb der Stadt Göttingen, welche eine eigene Zulassungsstelle besitzt, erhältlich sein.

Einzelnachweise

  1. Gebietsänderungsvertrag zwischen den Landkreisen Göttingen und Osterode am Harz (PDF), letzter Zugriff: 1. Februar 2014.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215 f.
  3. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Göttingen vom 20. November 1972 (PDF; 37 kB)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 208.
  5. Kreistag Northeim: Fusionsverhandlungen beendet , Göttinger Tageblatt, 12. April 2013.
  6. Land spendiert 80 Millionen Euro für Fusion von Göttingen und Osterode , Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 15. August 2013.
  7. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014  (Hilfe dazu).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Göttingen (ab 2016) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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