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Landkreis Dachau


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Dachau
Fläche: 578,96 km²
Einwohner: 149.370 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 258 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: DAH
Kreisschlüssel: 09 1 74
Kreisgliederung: 17 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Weiherweg 16
85221 Dachau
Webpräsenz: www.landratsamt-dachau.de
Landrat: Stefan Löwl (CSU)
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Der Landkreis Dachau liegt nordwestlich von München im Regierungsbezirk Oberbayern.

Geographie

Lage

Im Kreisgebiet befinden sich im Süden noch Reste einiger Moore. Dort wurde früher Torf abgebaut. Die wichtigsten Flussläufe sind die Amper, die Glonn und die Ilm. Die Amper bildet auf weite Strecken die natürliche Grenze zwischen dem Moorgebiet im Süden und dem daran anschließenden Hügelland, das die Landschaft im restlichen Kreisgebiet prägt. Dieser Fluss erreicht, vom Ammersee kommend, südwestlich von Dachau das Kreisgebiet und durchfließt dann in nordöstlicher Richtung den äußersten Südosten des Kreises. Die Mitte des Kreises durchfließt in west-östlicher Richtung die Glonn. Dieser kleine Fluss mündet im Landkreis Freising in die Amper, die weiter nordöstlich in Moosburg in die Isar mündet. Der Norden des Landkreises wird im Groben durch die Ilm, einem Zufluss der Abens, begrenzt, die bei Tandern entspringt und dann am nördlichen Rand des Landkreises in Richtung Pfaffenhofen fließt.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend, an die Landkreise Pfaffenhofen an der Ilm, Freising und München, an die kreisfreie Stadt München sowie an die Landkreise Fürstenfeldbruck und Aichach-Friedberg.

Geschichte

Landgericht

Das Kreisgebiet Dachaus gehört zu den altbayerischen Gebieten. 1803 wurde hier das Landgericht Dachau errichtet, das ab 1808 zum Isarkreis und ab 1838 zu Oberbayern gehörte. 1823 waren einige Gemeinden dem neu errichteten Landgericht Fürstenfeldbruck zugeteilt worden.

Bezirksamt

Das Bezirksamt Dachau folgte im Jahr 1862 dem flächengleichen Landgericht älterer Ordnung Dachau.[2]

Landkreis

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[3] So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Dachau.

Im Zuge der Gebietsreform wurden am 1. Juli 1972 dem Landkreis Dachau einige Gemeinden der benachbarten Landkreise Friedberg, Aichach und Fürstenfeldbruck angegliedert, die Gemeinde Fahrenzhausen im Osten wurde abgetrennt und dem Landkreis Freising zugeordnet. Damit hatte der Landkreis Dachau seine heutige Ausdehnung.

Einwohnerentwicklung

Der Landkreis Dachau gewann zwischen 1988 und 2008 rund 30.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 28 %. Er verzeichnet im Ballungsraum München auch seither starken Zuwachs.

Die Einwohnerzahlen ab 1840 beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2008 2012 2013
Anzahl der Einwohner[4] 23.714 26.494 32.869 38.810 47.261 69.865 75.708 88.699 104.280 122.144 129.547 134.382 136.801 142.021 144.407

Verkehr

Den Landkreis Dachau durchzieht im Osten die Hauptbahn München – Treuchtlingen mit zwei Zugangsstellen im Kreisgebiet. Unmittelbar daneben verläuft bis Petershausen eine in München-Laim beginnende elektrifizierte Hauptbahn mit sechs Zugangsstellen im Kreisgebiet, auf der vor allem die S-Bahn-Linie 2 der DB Regio AG verkehrt.

Seit 1912/1913 zweigt in der Kreisstadt Dachau eine 2014 elektrifizierte und umgebaute Lokalbahn über Markt Indersdorf nach Altomünster ab.

Als dritte Eisenbahnstrecke führt eine Hauptbahn vom Bahnhofsteil München Nord Rbf Forstweg nach Karlsfeld in den Landkreis hinein.

Die Bundesautobahnen A 8, A 92 und A 99 berühren das Kreisgebiet. Durch den Kreis und die Kreisstadt verläuft die Bundesstraße 471; die Bundesstraße 304 beginnt in Dachau und führt durch Karlsfeld nach München und Freilassing.

Politik

Landräte

  • 8. Mai 1945–7. Oktober 1946: Heinrich Kneuer
  • 10. Februar 1947–1948: Josef Schwalber (CSU)
  • 1. August 1948–1957: Heinrich Junker (CSU)
  • 1. Dezember 1957–4. Dezember 1963: Josef Schwalber (CSU)
  • 5. März 1964–31. Mai 1977: Hubert Pestenhofer (CSU)
  • 1. Juni 1977–30. April 2014: Hansjörg Christmann (CSU)
  • seit 1. Mai 2014: Stefan Löwl (CSU)

Kreistag

Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 54,11 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,9 %
18,5 %
16,2 %
8,8 %
5,6 %
5,1 %
1,7 %
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Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

CSU SPD FW/ÜB GRÜNE FDP ödp FW Dachau REP Gesamt
2002 29 12 11 4 1 2 - 1 60
CSU SPD FW/ÜB GRÜNE FDP ödp FW Dachau REP Gesamt
2008 28 10 11 6 2 3 - - 60
CSU SPD FW/ÜB GRÜNE FDP ödp FW Dachau REP Gesamt
2014 26 11 10 5 1 4 3 - 60

Wappen

Blasonierung: „Unter mit bayerischen Rauten belegten Schildhaupt in Silber ein roter Zickzackbalken.“

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2015 [1])

Stadt

  1. Dachau, Große Kreisstadt (46.705)

Märkte

  1. Altomünster (7835)
  2. Markt Indersdorf (10.223)

Gemeinden

  1. Bergkirchen (7729)
  2. Erdweg (5782)
  3. Haimhausen (5332)
  4. Hebertshausen (5484)
  5. Hilgertshausen-Tandern (3307)
  6. Karlsfeld (20.096)
  7. Odelzhausen (4965)
  8. Petershausen (6394)
  9. Pfaffenhofen a.d.Glonn (2040)
  10. Röhrmoos (6429)
  11. Schwabhausen (6416)
  12. Sulzemoos (2700)
  13. Vierkirchen (4588)
  14. Weichs (3345)

Verwaltungsgemeinschaft

  1. Odelzhausen (9257)

Städte und Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/78

()

Bis zur Gebietsreform 1971/78 hatte der Landkreis Dachau 55 Gemeinden (siehe Liste unten) auf einer Fläche von 438,42 km2[5]. Im Jahr 1900 hatte der Landkreis noch 56 Gemeinden[5]. Augustenfeld und Etzenhausen wurden zusammen mit einigen Ortsteilen von Nachbargemeinden der Stadt Dachau im Jahr 1939 in die Stadt eingemeindet. Karlsfeld wurde erst im Jahr 1939 zu einer eigenständigen Gemeinde.

Im Norden grenzte der Landkreis an den Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm, im Nordosten an den Landkreis Freising, im Südosten an den Landkreis und die Stadt München, im Süden an den Landkreis Fürstenfeldbruck, im Südwesten an den Landkreis Friedberg und im Nordwesten an den Landkreis Aichach.

Die Gemeinden des Landkreises Dachau vor der Gemeindereform 1971/78[6][7]. (Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben.)

frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis
Ainhofen Markt Indersdorf Landkreis Dachau
Ampermoching Hebertshausen Landkreis Dachau
Amperpettenbach Haimhausen Landkreis Dachau
Arnbach Schwabhausen Landkreis Dachau
Asbach Petershausen Landkreis Dachau
Bergkirchen Bergkirchen Landkreis Dachau
Biberbach Röhrmoos Landkreis Dachau
Dachau Dachau Landkreis Dachau
Ebertshausen Odelzhausen Landkreis Dachau
Eichhofen Markt Indersdorf Landkreis Dachau
Einsbach Sulzemoos Landkreis Dachau
Eisenhofen Erdweg Landkreis Dachau
Eisolzried Bergkirchen Landkreis Dachau
Fahrenzhausen Fahrenzhausen Landkreis Freising
Feldgeding Bergkirchen Landkreis Dachau
Frauenhofen Markt Indersdorf Landkreis Dachau
Giebing Vierkirchen Landkreis Dachau
Glonn Markt Indersdorf Landkreis Dachau
Großberghofen Erdweg Landkreis Dachau
Großinzemoos Röhrmoos Landkreis Dachau
Günding Bergkirchen Landkreis Dachau
Haimhausen Haimhausen Landkreis Dachau
Hebertshausen Hebertshausen Landkreis Dachau
Hirtlbach Markt Indersdorf Landkreis Dachau
Höfa Odelzhausen Landkreis Dachau
Karlsfeld Karlsfeld Landkreis Dachau
Kreuzholzhausen Bergkirchen Landkreis Dachau
Langenpettenbach Markt Indersdorf Landkreis Dachau
Lauterbach Bergkirchen Landkreis Dachau
Markt Indersdorf Markt Indersdorf Landkreis Dachau
Niederroth Markt Indersdorf Landkreis Dachau
Oberbachern Bergkirchen Landkreis Dachau
Obermarbach Petershausen Landkreis Dachau
Oberroth Schwabhausen Landkreis Dachau
Odelzhausen Odelzhausen Landkreis Dachau
Pasenbach Vierkirchen Landkreis Dachau
Pellheim Dachau Landkreis Dachau
Petershausen Petershausen Landkreis Dachau
Pipinsried Altomünster Landkreis Dachau
Prittlbach Hebertshausen Landkreis Dachau
Puchschlagen Schwabhausen Landkreis Dachau
Ried Markt Indersdorf Landkreis Dachau
Röhrmoos Röhrmoos Landkreis Dachau
Rumeltshausen Schwabhausen Landkreis Dachau
Schönbrunn Röhrmoos Landkreis Dachau
Schwabhausen Schwabhausen Landkreis Dachau
Sigmertshausen Röhrmoos Landkreis Dachau
Sittenbach Odelzhausen Landkreis Dachau
Sulzemoos Sulzemoos Landkreis Dachau
Taxa Odelzhausen Landkreis Dachau
Unterweikertshofen Erdweg Landkreis Dachau
Unterweilbach Hebertshausen Landkreis Dachau
Vierkirchen Vierkirchen Landkreis Dachau
Weichs Weichs Landkreis Dachau
Welshofen Erdweg Landkreis Dachau
Westerholzhausen Markt Indersdorf Landkreis Dachau
Wiedenzhausen Sulzemoos Landkreis Dachau

Städte- und Gemeindepartnerschaften

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es zwei Naturschutzgebiete, vier Landschaftsschutzgebiete, drei FFH-Gebiete und mindestens ein ausgewiesenes Geotop (Stand April 2016).

Siehe auch

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen DAH zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur

  • Pankraz Fried: Von alten Dorfgerichten im Dachauer Land. In: Amperland, Jahrgang 1, 1965, S. 58-60 (online) .

Weblinks

 Commons: Landkreis Dachau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 443.
  3. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  4. Statistik für den Landkreis , abgerufen am 7. Januar 2011
  5. 5,0 5,1 Seite über den Landkreis Dachau auf gemeindeverzeichnis.de (abgerufen am 25. August 2010)
  6. Seite über den Landkreis Dachau auf verwaltungsgeschichte.de (abgerufen am 25. August 2010)
  7. BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung (abgerufen am 25. August 2010)


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