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Landkreis Eichsfeld


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Verwaltungssitz: Heilbad Heiligenstadt
Fläche: 939,82 km²
Einwohner: 101.325 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Kreisschlüssel: 16 0 61
Kreisgliederung: 79 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Friedensplatz 8
37308 Heilbad Heiligenstadt
Webpräsenz: www.kreis-eic.de
Landrat: Werner Henning (CDU)
}

Der Landkreis Eichsfeld [ˈaɪksfɛlt] ist ein Landkreis im äußersten Nordwesten von Thüringen. Die meisten Ortschaften des Landkreises gehören zur namensgebenden historischen Landschaft Eichsfeld. Nachbarkreise sind im Norden die niedersächsischen Landkreise Göttingen und Osterode am Harz, im Osten der Landkreis Nordhausen, im Südosten der Kyffhäuserkreis, im Süden der Unstrut-Hainich-Kreis und im Westen der hessische Werra-Meißner-Kreis.

Geografie

Der Landkreis Eichsfeld liegt im Nordwesten des Freistaats Thüringen, eingebettet zwischen dem Harz im Norden, der Werra und dem Osthessischen Bergland im Südwesten und dem Thüringer Becken im Südosten.

Im Süden des Landkreises wird die Landschaft von ca. 450 m hohen Muschelkalkplatten des Oberen Eichsfeldes, des Düns und der Gobert (mit der 543,4 m hohen Goburg) geprägt. Nach Norden schließen sich die Hügellandschaften des mittleren Eichsfeldes an. Auch hier erheben sich Höhenzüge wie das Ohmgebirge mit dem 533,4 m hohen Birkenberg.

Einige Flüsse haben im Landkreis Eichsfeld ihren Ursprung, wie die Unstrut, die Leine, die Wipper, die Helme und die Hahle.

Geschichte

Bis 1803 gehörte das Eichsfeld zu Kurmainz, daher ist es bis heute vornehmlich katholisch geprägt. Danach gehörte es zunächst zu Preußen, 1815 kam es aber zur heute noch bestehenden Teilung des Eichsfeldes zwischen Hannover und Preußen. Der preußische Teil kam 1945 an Thüringen und wurde mit diesem später Teil der Deutschen Demokratischen Republik.

Am 8. August 1945 wurde durch Zusammenlegung der bisherigen Landkreise Heiligenstadt und Worbis erstmals der Landkreis Eichfeld gegründet. Ab 30. September 1946 wurde der Kreis umbenannt in Landkreis Worbis mit Sitz in Heiligenstadt. Mit der Verwaltungsreform 1952 wurde der Landkreis aufgelöst und in die Kreise Heiligenstadt und Worbis aufgeteilt.[2]

Der heutige Landkreis wurde am 1. Juli 1994 durch Zusammenlegung der Landkreise Heiligenstadt und Worbis geschaffen.

Im Vorfeld einer geplanten zweiten Kreisgebietsreform in Thüringen hat eine Expertenkommission im Januar 2013 vorgeschlagen, den Landkreis mit dem Nachbarkreis Nordhausen zu einem Großkreis zu verschmelzen. Aus Protest gegen diese Pläne brachte Landrat Werner Henning einen Wechsel des Landkreises nach Niedersachsen ins Gespräch.[3]

Der Landrat des Landkreises Eichsfeld veröffentlichte im März 2015 dann einen Vorschlag, der vorsieht die Eichsfelddörfer Anrode, Dünwald, Südeichsfeld und Rodeberg aus dem Unstrut-Hainich-Kreis anzugliedern. Die historische Verbindung stellt den Grund für diesen Vorschlag dar. Weiterhin könnten auch Teile des Landkreises Nordhausen und die Stadt Mühlhausen angegliedert werden.[4] Während die Eichsfelddörfer sich nicht abgeneigt zeigten, stieß dieser Vorschlag bei dem Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises Harald Zanker auf Kritik.[5]

Um ablehnenden Haltungen bezüglich der Gebietsreform entgegenzuwirken, wurden im August 2015 Ausnahmeregelungen bekanntgegeben, die es reichen Kommunen ersparen, zu fusionieren. Dazu zählt auch der Landkreis Eichsfeld, dem deshalb lediglich die genannten Eichsfelddörfer aus dem Unstrut-Hainich-Kreis angegliedert werden sollen. Die Mindesteinwohnerzahl für die reichen Landkreise, zu denen auch die Kreise Hildburghausen und Sonneberg zählen, soll dabei in etwa bei 125.000 Einwohnern liegen.[6]

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl:

  • 1994: 117.790
  • 1995: 117.588
  • 1996: 117.015
  • 1997: 116.310
  • 1998: 115.379
  • 1999: 114.718
  • 2000: 114.109
  • 2001: 113.427
  • 2002: 112.498
  • 2003: 111.455
  • 2004: 110.843
  • 2005: 109.999
  • 2006: 108.883
  • 2007: 107.924
  • 2008: 106.937
  • 2009: 106.052
  • 2010: 105.195
  • 2011: 104.549
  • 2012: 101.312
  • 2013: 100.951
  • 2014: 100.730
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Sprache

Durch die Teilung Deutschlands und den Verbleib der Zugehörigkeit zu Thüringen wird im Obereichsfeld ein spezieller Eichsfelder Dialekt gesprochen. Man hört hier den Thüringer heraus, speziell bei harten Konsonanten. Der Dialekt ist aber deutlich nicht so „verwaschen“ und thüringisch angehaucht, wie in den angrenzenden thüringischen Landkreisen. Im Untereichsfeld wird ein ziemlich reines Hochdeutsch gesprochen.

Siehe auch: Eichsfeld#Sprache

Politik

Landrat

Landrat des Kreises Eichsfeld ist seit 1994 bis heute Dr. Werner Henning (CDU). Bei den Landratswahlen am 22. April 2012 wurde er mit 70,3 % der Stimmen im Amt bestätigt. Sein einziger Gegenkandidat war Ronny Fritzlar, er wurde von SPD und Grünen gemeinsam nominiert und kam auf 29,6 % der Stimmen.[7]

Kreistag

Wahl des Eichsfelder Kreistags 2014[8]
Wahlbeteiligung: 57,3 % (2004: 59,7 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,7 %
10,3 %
9,0 %
9,0 %
4,1 %
4,1 %
2,9 %
2,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+3,6 %p
+0,1 %p
-1,7 %p
-1,1 %p
+0,8 %p
+1,1 %p
-3,6 %p
+0,9 %p
Anmerkungen:
d Freie Wähler Eichsfeld
h ÖDP / Familie, Gerechtigkeit, Umwelt
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Sitzverteilung im
Eichsfelder Kreistag 2014
        

Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit den Kommunalwahlen in Thüringen 2014 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Partei Sitze
CDU 27 (+2)
Linke 5 (±0)
SPD 4 (−1)
FWE 4 (−1)
NPD 2 (+1)
Grüne 2 (±0)
FDP 1 (−2)
ÖDP/Familie … 1 (+1)

Wappen

Blasonierung: „Auf Silber ein roter, goldbewehrter Adler, auf der Brust ein silbernes sechsspeichiges Rad.“

Das Wappen wurde aus dem Majestätswappen König Friedrich Wilhelms III. von Preußen vom 9. Januar 1817 in der Fassung der Berichtigung vom 11. Januar 1864 übernommen. Während das sechsspeichige silberne Mainzer Rad an die Herrschaft der Kurfürsten und Erzbischöfe von Mainz vom 9. Jahrhundert bis 1802 über deren eichsfeldische Exklave erinnert, verdeutlicht der rote brandenburgisch-preußische Adler die nachfolgende Zugehörigkeit zum Königreich Preußen.

Die einzelnen Wappen der Städte und Gemeinden im Landkreis findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Eichsfeld.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Landkreis Eichsfeld ist und war auch in seiner Geschichte schon immer eine strukturschwächere Region. Diese Tendenz verstärkte sich, als 1993 das Kaliwerk in Bischofferode geschlossen wurde. Vorwiegend beherrschen Klein- und Kleinstbetriebe die Wirtschaft des Eichsfeld. Nur vereinzelt finden sich Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten. Aufgrund dessen weichen viele Eichsfelder in den Raum Göttingen-Kassel aus.

Im Landkreis Eichsfeld und der Region Südniedersachsen hat sich die Südniedersachsenstiftung die Förderung der Entwicklung und des Wachstums der Region Südniedersachsen in ihrer wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Gesamtheit zur Aufgabe gemacht.

Verkehr

Schiene

Die Magdeburg-Leipziger Eisenbahn-Gesellschaft machte 1867 mit der Strecke Nordhausen – Kassel über Leinefelde – Heiligenstadt den Anfang mit dem hiesigen Bahnbau (Bahnstrecke Halle–Hann. Münden). Als 1870 die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft mit der Bahnstrecke Gotha–Leinefelde eine Verbindung mit Erfurt schuf, wurde der Abzweigbahnhof Leinefelde zum Bahnknotenpunkt des Eichsfeldes.

Auch die „Kanonenbahn“ der Preußischen Staatsbahn (KPStE) über Dingelstädt nach Geismar – Schwebda nahm 1880 ihren Ausgang in Leinefelde, lief aber bis Silberhausen Trennungsbahnhof parallel zur Erfurter Strecke.

Weitere Linien der Preußischen Staatsbahn wurden erbaut:

Die Obereichsfelder Kleinbahn AG führte seit 1913 von Silberhausen Kleinbahnhof zum Bergbauort Hüpstedt im Kreis Unstrut-Hainich.

Infolge der Teilung Deutschlands wurden zunächst 53 km Strecke stillgelegt:

  • 1945: Zwinge–Herzberg 2 km; Teistungen–Duderstadt 3 km; Großtöpfer–Schwebda 2 km, Geismar–Schwebda 3 km
  • 1947: Heiligenstadt–Heiligenstadt Ost–Großtöpfer 27 km; Silberhausen Klb–Beberstedt–Hüpstedt 3 km
  • 1972: Bischofferode–Zwinge 13 km

Nach der Wende folgten weitere Strecken mit 41 km Länge im Kreisgebiet:

  • 1994: Dingelstädt–Küllstedt–Geismar 20 km
  • 1996: Silberhausen Tr. Bf.–Dingelstädt 2 km
  • 1998: Großbodungen–Bischofferode 3 km
  • 2001: Bleicherode Ost–Großbodungen 2 km und Leinefelde–Worbis–Teistungen 14 km

Derzeit findet Personenverkehr nur noch auf Strecken von 57 km Länge von Eichenberg über Heiligenstadt–Leinefelde nach Nordhausen und Mühlhausen–Erfurt statt. Ihn betreiben die Deutsche Bahn und – seit 1998 – die Erfurter Bahn (EIB).

Busverkehr

Der regionale Busverkehr im Landkreis wird von den Eichsfeldwerken GmbH durchgeführt.

Straßen

In Ost-West-Richtung verläuft die A 38 und die L3080 durch den Landkreis Eichsfeld. In Nord-Süd-Richtung ist die B 247 Duderstadt-Leinefelde-Mühlhausen-Gotha von Bedeutung.

Flugverkehr

Der Flugplatz Göttingen-Heilbad Heiligenstadt wurde 2005 mit einer 750 m langen Asphaltbahn ausgestattet, die nun auch größeren Privatflugzeugen eine Landung ermöglicht.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2015[9])

Einheitsgemeinden

Städte

  1. Heilbad Heiligenstadt (16.772)
  2. Leinefelde-Worbis (18.684)

Gemeinden

  1. Am Ohmberg, Landgemeinde (3803)
  2. Sonnenstein, Landgemeinde (4622)

Verwaltungsgemeinschaften
* Sitz der Verwaltungsgemeinschaft

  1. Dingelstädt, Stadt * (4372)
  2. Helmsdorf (512)
  3. Kallmerode (606)
  4. Kefferhausen (729)
  5. Kreuzebra (733)
  6. Silberhausen (626)
  1. Deuna (1176)
  2. Gerterode (358)
  3. Hausen (405)
  4. Kleinbartloff (426)
  5. Niederorschel * (3095)
  1. Breitenworbis * (3331)
  2. Buhla (512)
  3. Gernrode (1526)
  4. Haynrode (638)
  5. Kirchworbis (1345)
  1. Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) (237)
  2. Dieterode (71)
  3. Geismar (1153)
  4. Kella (500)
  5. Krombach (179)
  6. Pfaffschwende (330)
  7. Schimberg * (2279)
  8. Schwobfeld (113)
  9. Sickerode (146)
  10. Volkerode (225)
  11. Wiesenfeld (224)
  1. Arenshausen (1021)
  2. Bornhagen (302)
  3. Burgwalde (226)
  4. Freienhagen (282)
  5. Fretterode (167)
  6. Gerbershausen (599)
  7. Hohengandern * (582)
  8. Kirchgandern (570)
  9. Lindewerra (247)
  10. Marth (339)
  11. Rohrberg (234)
  12. Rustenfelde (482)
  13. Schachtebich (240)
  14. Wahlhausen (304)
  1. Bodenrode-Westhausen * (1114)
  2. Geisleden (990)
  3. Glasehausen (174)
  4. Heuthen (728)
  5. Hohes Kreuz (1293)
  6. Reinholterode (766)
  7. Steinbach (542)
  8. Wingerode (1184)
  1. Berlingerode (1209)
  2. Brehme (1119)
  3. Ecklingerode (727)
  4. Ferna (580)
  5. Hundeshagen (1157)
  6. Tastungen (237)
  7. Teistungen * (2497)
  8. Wehnde (394)
  1. Asbach-Sickenberg (102)
  2. Birkenfelde (567)
  3. Dietzenrode-Vatterode (128)
  4. Eichstruth (86)
  5. Lenterode (303)
  6. Lutter (708)
  7. Mackenrode (308)
  8. Röhrig (236)
  9. Schönhagen (148)
  10. Steinheuterode (262)
  11. Thalwenden (364)
  12. Uder * (2608)
  13. Wüstheuterode (611)
  1. Büttstedt (868)
  2. Effelder (1216)
  3. Großbartloff (935)
  4. Küllstedt * (1354)
  5. Wachstedt (487)
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ bzw. „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaft und erfüllende Gemeinde (Thüringen).

Gebietsveränderungen

Gemeinden

Verwaltungsgemeinschaften und erfüllende Gemeinden

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1994 wurden dem Landkreis die Kfz-Unterscheidungszeichen HIG (Heiligenstadt) und WBS (Worbis) zugewiesen. Diese wurden am 1. Februar 1995 vom neuen Unterscheidungszeichen EIC abgelöst. Seit dem 24. November 2012 sind die Kürzel HIG und WBS wieder erhältlich.

Weblinks

 Commons: Landkreis Eichsfeld  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Geschichte des Landkreises Eichsfeld [1]
  3. Hessische Niedersächsische Allgemeine
  4. Thüringer Allgemeine , aufgerufen am 12. März 2015
  5. Thüringer Allgemeine , aufgerufen am 12. März 2015
  6. Thüringer Allgemeine , aufgerufen am 1. September 2015
  7. http://www.wahlen.thueringen.de/WahlSeite.asp
  8. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/WAHL.asp?wahlart=KW&wJahr=2014&zeigeErg=WK&auswertung=1&wknr=061&gemnr=&terrKrs=&gemteil=000&buchstabe=&Langname=x&wahlvorschlag=&sort=&druck=&XLS=&anzahlH=-1&Nicht_existierende=&optik=&aktual=&ShowLand=&ShowWK=&ShowPart=
  9. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).

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