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Landkreis Elbe-Elster


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Herzberg (Elster)
Fläche: 1.899,57 km²
Einwohner: 104.673 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Kreisschlüssel: 12 0 62
Kreisgliederung: 33 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Ludwig-Jahn-Straße 2
04916 Herzberg (Elster)
Webpräsenz: www.lkee.de
Landrat: Christian Heinrich-Jaschinski (CDU)
}

Der Landkreis Elbe-Elster ist ein Landkreis im Süden des Landes Brandenburg. Er markiert das Elbe-Elster-Land und einen Teil der Niederlausitz. Die nördlichen Kreisteile, hier insbesondere die Stadt Schönewalde, haben noch Anteile am Fläming.

Geografie

Der Landkreis kann geografisch in drei Teile gegliedert werden:

Das Elbe-Elster-Land wird von den beiden namensgebenden Flüssen, mit all Ihren Fließen und Nebenflüssen, relativ scharf als ausgeprägtes Tiefland vom restlichen Landkreis abgegrenzt. Südöstlich von Schlieben beginnt mit den Kreisteilen Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde der westliche Teil der Niederlausitz. Die Orte nördlich des Schweinitzer Fließ werden noch direkt zum Fläming gezählt, während die südlicheren Auszüge noch weiter ins Land hinein reichen und die Dörfer kulturhistorisch prägen. Genannt sind hier insbesondere die Gebiete der Stadt Schönewalde und die nördlichen Gemeinden im Amt Schlieben.

Lage

Der Kreis liegt im Süden Brandenburgs. Neben dem Landkreis Prignitz ist er der einzige brandenburgische Kreis, der (mit der Stadt Mühlberg) an der Elbe liegt. Die beiden anderen namensgebenden Flüsse sind Schwarze Elster, die durch den Süden und Westen des Landkreises fließt, und die Kleine Elster, die den Landkreis von Nordost nach Südwest mittig durchquert.

Nachbarkreise sind im Nordwesten der sachsen-anhaltische Landkreis Wittenberg, im Norden die Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald, im Osten der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, im Süden der sächsische Landkreis Meißen und im Westen der Landkreis Nordsachsen.

Die Gesamtfläche des Kreisgebietes beträgt 1899 km², davon werden 972 km² landwirtschaftlich, 673 km² waldwirtschaftlich, und 66 km² als Gebäude- und Freifläche genutzt (mit Stand vom 31. Dezember 2005). Die geografische Mitte des Landkreises liegt nördlich von Tröbitz, wurde 2011 bestimmt und mit einer Säule nahe der Mitte bei 51°36'51,0" N – 13°25'32,6" O markiert.[2]

Geschichte

→ Siehe auch: Elbe-Elster-Land

Der Landkreis Elbe-Elster entstand am 6. Dezember 1993 im Zuge der Kreisreform in Brandenburg aus den ehemaligen (Land)-Kreisen Finsterwalde, Bad Liebenwerda und Herzberg, ohne die Gemeinde Schöna-Kolpien des Amtes Dahme/Mark.

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1993 139.058
1994 137.947
1995 136.889
1996 136.286
1997 135.624
1998 134.684
1999 132.873
2000 131.161
Jahr Einwohner
2001 129.066
2002 127.159
2003 125.526
2004 124.041
2005 122.031
2006 119.773
2007 117.522
2008 115.560
Jahr Einwohner
2009 113.586
2010 111.975
2011 109.087
2012 107.649
2013 106.157
2014 104.997

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[4][5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Die negative Bevölkerungsentwicklung wirkt sich auch auf die Immobilienpreise aus; ein Einfamilienhaus ist hier für durchschnittlich 48.000 Euro zu erwerben.[6]

Politik

Wahl des Kreistags Elbe-Elster 2014[7]
Wahlbeteiligung: 50,7 % (2008: 53,4 %)
 %
40
30
20
10
0
35,1 %
16,6 %
16,6 %
11,3 %
6,1 %
4,1 %
2,6 %
2,4 %
5,2 %
WG LUN d
BfF g
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+7,7 %p
-4,2 %p
-4,2 %p
+0,8 %p
+2,9 %p
-2,0 %p
+1,2 %p
+2,4 %p
-4,6 %p
WG LUN d
BfF g
Sonst.
Anmerkungen:
d Wählergruppe Landwirtschaft und Umwelt Elbe-Elster
e 2008: BVB/50Plus
g Bürger für Finsterwalde
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Sitzverteilung im
Kreistag Elbe-Elster 2014
          

Kreistag

Die 50 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl vom 25. Mai 2014 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:

Partei/Gruppierung Sitze
CDU 18
DIE LINKE. 8
SPD 8
Wählergruppe Landwirtschaft und Natur Elbe-Elster (WG LUN) 6
BVB/FREIE WÄHLER 3
FDP 2
Bürger für Finsterwalde (BfF) 1
AfD 1
GRÜNE/B90 1
Wählergruppe Herzberg zählt (Hz) 1
NPD 1
Einzelbewerber Risse-Gebauer

Im Kreistag haben sich folgende Fraktionen gebildet: CDU (incl. AfD + ein Ex-FDP, 20 Mitglieder), LUN/BVB/BfF/Hz (11 Mitglieder), DIE LINKE./GRÜNE/B90 (9 Mitglieder) und SPD/FDP (9 Mitglieder). Es gibt eine Fraktionslose der NPD.

Landrat

Heinrich-Jaschinski unterlag in der Landratsstichwahl am 24. Januar 2010 seiner Mitbewerberin Iris Schülzke (parteilos), die 51,4 % der gültigen Stimmen erreichte[8] Allerdings verfehlte sie durch die geringe Wahlbeteiligung von 25,1 % das erforderlichee Quorum von 15 % der Wahlberechtigten. Infolgedessen hatte der Kreistag zu entscheiden. Er wählte Heinrich-Jaschinski am 29. März 2010 entsprechend § 126 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg für acht Jahre zum Landrat.

Wappen

Dem Landkreis Elbe-Elster ist am 24. April 1995 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden.

Blasonierung: „Im gevierteilten Schild oben vorn neunmal von Gold und Schwarz geteilt, hinten in Silber ein goldbewehrter rückschauender roter Stier; unten vorn in Gold ein rotbewehrter und rotgezungter, aufgerichteter schwarzer Löwe, hinten neunmal von Rot und Silber geteilt.“[9]

Bei dem goldbewehrten rückschauenden roten Stier handelt es sich um den niederlausitzischen Stier (auch Luckauer Stier). Beim rotbewehrten und rotgezungten, aufgerichteten schwarzen Löwen um den meißnischen Löwen. Beide gehen gemeinsam in dieselbe Richtung, wachsam nach allen Seiten. Die schwarzen und goldenen Streifen gehen zurück auf das Herzogtum Sachsen-Wittenberg des späten 12. Jahrhunderts. Die roten und silbernen Streifen stehen für das brandenburgische Wappen, da 1815 die sächsischen Ämter Doberlug und Finsterwalde, sowie die Standesherrschaft Sonnewalde, welche unter sächsischer Lehnshoheit stand, 1815 der Provinz Brandenburg in den Kreis Luckau zur Niederlausitz, der sie bis in das 15. Jahrhundert bereits angehörten, zugegliedert wurden.

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Elbe-Elster.

Dienstsiegel

„Das Dienstsiegel enthält das Wappen des Landkreises Elbe-Elster und führt oberhalb des Wappens in Großbuchstaben die Umschrift: LANDKREIS Elbe-Elster.“
(§ 2 Abs. 1 der Hauptsatzung)[10]

Flagge

„Der Landkreis führt eine von Schwarz und Gold geteilte Flagge. Die Farben der Flagge sind aus den sächsischen des Wappens abgeleitet. Die Flagge ist sowohl bei senkrechter wie waagerechter Aufhängung senkrecht geteilt und trägt das Wappen so, dass die Spaltlinie des Schildes auf die Farbtrennungslinie zu liegen kommt.“
(§ 2 Abs. 3 der Hauptsatzung)[10]

Städte und Gemeinden

→ Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Elbe-Elster

Nach der Gemeindegebietsreform 2003 umfasst der Landkreis noch 33 Gemeinden, darunter elf Städte. In Klammern die Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2015[11]

Städte
¹ amtsangehörige Stadt

  1. Bad Liebenwerda (9305)
  2. Doberlug-Kirchhain (8746)
  3. Elsterwerda (8186)
  4. Falkenberg/Elster (6431)
  5. Finsterwalde (16.548)
  6. Herzberg (Elster) (9067)
  7. Mühlberg/Elbe (3856)
  8. Schlieben ¹ (2452)
  9. Schönewalde (3115)
  10. Sonnewalde (3319)
  11. Uebigau-Wahrenbrück (5462)

Amtsfreie Gemeinde

  1. Röderland (3957)

Ämter und zugehörige Gemeinden
(Sitz der Amtsverwaltung *)

1. Elsterland (4759)

  1. Heideland (532)
  2. Rückersdorf (1466)
  3. Schilda (484)
  4. Schönborn * (1565)
  5. Tröbitz (712)

2. Kleine Elster (Niederlausitz) (5763)

  1. Crinitz (1222)
  2. Lichterfeld-Schacksdorf (1121)
  3. Massen-Niederlausitz * (1962)
  4. Sallgast (1458)

3. Plessa (6240)

  1. Gorden-Staupitz (957)
  2. Hohenleipisch (2048)
  3. Plessa * (2713)
  4. Schraden (522)

4. Schlieben (5369)

  1. Fichtwald (673)
  2. Hohenbucko (646)
  3. Kremitzaue (809)
  4. Lebusa (789)
  5. Schlieben, Stadt * (2452)

5. Schradenland (4550)

  1. Gröden * (1373)
  2. Großthiemig (1073)
  3. Hirschfeld (1279)
  4. Merzdorf (825)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Regelmäßige Feste und Veranstaltungen

Museen

Geschichtsdenkmale

Naturdenkmale

Siehe Liste der Naturdenkmale im Landkreis Elbe-Elster

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen EE zugewiesen und seitdem ausgegeben. Seit dem 2. April 2013 ist zudem das Unterscheidungszeichen FI (Finsterwalde), seit dem 29. Mai 2013 auch LIB (Bad Liebenwerda) erhältlich.

Sonstiges

Im Landkreis Elbe-Elster treffen die brandenburgischen Mundarten auf die obersächsischen Mundarten aus den angrenzenden Bundesländern. In den Dörfern des nördlichen Kreisgebietes trifft man gelegentlich noch auf Flämisch Platt, einer niederdeutschen Mundart, während im Süden bereits ein ausgeprägtes Obersächsisch vorherrscht.

Die besondere Situation kann gegebenenfalls zu Verwechslungen über die Herkunft des Sprechers, besonders im übrigen Brandenburg, führen.

Literatur

  • Autorenkollektiv des MUG Brandenburg e. V.: Heimatbuch Landkreis Elbe-Elster. Herzberg 1996.
  • Denkmale in Brandenburg, Landkreis Elbe-Elster. 7.1. Werner, Worms, ISBN 3-88462-152-1.
  • Renate Völker, Anja Schmidke: Entdeckungen im Landkreis Elbe-Elster. Hrsg.: Druck- und Verlagshaus Delitzsch. Delitzsch 1995, OCLC 75737052 .
  • Manfred Woitzik: „Wer zuerst kommt – mahlt zuerst“ eine Kulturgeschichte der Mühlen im Landkreis Elbe-Elster. Hrsg.: Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster. Herzberg 1997, OCLC 255728482 .
  • Andreas Pöschl (Hrsg.): Kohle, Wind und Wasser. Ein energiehistorischer Streifzug durch das Elbe-Elsterland. Hrsg. v. Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster. Herzberg/Elster 2001, ISBN 3-00-008956-X.
  • Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster, Kreismuseum Bad Liebenwerda, Sparkasse Elbe-Elster (Hrsg.): Orgellandschaft Elbe-Elster. Herzberg/Elster 2005.
  • Sven Gückel: Im Elbe-Elster Land – In Elbe-Elster Country. Hrsg.: KDI Euroverlag. Cottbus 2005, ISBN 3-938634-09-X. (deutsch/ englisch)
  • Baudenkmale des Landkreises Elbe-Elster. (Blattsammlung denkmalgeschützter Bauten des Landkreises Elbe-Elster)
  • Juliane Stückrad: Ich schimpfe nicht, ich sage nur die Wahrheit – Eine Ethnographie des Unmuts am Beispiel der Bewohner des Elbe-Elster-Kreises (Brandenburg). Ludwig, 2011, ISBN 978-3-86935-046-2.

Periodika

  • Heimatkalender für den Kreis Bad Liebenwerda. (für den Altkreis Bad Liebenwerda, das Mückenberger Ländchen, Ortrand am Schraden und Uebigau-Falkenberg, jährliche Erscheinungsweise)
  • Die Schwarze Elster. (heimatkundliche Schriftenreihe für den Altkreis Bad Liebenwerda)
  • Heimatkalender Herzberg (Region Herzberg, jährliche Erscheinungsweise)
  • Finsterwalder Heimatkalender (jährliche Erscheinungsweise)
  • Der Bomätscher (Heimatkundliche Schrift der Stadt Mühlberg/Elbe, quartalsweise Erscheinungsweise)
  • Der Speicher (Jahresschrift des Kreismuseums Finsterwalde)
  • EE-Grafik (Kunstmappe mit Grafiken ansässiger Künstler, jährliche Erscheinungsweise)

Weblinks

 Commons: Landkreis Elbe-Elster  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Portal: Elbe-Elster – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Elbe-Elster

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Elbe-Elster balanciert auf einer Einwegspritze. In: Lausitzer Rundschau. Abgerufen am 5. September 2011.
  3. Landkreis Elbe-Elster (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive) auf „Orte der Vielfalt“
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz . S. 18–21
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  6. Michael Psotta: Die Kehrseite des deutschen Immobilienbooms. faz.net, 10. Juli 2014, abgerufen am 11. Juli 2014.
  7. wahlergebnisse.brandenburg.de
  8. Ergebnis der Landratsstichwahl am 24. Januar 2010
  9. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  10. 10,0 10,1 Hauptsatzung für den Landkreis Elbe-Elster vom 2. Dezember 2014.
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).

Kategorien: Landkreis in Brandenburg | Landkreis Elbe-Elster | Gegründet 1993

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Elbe-Elster (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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