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Kreuzwertheim


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-SpessartVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Kreuzwertheim
Höhe: 144 m ü. NHN
Fläche: 20,04 km²
Einwohner: 3819 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97892
Vorwahl: 09342
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 151
Marktgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Lengfurter Str. 8
97892 Kreuzwertheim
Webpräsenz: www.kreuzwertheim.de
Bürgermeister: Klaus Thoma (Parteilos)
}
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Kreuzwertheim ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kreuzwertheim.

Geographie

Der Markt Kreuzwertheim liegt südwestlich der Bundesautobahn 3 am Rande des Spessarts und gegenüber der baden-württembergischen Stadt Wertheim. Im Uferbereich des Mains gibt es Feucht- und Trockenwiesen. Auf den südlichen Talhängen befinden sich Weinberge oder Streuobstwiesen auf ehemaligen Weinbauterrassen, ansonsten sind die Talhänge mit Wald bewachsen. Das Gemeindegebiet ist zu einem großen Teil bewaldet und wird landwirtschaftlich genutzt. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 352 m ü. NN am Pfadsberg, nordwestlich von Röttbach, der niedrigste liegt im Main auf 134 m ü. NN .

Gemeindegliederung

Kreuzwertheim besteht aus vier Ortsteilen in den gleichnamigen Gemarkungen (in Klammern: Einwohnerzahl)[2]:

Nachbargemeinden

Gemeinde
Schollbrunn
Stadt
Marktheidenfeld
Gemeinde
Hasloch
Markt
Triefenstein
Stadt
Wertheim

Geschichte

Die Besiedlung der Gemarkung geht bis in die Steinzeit zurück (Steinbeilfunde). Die erste bekannte Bezeichnung der Siedlung lautete „Werdheim“, was so viel bedeutet wie Heimstatt am sicheren Ufer. Damit wird auf die Lage am Main hingewiesen. Die erste urkundliche Erwähnung fand (sehr wahrscheinlich) bereits um 749 als Streubesitz des Klosters Fulda statt. Werdheim entwickelte sich zur Urpfarrei des südöstlichen Spessartraumes. Diese unterstand zunächst dem Bischof von Würzburg und auf ihn ging die Marktrechtsverleihung durch König Heinrich II. vom 22. Oktober 1009 zurück. Zwei steinerne Türme der frühen Ortsbefestigung, ein markantes steinernes Kreuz mit dem irischen Sonnenkranz auf dem Kirch- und Marktplatz und die kleine Wehrkirche, deren Ursprünge in der Zeit der Christianisierung liegen, erinnern an diese Zeit. Ab dem frühen 12. Jahrhundert nannte sich ein Zweig des Adelsgeschlechts der Reginbodonen nach Wertheim. Dieses Adelsgeschlecht ließ auf der linken Mainseite eine neue Wehranlage errichten, so dass sich in ihrem Schutz eine neue Ansiedlung entwickelte, die bald die Bezeichnung Werdheim übernahm. Im Jahre 1192 wurde die heutige Stadt Wertheim erstmals als „Suburbium castri Wertheim“ erwähnt, um 1200 wurde sie als „oppidum“ und 1244 als „civitas“ bezeichnet (Vgl. hierzu auch Wertheim)

Seit dieser Zeit gibt es zur besseren Unterscheidung der beiden Siedlungen Ortsnamen, die auf das steinerne Kreuz auf dem Marktplatz Bezug nehmen: „Crucwertheim“, „Heiligen-Creuzeswertheim“ oder auch „Creütz“. Diese Bezeichnung ist bis heute im Volksmund üblich. Nachdem Wertheim 1306 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte, geriet der alte Siedlungsteil auf der anderen Mainseite endgültig ins Hintertreffen und die alten Marktrechte büßten mehr und mehr an Bedeutung ein, was durch die Pestepidemien verstärkt und für längere Zeit anhielt.

Das ehemalige Amt der Grafen von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde 1806 zugunsten des Fürstentums Aschaffenburg des Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg mediatisiert. Ab 1810 gehörte es zu dem kurzlebigen Großherzogtum Frankfurt und fiel nach dessen Auflösung 1814 an das Königreich Bayern.

Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Marktheidenfeld gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Kreuzwertheim lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Kreuzwertheim war dann eine der 47 Gemeinden im Landkreis Marktheidenfeld. Mit Auflösung des Landkreises Marktheidenfeld im Jahre 1972 kam Kreuzwertheim in den neu gebildeten Landkreis Main-Spessart.

Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Lohr am Main – Wertheim wurde am 1. Oktober 1881 der Personen- und Güterverkehr durch die Bayerische Staatsbahn aufgenommen. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz endete mit der Einstellung des Personenverkehrs zwischen Lohr Stadtbahnhof und Wertheim am 30. Mai 1976 bereits wieder. Auch die Eisenbahnbrücke über den Main verschwand 1984 von ihrer ursprünglichen Stelle und steht jetzt an der Eisenbahnstrecke Schweinfurt-Kitzingen.

Vor allem der Kirchplatz mit dem Marktkreuz (nach Beschädigung 2009 restauriert), die umliegenden Gassen, die alte Wehrkirche, das 1594 erbaute Wohnhaus des Schultheißen (Bürgermeisters) Peter Herrschaft, ein Ziehbrunnen sowie die Reste der alten Ortsbefestigung sind sehenswert. Das Schloss, ehemals erbaut als Witwensitz und bis heute Wohnsitz der früheren Fürstenfamilie zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg ist markanter Teil des Ortsbildes.

Im Jahr 2009 feierte Kreuzwertheim sein 1000-jähriges Jubiläum der Verleihung des Marktrechts. Es wurde ein Steindenkmal am „dicken Turm“ im alten Ortskern an der Kreuzung Lengfurter Straße/Hauptstraße errichtet. Aus diesem Anlass wurde eine vierbändige Jubiläumschronik angefertigt, die am 3. Dezember 2012 veröffentlicht wurde.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wiebelbach eingegliedert.[4] Am 1. Januar 1977 kam Unterwittbach hinzu. Röttbach folgte am 1. Mai 1978.[5]

Einwohnerentwicklung

  • 1961: 2630 [5]
  • 1970: 3186 [5]
  • 1987: 3562
  • 2000: 3850
  • 2011: 3729
  • 2014: 3813
  • 2015: 3821

Religion

Die Gemeinde ist knapp überwiegend katholisch. Es existieren die katholische Pfarrei Heiligkreuz[6] (Kirche Heilig Kreuz) im Hauptort der Gemeinde, die katholische Pfarrei St. Markus in Unterwittbach mit der Filiale St. Josef der Bräutigam in Wiebelbach sowie die Kuratie St. Antonius von Padua in Röttbach.[7] Daneben gibt es noch im Hauptort die evangelisch-lutherische Kirche "Zum Heiligen Kreuz"[8] und die Neuapostolische Kirche Kreuzwertheim.[9]

Politik

Bürgermeister

Die Bürgermeister seit 1888:

  • seit 2014: Klaus H. Thoma, (von CSU und Freie Wählervereinigung aufgestellt)
  • 1996–2014: Horst E. Fuhrmann, CSU
  • 1984–1996: Christa Schoenberg, CSU
  • 1978–1984: Gerald Amarell, Freie Wählervereinigung
  • 1972–1978: Hans Schneider, CSU († 1978)
  • 1945–1972: Philipp Günzelmann, SPD
  • 1925–1945: Georg Fröber
  • 1906–1925: Andreas Dinkel
  • 1888–1905: Georg M. Fröber

Marktgemeinderat

Die Kommunalwahlen 2002 bis 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

CSU SPD/PLUS Freie Wählervereinigung Gesamt
2014 5 5 6 16 Sitze
CSU SPD/PLUS Freie Wählervereinigung Gesamt
2008 5 4 7 16 Sitze
CSU SPD/PLUS Freie Wählervereinigung Gesamt
2002 6 4 6 16 Sitze

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 1046 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 150 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1434. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 17 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 305 Hektar, davon waren 295 Hektar Ackerfläche und 7 Hektar Dauergrünfläche.

Weinbau

Kaffelstein ist die bekannteste Weinlage des Marktes.

Verkehr

Der Main wird bei Kreuzwertheim von zwei Straßenbrücken überspannt, derwestlich gelegenen Spessartbrücke und der älteren Mainbrücke Wertheim, die 1882 dem Verkehr übergeben wurde. Von 1881 bis 1984 gab es eine Eisenbahnbrücke, die neben der älteren Straßenbrücke lag.

Der Betrieb der Bahnstrecke Lohr–Wertheim wurde am 1. Oktober 1881 durch die Bayerische Staatsbahn aufgenommen, 1,6 km der Strecke lagen auf badischem Gebiet. Der Personenverkehr wurde zwischen Lohr Stadt und dem Bahnhof Wertheim am 30. Mai 1976 eingestellt, die Trasse wurde abgebaut, auf ihr verläuft zum großen Teil der Maintalradweg. Die Eisenbahnbrücke bei Kreuzwertheim wurde 1984 abgebaut und 175 Kilometer weiter mainaufwärts bei Schweinfurt an der Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt wiedererrichtet.

Vor dem Bau der Umgehungsstraße führte die bayerische Staatsstraße 2315 von der Bundesautobahn 3 kommend als Lengfurter Straße von Nordosten in den Hauptort. Sie knickt heute nach einem Kreisverkehr nördlich des westlichen Ortsteils nach Norden ab. Dort führt die Haslocher Straße, der frühere Verlauf der Staatsstraße, nach Süden in den Ort. Vom selben Kreisverkehr führt nach Westen die Staatsstraße 508 über die Mainbrücke nach Baden-Württemberg, die nach Wertheim und weiter zur Bundesstraße 27 bei Hardheim führt.

Bildung

  • Drei Kindergärten mit 150 Plätzen und 133 Kindern
  • Grundschule (1.–4. Klasse); die Hauptschule wurde mit Verordnung der Regierung von Unterfranken vom 15. Juli 2011 zum 1. August 2011 in die Mittelschule Marktheidenfeld eingegliedert

Sender Kreuzwertheim

Hauptartikel: Sender Kreuzwertheim

Persönlichkeiten

Literatur

  • Geschichts- und Heimatverein Kreuzwertheim e. V. (Hrsg.): In Kreuzwertheim – Durch das Jahr. Jahrbücher 1989 ff., bisher 27 Bde.
  • Manfred Schneider u. a.: 1000 Jahre Markt Kreuzwertheim. hrsg. vom Markt Kreuzwertheim 2011, 4. Bde., 1500 S.
  • Manfred Schneider: Kreuzwertheim – mein Stück Mainfranken. Selbstverlag 1989, 120 S.
  • Manfred Schneider: Kreuzwertheim in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel/NL, 78 S.
  • Manfred Schneider: Hans Lechner – Heimatmaler Kreuzwertheim. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1991, 186 S.
  • Manfred Schneider: Lobpreis der Quätschich. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1992, 192 S.
  • Manfred Schneider: Das Patrouillenbuch des Sergeanten Ludwig Grüner aus Kreuzwertheim. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1993
  • Manfred Schneider: Anfang und Ende des Dritten Reiches. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1995, 126 S.
  • Manfred Schneider: Das Rätsel um die Wettenburg, Mythos und Wahrheit. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1999, 82 S.
  • Manfred Schneider: Ein Himmelreich auf Erden. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1997, 64 S.
  • Manfred Schneider: Das Schreibbuch des Johann Kaspar Günzelmann III. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1997–2000, 5 Bde., 430 S.
  • Manfred Schneider: 50 Jahre Heilig-Kreuz-Kirche. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 2001, 116 S.
  • Manfred Schneider, Viktor Jagodicz: Die Lohrer Bahn. (darin Schwerpunkt: Kreuzwertheim) GHK-Verlag, Kreuzwertheim 2005, 228 S.
  • Andreas Fries, Otto Langguth, Manfred Schneider: In: Kreuzwertheim – Sagen des Umkreises. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1995, 102 S.
  • Rolf, R. A. Hecker: Ludwig Storch – ein vergessener Dichter., GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1999, 74 S.
  • Walter Herz: Walter Herz erzählt von seinen tollkühnen Ahnen. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1995, 60 S.
  • Philipp Hügel: Muntze in dem Dorff zu dem Heiligen Creutze. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1995, 50 S.
  • Erich Langguth, Paul Schauber, Manfred Schneider: 400 Jahre Peter-Herrschaft-Haus in Kreuzwertheim. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1994, 148 S.
  • Irmgard und Albert Zeller: Die Pflanzenwelt der Gemarkung Kreuzwertheim. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 1992, 114 S.

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/205003&attr=OBJ&val=1730
  3. Verwaltungsgemeinschaft Kreuzwertheim: Zahlen, Daten. 2014 (online [abgerufen am 29. April 2014]).
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 518.
  5. 5,0 5,1 5,2 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763.
  6. Alle Dekanate. Bistum Würzburg, abgerufen am 3. Mai 2016.
  7. Bistum Würzburg: Alle Dekanate. 2014 (online [abgerufen am 23. April 2014]).
  8. Evangelische Kirchengemeinde Kreuzwertheim: Unsere Kirche und unsere Häuser. 2014 (online [abgerufen am 23. April 2014]).
  9. Markt Kreuzwertheim: Kirchen. 2014 (online [abgerufen am 23. April 2014]).

Weblinks

 Commons: Kreuzwertheim  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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