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Kreis Ostholstein


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Verwaltungssitz: Eutin
Fläche: 1.392,65 km²
Einwohner: 198.355 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: OH
Kreisschlüssel: 01 0 55
Kreisgliederung: 36 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Lübecker Straße 41
23701 Eutin
Webpräsenz: www.kreis-oh.de
Landrat: Reinhard Sager (CDU)
}

Der Kreis Ostholstein ist ein Kreis im Land Schleswig-Holstein.

Geographie

Das Kreisgebiet umfasst im Wesentlichen die in die Ostsee zwischen Kieler Bucht und der Lübecker Bucht ragende Halbinsel Wagrien im Schleswig-Holsteinischen Hügelland sowie die ihr vorgelagerte Insel Fehmarn, die durch die Fehmarnsundbrücke im Zuge der Vogelfluglinie mit dem Festland verbunden ist. Die Nachbarkreise sind im Westen der Kreis Plön und der Kreis Segeberg, im Süden die kreisfreie Stadt Lübeck und der Kreis Stormarn. Die höchste Erhebung des Kreises ist der Bungsberg bei Schönwalde (168 m ü. NN ). Der Seegrund des Hemmelsdorfer Sees ist mit 39,10 m unter NN die tiefste Kryptodepression Deutschlands.

Geschichte

In der späten Völkerwanderungszeit wanderten slawische Abodriten in das zuvor germanisch besiedelte, nun aber verlassene Gebiet ein. Aus diesen entwickelte sich der ab 966 belegbare Teilstamm der Wagrier. Diese widersetzten sich lange erfolgreich der Christianisierung sowie diversen Eroberungsversuchen. Erst den im Jahr 1111 vom römisch-deutschen Kaiser mit der Grafschaft Holstein belehnten Schauenburgern gelang es, Ostholstein 1138/39 militärisch zu unterwerfen. Seit dem Hochmittelalter gehörte das Gebiet daher zu Holstein und damit zum Heiligen Römischen Reich. Der Kreis Ostholstein entstand erst am 26. April 1970 im Zuge der Kreisreform in Schleswig-Holstein aus den Kreisen Oldenburg in Holstein und Eutin.[2] Er ist der einzige Kreis in Schleswig-Holstein, in dem ein verhältnismäßig großer Teil der Städte und Gemeinden amtsfrei ist.

Siehe auch: Kosakenwinter 1814

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen bis 1970 beziehen sich auf den Gebietsstand am 27. Mai 1970.[3]

Jahr Einwohner
1871 (1. Dez.) 81.150
1885 (1. Dez.) 79.380
1895 (2. Dez.) 79.620
1905 (1. Dez.) 82.160
1925 (16. Juni) 93.260
1939 (17. Mai) 103.950
1950 (13. Sep.) 205.720
Jahr Einwohner
1961 (6. Juni) 167.710
1970 (27. Mai) 176.340
1987 (25. Mai) 183.559
2002 (30. Juni) 204.143
2007 (31. Dez.) 205.688
2012 (31. Dez.) 197.882

Politik

Kreiswahl 2013
 %
40
30
20
10
0
39,8 %
30,3 %
12,2 %
10,3 %
5,5 %
1,8 %
0,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,4 %p
+4,5 %p
+3,7 %p
+0,7 %p
-3,2 %p
-3,7 %p
-1,7 %p
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Sitzverteilung im Kreistag
1
18
7
6
3
24
18 24 

Der Kreistag umfasst 59 Sitze und tagt in der Kreisstadt Eutin.

Partei Prozent 1998 Prozent 2003 Mandate 2003 Prozent 2008 Mandate 2008 Prozent 2013 Mandate 2013
CDU 39,7 % 52,6 % 28 40,2 % 28 39,8 % 24
SPD 42,9 % 30,0 % 16 25,8 % 17 30,3 % 18
GRÜNE 5,5 % 6,2 % 3 8,5 % 5 12,3 % 7
Freie Wählergemeinschaft (FWG) 4,9 % 5,2 % 2 9,6 % 5 10,3 % 6
FDP 4,2 % 5,5 % 2 8,7 % 7 5,5 % 3
LINKE - - - 5,5 % 3 1,8 % 1
OHW 2,8 % - - - - - -
Einzelbewerber – EZB - 0,4 0 - - 0,1 % 0
FBO - - - 0,4 % 0 - -
NPD - - - 1,4 % 0 - -
Gesamt 100 100 51 100 65 100 59
Wahlbeteiligung in Prozent 65,1 56,0 48,8 47,9

[4]

Der direkt gewählte Landrat ist Reinhard Sager (CDU), Kreispräsident ist Ulrich Rüder (CDU).

Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Ostholstein – Stormarn-Nord ist seit 2009 Ingo Gädechens (CDU).

Wappen

Blasonierung: „In Blau ein wachsender, silberner zweistöckiger Turm, das untere Stockwerk gemauert, mit rundbogiger Toröffnung und mit Zinnen, das obere glatt, zurückspringend und mit beiderseits ausladenden Zinnen; darüber ein goldenes, gleichschenkliges und geradarmiges Tatzenkreuz, oben besteckt mit einer silbernen, oben und unten von silbernen Perlen eingefassten Bischofsmütze mit goldenen fliegenden Bändern.“[5]

Flagge

Blasonierung: „Inmitten eines weißen, oben und unten von je einem schmalen roten Streifen begrenzten Feldes das Kreiswappen.“[5]

Wirtschaft

Die Wirtschaft wird vom Tourismus geprägt, vor allem in den Ostseebädern Heiligenhafen, Grömitz, Scharbeutz, Timmendorfer Strand und der Insel Fehmarn.

Verkehr

Die wichtigste Verkehrsachse durch den Kreis Ostholstein ist die Vogelfluglinie zwischen Hamburg und Kopenhagen mit einer Fährverbindung zwischen Puttgarden auf der Insel Fehmarn und Rødby auf der dänischen Insel Lolland. Mit der Vogelfluglinie verbunden ist auch die politische Diskussion über die geplante Fehmarnbeltquerung zwischen Fehmarn und Lolland, die eine weitere Verbesserung der Verbindungen zwischen der Metropolregion Hamburg und der Öresundregion bewirken soll. Der Kreis Ostholstein bildet mit dem dänischen Storstromsamt die Europaregion Fehmarnbelt, in der grenzüberschreitende Vorhaben besonders gefördert werden können.

Museen

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2014[6])

Amtsfreie Gemeinden/Städte

Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden (* = Sitz der Amtsverwaltung)

  1. Beschendorf (532)
  2. Damlos (648)
  3. Harmsdorf (667)
  4. Kabelhorst (418)
  5. Lensahn* (4931)
  6. Manhagen (368)
  7. Riepsdorf (950)
  1. Göhl (1147)
  2. Gremersdorf (1461)
  3. Großenbrode (2138)
  4. Heringsdorf (1091)
  5. Neukirchen (1209)
  6. Wangels (2187)
  1. Altenkrempe (1102)
  2. Kasseedorf (1467)
  3. Schashagen (2149)
  4. Schönwalde am Bungsberg* (2543)
  5. Sierksdorf (1590)

Die Gemeinde Bosau (3365 Einwohner) wird vom Amt Großer Plöner See, Kreis Plön, verwaltet.

Gemeinde- und Ämterkarte

Ehemalige Gemeinden

Die folgenden Gemeinden des Kreises Ostholstein wurden während seines Bestehens in andere Gemeinden eingegliedert:

Gemeinde eingemeindet
nach
Datum
Avendorf auf Fehmarn Landkirchen auf Fehmarn 1. Januar 1978
Bannesdorf auf Fehmarn Fehmarn 1. Januar 2003
Burg auf Fehmarn Fehmarn 1. Januar 2003
Dänschendorf auf Fehmarn Westfehmarn 1. Januar 1978
Gleschendorf Scharbeutz 1. Januar 1974
Haffkrug-Scharbeutz Scharbeutz 1. Januar 1974
Landkirchen auf Fehmarn Fehmarn 1. Januar 2003
Meeschendorf auf Fehmarn Bannesdorf auf Fehmarn 1. Januar 1978
Petersdorf auf Fehmarn Westfehmarn 1. Januar 1978
Westfehmarn Fehmarn 1. Januar 2003

Kfz-Kennzeichen

Bei der Bildung des neuen Kreises wurde am 26. April 1970 das Unterscheidungszeichen OH zugeteilt. Es wird bis heute ausgegeben.

Weblinks

 Commons: Kreis Ostholstein  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 21.
  3. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 21.
  4. [1]
  5. 5,0 5,1 Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  6. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).

Kategorien: Kreis in Schleswig-Holstein | Kreis Ostholstein | Gegründet 1970

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kreis Ostholstein (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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