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Lübecker Gänge und Höfe


Die Gänge und Höfe in Lübeck (besonders dicht erhalten rund um den Lübecker Dom, aber auch sonst im Gebiet der Innenstadt, mit Ausnahme der kriegszerstörten Bereiche) sind ein Überrest aus dem mittelalterlichen Städtebau. Sie beruhen häufig auf Stiftungen wohlhabender Lübecker Bürger. Hinter den giebelseitigen Straßenhäusern wurden damals die so genannten „Buden“ errichtet, meist zweistöckige Gebäude mit einem Grundriss mit wenig mehr als einem Zimmer. Die Buden waren die Wohnräume der Beschäftigten des Gewerbes, das im Straßenhaus ausgeübt wurde.

Die Gänge und Höfe sind meist durch einen Durchgang im Straßenhaus zu erreichen, der einer Legende nach lediglich die Grundvoraussetzung erfüllen musste, dass ein Sarg hindurchgetragen werden konnte. Aber das sei, wie bei faz.net[1] zu lesen, nirgends verbrieft und wohl eher eine Anekdote der lübeckschen Fremdenführer. Gänge sind lediglich schmale Durchgänge, die heutzutage nur noch gelegentlich die andere Straßenseite des Quartiers erreichen, Höfe weiten sich dagegen meist um einen zentralen Platz, der heutzutage einen Baum, ein Spielgerät oder gelegentlich eine Laube enthält.

Die meisten der Gänge und Höfe in Lübeck sind frei zugänglich, manche sind in den Nachtstunden mit einem Tor oder einer Tür verschlossen.

Gang oder Hof Adresse Vorderhaus (Zugang) Zugänglichkeit Lage Anmerkung Abbildung
Adlergang Große Gröpelgrube 45 nachts geschlossen Verbindung zu Nagels Gang und Vereinigungsgang
Albrechts Gang Dr.-Julius-Leber-Straße geschlossen
Alter Posthof St.-Annen-Straße 14
Bäcker Gang Engelsgrube 43 offen Verbindung zu Lüngreens Gang
Bäcker-Gang Glockengießerstraße 38 nachts geschlossen
Balhorns Gang Hundestraße 19
Behrends Hof Stavenstraße offen Verbindung zur Vereinsstraße
Bierspündergang Ellerbrook 6 1942 vollständig zerstört; an seiner Stelle befindet sich heute die Bierspünderstraße
Blohms Gang An der Obertrave 50 ↔ Effengrube
Brandes Hof Mühlenstraße 79
Brandweinbrenner Gang Engelsgrube
Bruskow´s Hof Wahmstraße Nr. 49 geschlossen Blick die Gasse hinab zum Zugangstor
Carstens Hof Aegidienstraße 25
Derliens Gang Mühlenstraße 43
Donats Gang An der Obertrave 40
Dornes Hof Schlumacherstraße 15-23 ältester Stiftshof Lübecks
Dreitonnengang Marlesgrube
Dunkelgrüner Gang Engelswisch 20 endet im Hellgrünen Gang
Durchgang Marlesgrube 56 ↔ Depenau 45
Durchgang Wahmstraße 46 ↔ Aegidienstraße 47
Füchtingshof Glockengießerstraße 25 Das Innere des Füchtingshofs diente Friedrich Wilhelm Murnau für seinen Film Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens bei seinen Lübecker Außenaufnahmen in zwei Szenen als Kulisse.
Fünfbudengang Kleine Gröpelgrube
Garbereiter Gang Engelsgrube
Gemeinschaftsgang Große Gröpelgrube 37 nachts geschlossen
Glandorps Gang Glockengießerstraße 41-43 geschlossen Zugang über Glandorps Hof
Glandorps Hof Glockengießerstraße 45-53 offen
Glockengiesser Hof Engelsgrube 65
Graths Gang Glockengießerstraße 70 geschlossen
Grüner Gang Fischergrube 44
Grützmacher Hof Effengrube 14 Verbindung zu Krusses Hof
Haasenhof Dr.-Julius-Leber-Straße 37/39
Haudels Gang Schlumacherstraße
Hellgrüner Gang Engelswisch 28 endet im Dunkelgrünen Gang
Hertzigs Gang Marlesgrube 17
Heynaths Gang Hartengrube 44 offen Verb. zu Kalands Gang (Hartengrube)
Höveln-Gang Hundestraße 55
Ilhornstift Glockengießerstraße 39
Im Reinfeld An der Obertrave
Kalands Gang Hartengrube 52 Verb. zu Heynaths Gang und Rosenhof
Kalands Gang Hundestraße 31
Käselaus Gang Große Burgstraße
Kattundrucker-Gang Wakenitzmauer 132
Ketten-Gang Langer Lohberg 33 geschlossen
Kettner's Gang Fischergrube 26
Kinderhüschengang Kleine Gröpelgrube 26
Kindts Gang Hüxstraße 122
Kreuzgang Große Kiesau 5
Krusenhof Engelsgrube 26 1540 als "Albert-Klever-Gang" erwähnt, 1545 von Hans Kruse gestiftet[2]
Krusses Hof Hartengrube (14?) Verbindung zu Grützmacher Hof
Küter-Gang An der Mauer
Lödings Hof Glockengießerstraße 77 offen
Lüngreens Gang Fischergrube 38 Verbindung zu Bäcker Gang
Medings Gang Große Gröpelgrube 22 offen
Mertens Gang Tünkenhagen
Nagels Gang Wakenitzmauer 70 nachts geschlossen Verbindung zu Adlergang und Vereinigungsgang
Nagelschmieds-Gang Dankwartsgrube 31
Nagelshof Dankwartsgrube
Nöltings Gang Glockengießerstraße offen
Pelzer-Gang Hüxstraße 68 offen
Petersens Gang An der Obertrave 55 offen
Qualmanns Gang Engelsgrube 32
Rademacher-Gang Hartengrube 9 Verbindung zu Grützmacher Hof
Rehhagens Gang An der Obertrave 37
Römisches Reich Mühlenstraße 91 offen
Roepers Gang Rosenstraße 18
Rosengang Rosenstraße 17 offen
Rosenhof An der Obertrave 29 Verb. zu Kalands Gang (Hartengrube)
Scheune Hof An der Mauer
Schiffer Hof Engelsgrube 11-17 Die Statue war eine Karikatur Bismarcks
Schillings Hof Hundestraße
Schlachter Gang Engelsgrube 48
Schmützs Gang Glockengießerstraße 83 offen
Schornsteinfegergang Hundestraße 50
Schröder's Gang Kleine Altefähre 13 offen
Schwans Hof Hartengrube 18 offen ältester Wohngang Lübecks, errichtet 1296 von Johannes von Swane
Schwolls Thorweg Glockengießerstraße offen
Sievers Thorweg Engelsgrube 31
Spinnrademacher Gang Engelsgrube 21
Spönkenhof Langer Lohberg offen
St.-Jürgen-Gang Kleine Petersgrube 4
Stietens Gang Hartengrube 14 Standort des Stiten-Armenhauses
Storms Gang Stavenstraße 16
Struß' Thorweg Rosenstraße 16 ↔ Große Burgstraße 51 nachts geschlossen
Stüwes Gang An der Obertrave 46 offen
Tanks Gang Stavenstraße 41
Thorweg Engelswisch 33 offen
Thorweg Dankwartsgrube 70
v. Dornes Hof Schlumacherstraße 15-23
Von-Höveln-Gang Hundestraße 57
Von-Höveln-Gang Wahmstraße 75 Gestiftet 1483 von Tidemann Evinghusen
Vereinigungsgang Hundestraße
Vereinigungsgang Rosenstraße 25 nachts geschlossen Verbindung zu Adlergang und Nagels Gang 60px
Vereinsstraße Krähenstraße 24 Verbindung zu Behrends Gang
Warnckes Gang Glockengießerstraße geschlossen
Wehde Mengstraße 8 Pastorenwohnungen von St. Marien
nicht mehr vorhanden
Weintraubengang Hundestraße
Wohngänge An der Obertrave
Wohngänge Große Kiesau
Wulffs Gang Stavenstraße
Zerrahns Gang Engelsgrube 73
Zobels Gang Schlumacherstraße 29
Zobels Hof Schlumacherstraße
Zöllners Hof Depenau 10

Literatur

  • Rainer Andresen: Lübeck. Wohngänge und Stiftshöfe. Band 1. Andresen Verlag, Krummesse 1987 (de/sv/en/fr).
  • Rainer Andresen: Geschichte der Wohngänge. 4 Bände. Neue Rundschau, Lübeck 1981–1985.
  • Michael Scheftel: Gänge, Buden und Wohnkeller in Lübeck. Bau- und sozialgeschichtliche Untersuchungen zu den Wohnungen der ärmeren Bürger und Einwohner einer Grossstadt des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (= Häuser und Höfe in Lübeck. Bd. 2). Wachholtz, Neumünster 1988, ISBN 3-529-01322-6.
  • Serie: Gänge und Höfe. In: Von Lübecks Türmen, 28. März 1908, ZDB-ID 2547859-X .
  • Serie: Gänge und Höfe. In: Von Lübecks Türmen, 13. Juni 1908.

Einzelnachweise

  1. Jörg Niendorf: Ortsmarke (8): Lübecker Gänge Im Schatten der Fassaden. In: FAZ.NET. 30. August 2010. (Abgerufen am 4. März 2015)
  2. Krusehof

Weblinks

 Commons: Lübecker Gänge und Höfe  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lübecker Gänge und Höfe (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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