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Löslicher Kaffee


Löslicher Kaffee, Schnellkaffee oder Instantkaffee (von englisch instant coffee) ist getrockneter Kaffeeextrakt. Durch Aufgießen dieses Pulvers mit heißem Wasser entsteht sofort ein Kaffeegetränk.

Geschichte

Instant- oder löslicher Kaffee wurde 1890 von David Strang aus Invercargill in Neuseeland erfunden und patentiert. Oft wird die Erfindung fälschlicherweise Satori Kato zugeschrieben, einem japanischen Wissenschaftler, der 1901 in Chicago arbeitete. Den Grundstein für die industrielle Herstellung legte 1938 die Schweizer Firma Nestlé. Vermutlich stand bei der Entwicklung die längere Lagerbarkeit des Produkts gegenüber dem herkömmlichen Kaffee im Vordergrund, da man in erntereichen Jahren einem Wertverlust entgegenwirken wollte. Außerdem empfand man die Zubereitung einfacher als bei konventionellem Kaffee. 1957 wurde aus Nescafé erstmals ein Café frappé zubereitret.

Herstellung

Zunächst werden die Kaffeebohnen gereinigt, von Fremdkörpern befreit, gewogen und in Silos zwischengelagert, dann folgen Röstung und Mahlung. Je nach gewünschtem Geschmack und Aroma einer Kaffeemischung werden Kaffees unterschiedlicher Sorte (Arabica oder Robusta) und Herkunft und Qualität aufeinander abgestimmt. Abhängig von der Rezeptur kann diese Mischung entweder vor der Röstung vorgenommen werden oder sie erfolgt, nachdem jede Sorte oder Provenienz für sich geröstet worden ist. Aus dem Mahlkaffee, dessen Mahlgrad (ca. 2 mm) nicht vergleichbar ist mit dem, der in handelsüblichen Kaffeeautomaten Verwendung findet, werden in einer Extraktionsanlage die löslichen Bestandteile des Kaffees extrahiert. Eine solche Extraktionsanlage arbeitet mit Wassertemperaturen von bis zu 200 °C, wofür ein Druck von bis zu 20 bar nötig ist, damit das Wasser nicht verdampft. Der Mahlkaffee befindet sich in sogenannten Perkolatoren, durch die das heiße Wasser fließt und dabei die löslichen Bestandteile des Kaffees herauslöst. Der so gewonnene Kaffeeextrakt wird in einer Eindampfanlage konzentriert und danach getrocknet. Die Ergiebigkeit einer solchen Extraktionsanlage beträgt etwa das zehnfache einer haushaltsüblichen Kaffeemaschine.

Der nach der Extraktion übrig bleibende Kaffeegrund wird in der Regel zur Energierückgewinnung für das Extraktionsverfahren in einer Dampfkesselanlage verbrannt.

Sprühtrocknung

Bei der Sprühtrocknung wird der Kaffeeextrakt mit hohem Druck in Zerstäuberdüsen des oberen Teils eines sogenannten Sprühturms gepumpt. Von unten strömt heiße trockene Luft ein. Das Wasser des Extraktes verdampft, während es durch den Sprühtrockner fällt, und im unteren Teil des Sprühturms sammelt sich die sprühgetrocknete Instantware. Bei der Sprühtrocknung wird ein feinpulveriger, löslicher Kaffee erhalten. Dieser findet vor allen Dingen in löslichem Cappuccino Verwendung.

Durch Agglomeration können aus dem Feinpulver größere metastabile Partikel (Durchmesser wenige Millimeter) löslichen Kaffees erzeugt werden.

Gefriertrocknung

Bei der Gefriertrocknung wird der Kaffeeextrakt zunächst mit Luft oder CO2 beaufschlagt (aufgeschäumt) und auf ca. −5 °C abgekühlt. Dieses mit Softeis vergleichbare Produkt wird dann auf einem Gefrierband bis auf ca. −50 °C tiefgefroren, danach in einem Kaltraum vermahlen und abgesiebt. In einem Vakuumtrockner wird das zu Eis erstarrte Wasser sublimiert. Der übrigbleibende feste Bestandteil ist der Instantkaffee.

Vergleich zwischen Sprühtrocknung und Gefriertrocknung

Ausgehend vom gleichen Röstkaffee/Röstkaffeeextrakt erhält man durch die technisch deutlich aufwändigere Gefriertrocknung einen höherwertigen und wohlschmeckenderen Löskaffee als durch Sprühtrocknung, denn bei der Gefriertrocknung ist die thermische Belastung des Extraktes deutlich geringer als bei der Sprühtrocknung.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Löslicher Kaffee  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Löslicher Kaffee (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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