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Kurt Faltlhauser


Kurt Faltlhauser (* 13. September 1940 in München) ist ein deutscher Politiker (CSU).

Er war von 1994 bis 1995 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, von 1995 bis 1998 Bayerischer Staatsminister und Leiter der Staatskanzlei und von 1998 bis 2007 Bayerischer Staatsminister der Finanzen.

Leben und Beruf

Nach dem Abitur am Wittelsbacher Gymnasium in München 1961 absolvierte Faltlhauser ein Studium der Volkswirtschaftslehre und der Politischen Wissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Freien Universität Berlin, welches er 1967 als Diplom-Volkswirt beendete. Er wurde während seines Studiums Mitglied der K.D.St.V. Vindelicia München im CV und Ehrenmitglied der K.B.St.V. Rhaetia München. Als RCDS-Mitglied engagierte er sich auch in der Studentenpolitik und war 1965/66 AStA-Vorsitzender an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1971 erfolgte seine Promotion zum Dr. rer. pol. bei Manfred Hättich an der Universität Mainz. Anschließend war er bis 1974 geschäftsführender Gesellschafter der Firma Gesellschaft für innerbetriebliche Zusammenarbeit – GIZ.

Seit 1987 ist Faltlhauser Lehrbeauftragter und seit 1994 Honorarprofessor der Volkswirtschaftlichen Fakultät der Universität München.

Kurt Faltlhauser ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Partei

1964 trat Faltlhauser in die CSU ein, wo er 1972 Ortsvorsitzender in Obermenzing wurde, dann Kreisvorsitzender im Münchner Westen, Mitglied des Bezirksvorstandes und, zwischen 1990 und 1994 als Landesschatzmeister Mitglied des Präsidiums der CSU.

Abgeordneter

Von 1974 bis 1980 und von 1998 bis 2008 gehörte er dem Bayerischen Landtag an. Zur Landtagswahl in Bayern 2008 stand er nicht mehr zur Wahl.

Von 1980 bis zu seiner Mandatsniederlegung am 20. November 1995 war Faltlhauser Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1990 bis 1993 Vorsitzender der Fraktionsarbeitsgruppe Finanzen und von 1993 bis 1994 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Kurt Faltlhauser ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises München-West in den Bundestag eingezogen.

Öffentliche Ämter

Am 17. November 1994 wurde Faltlhauser als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Am 15. November 1995 schied er aus der Bundesregierung aus.

Anschließend war er bis 1998 Bayerischer Staatsminister und Leiter der Staatskanzlei in der von Ministerpräsident Edmund Stoiber geleiteten Bayerischen Staatsregierung. Nach der Landtagswahl 1998 wurde er am 28. September 1998 zum Bayerischen Staatsminister der Finanzen ernannt. Der nach dem Rücktritt von Edmund Stoiber am 16. Oktober 2007 vom neuen Ministerpräsidenten Günther Beckstein gebildeten Landesregierung gehörte Faltlhauser nicht mehr an, nachdem er zuvor schon am 11. Oktober 2007 sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.

Faltlhauser, neun Jahre lang Chef oder Vize des BayernLB-Verwaltungsrates, sagte im Untersuchungsausschuss des Landtags: „Ein kleiner Provinzfinanzminister kann nicht klüger sein als alle Experten.“ Faltlhauser hatte deshalb keine Einwände, als die BayernLB immer mehr Geld in die US-Papiere steckte: „Alle Wirtschaftsprüfer und Aufsichtsbehörden haben den Papieren Höchstbewertungen gegeben.“

Sein Amtsnachfolger als Finanzminister, CSU-Chef Erwin Huber (61), ist für Faltlhauser ebenfalls „Opfer, nicht Täter.“

Der Vorstand der BayernLB ist Anfang 2011 zu der Ansicht gelangt, der ehemalige Sparkassenpräsident Siegfried Naser und Kurt Faltlhauser hätten als Chef beziehungsweise Vizechef des Verwaltungsrats der Staatsbank beim Kauf der Hypo Alpe Adria im Jahr 2007 ihre Aufsichtspflichtengrob fahrlässigvernachlässigt und sollen daher Schadenersatz zahlen.[1] Die Bank reichte daraufhin im Januar 2012 Klage auf Schadensersatz in Höhe von 200 Millionen Euro ein. Bei der Summe soll es sich um die höchste Schadensersatzforderung handeln, die in Deutschland je gegen einen hohen Politiker eingefordert wurde.[2]

Kabinette

Veröffentlichungen

  • Miteigentum – Das Pieroth-Modell in der Praxis. ECON-Verlag, Düsseldorf und Wien 1971, ISBN 3-430-12608-8.
  • Geld und Gemeinden. Südwest Information, München 1972.
  • mit Klaus Esser: Beteiligungsmodelle. Verlag Moderne Industrie, München 1974, ISBN 3-478-11070-X.
  • Unternehmen und Gesellschaft, Theorie und Praxis der Sozialbilanz. Erich Schmidt Verlag, Berlin 1978, ISBN 3-503-01723-2.
  • mit Edmund Stoiber: Politik aus Bayern. Busse und Seewald, Herford 1982, ISBN 3-512-00447-4.
  • Steuerstrategie. Kölner Universitätsverlag, Köln 1988.
  • Im Münchner Westen. Von der Wies'n bis Aubing. Bayerland VA, Dachau 1989, ISBN 3-89251-062-8.
  • mit Klaus Rose: Die Haushälter – Ist die Zukunft finanzierbar? Kölner Universitätsverlag, Köln 1990, ISBN 3-87427-043-2.
  • Ansichten aus dem Münchner Westen. Bayerland VA, Dachau 1993, ISBN 3-89251-171-3.
  • Finanzpolitik der Zukunft – Das Prinzip Nachhaltigkeit. Olzog, München 2002, ISBN 3-7892-8092-5.
  • Bauen für die Kunst. Ein Werkstattbericht aus der Ära Stoiber. Pustet-Verlag, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7917-2547-5.

Literatur

  • Stefan Hemler: Von Kurt Faltlhauser zu Rolf Pohle. Die Entwicklung der studentischen Unruhe an der Ludwig-Maximilians-Universität München in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre. In: Venanz Schubert (Hrsg.): 1968. 30 Jahre danach. (= Wissenschaft und Philosophie. 17). EOS-Verlag, St.Ottlien 1999, ISBN 3-88096-090-9, S. 209–242.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. BayernLB: Bank will Schadenersatz. In: Süddeutsche Zeitung. 2. März 2011, abgerufen am 2. März 2011.
  2. Bayerische Landesbank: Bank will Schadensersatz von Faltlhauser (Memento vom 10. Februar 2012 im Internet Archive)


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt Faltlhauser (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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