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Kuchl


Dieser Artikel erläutert die Gemeinde, den Marktort ebenda siehe Kuchl (Gemeinde Kuchl).
Kuchl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Hallein
Kfz-Kennzeichen: HA
Hauptort: Kuchl
Fläche: 47,12 km²
 :
Höhe: 468 m ü. A.
Einwohner: 7.119 (1. Jän. 2016)
Postleitzahlen: 5431, 5424, 5440
Vorwahl: 06244
Gemeindekennziffer: 5 02 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 25
5431 Kuchl
Website: www.kuchl.net
Politik
Bürgermeister: Andreas Wimmer (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(25 Mitglieder)
13 ÖVP, 6 Grüne, 4 SPÖ, 2 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Kuchl im Bezirk Hallein
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kuchl ist eine Gemeinde mit 7119 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) im Salzburger Land im Bezirk Hallein (Tennengau) in Österreich.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Golling-Halleiner Becken im Salzburger Land am Fuße des Hohen Gölls und des Roßfelds (Berchtesgadener Alpen). Das Gemeindegebiet wird von der Salzach durchflossen. Die östlichen Gebiete zwischen Salzach und dem Langenberg gehören zur Osterhorngruppe (Salzburger Voralpen beziehungsweise Salzkammergutberge).

Nachbargemeinden

Hallein Bad Vigaun
Eck (gemfr. Geb., BY, DE) Sankt Koloman
Schönau am Königssee (Lkr. BGL, BY, DE) Golling
an der Salzach
Scheffau am Tennengebirge

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Georgenberg, Jadorf, Kellau, Kuchl und Weissenbach.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

Zählsprengel sind Kuchl-Zentrum (000, für den Hauptort), Garnei-Jadorf-Moos (001, der Norden, KG Jadorf, mit Unterlangenberg), Kuchl-Süd und West (002, Kellau, Weißenbach, Gasteig) und Georgenberg (003).

Geschichte

Der Ort hat römische Wurzeln: Cucullae, Cucullis, eine Poststation der Römerstraße Virunum – Iuvavum, die in der Tabula Peutingeriana, einer römischen Straßenkarte, verzeichnet ist. Der Name steht vielleicht zu lateinisch cucullusSpitzmütze, Gugel‘, auch ‚spitzer Berg‘.[2] Bekannt ist Kuchl auch durch die Vita Sancti Severini mit dem dort beschriebenen Kerzenwunder des Heiligen Severin (5. Jh.). Die enge Mischung der romanischen (Kuchl), slawischen (Golling) und germanischen Ortsnamen zeigt die wohl weitgehend friedliche Siedlungskontinuität vom Abzug der Römer im 5. Jahrhundert über Ansiedlung der Alpenslawen bis zur Missionierung durch den irischen Mönch und Bischof Rupert und die baiuwarische Landnahme ab 700.

997 führte ein Tauschvertrag des Kuchler Dienstmannes Gezo mit dem Erzbischof von Salzburg zur Errichtung einer Mutterpfarre in Kuchl und schließlich zur Einrichtung einer Grafschaft samt Landgericht, das bis Mitte des 15. Jahrhunderts existierte. Gegen 1380 erfolgte die Erhebung Kuchls zum Bannmarkt. 1850 wurde aus den Steuergemeinden Kuchl, Georgenberg, Kellau, Unterlangenberg und Weißenbach die politische Marktgemeinde Kuchl gebildet.[3]

Politik

Bis Ende Mai 1923 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Golling, seit dem 1. Juni 1923 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Hallein.

Gemeindevertretung

13
4
6
2
13 

Sitzverteilung seit der Gemeinderatswahl 2014:[4]

Bürgermeister ist Andreas Wimmer von der ÖVP.

Wappen

Blasonierung:

In Blau auf grünem Boden ein nach rechts springender naturfarbener Hirsch.

Das Wappen geht auf das Geschlecht der Kuchler zurück. Die Verleihung erfolgte am 26. Juli 1930.[5]

Gemeindepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Kuchl ist durch den hohen Anteil an Sägewerks-, Zimmerei- und Tischlereibetrieben, wie auch das Holztechnikum als „Holzgemeinde“ bekannt. Folgende Unternehmen sind von Bedeutung:

  • Delino GmbH (Reinigungsunternehmen)
  • Döllerer Vinothek
  • elastica, Hersteller von Matratzen
  • Emco-Test Prüfmaschinen GmbH, Erzeuger von Härteprüfgeräten
  • graph-ix, Agentur für Fotografie und Grafikdesign
  • Holz Stefl
  • Kaspar Kaindl GmbH, Sägewerk
  • Kässbohrer Hersteller von Pistengeräten
  • Moldan Baustoffe
  • MSH Maschinenbau
  • Neureiter Maschinen
  • UNTHA Shredding Technology, Zerkleinerungsmaschinen
  • Wimmer Holz

Neben dem Gipsbergbau Moldan (seit dem 17. Jh.) ist in jüngsten Jahren das Gewerbegebiet Brennhoflehen in Kellau bedeutender Standort geworden.[3]

Verkehr

Kuchl ist auf der Salzburg-Tiroler-Bahn mit der Linie S3 der S-Bahn Salzburg halbstündlich von der Landeshauptstadt Salzburg zu erreichen – mit den Haltestellen Kuchl (in Kuchl) und Kuchl Garnei (in Seeleiten); für den Süden liegt der Bahnhof Golling-Abtenau näher.

Die Tauernautobahn A 10 (Anschlussstelle Kuchl, Exit 22, bei Speckleiten) sowie die Salzachtal Straße B 159 verlaufen durch das Gemeindegebiet.

Das Gemeindegebiet berührt auch die deutsche Roßfeldhöhenringstraße, die aber keinerlei Verkehrsanbindung in den Kuchler Raum hat.

Bildung

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kuchl

Kleindenkmale:

  • Marktkreuz: Barockes Kruzifix an der Hauptstraße[8]
  • Wegkapelle in Unterlangenberg[8]
  • Barocker Bildstock mit Zeltdach mit Figur kniender Schmerzensmann am Georgenberg[9]
  • Relief Predigt des Hl. Severin an der Salzachbrücke von Josef Zenzmaier aus 1960[8]
  • Figur Hirte an der Straße nach St. Koloman von Max Rieder aus 1973[8]
  • Marktbrunnen vor dem alten Gemeindeamt von Josef Zenzmaier aus 1979[8]
  • Marktbrunnen vor dem neuen Gemeindeamt von Josef Zenzmaier aus 2013[11]
  • Grabsteine der Kuchler beim Doserbauer (Georgenberg 58)
  • Grenzstein am Ecker Sattel (beim Purtschellerhaus, 1413 m) aus 1818 mit den Inschriften „KBG“ (Königlich Bayerische Grenze) und „KKOEG“ (Kaiserlich Königlich Österreichische Grenze)[8]

Museen:

  • Museum Kuchl: Dauerschau insbesondere mit römischen Grabungsfunden, Bruderschaftswesen und historischen Gebrauchsgegenständen der Gegend.[12]

Wichtige Funde:

Bedeutende archäologische Fundorte, die jedoch nicht zu besichtigen sind:

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Schusterjahrtag: Am ersten Montag nach Mariä Geburt (8, September) wird in Kuchl der Schusterjahrtag gefeiert. Es ist ein Feiertag für alle Beschäftigten und ihre Arbeitgeber in den Kuchler Betrieben. Heutzutage feiern alle Lehrlinge mit ihren Lehrherren.
An diesen Tag versammeln sich die Beteiligten vor der Zunftherberge (Goldene Stiege) und marschieren in die Kirche und nach einer Messfeier durch den Markt. Der Festzug wird vom Zunftvater angeführt, der das Zunftkreuz trägt. Dahinter folgen die Fahnenträger mit der Zunftfahne. Anschließend findet in der Herberge die Jahreshauptversammlung statt. Dort werden die ausgelernten Lehrlinge freigesprochen: Der Zunftvater überreicht ihnen den Gesellenbrief. Auch neue Meister werden in die Zunft aufgenommen.
Benannt ist der Jahrtag nach den Schustern, die bis zum Jahr 1896 in der Herberge freigesprochen wurden.

Natur

  • Gollinger Wasserfall mit Schwarzbachhöhle: Bildet die Gemeindegrenze zwischen Golling und Kuchl. Der Gollinger Wasserfall für Besucher durch Steiganlagen erschlossen (Naturdenkmal).
  • Georgenberg: Inselberg, mit Kirche (Naturdenkmal)
  • Schleierfall im Ortsteil Unterweißenbach bei Stockach
  • Tauglgries: Schwemmland und Schotterbänke der Taugl (Europa- und Naturschutzgebiet)
  • Freimoos hinter dem Georgenberg (geschützter Landschaftsteil)
  • Heiligensteiner Au, Auwaldrest der Salzach in Unterweißenbach nördlich Stockach (geschützter Landschaftsteil)
  • Kaiserlinde
  • Kühschwalb, Hochtal am Nordfuß des Hohen Gölls[15]

Das Göllmassiv gehört zum Europa- und Naturschutzgebiet Kalkhochalpen, am Roßfeld ist das Landschaftsschutzgebiet Roßfeldstraße ausgewiesen, und im Südosten liegt das Landschaftsschutzgebiet Rabenstein–Kellau.

Sport

  • Tischtennis: Kuchl ist als Hochburg im Tischtennissport bekannt; viermal wurde die Österreichische Staatsmeisterschaft gewonnen, wobei Gottfried Bär und Heinz Hiegelsberger die herausragenden Spieler des Vereins waren.
  • Wassersport: Beliebt bei Flußsurfern und Kajakfahrern ist der 'Kuchler Schwall' in der Salzach.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter:

  • Gottfried Bär (* 1952 Hallein), Tennisspieler, mehrfacher österreichischer Staatsmeister im Tischtennis, Ehrenringträger von Kuchl
  • Josef Bernegger (1907–1994), Lehrer und Schriftsteller
  • Helmut Eichholzer (* 1975), dreifacher österreichischer Staatsmeister im Paragleiten
  • Ferdinand Fischer (1652–1725), Lautenspieler und Komponist
  • Lisa Kaltenegger (* 1977), Astrophysikerin
  • Karin Köllerer (* 1970), Skirennläuferin
  • Georg Lienbacher (1822–1896), Jurist und Politiker
  • Georg Lienbacher (* 1961), Verfassungsrichter und Universitätsprofessor[16]
  • Jakob Matthias Lienbacher (1807–1884), Pastoraltheologe und Domdechant
  • Johann Lienbacher (1818–1893), Priester und Bergwerksbesitzer
  • Nikolaus Lienbacher (1809–1872), Priester
  • Michael Neureiter (CSP) (1877–1941), Dechant, Landesrat, Landtagspräsident u. Landeshauptmann-Stellvertreter
  • Eva Walkner (* 1979), Free-Ride-Weltmeisterin 2015 u. 2016[17]
  • Matthias Walkner (* 1986), MX3-Weltmeister 2012[18]
  • Daniela Wimmer (* 1977), Sängerin
  • Josef Zenzmaier (* 1933), Bildhauer

Personen mit Beziehung zur Gemeinde:

  • Roland Adrowitzer (* 1957 Hallein), ORF-Redakteur, in Kuchl aufgewachsen
  • Georg Coch (1842–1890), deutsch-österreichischer Ökonom und Bankier, Spender der ersten Wasserleitung
  • Theodor Illion (1898–1984), österreichischer Schriftsteller, hier begraben
  • Rudolf Kortokraks (1928–2014), deutscher Maler, viele Werke aus Kuchl und Umgebung, hier begraben
  • Joseph Matthias Kracher (1752–1835), österreichischer Komponist, Stiftsorganist in Seekirchen, langjähriger Lehrer hier [19]
  • Joseph Mohr (1792–1848), Textdichter des Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht, 1820[20] in Kuchl tätig

Ehrenbürger:

  • Josef Eichriedler, Gendarm, Bürgermeister
  • Matthias Eisl (1846–1935), Pfarrer von 1903 bis 1931
  • Franz Esthofer (1900–1980), Pfarrer in Kuchl von 1950 bis 1967
  • Hans Faistauer, Sprengelarzt von 1922 bis 1951
  • Josef Hainacher (1930–2002), Vizebürgermeister
  • Peter Hofer, Bürgermeister von 1959 bis 1969
  • Johann Hönegger (1922–2008), Pfarrer ab 1967.
  • Max Huber, Bürgermeister 1938–1940
  • Hans Lechner (1913–1994), Agrarwissenschaftler und Politiker (ÖVP)
  • Carl-Eberhard Moldan (1921–1994), Industrieller[21]
  • Wilhelm Nemetz, Volkschuldirektor von 1954 bis 1970[22]
  • Michael Neureiter (1877–1941), Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreter (CSP)
  • Arno Reischenböck (1916–1997), Bezirkshauptmann[23]
  • Karl Rettenbacher (1902–1987), Hauptbrandmeister
  • Christian Schaber, Sprengelarzt
  • Georg Schönleitner, Schwalberbauer
  • Josef Seiwald (1893–1981), Gastwirt
  • Johann Siller (1896–1968), Bürgermeister von 1945 bis 1959
  • Dominik Thalhammer (1857–1917), Volksschuldirektor von 1888 bis 1917.
  • Alois Winkler (1838–1925), Landeshauptmann

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften , Statistik Austria
  2. vergl. Kogel; Angabe Ludwig Steub: Die romanischen Ortsnamen im Lande Salzburg. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) 21, 1881, S. 99 (ganzer Artikel S. 98–102, eReader, ANNO online).
  3. 3,0 3,1 Chronik – Kuchl besitzt eine reiche Vor- und Frühgeschichte , Gemeinde Kuchl, kuchl.net.
  4. Marktgemeinde Kuchl – Gemeindeportrait , Statistik Austria (PDF)
  5. Friederike Zaisberger, Nikolaus Pfeiffer: Salzburger Gemeindewappen. Winter Verlag, Salzburg 1985, ISBN 3-85380-048-3.
  6. § 1 (Schulsprengel) 9c Schulsprengelverordnung für bestimmte allgemeinbildende Pflichtschulen im politischen Bezirk Hallein. StF: LGBl. Nr. 52/1992 (i.d.g.F. online, ris.bka).
  7. 7,0 7,1 Campus Kuchl , fh-salzburg.ac.at
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 8,5 8,6 8,7 8,8 8,9 Dehio Salzburg, 1986, Kuchl. S. 196–200.
  9. 9,0 9,1 Dehio Salzburg, 1986, Georgenberg. S. 110 ff.
  10. ein Foto auf geocaching.com (zu Modermühlen )
  11. kuchl.net
  12. Museum Kuchl
  13. 13,0 13,1 Olivier Klose: Römische Gebäudereste in Kemeting bei Maria Plain und in der Kellau bei Golling In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) Band 65, 1925, B. Die Villa des L. Pomp. Aquilinius Potens. S. 95–112 (ganzer Artikel ab S. 73, eReader, anno.onb.ac.at; Plan S. 112/1).
  14. 14,0 14,1 Kuchl , iuvavum.org.
  15. Naturpark Kühschwalb , bergfex.at (ist aber kein Naturpark)
  16. Georg Lienbacher auf den Seiten des VfGH
  17. Eva Walkner
  18. Matthias Walkner
  19. File:Petersfriedhof_Grab_Matthias_Kracher.jpg | Grabmal in St. Peter
  20. AES, Taufbuch Kuchl, Tom. IX, S. 17ff.
  21. MGSLK 127, 1987, S. 5ff
  22. Schulleiter der Volksschule Kuchl . Abgerufen am 19. November 2014.
  23. Nekrolog in MGSLK 138, 1998, S. 661

Weblinks

 Commons: Kuchl  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Gemeinde im Land Salzburg | Osterhorngruppe | Kuchl | Berchtesgadener Alpen

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