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Kriwitschen


Die Kriwitschen (russisch Кривичи, wiss. Transl.: kriviči) waren ein ostslawischer Stamm, der an der oberen Düna um Polazk im heutigen Belarus sowie am oberen Dnepr um Smolensk im heutigen westlichen Russland siedelte.

Verbreitungsgebiet

Kriwitschen siedelten nach der Nestorchronik in verschiedenen Gebieten [1]

Archäologische Forschungen vermuten aufgrund charakteristischer Lang-Kurgane (Hügelgräber mit länglicher Form, 50 m × 7 m × 1 m) Kriwitschen auch

Herkunft

  • Der Name leitet sich möglicherweise aus dem Baltischen her.
  • Das gesamte Gebiet entlang der Düna war baltisches Siedlungsgebiet.
  • Auch archäologische Funde ergaben baltische Elemente in der materiellen Kultur

Aus alledem ergibt sich die Möglichkeit einer ursprünglich baltischen Herkunft eines Teils der Kriwitschen.

Geschichte

Laut Nestorchronik riefen im Jahr 862 die Kriwitschen zusammen mit ihren Nachbarn, den ostseefinnischen Tschuden und Wes, sowie den Ilmenslawen die skandinavischen Waräger dazu auf, über sie zu herrschen.

Sonstiges

Wahrscheinlich nach den Kriwitschen heißt Russland in der lettischen Sprache Krievija.

Literatur

  • Sedov, V. V.: Krivitschi, in: Sovjetskaja archeologija, Bd.1, 1960
  • Schich, M. M.: K voprosu ob etnitscheskoj prinadleshnosti krivitschej (Zur Frage der ethnischen Herkunft der Kriwitschen), Vestnik Lipezkovo gosudarstvennovo pedagogitscheskovo universiteta.Serija gumanitarnye nauki., Bd. 1 (8), 2013, S. 8–17 online
  • Schmidt, E. A.: Krivitschi Smolenskogo Podneprov'ja i Podvin'ja v svete archeologitscheskich dannych (Die Kriwitschen im Smolensker Dnjeprgebiet und im Dünagebiet im Lichte archäologischer Erkenntnisse), Smolensk 2012 online

Anmerkungen

  1. Von diesen auch die Kriwitschen, diese siedelten an der oberen Wolga, und an der oberen Düna und am oberen Dnjepr, ihre Stadt ist Smolensk, dorthin haben sich die Kriwitschen niedergelassen
  2. Die estnische Archäologin M. Aun vermutet die Entstehung der Lang-Kurgane im Gebiet des östlichen Estland östlich des Peipussees, siehe M. Aun: Kurgannye mogilniki Wostotschnoj Estonii wo wtoroj polowine 1 tysjatscheletija naschej ery (Kurgane des östlichen Estlands in der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung), Tallinn 1980, der russische Archäologe W. W. Sedow unterscheidet zwei Gruppen: eine am Peipussee um Pskow (6./7. Jhd.) (Siedlungsgebiet der Tschuden), eine spätere an oberer Dwina und Dnjepr (8./9. Jhd.) (Siedlungsgebiet der Kriwitschen), siehe W. W. Sedoow:: Kultura pskowskich dlinnych kurganow (Kultur der langen Kurgane bei Pskow) in: Slawjane w rannem srednewekowe, Moskau 1995, S. 211–217, 416, online (russisch)

Kategorien: Historische europäische Ethnie | Slawischsprachige Ethnie

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