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Landesbildungszentrum für Blinde


Landesbildungszentrum für Blinde
Schulform Förderschule
Gründung 1845
Adresse

Bleekstraße 22

Ort Hannover
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten
Träger Niedersachsen
Schüler 150 (Stand 2013)[1]
Leitung Maria Grodzki, Martin Baaske[2]
Website www.lbzb.de

Das Landesbildungszentrum für Blinde (LBZB) Hannover ist eine soziale Bildungseinrichtung des Landes Niedersachsen für die Beratung, Bildung, Ausbildung und Rehabilitation blinder und sehbehinderter Menschen.[3] Es verbindet ein Internat mit allgemeinbildenden Förderschulen der Primar- und Sekundarstufen I, Berufsfachschulen und anderen Bildungsangebote wie Frühförderung, Umschulung, Berufsausbildung, Therapien und Betreuung von Schülern in anderen, inklusiven Schulen.[4]

Das Landesbildungszentrum liegt im Stadtteil Kirchrode an der Grenze zu Kleefeld, am südlichen Waldrand der Eilenriede.

Bildungsangebot

Bis zur Einschulung des (möglicherweise neben noch anderen Behinderungen) blinden oder hochgradig sehbehinderten Kindes bietet das Landesbildungszentrum die Frühförderung des Kindes, die Entwicklungsbegleitung der Familie und die Beratung der Eltern an.[5]

Schülerinnen und Schüler werden in zwei Förderschulen unterrichtet. In der Schule mit dem Förderschwerpunkt „Sehen (Blinde)“ entsprechend der niedersächsischen Richtlinien für die Grund-, Haupt- und Förderschule „Schwerpunkt Lernen“ mit möglichem Hauptschulabschluss, Mittlerem Schulabschluss oder dem niedersächsischen Erweiterten Sekundarabschluss I.[6] Oder in der Schule mit dem Förderschwerpunkt „Sehen (Blinde) und Geistige Entwicklung“ für Schülerinnen und Schüler, die in ihrer geistigen Entwicklung beeinträchtigt sind.[7] Außerdem werden Schülerinnen und Schüler in anderen, integrativen und inklusiven Schulen betreut.[8]

Für die berufliche Bildung gibt es verschiedene Vollzeitschulen, Ausbildungen, Berufsvorbereitungen und Qualifizierungsmodule. Unter anderem die Berufsfachschule Wirtschaft, die Ausbildung zur Kauffrau, zum Kaufmann für Bürokommunikation oder die zur Hauswirtschafterin, zum Hauswirtschafter.[9] Außerdem gibt es Angebote für die Rehabilitation und Umschulung von Späterblindeten.[10]

Geschichte

Das Landesbildungszentrum für Blinde wird am 27. Mai 1845 zum Geburtstag des selbst erblindeten Kronprinzen Georg V. von Hannover als „Königliche Blindenanstalt“ an der Hildesheimer Straße eingeweiht. Schon zuvor hat ihr erster Direktor, Dr. Emanuel Friedrich Flemming, sechs blinde Schüler unterrichtet, nachdem sich König Ernst August I. auf Betreiben Pastor Schlägers für Hannover als Standort einer Blindenanstalt entschieden hatte.[1]

Nach dem Ende des Königreich Hannovers 1866 wird die Schule in „Provinzialständische Blindenanstalt“ umbenannt, und zieht 1893 in die Kirchröder Straße um, wo sich heute die Alice-Salomon-Schule befindet. Nach dem ersten Weltkrieg wird 1919 schließlich der Neubau in der nahegelegenen Bleekstraße bezogen, 150 Schülerinnen, Schüler und Auszubildende gehen dort zur Schule.[1]

Mit Beginn des Nationalsozialismus wird die Schule in Landesblindenanstalt umbenannt, 1937 wird eine Handelsschule eingerichtet. Bei Bombenangriffen im Juni und November 1944 und Januar 1945 werden mehrere Gebäude zerstört und beschädigt, vier Menschen sterben. Der Unterricht wird daraufhin teilweise nach Wunstorf und Walsrode verlegt. Nach Kriegsende wird der Unterricht wiederaufgenommen, Kriegsblinde werden umgeschult. Mit der Gründung Niedersachsens folgt die Umbenennung in „Niedersächsische Landesblindenanstalt“.[1]

1964 wird unter Schulleiter Karl Heinz Baaske eine Abteilung für Schülerinnen und Schülern mit Taubblindheit gegründet. 1969 wird der Grundstein für ein eigenes Taubblindenzentrum mit Schule und Wohnheim gelegt, und 1971 bezogen.[11] 1978 werden Klassen für Schülerinnen und Schüler mit Mehrfachbehinderung eingerichtet, ab 1979 werden Zivildienstleistende eingesetzt. 1982 erhält die Schule ihren aktuellen Namen „Landesbildungszentrum für Blinde“.[1]

1995 werden zum 150-Jährigem der Schule ein Sportzentrum und das Blindenmuseum Hannover eingeweiht.[1][12][13] 2013 besuchen 150 Schülerinnen, Schüler und Auszubildende das Landesbildungszentrum, und 155 Kinder die Frühförderung. Außerdem werden externe Schülerinnen und Schüler betreut.[1]

Literatur

Weblinks

 Commons: Landesbildungszentrum für Blinde Hannover  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Geschichte der Blindenbildung in Hannover auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 14. März 2016.
  2. Kontakt auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 15. März 2016.
  3. Wir stellen uns vor auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 14. März 2016.
  4. Bildungsangebote auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 15. März 2016.
  5. Frühförderung − Entwicklungsbegleitung − Beratung auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 15. März 2016.
  6. Förderschule Schwerpunkt Sehen (Blinde) auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 15. März 2016.
  7. Förderschule Schwerpunkt Sehen (Blinde) und Geistige Entwicklung auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 15. März 2016.
  8. Mobiler Dienst am Landesbildungszentrum für Blinde auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 15. März 2016.
  9. Berufliche Bildungsmöglichkeiten am LBZB auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 15. März 2016.
  10. Umschulung für Späterblindete auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 15. März 2016.
  11. Geschichte auf den Seiten des Deutschen Taubblindenwerks. Abgerufen am 14. März 2016.
  12. Museum auf den Seiten des LBZB. Abgerufen am 14. März 2016.
  13. Das Blindenmuseum Hannover auf den Seiten der Stadt Hannover. Abgerufen am 14. März 2016.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Landesbildungszentrum für Blinde (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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