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Landkreis Crossen (Oder)


Der preußische Landkreis Crossen (Oder), ursprünglich Kreis Crossen, bestand von 1816 bis 1945 in der Provinz Brandenburg. Der Landkreis umfasste zuletzt die drei Städte Bobersberg, Crossen (Oder) und Sommerfeld (Nd. Lausitz), 92 weitere Gemeinden und zwei Forst-Gutsbezirke. Das ehemalige Kreisgebiet gehört heute im Wesentlichen zum Powiat Krośnieński in der Woiwodschaft Lebus in Polen.

Verwaltungsgeschichte

Königreich Preußen

In der nachmittelalterlichen Zeit bildete sich in der Mark Brandenburg eine Gliederung in Kreise heraus. Einer dieser historischen Kreise war der Krossener Kreis in der Neumark.[1] Im Rahmen der Bildung von Provinzen und Regierungsbezirken in Preußen erfolgte 1816 im Regierungsbezirk Frankfurt eine Kreisreform, in deren Rahmen der Kreis Krossen seine Exklaven Baudach und Gablenz an den Kreis Sorau abtrat.[2] Das Landratsamt war in der Stadt Krossen.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. In den 1920er Jahren setzte sich die Bezeichnung Crossen (Oder) durch. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Crossen (Oder) entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde das Kreisgebiet unter polnische Verwaltung gestellt.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1816 29.894 [3]
1840 47.281 [4]
1871 60.527 [5]
1890 60.508 [6]
1900 59.407 [6]
1910 59.668 [6]
1925 60.699 [6]
1933 59.067 [6]
1939 59.158 [6]

Landräte

1816–1828 von Troschke
1828–1859 August von Rheinbaben (1785–1859)
1859–1889 Wilhelm von Rheinbaben (1813–1891)
1889–1902 Gustav von Blomberg (1854–1919) [7]
1902–1918 Wolf von Gottberg (1865–1938)
1918–1919 Josef Schoenkaes
1919–1933 Hans von Abel
1933–1945 Erich Krüger

Kommunalverfassung

Der Landkreis Crossen (Oder) gliederte sich in Städte, Landgemeinden sowie – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung im Jahre 1929 – Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren zu Amtsbezirken zusammengefasst.

Verkehr

Schon früh durchzogen wichtige Eisenbahnlinien das Kreisgebiet. So wurde der Abschnitt Guben - Sommerfeld - Sagan der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft bereits 1846 eröffnet >121.0<.

Im Jahre 1870 folgte die Märkisch-Posener Eisenbahn-Gesellschaft mit ihren Strecken Guben - Crossen - Bentschen und Frankfurt - Topper - Bentschen >122.b+c<.

Die Breslau-Schweidnitz-Freiburger Eisenbahn-Gesellschaft schloss 1874 mit der Teilstrecke Küstrin - Grünberg die erste Epoche des Bahnbaus ab >122.0<, ohne dass innerhalb des Kreises Querverbindungen entstanden wären. Eine solche stellte erst 1913/14 die Preußische Staatsbahn zwischen Crossen und Sommerfeld her >122.d<. Dieser Bahnhof war schon Knotenpunkt geworden, als 1897 die Lausitzer Eisenbahn-Gesellschaft ihre Strecke nach Teuplitz - Muskau eröffnet hatte >154.d<.

Die Staatsbahnlinie Topper - Meseritz wurde von der Preußischen Staatsbahn 1909 in Betrieb genommen.

Städte und Gemeinden

Stand 1945

  • Alt Rehfeld
  • Baudach
  • Berloge
  • Beutnitz
  • Bielow
  • Bindow
  • Birkendorf
  • Bobersberg, Stadt
  • Bothendorf
  • Brankow
  • Braschen
  • Briese
  • Briesnitz
  • Chrumow
  • Crossen/Oder, Stadt
  • Dachow
  • Daube
  • Deichow
  • Deutsch Nettkow
  • Deutsch Sagar
  • Dobersaul
  • Drehnow
  • Drewitz
  • Dubrow
  • Eichberg
  • Friedrichswalde
  • Fritschendorf
  • Gersdorf
  • Glembach
  • Göhren
  • Goskar
  • Grabkow
  • Griesel
  • Groß Blumberg
  • Grunow
  • Guhlow
  • Güntersberg
  • Heidenau
  • Hermswalde
  • Hundsbelle
  • Jähnsdorf
  • Kähmen
  • Klebow
  • Klein Blumberg
  • Kossar
  • Krämersborn
  • Kuckädel
  • Kunersdorf
  • Kunow
  • Kurtschow
  • Kuttel
  • Leitersdorf
  • Liebthal
  • Lippen
  • Lochwitz
  • Logau
  • Merzdorf
  • Merzwiese
  • Messow
  • Mühlow
  • Münchsdorf
  • Neu Rehfeld
  • Neuendorf
  • Neumühl
  • Pfeifferhahn
  • Plau
  • Pleiskehammer
  • Pollenzig
  • Pommerzig
  • Preichow
  • Radenickel
  • Rädnitz
  • Riesnitz
  • Rusdorf
  • Sarkow
  • Schegeln
  • Schmachtenhagen
  • Schönfeld
  • Seedorf
  • Siebenbeuthen
  • Skyren
  • Sommerfeld (Nd. Lausitz), Stadt
  • Straube
  • Tammendorf
  • Tamnitz
  • Thiemendorf
  • Topper
  • Tornow
  • Trebichow
  • Treppeln
  • Tschausdorf
  • Weißig
  • Wellmitz
  • Wendisch Sagar
  • Zettitz

Vor 1939 aufgelöste Gemeinden

  • Alt Beutnitz und Neu Beutnitz, 1929 zur Gemeinde Beutnitz zusammengeschlossen
  • Evengrund, 1929 zu Pleiskehammer
  • Murzig, 1929 zu Kähmen

Namensänderungen

Am 28. Juli 1934 erhielt die Stadt Sommerfeld die Zusatzbezeichnung „(Nd. Lausitz)“.

Die folgenden Namensänderungen gab es 1937:

  • Deutsch Nettkow → Straßburg (Oder)
  • Deutsch Sagar → Boberhöh
  • Dobersaul → Schönrode (Mark)
  • Dubrow → Eichenhagen
  • Skyren → Teichwalde
  • Wendisch Sagar → Bobertal

Literatur

  • Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Frankfurt a. d. O. 1844, S. 47–63.
  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 522–543.

Weblinks

 Commons: Landkreis Crossen (Oder)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Grenzen und Verwaltungsgliederung, S. 32 ff. (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  2. Amtsblatt der Königlichen Preußischen Regierung zu Frankfurt a.d. Oder. Nr. 12, 1816, S. 103 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  3. Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, Der Regierungsbezirk Frankfurt, S. 210 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  4. Topographisch-statistische Übersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. O., Harnecker, 1844, S. 30
  5. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung 1871
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Crossen. Abgerufen am 2. April 2016.
  7. Acta Borussica Band 8/II (1890–1900), S. 496 (PDF-Datei; 2,19 MB)

Kategorien: Gegründet 1818 | Ehemaliger Landkreis in der Provinz Brandenburg | Aufgelöst 1945

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Crossen (Oder) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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