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Kremsmünster


Kremsmünster
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Kirchdorf an der Krems
Kfz-Kennzeichen: KI
Fläche: 42,14 km²
 :
Höhe: 384 m ü. A.
Einwohner: 6.538 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 155 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4550
Vorwahl: 07583
Gemeindekennziffer: 4 09 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
4550 Kremsmünster
Website: www.kremsmuenster.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Obernberger (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(31 Mitglieder)
17
7
7
17 
Lage der Gemeinde Kremsmünster im Bezirk Kirchdorf an der Krems
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kremsmünster ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Kirchdorf an der Krems im Traunviertel mit 6538 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Kirchdorf an der Krems.

Der Name geht auf das Benediktinerstift Kremsmünster zurück. Es wurde im Jahre 777 gegründet und ist das kulturelle Zentrum der Region. Seine berühmte Sternwarte heißt Mathematischer Turm.

Geografie

Kremsmünster liegt auf 384 m Höhe im Traunviertel, an einer markanten Flussterrasse der Krems. Das Gemeindegebiet misst von Nord nach Süd 8,9 km und von West nach Ost 9,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 42 km². 16,2 % der Fläche sind bewaldet und 71,9 % werden landwirtschaftlich genutzt.

Die höchste Erhebung ist mit 488 m der Gusterberg 2 km südlich. Auf seiner Kuppe („Baum mitten in der Welt“) befindet sich der frühere Fundamentalpunkt der Landesvermessung (1823–1830). Ende des 19. Jahrhunderts gab der Ort dem Meridianbogen Kremsmünster seinen Namen, der in der Stiftssternwarte seinen Zentralpunkt hatte.

Ortsteile

Die Ortsteile sind:

  • Au
  • Dehenwang
  • Dirnberg
  • Egendorf
  • Grub
  • Guntendorf
  • Heiligenkreuz
  • Helmberg
  • Kirchberg
  • Kremsegg
  • Kremsmünster
  • Krift
  • Mairdorf
  • Oberburgfried
  • Oberrohr (teilweise)
  • Pochendorf
  • Regau
  • Schürzendorf
  • Unterburgfried
  • Wolfgangstein

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt an die Gemeinden Ried im Traunkreis und Wartberg an der Krems im Bezirk Kirchdorf an der Krems, an Sattledt und Sipbachzell im Bezirk Wels-Land, an Kematen an der Krems im Bezirk Linz-Land und an Rohr im Kremstal, Bad Hall und Pfarrkirchen bei Bad Hall im Bezirk Steyr-Land.

Sattledt Sipbachzell Kematen
Rohr
Ried Wartberg Bad Hall, Pfarrkirchen

Geschichte

Das Benediktinerstift Kremsmünster wurde im Jahr 777 vom Bayernherzog Tassilo III. gegründet. Im Jahr 1299 wird das Dorf Kremsmünster erstmals urkundlich erwähnt. 1489 erhob Kaiser Friedrich III. das Dorf zum Markt. Das Stiftsgymnasium erhielt 1549 das Öffentlichkeitsrecht und zählt zu den traditionsreichsten Lehranstalten Österreichs. Die Sternwarte des Stiftes Kremsmünster wurde 1748 bis 1759 errichtet. Das Gebäude – der Mathematische Turm – gilt als das erste Hochhaus Europas.

Der 2 km südlich des Stifts gelegene Gusterberg (488 m) wurde 1817 zum Fundamentalpunkt (Koordinatenursprung) der oberösterreichischen und böhmischen Landesvermessung gewählt. Daneben stand der Baum mitten in der Welt (neugepflanzt 1916), von dem man in alle Richtungen fast 100 km Fernsicht hat. In der Nähe wurde um 2005 eine Aussichtswarte errichtet.

1910 wurde in Kremsmünster das erste Elektrizitätswerk gebaut.

Wappen

Blasonierung: In Grün ein schwarzer, rot bewehrter, aufspringender Eber mit silbernen Hauern und Fangzähnen, durchbohrt von einem goldenen, geknickten Jagdspieß in roter, blutender Wunde.

Das Motiv bezieht sich auf die Gründungssage des Stiftes, die berichtet, dass Herzog Tassilo III. von Bayern das Kloster an der Krems als Gedenkstätte an jener Stelle erbauen ließ, an der sein Sohn Gunther, der unter den Hauern eines mit dem Jagdspieß verwundeten wütenden Keilers verblutete, tot aufgefunden wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kremsmünster

Stift Kremsmünster

Hauptartikel: Stift Kremsmünster

Das Benediktinerstift wurde im Jahre 777 durch den Bayernherzog Tassilo III. aus dem Geschlecht der Agilolfinger gegründet und besteht ununterbrochen seit über 1200 Jahren (abgesehen von der Aufhebung durch das NS-Regime 1940 bis 1945).

Das Stift führt eine traditionsreiche Schule (ein Gymnasium, das bereits seit 1549 als eine Schule für die Öffentlichkeit besteht), und besitzt kostbare Sammlungen.

  • Stiftskirche: im 17. Jahrhundert barockisiert
  • Gunthergrab in der Stiftskirche: Das Gunthergrab, ein Kenotaph aus weißer Nagelfluh, wird von einer Deckplatte mit der Figur des toten Gunther gekrönt und befindet sich im Läuthaus der Stiftskirche. Die Deckplatte stammt aus der Zeit vor 1304 und stellt Gunther, den sagenhaften Sohn des Bayernherzogs Tassilo III. dar, der der Gründungslegende des Kremsmünsterer Stifts zufolge in den Wäldern an der Krems bei der Jagd von einem wilden Eber tödlich verwundet wurde. Zu Füßen des auf einem Kissen ruhenden und in romanisches Röhrengewand gehüllten Gunther ruhen der Eber, mit einer Lanze im Leib, und der Jagdhund Gunthers, der ihn aufgespürt haben soll. Besonders bemerkenswert ist vor allem die kräftige Farbfassung, die gut erhalten ist.
  • Stiftsbibliothek Kremsmünster: Die Bibliothek gehört mit einer Länge von 65 m und ca. 160.000 Bänden, davon zahlreiche Handschriften und Inkunabeln, zu den größten Bibliotheken Österreichs.
  • Sternwarte Kremsmünster: errichtet von 1749 bis 1758; die Sternwarte, auch der 'Mathematische Turm' genannt, ist das erste Hochhaus Europas.[1] Sie beherbergt die älteste feste Wetterstation Europas. Es wirkte hier u. a. der Astronom Placidus Fixlmillner.
    • Fischkalter: fünf prunkvolle Wasserbecken mit Fischzucht - umgeben von Säulengängen, erbaut von Carlo Antonio Carlone (1692) und Jakob Prandtauer (1717), bilden eigene Höfe im Stift.
  • Kunstsammlungen: das sind:
    • Gemäldegalerie:
    • Kunst- und Wunderkammer: mit dem berühmten Tassilokelch
    • Die Naturwissenschaftlichen Sammlungen des Stiftes in der Sternwarte

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Filialkirche Kirchberg: Frührokokobau von 1753/54, eine der schönsten Rokokokirchen des Landes
  • Kalvarienberg (Kremsmünster) - Kalvarienbergkirche: barock, 1736-38 von Johann Michael Prunner erbaut, Altargemälde von Bartolomeo Altomonte
  • Wallfahrtskirche Heiligenkreuz: 1687-90 von Carlo Antonio Carlone erbaut
  • Schloss Kremsegg: Musikinstrumentenmuseum
  • Bürgerhäuser: besonders in der Herrengasse
  • Marktrichterhaus
  • Theater am Tötenhengst beherbergt Österreichs älteste aktive Laienbühne
  • Schachenteiche: Die Schachenteiche (umgangssprachlich Schachateiche) liegen 3 km nördlich von Kremsmünster im Schachenwald. Sie wurden im Jahre 1555 zur Entwässerung der sumpfigen Gegend angelegt. Das Gebiet um die Schachenteiche ist heute ein wertvolles Vogelschutzgebiet.

Politik

Der Gemeinderat hat 31 Mitglieder (17 ÖVP, 7 SPÖ, 7 FPÖ,) - seit 28. September 2003 und 2009 bestätigt. Bei der Gemeinderatswahl am 27. September 2009, bei der der damals amtierende Bürgermeister nicht mehr antrat, wurde Gerhard Obernberger (ÖVP) mit 75,08 % zum neuen Bürgermeister gewählt und am 4. November 2009 angelobt. Er ist der Nachfolger von Franz Fellinger (ÖVP).

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 5.963 Einwohner; 2001 dann 6.450 Einwohner, davon 811 Ausländer (12,6 %). Die Zunahme entspricht einem Plus von 7,9 % gegenüber 1991 bei ca. 200 Nebenwohnsitzen.

Wirtschaft

Die Greiner Holding hat ihren Sitz und ihre Produktionsstätten (v.a. Kunststoff) in Kremsmünster. Sie hat weltweit rund 7000 Mitarbeiter und verzeichnet einen Jahresumsatz von über 800 Millionen Euro. Ebenso ist Kremsmünster der Unternehmenssitz des Konzerns Eurofoam.

Verkehr

Bahn

Kremsmünster liegt an der Pyhrnbahn von Linz nach Selzthal (mit Anschluss Richtung Graz). In Kremsmünster halten Regionalzüge und Regionalexpress-Züge. Die Fahrt nach Linz dauert üblicherweise zwischen 30 und 40 Minuten, nach Selzthal zwischen 1:10 und 1:30 Stunden. Kremsmünster dient auch als Umsteigepunkt von ÖV-Bus oder Auto (20 km) ab Wels zur Pyhrnbahn in Richtung Süden, also Selzthal und weiter nach Graz.

Straße

Kremsmünster liegt an der Voralpen Straße (B122) und an der Kremstal Straße (B139) sowie in der Nähe der Pyhrnpass Straße (B138). Die nächstgelegenen Autobahnen sind die West Autobahn A1, die Pyhrn Autobahn A9 und die Innkreis Autobahn A8; die nächste Anschlussstelle, der Knoten Voralpenkreuz in Sattledt, liegt etwa 7 Kilometer vom Ortszentrum Kremsmünsters entfernt. Das Kremstal bildet eine steigungsarme Radroute von Linz über Kremsmünster nach Kirchdorf an der Krems und dank Fertigstellung der A9 auch weiter relativ Kfz-arm über den Anstieg Pyhrnpass nach Liezen im Ennstal.

Literatur

  • Marktgemeinde Kremsmünster (Hg.): Markt Kremsmünster 1489–1989, Kremsmünster 1989.

Einzelnachweise

  1. Volker Witt: 250 Jahre Sternwarte Kremsmünster. In: Sterne und Weltraum 6/2008, S. 80–85

Weblinks

 Commons: Kremsmünster  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kremsmünster – Reiseführer

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kremsmünster (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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