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Landkreis Dramburg


Der Landkreis Dramburg, bis 1939 Kreis Dramburg, war ein preußischer Landkreis, der bis 1816 zur Mark Brandenburg und danach bis 1945 zur Provinz Pommern gehörte. Das Landratsamt befand sich in der Stadt Dramburg. Das ehemalige Kreisgebiet gehört heute zum Powiat Drawski in der Woiwodschaft Westpommern in Polen.

Verwaltungsgeschichte

In der nachmittelalterlichen Zeit bildete sich in der Mark Brandenburg eine Gliederung in Kreise heraus. Einer dieser historischen Kreise war der Dramburgische Kreis bzw. Kreis Dramburg, der einen der vier sogenannten Hinterkreise in der Neumark bildete.[1] Im Rahmen der Neuorganisation der Kreisgliederung im Königreich Preußen nach dem Wiener Kongress wechselte der Kreis Dramburg 1816 aus der Mark Brandenburg in den Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern.[2]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Am 28. März 1878 wurden die Landgemeinden Alt Lobitz und Zadow und der Gutsbezirk Zadow aus dem Kreis Dramburg in den Kreis Deutsch Krone umgegliedert.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Dramburg entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle selbstständigen Gutsbezirke bis auf einen aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Am 1. Oktober 1932 wurden Landgemeinden Labenz, Nuthagen und Rützow aus dem Kreis Belgard in den Kreis Dramburg umgegliedert.

Am. 1. Oktober 1938 wurde der Kreis Dramburg aus dem Regierungsbezirk Köslin in den Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen umgegliedert. Zum 1. Januar 1939 erhielt der Kreis Dramburg entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und trat danach unter polnische Verwaltung gemäß dem Potsdamer Abkommen. Heute entspricht das Kreisgebiet dem Powiat Drawski.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1816 21.285 [3]
1871 36.617 [4]
1890 35.779 [5]
1900 35.863 [5]
1910 35.360 [5]
1925 37.858 [5]
1933 40.896 [5]
1939 43.383 [5]

Landräte

Kommunalverfassung

Die Landkreis Dramburg gliederte sich zunächst in die Städte Dramburg, Falkenburg und Kallies, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Im Jahr 1932 war das Kreisgebiet in 23 Amtsbezirke gegliedert:

  • Alt Stüdnitz
  • Alt Wuhrow
  • Balster
  • Birkholz
  • Dietersdorf
  • Dolgen
  • Eichenberg
  • Friedrichsdorf
  • Gutsdorf
  • Güntershagen
  • Karwitz
  • Labenz
  • Linichen
  • Mellen
  • Neu Lobitz
  • Pammin
  • Plagow
  • Sabin
  • Schilde
  • Virchow
  • Wusterwitz
  • Zuchow
  • Zülshagen

Städte und Gemeinden

Stand 1932

Im Jahr 1932 gab es im Kreis Dramburg drei Städte, 60 Landgemeinden und einen Gutsbezirk:

Städte
Landgemeinden
  • Alt Körtnitz
  • Alt Stüdnitz
  • Alt Wuhrow
  • Annaberg
  • Balster
  • Baumgarten
  • Birkholz
  • Born
  • Dalow
  • Denzig
  • Deutsch Fuhlbeck
  • Dietersdorf
  • Dolgen
  • Eichenberg
  • Friedrichsdorf
  • Friedrichshorst
  • Gersdorf
  • Giesen
  • Golz
  • Groß Grünow
  • Groß Linichen
  • Groß Sabin
  • Groß Spiegel
  • Grünberg
  • Gutsdorf
  • Güntershagen
  • Herzberg
  • Hundskopf
  • Jakobsdorf
  • Janikow
  • Karwitz
  • Kietz
  • Klausdorf
  • Klebow
  • Klein Mellen
  • Klein Sabin
  • Klein Stüdnitz
  • Köntopf
  • Labenz
  • Neu Laatzig
  • Neu Lobitz
  • Neuhof
  • Nuthagen
  • Pammin
  • Pritten
  • Rützow
  • Sarranzig
  • Schilde
  • Schönfeld
  • Stöwen
  • Teschendorf
  • Virchow
  • Welschenburg
  • Wildforth
  • Woltersdorf
  • Wusterwitz
  • Wutzig
  • Zetzin
  • Zuchow
  • Zülshagen
Gutsbezirk
  • Forst Groß Linichen

Namensänderungen

Die Stadt Falkenburg erhielt zuletzt den Zusatz „i. Pom.“.

Verkehr

Der Kreis Dramburg blieb zunächst abseits der großen Eisenbahntrassen. Erst 1877 wurde er durch die Strecke Ruhnow - Dramburg - Tempelburg der Pommerschen Zentral-Eisenbahn-Gesellschaft erschlossen ("111.j").

Die Preußische Staatsbahn führte dann 1888 von Deutsch Krone eine Strecke bis zu der im Süden des Kreises gelegenen Stadt Kallies "115.a". Dieser Bahnhof wurde zum lokalen Knotenpunkt, als die Linie 1895 bis Stargard verlängert wurde und eine Abzweigung nach Arnswalde erhielt; dazu kam 1900 eine Verbindung Kallies - Falkenburg ("116.b"), die ab 1903 nach Bad Polzin weiterlief ("111.k").

Im selben Zeitraum entstanden zwei Kleinbahnstrecken im Kreisgebiet, an deren Gründung u. a. der Kreis Dramburg und die Firma Lenz & Co GmbH beteiligt waren:

1897 erreichte die schmalspurige Linie der Saatziger Kleinbahnen von Trampke her den Ort Janikow, aber erst 1910 die Kreisstadt ("113.j").

Im Osten des Kreises nahm die Kleinbahn AG Virchow-Deutsch Kroner Kreisgrenze im Jahre 1900 eine normalspurige Strecke in den Nachbarkreis Deutsch Krone in Betrieb ("115.n").

(Die Zahlen in ("…") beziehen sich auf das Deutsche Kursbuch 1939)

Literatur

Weblinks

 Commons: Landkreis Dramburg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Grenzen und Verwaltungsgliederung, S. 32 ff. (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  2. Territoriale Veränderungen in Deutschland
  3. Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, Der Regierungsbezirk Köslin, S. 234 (Digitalisat [abgerufen am 6. Juni 2016]).
  4. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung 1871
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Dramburg. Abgerufen am 2. Juni 2016.

Kategorien: Gegründet 1816 | Ehemaliger Landkreis in Pommern | Aufgelöst 1945

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Dramburg (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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