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Kupfer(II)-acetat


Strukturformel
[math]\mathrm{ \ \Biggl[}[/math] [math]\mathrm{ \ \!\ \Biggr]_2}[/math]
Allgemeines
Name Kupfer(II)-acetat
Andere Namen
  • Cupriacetat
  • Kupferdiacetat
  • Aerugo
Summenformel C4H6CuO4
CAS-Nummer
  • 142-71-2 (wasserfrei)
  • 6046-93-1 (Monohydrat)
PubChem 8895
Kurzbeschreibung

grüne (wasserfrei) bis blaugrüne (Monohydrat), geruchlose Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 181,64 g·mol−1 (wasserfrei)

199,64 g·mol−1 (Monohydrat)

Aggregatzustand

fest

Dichte

1,88 g·cm−3 (Monohydrat)[1]

Schmelzpunkt

115 °C (Monohydrat)[1]

Siedepunkt

Zersetzung[1]

Löslichkeit

mäßig in Wasser (72 g·l−1 bei 20 °C, Monohydrat)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​315​‐​319​‐​335​‐​400
P: 261​‐​273​‐​280​‐​301+312​‐​302+352​‐​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22
S: 36
MAK

0,1 mg·m−3 [1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Kupfer(II)-acetat (auch Grünspan; lateinisch Cuprum aceticum oder Aerugo) ist ein Kupfersalz der Essigsäure mit der Konstitutionsformel Cu(CH3COO)2.

Die Bezeichnung Grünspan leitet sich ab von mittellateinisch viride Hispanum, dem spanischen Grün, ein im Mittelalter aus Spanien eingeführtes Farbpigment.

Eigenschaften

Kupfer(II)-acetat kristallisiert aus wässriger Lösung als Monohydrat (Cu(CH3COO)2·H2O). Das Salz bildet dunkelgrüne Kristalle, die sich in Wasser (bei 20 °C zu 72 g/l) und in Ethanol lösen. Die Kristalle verwittern an der Luft und verlieren beim Erhitzen auf über 100 °C ihr Kristallwasser, ab 240 °C zersetzen sie sich, wobei auch Essigsäure entsteht.

Herstellung

Kupferacetat entsteht im Labor beim Einstellen von Kupferblech oder -draht in Essigsäure oder Essig an der Luft. Dabei bildet sich zunächst sogenannter Grünspan, der ein Gemisch verschiedener basischer Kupferacetate darstellt und sich an Kupferstellen bildet, die sich oberhalb der Essigsäurelösung befinden. Grünspan entsteht daher auch beim Aufbewahren von essighaltigen Speisen in Kupfergefäßen. Grünspan (ungefähre Zusammensetzung Cu(CH3COO)2·[Cu(OH)2]3·2H2O) darf jedoch nicht mit den grünen Schichten einer Patina verwechselt werden, dies sind nämlich Kupfer-(carbonat-sulfat-chlorid)-hydroxid-Gemische (basische Kupferverbindungen), die sich z. B. auf Kupferdächern bilden.

In Essigsäure gelöst, liefert Grünspan dann das Kupferacetat. Bei der technischen Gewinnung von Kupferacetat mit Essigsäure wird statt Kupfer-Metall Kupfer(II)-oxid oder Kupfer(II)-carbonat verwendet.

Verwendung

Kupferacetat ist ein Farbpigment (Spanisches Grün) in den Farben Grün (auch Grünspan) bis Blau (in Gemisch mit Kalk und Essigsäure, es bildet sich Kupfer-Calcium-Acetat). In der Ölmalerei wurde es vor allem in der Renaissance als eines der wenigen damals erhältlichen grünen Pigmente verwendet.[3] Es ist ein wichtiges Zwischenprodukt zur Herstellung des giftigen Farbpigments Schweinfurter Grün, dient als Fungizid (pilztötendes Mittel) und ist mäßig giftig. Im Bengalischen Licht und in Feuerwerken liefert es eine grüne Flammenfärbung.

Vorkommen

In der Natur kommt Kupferacetat als das sehr seltene Mineral Hoganit vor.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Eintrag zu Kupferacetat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  3. Kühn, H., Grünspan und seine Verwendung in der Malerei, in: Farbe und Lack, 70, 1964, S. 703-711.

Weblinks


Kategorien: Pyrotechnik | Anorganisches Pigment | Kupferverbindung | Acetat | Gesundheitsschädlicher Stoff

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kupfer(II)-acetat (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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