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Lahr (Hunsrück)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Kastellaun
Höhe: 345 m ü. NHN
Fläche: 3,6 km²
Einwohner: 167 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56288
Vorwahl: 02672
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 502
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 1
56288 Kastellaun
Webpräsenz: www.lahr-hunsrueck.de
Ortsbürgermeister: Hans-Peter Färber
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Lahr ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Kastellaun an.

Geographie

Lahr liegt auf einem Hochplateau im nördlichen Hunsrück zwischen dem östlich gelegenen Lützbachtal und dem westlich gelegenen Dünnbachtal. Zu Lahr gehört auch der Wohnplatz Lahrer Mühle.[2]

Nachbargemeinden

Geschichte

Wahrscheinlich aus pfalzgräflichem Besitz stammt ein Hof der Grafen von Sponheim, den sie zusammen mit anderen Gütern 1413 an Johann von Schonenburg und nach dessen Tod ab 1427 an den mit ihm verschwägerten Cuno von Pyrmont verlehnten. Als Pächter sind ein Sohn von Konrad von Petershausen (1413) und Hanns von Lare (1472) bekannt (Konrad von Petershausen war ein Schöffe des Beltheimer Gerichtes aus dem Petershäuserhof). Nach dem Aussterben der Pyrmonter im Mannesstamm fiel das Gut an Pfalzgraf Christoph Markgraf zu Baden und Graf zu Sponheim zurück, der es zur Hälfte behielt und mit der anderen Hälfte seinen Kanzler Dr. Hieronymus Veust belehnte.

Lahr gehörte zum dreiherrischen Hochgericht Beltheim, das sich Kurtrier, Pfalz-Zweibrücken (Erben der Grafschaft Sponheim) und die Herrschaft Metternich-Winneburg-Beilstein (Erben der Herren von Braunshorn) teilten. Zeitweise war Lahr Sitz des Beilsteiner Vogtes (Vogtei Lahr). Da er auch für außerhalb des Dreiherrischen ansässige Winneburg-Beilsteiner Untertanen zuständig war, kam es gelegentlich zu juristischen Verwicklungen.[3]

1773 gehörte Lahr zum Amt Baldeneck. Durch den Teilungsvertrag von 1780 fiel Lahr zusammen mit Beltheim und anderen Orten an Kurtrier. 1790 werden die Grafen von Hildesheim als Grundbesitzer aufgeführt.

Eine Kapelle wurde im Jahre 1784 zu Ehren der heiligen Oranna, vermutlich an Stelle einer älteren Kapelle, erbaut. Die Kirchengemeinde gehörte zum Kirchspiel Lütz im Landkapitel Kaimt-Zell und im Archidiakonat Karden.

Ab 1794 stand Lahr unter französischer Herrschaft, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist er Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bis zum 30. Juni 2014 gehörte die Gemeinde zur Verbandsgemeinde Treis-Karden im Landkreis Cochem-Zell, dann wechselte sie in die Verbandsgemeinde Kastellaun im Rhein-Hunsrück-Kreis.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Lahr besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Wappen

Blasonierung: „Unter silbernem Schildhaupt, darin ein durchgehendes rotes Kreuz, in Rot unten rechts ein silberner Pflug, oben links ein goldener Kreuzstab schrägrechts, belegt mit goldenem Ohr“.

Das kurtrierische Kreuz steht für die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Trier. Der Pflug weist auf die Entstehung des Ortes durch die Landwirtschaft im frühen Mittelalter hin. Kreuzstab und Ohr sind die Attribute der Kirchenpatronin, der hl. Oranna, die als Helferin bei Ohrenschmerzen angerufen wird. Nach der Überlieferung wird sie seit dem Bau der Kapelle 1784 im Ort verehrt.

Freizeit

Der Hunsrück-Mosel-Radweg verläuft am Ortsrand vorbei durch den Luhnhofwald. Er ist 30 Kilometer lang, und verbindet die Stadt Kastellaun im Hunsrück mit Treis-Karden an der Mosel.

Es gibt gut beschilderte Wanderwege in der Lahrer Umgebung.

Vereine und Gruppen

Es gibt die Freiwillige Feuerwehr, den Verein der Dorfgemeinschaft, den Schachverein, den Kirchenchor Petershausen, den Kegelverein, die Gruppe: „Alter gemeinsam gestalten“, die Frauengemeinschaft sowie den Jugendraum.

Tourismus

Die nächstgelegene Schiffsanlegestelle für Lahr ist in Treis-Karden, OT Treis. Schifffahrtslinien Treis - Cochem - Beilstein - Bullay - Zell und Treis - Koblenz.

Sehenswürdigkeiten

  • Oranna-Kapelle: Die Oranna-Kapelle im Dorfmittelpunkt wurde im Jahre 1784 zu Ehren der Hl. Oranna, vermutlich an Stelle einer älteren Kapelle, erbaut.[5] Besonders sehenswert sind der wahrscheinlich aus Alt-Engelport stammende Holzaltar aus dem Mittelalter,[6] sowie die vielen Holz- und Sandsteinfiguren.
  • Ausstellungsraum: Hier werden alte Werkzeuge und Gerätschaften gezeigt.
  • Bleichbrunnen: In früheren Zeiten wurde an diesem Ort von den Hausfrauen die Wäsche gewaschen. Die verschiedenen Wäschestücke wurden dann auf der nahe gelegenen Wiese zum Bleichen ausgebreitet.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lahr

Bildung

Die Kinder besuchen die Grundschule in Lieg. Weiterführende Schulen befinden sich in Treis-Karden, Kastellaun, Münstermaifeld und Cochem.

Bilder des Ortes

Literatur

  • Norbert J. Pies: Joseph M. Hesser SVD - Steyler Chinamissionar in Südchantung (China), Autor der ersten chinesischen Grammatik und theologischer Bücher in chinesischer Sprache. In: Hunsrücker Heimatblätter 142 Jg. (2010).
  • Paul B. Steffen: Zwei Lahrer Chinamissionare. Pater Josef Hesser und Pater Alois Hesser. In: Jahrbuch für den Kreis Cochem-Zell 2011, 194-197.
  • Paul B. Steffen: Pater Alois Hesser (1881-1960) - der zweite Chinamissionar aus Lahr. in: Hunsrücker Heimatblätter. - 51 (2011), 145, 275-279.
  • P. Steffen: HESSER, Alois SVD: Chinamissionar (1881-1962). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL) Bd. 33 (2012) Sp. 674-678.
  • P. Steffen: HESSER, Joseph SVD: Chinamissionar (1867-1920). In: BBKL 33 (2012) Sp. 678-681.
  • Johannes Mötsch: Regesten des Archivs der Grafen von Sponheim 1065-1437, Teil 1-5. Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, 1987–1991.
  • Norbert J. Pies: Aus der Geschichte von Lahr (Hunsrück). Band 1: Die Oranna-Kapelle, Wegekreuze und Bildstock. Erftstadt-Lechenich 2014. ISBN 978-3-927049-47-5.
  • Franz Josef Wolf: Aus der Geschichte von Lahr (Hunsrück). Band 2: Die Lahrer Mühle. Erftstadt-Lechenich 2014. ISBN 978-3-927049-48-2.
  • Franz Josef Wolf: Aus der Geschichte von Lahr (Hunsrück). Band 3: Urkundenbuch Lahr 1799-1918. Erftstadt-Lechenich 2014. ISBN 978-3-927049-49-9.

Weblinks

 Commons: Lahr (Hunsrück)  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010 , Seite 23 (PDF; 2,3 MB)
  3. Norbert J. Pies: Steuerzwang für Lützer Bürger im 17. Jahrhundert. In: Jahrbuch 2011 für den Kreis Cochem-Zell S. 198-200.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Norbert J. Pies: Eine kunsthistorische Kostbarkeit in Lahr (Hunsrück): Die älteste Orannastatue. In: Hunsrücker Heimatblätter 149 Jg. 52, August 2012 S. 537-544.
  6. Renovierungsakten des Zeller Altarbauers und Restaurators Niespohr im Bischöflichen Generalvikariat Trier

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lahr (Hunsrück) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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