Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen - LinkFang.de





Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Bad Tölz
Fläche: 1.110,67 km²
Einwohner: 124.930 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Kreisschlüssel: 09 1 73
Kreisgliederung: 21 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Prof.-Max-Lange-Platz 1
83646 Bad Tölz
Webpräsenz: www.lra-toelz.de
Landrat: Josef Niedermaier (FW)
}

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen liegt im Süden des Regierungsbezirks Oberbayern in Bayern. Der jetzige Doppellandkreis entstand 1972, im Wesentlichen durch eine Zusammenlegung der Landkreise Bad Tölz und Wolfratshausen.

Geographie

Lage

Der Landkreis gehört zur Region Oberland und wird durch die Flusstäler der Isar und der Loisach sowie viele Seen geprägt. Er umfasst sowohl alpines als auch voralpines Gelände. Der Schafreuter im Karwendel ist mit 2102 m der höchste Berg im Landkreis.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Südwesten beginnend an die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, Starnberg, München und Miesbach. Im Süden grenzt er an Österreich.

Geschichte

Ämter sowie Land- und Pflegegerichte bis 1800

Das Gebiet des heutigen Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen gehörte zum historischen Bestandteil des Herzogtums Bayern. Im Hochmittelalter war der östliche Teil des heutigen Landkreises dem „Sundergau“ zugeordnet, westlich der Isar schloss sich der „Huosigau“ an; die Grenzen waren fließend. Zwischen den Jahren 1000 und 1100 lag der Raum im Machtbereich der Grafen von Ebersberg, die im Jahr 1045 ausstarben, und der Grafschaft Wolfratshausen der Andechs-Meranier, die 1248 erloschen. Nachfolger waren die Wittelsbacher, die 1180 die Herzogswürde erhalten hatten. Auch das Erbe der Edelfreien von Tölz, die 1265 ausstarben, fiel an die Wittelsbacher. Ebenso erlangten sie die Vogteirechte über die wichtigen Klöster Schäftlarn, Tegernsee und Benediktbeuern. Die Burgen Wolfratshausen und Tölz entwickelten sich als neue Zentralorte und dienten als herzogliche Stützpunkte. Die dortigen Urbarämter - spätestens ab 1281 wird Tölz als eines der bedeutendsten Ämter des Herzogtums Bayern im Landesurbar genannt[2] - bildeten die ersten Strukturen einer sich entwickelnden Verwaltung, der die Kastenämter und später die Land- und Pflegegerichte Wolfratshausen und Tölz folgten, die bis zur Säkularisation in den Jahren 1802/1803 bestanden. Daneben existierten die Hofmarken Hohenburg, Greiling-Reichersbeuern-Sachsenkam, Harmating, Ascholding, Hechenberg, Königsdorf, Eurasburg sowie Hornstein. Gleichzeitig entfaltete ab der Mitte des 12. Jahrhunderts das Kloster Benediktbeuern als Klostergericht seine Macht.

Landgerichte

Nach der Säkularisation und Auflösung der Klöster 1803 wurden im heutigen Kreisgebiet die Landgerichte älterer Ordnung Tölz und Wolfratshausen gebildet. Sie gehörten ab 1808 zum Isarkreis (Hauptstadt München) und ab 1838 zu Oberbayern.[3]

Bezirksämter

Im Jahr 1862 wurde aus dem Landgerichtsbezirk Tölz das gleichnamige Bezirksamt errichtet. Der Landgerichtsbezirk Wolfratshausen wurde zunächst dem Bezirksamt München rechts der Isar, ab 1879/80 dem Bezirksamt München II zugeteilt. Letzteres wurde 1902 aufgelöst. Danach entstand das Bezirksamt Wolfratshausen.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[4] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Bad Tölz und Wolfratshausen.

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Bei der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 der Landkreis Bad Tölz und der größte Teil des Landkreises Wolfratshausen zum neuen Landkreis Bad Tölz vereinigt; dazu kamen noch einige Gemeinden des Landkreises Weilheim. Einige Gemeinden des Landkreises Wolfratshausen kamen an die Landkreise München, Starnberg und Miesbach. Am 1. Mai 1973 erhielt der neue Landkreis Bad Tölz seine heutige Bezeichnung Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Einwohnerentwicklung

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gewann zwischen 1988 und 2008 über 20.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 20 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2012
Einwohner 22.262 27.886 42.830 67.521 69.526 85.060 98.579 110.995 116.017 120.633 120.664

Politik

Landräte

Kreistag

Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 55,8 % (−3,2)
 %
40
30
20
10
0
38,3 %
27,5 %
14,2 %
11,8 %
3,5 %
3,0 %
1,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,7 %p
+4,1 %p
+4,2 %p
-1,3 %p
+0,7 %p
-0,7 %p
-1,5 %p
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Der Kreistag besteht aus 60 Mitgliedern:

Wappen

Offizielle Beschreibung vom 24. Februar 1974: Das Wappen verbindet das Wappen des früheren Landkreises Bad-Tölz mit dem Wolfratshausener Löwen. Entworfen hat das Wappen die Mitarbeiterin im Landratsamt Marianne Madl.[5]

Wirtschaft

Die Einkommensteuerkraft je Einwohner lag im Jahr 2004 bei 329 Euro (Bundesdurchschnitt 216). Die Kaufkraft je Einwohner im Jahr 2005 lag bei 9.761 Euro (Bundesdurchschnitt 8.523). Im Juli 2011 lag die Arbeitslosenquote im Landkreis bei 2,4 % und damit erheblich unter dem Bundesdurchschnitt.[6]

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2015 [7])

Städte

  1. Bad Tölz (18.475)
  2. Geretsried (24.392)
  3. Wolfratshausen (18.237)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Benediktbeuern
    (Gemeinden Benediktbeuern und Bichl)
  2. Kochel a.See
    (Gemeinden Kochel a.See und Schlehdorf)
  3. Reichersbeuern
    (Gemeinden Greiling, Reichersbeuern und Sachsenkam)

Gemeindefreie Gebiete
(7,99 km², beide unbewohnt)

  1. Pupplinger Au (3,72 km²)
  2. Wolfratshauser Forst (4,27 km²)

Gemeinden

  1. Bad Heilbrunn (3822)
  2. Benediktbeuern (3620)
  3. Bichl (2187)
  4. Dietramszell (5442)
  5. Egling (5456)
  6. Eurasburg (4316)
  7. Gaißach (3131)
  8. Greiling (1457)
  9. Icking (3780)
  10. Jachenau (848)
  11. Kochel a.See (4053)
  12. Königsdorf (3029)
  13. Lenggries (10.030)
  14. Münsing (4254)
  15. Reichersbeuern (2317)
  16. Sachsenkam (1338)
  17. Schlehdorf (1223)
  18. Wackersberg (3523)

Kfz-Kennzeichen

Am 5. August 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Bad Tölz gültige Unterscheidungszeichen TÖL zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Seit dem 10. Juli 2013 ist auch das Unterscheidungszeichen WOR des ehemaligen Landkreises Wolfratshausen wieder erhältlich.

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es elf Naturschutzgebiete, 20 Landschaftsschutzgebiete, 16 FFH-Gebiete und mindestens 55 ausgewiesene Geotope. (Stand April 2016)

Siehe auch

Literatur

  • Andreas Höger: Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Land an Isar und Loisach. Ein Geschichtsbuch, Bad Tölz 2008.

Weblinks

 Commons: Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Westermayer, Georg, Chronik der Burg und des Marktes Tölz, Verlag Günther Aehlig, 3. Auflage 1976, S.63 ff.
  3. Höger, Andreas, Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – Land an Isar und Loisach – Ein Geschichtsbuch, Hrsg. Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Bad Tölz 2008
  4. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  5. Eine Torte zum 40. Geburtstag , merkur.de vom 26. Juli 2012, abgerufen 9. Dezember 2013.
  6. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Bayern/Bad-Toelz-Wolfratshausen-Nav.html?year_month=201107
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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