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Landkreis Alsfeld


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten (Stand 1972)
Bestandszeitraum: 1832–1972
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Verwaltungssitz: Alsfeld
Fläche: 625,55 km²
Einwohner: 53.200 (31. Dez. 1971)
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: ALS
Kreisschlüssel: 06 1 31
Kreisgliederung: 14 Gemeinden
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Der Landkreis Alsfeld war ein Landkreis in Hessen. Er bestand von 1832 bis 1972. Das Landratsamt befand sich in Alsfeld.

Das Kreisgebiet gehörte zur Provinz Oberhessen im Großherzogtum Hessen, ab 1919 Volksstaat Hessen. Nach der Gründung Groß-Hessens 1945 gehörte der Landkreis zum Regierungsbezirk Darmstadt. Am 1. August 1972 wurde er mit dem benachbarten Landkreis Lauterbach zum Vogelsbergkreis vereinigt, dessen Verwaltungssitz Lauterbach wurde.

Geographie

Der Landkreis grenzte Anfang 1972 im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Marburg, Ziegenhain, Lauterbach, Büdingen und Gießen.

Geschichte

1821 wurden die Ämter im Großherzogtum Hessen aufgelöst und Kreise sowie Landratsbezirke gebildet. Im späteren Gebiet des Landkreises Alsfeld waren dies der Landratsbezirk Kirtorf mit Sitz in Homberg und der Landratsbezirk Romrod mit Sitz in Alsfeld. Durch Edikt vom 6. Juni 1832 und die Ausführungsverordnung vom 20. August 1832[1] wurden diese Landratsbezirke aufgehoben und zum Kreis Alsfeld zusammengefasst. Lediglich der Ort Ermenrod (vorher zu Kirtorf) kam zum neuen Kreis Grünberg.

Durch Bekanntmachung vom 28. Dezember 1838 wurde der Landratsbezirk Schlitz aufgelöst und mit Wirkung vom 1. Februar 1839 dem Kreis Alsfeld zugeordnet.[2]

Von 1848 bis 1852 gehörte das Kreisgebiet zum Regierungsbezirk Alsfeld. Am 12. Mai 1852 wurden die Regierungsbezirke wieder aufgehoben. Dabei entstand ein neu abgegrenzter Kreis Alsfeld aus den Landgerichtsbezirken Alsfeld und Homberg sowie einigen Orten des Landgerichtsbezirks Ulrichstein. Der Raum Schlitz kam zum Kreis Lauterbach.[3][4]

Nach dem Deutschen Krieg wurde im Friedensvertrag vom 3. September 1866 vereinbart, dass eine kurhessische Enklave, das früher mainzische Gericht Katzenberg mit den vier Gemeinden Ohmes, Ruhlkirchen, Seibelsdorf und Vockenrod an das Großherzogtum fiel. Diese Gemeinden, die bis dahin zum kurhessischen Kreis Kirchhain gehört hatten, kamen nun zum Kreis Alsfeld hinzu.

Bei der hessischen Kreisreform von 1874 kamen bei Auflösung des Kreises Grünberg die 13 Gemeinden Atzenhain, Bernsfeld, Ermenrod, Flensungen, Ilsdorf, Kirschgarten, Lehnheim, Merlau, Nieder-Ohmen, Ober-Ohmen, Ruppertenrod, Wettsaasen und Zeilbach zum Kreis Alsfeld hinzu. Gleichzeitig wechselten Helpershain, Köddingen, Meiches und Stumpertenrod aus dem Kreis Alsfeld in den Kreis Schotten.[5] Danach umfasste der Kreis Alsfeld 84 Gemeinden.[6]

Aufgrund des Gesetzes vom 7. April 1938 wurde der Kreis Schotten aufgelöst und mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 wurden 13 Gemeinden an den Kreis Alsfeld angegliedert.[7] Neu hinzu kamen Köddingen, Stumpertenrod, Altenhain, Bobenhausen II, Groß-Eichen, Helpershain, Höckersdorf, Ilsdorf (Solms), Ober-Seibertenrod, Schmitten, Sellnrod, Unter-Seibertenrod und Wohnfeld. Nachdem 1939 Ilsdorf (Solms) nach Ilsdorf und Kirschgarten nach Merlau sowie 1951 Schmitten nach Sellnrod eingemeindet worden waren, umfasste der Landkreis 94 Gemeinden,

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform wurden im Landkreis Alsfeld zwischen 1969 und 1972 zahlreiche Gemeinden fusioniert. Am 31. Dezember 1971 wurde der Landkreis außerdem verkleinert:

  • Die Gemeinden Lehnheim und Altenhain schieden aus dem Landkreis aus und wurden nach Grünberg bzw. Laubach im Landkreis Gießen eingemeindet.
  • Die Gemeinden Bobenhausen II, Helpershain, Ober-Seibertenrod, Unter-Seibertenrod und Wohnfeld schieden aus dem Landkreis aus und wurden nach Ulrichstein im Landkreis Lauterbach eingemeindet.

Insgesamt verringerte sich die Zahl der Gemeinden des Landkreises bis zum Juli 1972 auf 14.[8]

Am 1. August 1972 wurde der Landkreis Alsfeld aufgelöst und mit dem benachbarten Landkreis Lauterbach zum Vogelsbergkreis zusammengeschlossen.[9] Gleichzeitig fanden noch weitere Eingemeindungen statt. Aus dem Landkreis Alsfeld traten damit letztendlich zehn Gemeinden in den neuen Vogelsbergkreis ein.[8]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1852 34.499 [4]
1900 36.280 [10]
1910 37.883 [10]
1925 37.746 [10]
1933 39.157 [10]
1939 43.819 [10]
1950 62.455 [10]
1960 54.300 [10]
1970 55.700 [11]
1971 53.200 [12]

Politik

Landräte

Wappen

Am 4. Dezember 1956 erhielt der Landkreis Alsfeld vom hessischen Innenministerium in Wiesbaden ein eigenes Wappen verliehen. Es zeigt auf rotem Grund das 1512–1516 erbaute Fachwerk-Rathaus der Kreisstadt Alsfeld, eines der bedeutendsten Baudenkmäler Hessens.

Das Wappen war bis zum Zusammenschluss der beiden Landkreise Alsfeld und Lauterbach in Gebrauch.

Gemeinden

Die folgende Liste enthält alle Gemeinden, die dem Landkreis Alsfeld angehörten und die Daten aller Eingemeindungen.[10][8]

Gemeinde eingemeindet
nach
Datum der
Eingemeindung
Alsfeld, Stadt
Altenburg Alsfeld 1. Dezember 1969
Altenhain Laubach (GI) 31. Dezember 1971
Angenrod Alsfeld 31. Dezember 1971
Antrifttal1
Appenrod Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Arnshain Kirtorf 1. August 1972
Atzenhain Mücke 31. Dezember 1971
Bernsburg Antrifttal 31. Dezember 1971
Bernsfeld Mücke 31. Dezember 1971
Bieben Grebenau 1. August 1972
Billertshausen Alsfeld 31. Dezember 1971
Bleidenrod Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Bobenhausen II Ulrichstein 31. Dezember 1971
Brauerschwend Schwalmtal 31. Dezember 1971
Burg-Gemünden Gemünden (Felda) 31. Dezember 1971
Büßfeld Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Dannenrod Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Deckenbach Homberg (Ohm) 31. Dezember 1971
Ehringshausen Gemünden (Felda) 31. Dezember 1971
Eifa Alsfeld 31. Dezember 1971
Elbenrod Alsfeld 31. Dezember 1971
Elpenrod Gemünden (Felda) 31. Dezember 1971
Erbenhausen Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Ermenrod Feldatal 31. Dezember 1971
Eudorf Alsfeld 31. Dezember 1971
Eulersdorf Grebenau 31. Dezember 1971
Feldatal1
Fischbach Alsfeld 31. Dezember 1971
Flensungen Mücke 1. September 1970
Gemünden (Felda)1
Gleimenhain Kirtorf 31. Dezember 1971
Gontershausen Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Grebenau, Stadt
Groß-Eichen Mücke 31. Dezember 1971
Groß-Felda Feldatal 31. Dezember 1971
Haarhausen Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Hainbach Gemünden (Felda) 31. Dezember 1971
Heidelbach Alsfeld 31. Dezember 1971
Heimertshausen Kirtorf 1. August 1972
Helpershain Ulrichstein 31. Dezember 1971
Hergersdorf Schwalmtal 31. Dezember 1971
Höckersdorf Mücke 1. Oktober 1971
Höingen Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Homberg (Ohm), Stadt
Hopfgarten Schwalmtal 31. Dezember 1971
Ilsdorf Mücke 31. Dezember 1971
Ilsdorf (Solms) Ilsdorf 1. April 1939
Kestrich Feldatal 31. Dezember 1971
Kirschgarten Merlau 1. April 1939
Kirtorf, Stadt
Köddingen Feldatal 31. Dezember 1971
Lehnheim Grünberg (GI) 31. Dezember 1971
Lehrbach Kirtorf 31. Dezember 1971
Leusel Alsfeld 31. Dezember 1971
Liederbach Alsfeld 1. August 1972
Maulbach Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Merlau Mücke 1. September 1970
Mücke2
Münch-Leusel Alsfeld 31. Dezember 1971
Nieder-Breidenbach Romrod 31. Dezember 1971
Nieder-Gemünden Gemünden (Felda) 31. Dezember 1971
Nieder-Ofleiden Homberg (Ohm) 31. Dezember 1971
Nieder-Ohmen Mücke 31. Dezember 1971
Ober-Breidenbach Romrod 31. Dezember 1971
Ober-Gleen Kirtorf 31. Dezember 1971
Ober-Ofleiden Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Ober-Ohmen Mücke 31. Dezember 1971
Ober-Seibertenrod Ulrichstein 31. Dezember 1971
Ober-Sorg Schwalmtal 31. Dezember 1971
Ohmes Antrifttal 31. Dezember 1971
Otterbach Gemünden (Felda) 31. Dezember 1971
Rainrod Schwalmtal 31. Dezember 1971
Reibertenrod Alsfeld 31. Dezember 1971
Reimenrod Grebenau 31. Dezember 1971
Renzendorf Schwalmtal 31. Dezember 1971
Romrod, Stadt
Ruhlkirchen Antrifttal 31. Dezember 1971
Rülfenrod Gemünden (Felda) 31. Dezember 1971
Ruppertenrod Mücke 1. Oktober 1971
Schadenbach Homberg (Ohm) 1. Oktober 1971
Schmitten Sellnrod 1. April 1951
Schwabenrod Alsfeld 31. Dezember 1971
Schwalmtal1
Schwarz Grebenau 31. Dezember 1971
Seibelsdorf Antrifttal 31. Dezember 1971
Sellnrod Mücke 1. Oktober 1971
Storndorf Schwalmtal 31. Dezember 1971
Strebendorf Romrod 31. Dezember 1971
Stumpertenrod Feldatal 31. Dezember 1971
Udenhausen Grebenau 31. Dezember 1971
Unter-Seibertenrod Ulrichstein 31. Dezember 1971
Unter-Sorg Schwalmtal 31. Dezember 1971
Vadenrod Schwalmtal 31. Dezember 1971
Vockenrod Antrifttal 31. Dezember 1971
Wahlen Kirtorf 31. Dezember 1971
Wallersdorf Grebenau 31. Dezember 1971
Wettsaasen Mücke 31. Dezember 1971
Windhausen Feldatal 31. Dezember 1971
Wohnfeld Ulrichstein 31. Dezember 1971
Zeilbach Feldatal 31. Dezember 1971
Zell Romrod 31. Dezember 1971
1 Am 31. Dezember 1971 neugegründet
2 Am 1. September 1970 neugegründet

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen ALS zugewiesen. Es wurde bis zum 11. Februar 1979 im Teilkreis Alsfeld des Vogelsbergkreises ausgegeben.

Literatur

  • Eva Haberkorn und Friedrich Boss: Kreis Alsfeld, 1821–1945. Online

Einzelnachweise

  1. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1832, S. 365 ff. und 561–563
  2. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1839, S. 13
  3. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1852 (No. 30) (online bei der Bayrischen Staatsbibliothek )
  4. 4,0 4,1 Philipp Alexander Ferdinand Walther: Das Großherzogthum Hessen nach Geschichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit. Darmstadt 1854, S. 388 (Digitalisat [abgerufen am 6. Juni 2015]).
  5. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. Nr. 28. Darmstadt 12. Juni 1874, S. 247 (Digitalisat ).
  6. gemeindeverzeichnis.de: Kreis Alsfeld
  7. Reg.Bl. 1938, S. 7f.
  8. 8,0 8,1 8,2 Vogelsbergkreis im Landesgeschichtlichen Informationssystem Hessen
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 347.
  10. 10,0 10,1 10,2 10,3 10,4 10,5 10,6 10,7 Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  11. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  12. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973

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