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Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen


Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) ist ein Aufgabenträger für den schienengebundenen Nahverkehr in Niedersachsen. Sie ist eine hundertprozentige Tochter des Landes Niedersachsen und hat ihren Sitz in Hannover. Gegründet wurde sie im März 1996.

Aufgaben der LNVG

Nach der Bahnreform wurde 1996 im Rahmen der Regionalisierung die Verantwortung für den öffentlichen Nahverkehr in die Hände der jeweiligen Bundesländer gelegt. In Niedersachsen wurde daraufhin die LNVG als landesweite Bestellerorganisation gegründet. Das zu 100 Prozent im Besitz des Landes Niedersachsen befindliche Unternehmen ist für die Bestellung, Planung und Koordination der Nahverkehrsleistungen im Großteil des Landes zuständig. Nicht im Planungsgebiet der LNVG liegt die Umgebung der Landeshauptstadt, für die die Region Hannover zuständig ist, sowie der östliche Teil von Niedersachsen, für den der Zweckverband Großraum Braunschweig gegründet wurde.

Die LNVG hat seit 1996 auch die Möglichkeit, Strecken oder Linien des Nahverkehrs europaweit auszuschreiben, um so durch Wettbewerb den wirtschaftlich günstigsten Betreiber zu ermitteln, der daraufhin den Auftrag zur Bedienung der entsprechenden Leistungen erhält. Seit 1996 wurden folgende Strecken bzw. Netze ausgeschrieben oder freihändig vergeben:

Die LNVG ist auch für die Koordination und Bewilligung von Fördermitteln für Investitionen und für die Liniengenehmigung im straßengebundenen ÖPNV zuständig.

Landeseigener Fahrzeugpool

Eine Besonderheit der LNVG ist der landeseigene Fahrzeugpool. Für einige Ausschreibungen von SPNV-Leistungen in Niedersachsen werden die Fahrzeuge vor der Vergabe von der LNVG beschafft und zur Nutzung vorgegeben. Dabei tritt die LNVG als Vermieter der Fahrzeuge auf.

Die Vorlaufzeit zur Betriebsaufnahme eines SPNV-Netzes kann so verkürzt werden, da die Fahrzeuge bereits vor der Veröffentlichung der Ausschreibung geordert werden. Die Wartezeit bei Fahrzeugbestellungen wird somit eingespart und die Zeit von der Vergabe zur Betriebsaufnahme auf rund ein Jahr verkürzt.

Auch sollte durch diese Maßnahme privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen, die noch nicht oder nur in sehr geringem Umfang am Markt vertreten sind, eine möglichst gerechte Ausgangsbasis geboten werden, um ihnen so den Markteinstieg zu erleichtern.

Bei mehreren gleichzeitig laufenden Ausschreibungen konnte die LNVG zusätzlich durch Sammelbestellungen den Anschaffungspreis drücken, da stets die gleichen Fahrzeuge beschafft wurden. Derzeit umfasst der Fahrzeugpool folgende Fahrzeuge:

Alle Fahrzeuge sind in den Markenfarben blau, gelb und weiß lackiert, die verbindlich vorgegeben sind.

Neben dem Fahrzeugpool unterstützt die LNVG die Bahngesellschaften aber auch bei der Fahrzeugbeschaffung, so wurden beispielsweise die vierzig Elektrotriebwagen der Baureihe 424 für die S-Bahn Hannover ganz oder teilweise gefördert.

Eine Beschwerde gegen den Fahrzeugpool, die DB Regio im Juni 2004 eingelegt hatte, wies das Oberlandesgericht Celle mit Urteil vom 2. September 2004 zurück.[4] [5]

Modernisierungsprogramm für Bahnhöfe

Im Rahmen des Programms „Niedersachsen ist am Zug“, das den Zweck hat, den Schienenpersonennahverkehr attraktiver zu gestalten, wurde 2003 damit begonnen, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn die Bahnhöfe und Haltepunkte in Niedersachsen zu modernisieren. Zunächst wurden bis 2004 in einem Sofortprogramm 156 kleine und mittelgroße Stationen umgebaut, wofür insgesamt 13 Millionen Euro investiert wurden. Im Juli 2004 startete das große Bahnhofsprogramm, für das rund 85 Millionen Euro investiert werden sollten. Inhalt dieses neuen Programms ist die umfangreiche Modernisierung 32 größerer Bahnhöfe wie Bad Pyrmont, Goslar, Bad Bevensen und Uelzen. Unter anderem zählen die Anhebung der Bahnsteige, barrierefreie Zugänge wie Rampen oder Aufzüge sowie die Sanierung oder der Neubau von Bahnsteigdächern und Zugangstunneln zu den Maßnahmen. Aktuell werden im Rahmen des Programms „Niedersachsen ist am Zug II“ weitere 37 Stationen ausgebaut. Ab 2016 bis voraussichtlich 2026 folgt dann „Niedersachsen ist am Zug III“.[6]

Landes-Tarif Niedersachsen

Seit dem 9. Juni 2013 gibt es einen verkehrsverbundübergreifenden Eisenbahntarif Niedersachsentarif für das gesamte Bundesland Niedersachsen.

Nachfrageentwicklung

Die Fahrgastnachfrage im niedersächsischen SPNV konnte seit der Regionalisierung erheblich gesteigert werden. So stieg die Zahl der Reisendenkilometer von 2,4 Milliarden im Jahr 2000[7] auf 4,75 Milliarden im Jahr 2013, was fast eine Verdoppelung darstellt. Zwischen 2008 und 2013 stieg die Zahl um 32 %. Der Bundesdurchschnitt lag hingegen nur bei 10 %.[8]

Literatur

  • Jürgen Hörstel: Nahverkehr in Niedersachsen – 10 Jahre Regionalisierung zwischen Ems und Harz, Eisenbahn-Bildarchiv (Band 24), EK-Verlag GmbH, Freiburg, 2006. ISBN 3-88255-363-4
  • Achim Uhlenhut: Der Landeslokverleih, Regionalverkehr (Heft 2/2006)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Pressemitteilung zur Vergabe des Betriebs der Regio-S-Bahn Bremen an die Nordwestbahn , Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, 7. März 2008
  2. Ausschreibung OWL-Dieselnetz gestartet. Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe, 2010, abgerufen am 15. Dezember 2010.
  3. Pressemitteilung der LNVG vom 16. Dezember 2009: LNVG bestellt bei Alstom 28 Regionalzüge für Niedersachsen
  4. Meldung Oberlandesgericht bestätigt Fahrzeugpool der LNVG. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 11/2004, ISSN 1421-2811 , S. 484.
  5. Nachricht vom 6. September 2004: OLG Celle bestätigt Fahrzeugpool der LNVG
  6. http://www.lnvg.de/foerderung/spnv-foerderung/aus-und-neubau-von-spnv-haltepunkten-bzw-bahnhoefen/?L=0
  7. http://www.lnvg.de/spnv/verkehrsnachfrage/verkehrsnachfrage-im-spnv-in-niedersachsen/ LNVG Verkehrsnachfrage im SPNV in Niedersachsen
  8. http://www.lnvg.de/uploads/media/2014-10-07.pdf LNVG Pressemitteilung Bahnfahren in Niedersachsen immer beliebter

Kategorien: ÖPNV-Aufgabenträger | Öffentlicher Personennahverkehr (Hannover) | Leasinggesellschaft für Schienenfahrzeuge | Verkehr (Niedersachsen)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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