Landkreis Aichach-Friedberg - LinkFang.de





Landkreis Aichach-Friedberg


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Verwaltungssitz: Aichach
Fläche: 783,09 km²
Einwohner: 130.916 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: AIC, FDB
Kreisschlüssel: 09 7 71
Kreisgliederung: 24 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Münchener Str. 9
86551 Aichach
Webpräsenz: www.lra-aic-fdb.de
Landrat: Klaus Metzger (CSU)
}

Der Landkreis Aichach-Friedberg ist der östlichste Landkreis im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.

Geographie

Lage

Der Landkreis liegt östlich von Augsburg; die Grenze zwischen den beiden Gebieten bildet meist der Lech. Wichtigster innerer Fluss ist die Paar, die den Landkreis von Südwesten nach Nordosten durchquert und an der einige Friedberger Stadtteile sowie Aichach liegen.

Der Landkreis Aichach-Friedberg ist größtenteils ländlich geprägt, die einzigen größeren Städte und Gemeinden sind Friedberg, Aichach und Dasing sowie im Süden Mering und Kissing. Neben deren Zentren existieren fast nur kleine bis sehr kleine Dörfer.

Der Landkreis wird auch als Wittelsbacher Land bezeichnet, da hier einst der Stammsitz des bayerischen Herrschergeschlechts der Wittelsbacher lag. Noch heute können in Oberwittelsbach, einem Stadtteil von Aichach, die Reste der Stammburg und eine an selber Stelle errichtete Burgkirche besichtigt werden.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Donau-Ries, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen an der Ilm, Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und Augsburg sowie an die kreisfreie Stadt Augsburg.

Geschichte

Bis 1800

Archäologische Funde belegen, dass das Landkreisgebiet schon seit mindestens zehntausend Jahren besiedelt wird. Zahlreiche Waffenfunde weisen darauf hin, dass es hier oft zu bewaffneten Konflikten gekommen ist.

In der Römerzeit war der Landkreis vor allem „Vorhof“ für Augusta Vindelicorum, die Hauptstadt der Provinz Raetien. Vor allem landwirtschaftliche Betriebe, die die Hauptstadt belieferten, dürften dort zu finden gewesen sein, neben einigen Vorstadtvillen der reichen Stadtbewohner.

Mit dem Ende der römischen Herrschaft in Raetien (Ende 5./Anfang 6. Jahrhundert) besiedelten Alemannen und Bajuwaren das Gebiet des heutigen Landkreises. Die erste urkundliche Überlieferung einer Landkreisgemeinde ist Adelzhausen, das 782 als Adalhemelshusir bezeugt ist.

1124 verlegte Graf Otto V. von Scheyern die Stammburg seiner Familie von Scheyern bei Dachau nach Wittelsbach bei Aichach. Das fortan als Wittelsbacher bekannte Adelsgeschlecht errang 1180 die Herzogswürde von Bayern und regierte das Land bis 1918. Die Burg selbst wurde 1209 allerdings geschleift, und an den ursprünglichen Bau erinnert nur noch ein Gedenkstein.

Die Burg Friedberg wurde 1264 erbaut, um eine Gebühr auf den Transport über den Lech zu erheben. Auch an diese Burg erinnert heute nichts mehr, da der ursprüngliche Bau im 16. Jahrhundert niederbrannte.

Der heutige Landkreis war aufgrund seiner Grenzlage am Lech und seiner Nachbarschaft zur Freien Reichsstadt Augsburg häufig Schauplatz erbitterter Kämpfe, so z.B. 1420, im Dreißigjährigen Krieg oder im 18. Jahrhundert unter den beiden Erbfolgekriegen und später den französischen Revolutionskriegen.

Landgerichte

Das Kreisgebiet gliederte sich ursprünglich in die Landgerichte Aichach, Friedberg und Mering. Nach der Vereinigung Friedbergs und Merings (1799) und den Verwaltungsreformen des frühen 19. Jahrhunderts gehörte Friedberg ab 1817 zum Isarkreis (Hauptstadt München), Aichach mit dem benachbarten Rain zum Oberdonaukreis (Hauptstadt Augsburg). 1837 kamen Friedberg, Aichach und Rain zu Oberbayern.

Bezirksämter

Aichach und Rain wurden 1862 zum Bezirksamt Aichach vereinigt, aus dem Landgericht Friedberg entstand das Bezirksamt Friedberg.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Aichach am 1. Januar 1880 den Amtsgerichtsbezirk (zugleich Distrikt) Rain an das Bezirksamt Neuburg an der Donau ab.

Am 1. Juli 1910 trat das Bezirksamt Friedberg die Gemeinde Meringerau (jetzt Siebenbrunn) an die Stadt Augsburg ab. Am 1. Januar 1913 kamen weitere Gemeinden zu Augsburg.

Am 1. Januar 1914 gab das Bezirksamt Landsberg am Lech die Gemeinde Unterbergen an das Bezirksamt Friedberg ab. Am 1. Januar 1915 folgte Schmiechen.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[2] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Aichach und Friedberg.

Der Landkreis Friedberg wurde 1944 dem Regierungsbezirk Schwaben zugeteilt.

Landkreis Aichach-Friedberg

Am 1. Juli 1972 kam auch der überwiegende Teil des Landkreises Aichach nach Schwaben, wo er mit dem Landkreis Friedberg sowie einzelnen Gemeinden angrenzender Landkreise zum (provisorischen) „Landkreis Augsburg-Ost“ vereinigt wurde. Im Jahr 1973 entschied sich der Kreistag für eine Namensänderung und dafür, den Sitz des Landratsamtes nach Aichach zu verlegen. Der Landkreis erhielt am 1. Mai 1973 seinen endgültigen Namen Landkreis Aichach-Friedberg.

Politik

Landräte

Zeitraum Name Partei
1. Juli 1972 – 30. Juni 1989 Josef Bestler CSU
1. Juli 1989 – 30. April 2002 Theodor Körner CSU
1. Mai 2002 – 30. April 2014 Christian Knauer CSU
seit 1. Mai 2014 Klaus Metzger CSU

Kreistag

Sitzverteilung im Kreistag des Landkreises Aichach-Friedberg:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2014
Sitze
2014
 %
2008
Sitze
2008
Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 59,8 % (-4,6 %p)
 %
50
40
30
20
10
0
46,9 %
17,7 %
10,2 %
8,7 %
8,7 %
2,9 %
2,6 %
2,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,1 %p
-3,7 %p
+2,8 %p
+1,4 %p
+2,9 %p
+0,6 %p
-0,6 %p
-2,1 %p
Anmerkungen:
c Parteifreie und Unabhängige Wählergemeinschaft
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 46,9 28 48,0 29
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,7 11 21,4 14
Wählergemeinschaft Parteifreie und Unabhängige Wählergem. 10,2 6 7,4 5
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 8,7 5 7,3 4
FW Freie Wähler Bayern 8,7 5 5,8 3
ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei 2,9 2 2,3 1
REP Die Republikaner 2,6 2 3,2 2
FDP Freie Demokratische Partei 2,3 1 4,4 2
gesamt 100,0 60 100,0 60
Wahlbeteiligung 59,8 % 64,4 %

Wappen

Blasonierung: „Unter Schildhaupt mit den bayerischen Rauten gespalten von Silber und Rot; vorne ein grünes Eichenblatt, hinten ein goldenes Ulrichskreuz.“[3]

Das Wappen wurde am 10. Dezember 1975 gestiftet.

Das Eichenblatt ist ein sog. „redendes“ Symbol und entstammt dem alten Kreiswappen von Aichach. Das Ulrichskreuz war im Friedberger Wappen bereits zu sehen. Die bayerischen Rauten symbolisieren die alte Herrschaft der Wittelsbacher im heutigen Kreisgebiet.

Sprache und Dialekt

Ein hervorstechendes Merkmal der Region ist ihr einzigartiger Dialekt, der den oberbairischen Dialekt mit schwäbischen Einflüssen mischt. Typisch ist hierbei die generell oberbayerische Aussprache der Wörter. Bei den meisten Verben wird in der 2. Person Singular jedoch das für das schwäbische typische „-sch“ angeschlossen, „kannst“ spricht man somit „kannsch“ aus, was für Personen aus anderen Sprachräumen oft den Eindruck erweckt, man hätte es mit einem „echten“ Schwaben zu tun. Die alteingesessenen Bewohner des Wittelsbacher Landes legen allerdings großen Wert auf ihre Zugehörigkeit zu Altbayern. Der Altlandkreis Aichach gehört erst seit der Gebietsreform 1972 zum Regierungsbezirk Schwaben, wohingegen der Altlandkreis Friedberg schon früher schwäbisch wurde. Besonders die Bewohner des Altlandkreises Aichach, der sich rund um Aichach bis Kühbach, Inchenhofen und Adelzhausen erstreckte, leben und pflegen ihre kulturelle Zugehörigkeit zu Altbayern, und auch die hiesige Jugend führt diese Traditionen, besonders auf dem Land, fort.

Städte- und Gemeindepartnerschaften

Landkreispartnerschaft mit dem Landkreis Riesa-Großenhain (seit 1990)

Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand.

Stand Einwohnerzahl
1.12.1840 35.584
1.12.1871 38.272
1.12.1900 40.588
16.06.1925 46.599
17.05.1939 49.579
13.09.1950 73.995
6.06.1961 72.884
27.05.1970 82.677
25.05.1987 102.793
31.12.2002 125.534
30.06.2005 127.246
30.12.2012 127.250
31.12.2013 128.435

Sehenswürdigkeiten

Kirchen

Schlösser

Erholungsgebiete, Seen und Gewässer

Wirtschaft

Die Wirtschaft im ländlich geprägten Landkreis basiert im Wesentlichen auf einer Reihe innovativer mittelständischer Unternehmen und vielen Handwerksbetrieben. Die zentrale Lage mitten in der Wirtschaftsregion München-Augsburg-Ingolstadt ist ein wesentlicher Standortvorteil.

Verkehr

Die München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft führte ihre Strecke schon im Jahre 1840 durch das südliche Kreisgebiet. In Mering ließ die Bayerische Staatsbahn 1898 eine Bahn nach Süden Richtung Weilheim abzweigen.

Der Nordteil mit den Kreisstädten Aichach und Friedberg wurde 1875 durch die Strecke Ingolstadt–Augsburg erschlossen. Damit hatte das Bahnnetz seinen heutigen Umfang erreicht. Für den Automobilverkehr sind die Bundesautobahn 8 sowie die Bundesstraße 300 von entscheidender Bedeutung. Für den Flugverkehr gibt es den Flughafen Augsburg.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2015 [4])

Städte

  1. Aichach (21.050)
  2. Friedberg (29.339)

Märkte

  1. Aindling (4348)
  2. Inchenhofen (2556)
  3. Kühbach (4230)
  4. Mering (14.175)
  5. Pöttmes (6586)

Gemeinden

  1. Adelzhausen (1680)
  2. Affing (5359)
  3. Baar (Schwaben) (1166)
  4. Dasing (5603)
  5. Eurasburg (1670)
  6. Hollenbach (2402)
  7. Kissing (11.226)
  8. Merching (3132)
  9. Obergriesbach (1986)
  10. Petersdorf (1705)
  11. Rehling (2495)
  12. Ried (3051)
  13. Schiltberg (1950)
  14. Schmiechen (1272)
  15. Sielenbach (1647)
  16. Steindorf (933)
  17. Todtenweis (1355)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Aindling
    (Markt Aindling und Gemeinden Petersdorf und Todtenweis)
  2. Dasing (Gemeinden Adelzhausen, Dasing, Eurasburg, Obergriesbach und Sielenbach)
  3. Kühbach (Markt Kühbach und Gemeinde Schiltberg)
  4. Mering
    (Markt Mering und Gemeinden Schmiechen und Steindorf)
  5. Pöttmes (Markt Pöttmes und Gemeinde Baar)

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es drei Naturschutzgebiete, sieben Landschaftsschutzgebiete, sieben FFH-Gebiete und mindestens elf ausgewiesene Geotope (Stand April 2016).

Siehe auch

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1975 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Aichach gültige Unterscheidungszeichen AIC zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Friedberg Kennzeichen mit den Buchstaben U bis Z und mit den Buchstabenpaaren von UA bis ZZ jeweils mit den Zahlen von 1 bis 999.

Seit dem 11. Juli 2013 ist auch das Unterscheidungszeichen FDB (Friedberg) erhältlich.

Literatur

  • Martin Kluger: Wittelsbacher Land. Ziele im Landkreis Aichach-Friedberg, context, Augsburg 2013, ISBN 978-3-939645-64-1.
  • Landratsamt Aichach-Friedberg (Hrsg.): Der Landkreis Aichach-Friedberg stellt sich vor. WEKA-Verlag, Mering 2003.
  • Erich Hoffmann: Luftbilder aus dem Wittelsbacher Land, Verlag Mayer & Söhne GmbH, Aichach 2002, ISBN 3-923778-05-8.
  • Landschaftspflegeverband Aichach-Friedberg e. V.: Naturschätze im Wittelsbacher Land – Eine Entdeckungsreise zu den Kostbarkeiten vor unserer Haustür, Aichach 2014.

Weblinks

 Commons: Landkreis Aichach-Friedberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  3. lra-aic-fdb.de Der Landkreis Aichach-Friedberg > Wappen und Logo des Landkreises Aichach-Friedberg. Aufgerufen am 22. März 2014.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).


Kategorien: Landkreis in Bayern | Landkreis Aichach-Friedberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Aichach-Friedberg (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.