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Landeshauptarchiv Koblenz


Landeshauptarchiv Koblenz
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Archivtyp Staatsarchiv
Koordinaten
Ort Koblenz
Besucheradresse Karmeliterstr. 1/3, 56068 Koblenz
Gründung 1832
ISIL DE-2193
Träger Land Rheinland-Pfalz
Website Landeshauptarchiv Koblenz Vorlage:Infobox Archiv/Wartung/Website

Das Landeshauptarchiv Koblenz, kurz LHAKo, ist eines der beiden Zentralarchive der staatlichen Verwaltung von Rheinland-Pfalz mit Sitz in Koblenz. Das größte Archiv des Landes bildet zusammen mit dem Landesarchiv Speyer die Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, deren Aufgaben es grundsätzlich wahrnimmt. Außenstellen befinden sich in Rommersdorf und Kobern-Gondorf. Leiterin des Landeshauptarchivs Koblenz/Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz ist Elsbeth Andre.

Aufgaben

Das Landeshauptarchiv Koblenz ist zuständig für die obersten und oberen Landesbehörden, unabhängig von deren Sitz. Alle Mittel- und Unterbehörden sowie alle kommunalen und sonstigen öffentlichen Dienststellen, die ihren Sitz in den ehemaligen Regierungsbezirken Koblenz und Trier haben, soweit sie keine eigenen Archive unterhalten, werden ebenfalls hier betreut. Zusätzlich werden die Archivalien der früher in diesem Bereich bestehenden Staaten, Länder und Institutionen hier verwahrt. Die Zuständigkeit für die südlichen Landesteile obliegt dem Landesarchiv Speyer.

Bestände

Das Landeshauptarchiv Koblenz verwahrt die folgenden Bestände:

Die älteste im Original erhaltene Urkunde im Archiv stammt aus dem Jahr 816.

Weiterhin betreibt das Landeshauptarchiv eine Bildagentur mit rund 750.000 Fotografien, welche z. T. in einem Online-Bildarchiv abrufbar sind. Es enthält Fotografien zu Landschaft, Kultur, Gemeinden, Wirtschaft, Alltag und Menschen in Rheinland-Pfalz aus der Zeit von 1870 bis heute. Außerdem sind eine umfassende Sammlung von Schräg- und Senkrecht-Luftbildern von ganz Deutschland (ab 1933) und kleinere Sammlungen zu Ruanda, Luxemburg, Frankreich und Polen verfügbar.

Geschichte

Das Landeshauptarchiv Koblenz wurde 1832 als preußisches „Staatsarchiv Koblenz“ gegründet. Seine Vorgängereinrichtungen waren das Städtische Archiv beziehungsweise das Archiv des Département de Rhin-et-Moselle unter Wilhelm Arnold Günther, das auch in preußischer Zeit bis 1826 unter ihm weitergeführt wurde. Das Staatsarchiv bezog die Räumlichkeiten des ehemaligen Regierungsgebäudes von Kurtrier direkt am Rhein, das 1725 unter Kurfürst Franz Ludwig von der Pfalz errichtet und 1902 durch ein neues Preußisches Regierungsgebäude ersetzt wurde. Im Juni 1897 zog es ins umgebaute Deutschherrenhaus um. Die neue Lage stellte sich aber wegen des regelmäßig von Hochwasser bedrohten Gebäudes als problematisch dar. So gab es bereits 1938 Planungen für einen Neubau, die aber wegen des Zweiten Weltkriegs zunächst nicht umgesetzt wurden. Im Krieg wurden die Archivalien 1941 zum Schutz vor den Luftangriffen auf Koblenz in die Festung Ehrenbreitstein ausgelagert. Nach einem Bombentreffer wurden diese im Dezember 1944 kurzzeitig in das Kalibergwerk Salzdetfurth bei Hildesheim ausgelagert, bevor sie 1946 wieder in die Festung Ehrenbreitstein zurückkehrten.

Nachdem diese Notunterkunft noch lange Bestand hatte, das Deutschherrenhaus war zerstört, entschloss man sich 1952 zu einem Neubau. Das Staatsarchiv bezog einen von 1954 bis 1956 errichteten Zweckbau in der Karmeliterstraße. In diesem Bereich befand sich der Gebäudekomplex des historischen Karmeliterklosters, der später bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als Gefängnis genutzt wurde. Das sechsgeschossige Magazingebäude mit einer freitragenden Stahlkonstruktion ist durch einen Zwischenbau mit einem dreistöckigen Verwaltungsgebäude verbunden. Von 1882 bis 1974 war das Stadtarchiv Koblenz dem Staatsarchiv eingegliedert. Bis 1980 blieb das Stadtarchiv noch räumlich mit dem Landeshauptarchiv verbunden. Das Staatsarchiv Koblenz erhielt 1975 seinen heutigen Namen. Bereits in den 1980er Jahren wurden die Räumlichkeiten zu klein. Da jährlich zwei Kilometer Archivgut aufgenommen werden müssen, waren Mitte der 1990er die Kapazitäten völlig erschöpft. Ein Anbau konnte am 25. März 2002 fertiggestellt werden, der Platz bietet für zusätzliche 1.912 m² Magazinraum. Weitere Erweiterungen sind geplant.[1]

Direktoren

1832–1838 Karl August Graf von Reisach-Sternberg
1839–1863 Heinrich Beyer
1863–1879 Leopold von Eltester
1879–1902 Wilhelm Becker
1902 Heinrich Eduard Ausfeld (kommissarisch)
1902–1903 Richter (kommissarisch)
1903–1912 Heinrich Reimer
1912–1921 Max Bär
1921–1935 Emil Schaus
1935–1938 Wilhelm Dersch
1938–1949 Bruno Hirschfeld
1949–1958 Aloys Schmidt
1959–1971 Otto Graf von Looz-Corswarem
1971–1991 Franz-Josef Heyen
1991–2007 Heinz-Günther Borck
seit 2007 Elsbeth Andre

Denkmalschutz

Das Landeshauptarchiv Koblenz ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen. Es liegt in Koblenz-Altstadt in der Karmeliterstraße 1–3.[2]

Seit 2002 ist das Landeshauptarchiv Koblenz Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Siehe auch

Literatur

  • P. Brommer: Das private Archivwesen in Rheinland-Pfalz im Rahmen der nichtstaatlichen Archivpflege der Landesarchive in: Drittes Deutsch-Niederländisch-Belgisches Archivsymposium, 1993, S. 97-99
  • W. Leesch: Die deutschen Archivare 1500 - 1945 / Bd. 1. Verzeichnis nach ihren Wirkungsstätten. Saur Verlag, München 1985.
  • A. Schmidt: Der Neubau des Staatsarchivs Koblenz, Koblenz, 1956
  • P. Weiß: Die Bergung von Kulturgütern auf der Festung Ehrenbreitstein in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, Bd. 26, 2000

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Der 9. Dezember 1954. Grundsteinlegung für ein neues Archivgebäude. in: Landeshauptarchiv Koblenz
  2. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreisfreie Stadt Koblenz (PDF; 1,5 MB), Koblenz 2013

Kategorien: Archiv (Koblenz) | Kulturdenkmal in Koblenz | Behörde (Koblenz) | Gegründet 1832 | Staatsarchiv (Rheinland-Pfalz)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landeshauptarchiv Koblenz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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