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Laduschkin


Stadt
Laduschkin
Ludwigsort

Ладушкин
Flagge Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Stadtkreis Laduschkin
Gegründet 1314
Frühere Namen Ludwigsort, auch:
Schneewalde
Stadt seit 1946
Fläche km²
Bevölkerung 3787 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 631 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 10 m
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40156
Postleitzahl 238460
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 203 505
Geographische Lage
Koordinaten }
Liste der Städte in Russland

Laduschkin (russisch Ладушкин; bis 1946 deutsch Ludwigsort, auch Schneewalde) ist eine rajonfreie Kleinstadt in der russischen Oblast Kaliningrad, zwischen Kaliningrad und der Grenze zu Polen unweit des Frischen Haffs. Sie hat 3787 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010 ).[1] Die Stadt ist Verwaltungssitz des Stadtkreises Laduschkin.

Der Name Laduschkin steht auch für den Nachbarort, der bis 1946 den deutschen Namen Schneewalde trug.

Geschichte

Der Ort wurde 1314 gegründet. Die Gegend ist altes Siedlungsland, was durch ein vorgeschichtliches Gräberfeld nordöstlich des Dorfes belegt ist.

In die Geschichte tritt „Ludwigsort“ mit dem Bau einer Papiermühle 1593 ein. Markgraf Georg Friedrich, der Vormund des Herzog Albrecht Friedrich von Preußen, verlieh am 10. Oktober 1597 die dem Land gehörende Mühle dem Königsberger Druckereibesitzer Georg Osterberger[2]. Der verkaufte wiederum die Mühle und es wechselte eine größere Anzahl von Besitzern bis 1709 Friedrich Ludwig von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck die inzwischen marode Mühle kaufte und ihr seinem Namen „Ludwigsort“ gab. Als 1780 die Arbeiten in der Papiermühle eingestellt wurde, wurde diese ein Vorwerk des Gut Charlottenthal, welches im 18. Jahrhundert ein Jagd- und Lustschloss des Herzogs von Holstein-Beck war.

1816 wurde Johann Gottlieb Jakob Theophil Nanke (1763–1835), welcher vormals Lehrer in Schirwindt war, Besitzer des Gutes. Noch vor 1858 erwarb den Besitz Hermann Douglas (1840–1895), der Sohn des Königsberger Stadtverordneten Carl Douglas Carl Douglas, der das Bernsteinregal entlang der Küste vom Staat gepachtet hatte. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand auch das spätklassizistische Gutshaus.

Im Jahre 1874 wurde aus den Gutsbezirken Ludwigsort und Charlottenthal sowie den Landgemeinden Patersort (Beregowoje) und Schwanis (Sosnowka) der Amtsbezirk Ludwigsort gebildet, vor 1883 kam auch der Gutsbezirk Wendelau dazu.

„Ludwigsort“ als Luftkurort war eine Sommerfrische für die Städter aus Königsberg in Pr., was wohl damit zusammenhing, dass der Ort bereits 1894 einen Bahnhof für die Preußische Staatsbahn der Linie Dirschau bis Seepothen erhielt.

Vor dem Zweiten Weltkrieg waren die Schule und das Bürgermeisteramt in einem Gebäude untergebracht. Die Schule besaß drei Klassenräume, in denen drei Lehrer (Hauptlehrer Brand, 1945 auf der Flucht getötet; Lehrerin Kreddig und Lehrer Schulz) unterrichteten. Während des Zweiten Weltkrieges bestand eine Munitionsfabrik im Ort, die von den Dorfbewohnern "Muna" genannt wurde. Für die Munitionsarbeiter wurden Doppelhaushälften errichtet, die oben und unten jeweils eine Wohnung hatten. Bürgermeister war Erich Schulz (nicht der Lehrer Schulz), der gleichzeitig Ortsgruppenleiter der NSDAP war.[3] Der Ort selber wurde von der Roten Armee kampflos eingenommen und war deshalb zunächst völlig unversehrt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Ort zur sowjetischen Oblast Kaliningrad und erhielt 1946 das Stadtrecht unter dem heutigen Namen zu Ehren des Leutnants der Panzertruppen und Helden der Sowjetunion (postum) Iwan Laduschkin (1922–1945), der am 16. März während der Kämpfe um den Heiligenbeiler Kessel beim südlich gelegenen Deutsch Thierau (heute Iwanzowo) ums Leben kam.

Eingemeindet nach Laduschkin wurde der Ort Beregowoje (Patersort).

Stadtsowjet Laduschkinski / Administration der Stadt Laduschkin 1947–1960 und 1963–2004

Der Stadtsowjet Laduschkinski (ru. Ладушкинский городской Совет, Laduschkinski gorodskoi Sowet) wurde am 24. Oktober 1947 im Rajon Laduschkin eingerichtet. Am 26. April 1960 wurde der Stadtsowjet wieder aufgelöst und seine Aufgaben vom Sowjet des Rajons Laduschkin mit übernommen. Nach dem Anschluss des Rajons Laduschkin an den Rajon Bagrationowsk wurde der Stadtsowjet am 1. Februar 1963 wieder eingerichtet. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde der Stadtsowjet aufgelöst und im Jahr 1992 eine städtische Administration eingerichtet (ru. Администрация города Ладушкин, Administrazija goroda Laduschkin). Im Jahr 2004 wurde der Bereich der Administration der Stadt Laduschkin in den Stadtkreis Laduschkin umgewandelt.

Zugehörige Orte:

Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen
Beregowoje (Береговое) Patersort Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Nowo-Moskowski eingeordnet. Er wurde vor 1976 in die Stadt Laduschkin eingemeindet. Ob der Ort zwischenzeitlich noch als eigenständiger Ort dem Stadtsowjet Laduschkin unterstand, muss zunächst offenbleiben.
Dubki (Дубки) Charlottenthal Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Nowo-Moskowski eingeordnet. Er wurde vor 1976 verlassen.
Ladygino (Ладыгино) Korschenruh Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Uschakowski eingeordnet.
Laduschkin (Ладушкин) Ludwigsort Verwaltungssitz
Uljanowka (Уляновка) Klein Hoppenbruch Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Uschakowski eingeordnet.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1885 175
1933 762
1939 1253
1959 1651
1970 2285
1979 2871
1989 3108
2002 3796
2010 3787

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Ethnische Zusammensetzung

Nach der allrussischen Volkszählung im Jahr 2010 sind rund 91 Prozent der Bewohner von Laduschkin ethnische Russen. Weitere 3 Prozent sind Ukrainer und 2,5 Prozent Weißrussen.

34 Bewohner von Laduschkin sind nach Volkszählungsangaben Deutsche bzw. Russlanddeutsche.[4]

Kirche

Vor 1945 lebte in Ludwigsort eine überwiegend evangelische Bevölkerung. Der Ort war in das Kirchspiel Pörschken im Kirchenkreis Heiligenbeil in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert. Letzter deutscher Geistlicher bis 1945 war Pfarrer Bruno Link. Bruno Link war während der NS-Zeit kurze Zeit KZ-Häftling gewesen, da er sich während einer Predigt kritisch über das NS-Regime geäußert haben soll, kam aber noch während des Krieges wieder frei.[5]

Heute liegt Laduschkin im Pfarrbezirk der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirchengemeinde in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad[6] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

In Laduschkin gibt es daneben auch eine russisch-orthodoxe Holzkirche, die Ende der 1990er Jahre errichtet wurde. Die meisten konfessionell gebundenen Einwohner gehören zur russisch-orthodoxen Kirche.

Politik

Seit dem 2. September 2007 amtiert Oleg Alexandrowitsch Rassolow als Laduschkiner Bürgermeister. Am 4. März 2012 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

Wirtschaft

Zu den wichtigsten Arbeitgebern von Laduschkin gehören der Lebensmittelhersteller "Laduschkinskoje" sowie der 1996 gegründete Viehzuchtbetrieb "Beregowoi". Auch die Dienstleistungsbranche ist in der Stadt von Bedeutung, es gibt einige Ladengeschäfte unterschiedlicher Ausrichtung.[7]

Bildung

In der Stadt gibt es eine allgemeinbildende Schule sowie drei Kindergärten.[8]

Sehenswürdigkeiten

Etwa zehn Kilometer südwestlich der Stadt liegt die Burgruine Balga.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Laduschkin  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  • Erinnerungen von Waltraut Ebert, geb. Oksas, geboren 2. Juli 1925, die von ca. 1937 bis 1945 in Ludwigsort wohnte. Mündlich mitgeteilt am 21. März 2013
  1. 1,0 1,1 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1 , Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Heinrich Pallmann: Georg Osterberger in Allgemeine Deutsche Biographie 24 (1887), S. 509
  3. Erinnerungen von Waltraut Ebert
  4. http://kaliningrad.gks.ru/wps/wcm/connect/rosstat_ts/kaliningrad/ru/census_and_researching/census/national_census_2010/score_2010/ Volkszählungsdaten auf Kaliningrad.gks.ru
  5. Erinnerungen von Waltraut Ebert
  6. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad
  7. https://gov39.ru/vlast/muni/ladushkinskiy-gorodskoy-okrug.php Internetpräsenz der Stadtverwaltung
  8. http://www.ladushkin.gov39.ru/ Internetpräsenz der Stadtverwaltung

Kategorien: Ort im Stadtkreis Laduschkin

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Laduschkin (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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