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Kybartai


Kybartai, polnisch Kibarty, deutsch veraltet Kibarten, ist eine Stadt in Litauen an der Grenze zur russischen Kaliningrader Oblast, ehemals Norden Ostpreußens. Zwischen dem litauischen Kybartai und dem russischen Tschernyschewskoje (Eydtkuhnen bzw. 1938-45 Eydtkau) befindet sich der wichtigste Straßen- und Eisenbahngrenzübergang der russischen Exklave für den Landverkehr mit dem Kernland.

Die Stadt (miesto) hat 6231 Einwohner und ist Sitz des gleichnamigen Landamtes (kaimo seniūnija) der Rajongemeinde Vilkaviškis, die 1994 bis 2010 zum Bezirk Marijampolė gehörte.

Geschichte

Gegründet wurde der Ort im Rahmen der Kolonisierungsbemühungen der Königin Bona Sforza, Gattin des Königs König Sigismund I. von Polen. 1561 wird das Dorf im Kataster von Jurbarkas und Virbalis erwähnt.

Der Friede vom Melnosee hatte 1422 die Zugehörigkeit der Gegend zu Polen-Litauen bestätigt. Von der Dritten Teilung Polens bis zum Frieden von Tilsit 1809 gehörte der Ort zur neu geschaffenen Provinz Südpreußen des Königreichs Preußen, dann bis 1815 zum von Napoleon geschaffenen Herzogtum Warschau. Dessen Grenzverlauf im Süden Litauens wurde beibehalten, als auf dem Wiener Kongress 1815 ein in Personalunion an Russland gebundenes Königreich Polen geschaffen wurde. Dessen Autonomie wurde zunehmend eingeschränkt, bis es in den russischen Weichselgouvernements aufging.

Als 1851 die erste Verbindung zwischen europäischem Normalspurnetz (Preußische Ostbahn) und russischem Breitspurnetz (Petersburg-Warschauer Eisenbahn) geschaffen wurde, benannte man den bei Kybartai gebauten russischen Grenzbahnhof zunächst nach der benachbarten Stadt Virbalis, dessen deutsche Namensversion Wirballen dadurch in die Eisenbahngeschichte eingegangen ist.

Seit der Eröffnung der Bahnstrecke überflügelte Kybartai das alte Virbalis. 1919 erhielt es Stadtrecht. Seit etwa der Zeit heißt auch der Bahnhof Kybartai. Ein großer Teil der Zuzügler, die der Ort in seinem Aufschwung gewann, waren Juden.

Seit der Ausrufung eines neuen unabhängigen Litauen am 16. Februar 1918 gehörte die Gegend dessen Geschichte entsprechend jeweils zur Republik Litauen oder der Litauischen Sowjetrepublik, unterbrochen durch die deutsche Besetzung zwischen 1941 und 1944.

Das einst repräsentative Bahnhofsgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und inzwischen in schlichterer Form wiederhergestellt.

Persönlichkeiten

Weblinks

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