Krauschwitz (Sachsen) - LinkFang.de





Krauschwitz (Sachsen)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: GörlitzVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 119 m ü. NHN
Fläche: 106,63 km²
Einwohner: 3546 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02957
Vorwahlen: 035771, 035775 (Klein Priebus, Pechern, Podrosche, Skerbersdorf, Werdeck)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 250
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Geschwister-Scholl-Straße 100
02957 Krauschwitz
Webpräsenz: www.krauschwitz.de
Bürgermeister: Rüdiger Mönch
}

Krauschwitz, obersorbisch Krušwica, ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Sie befindet sich im sorbischen Siedlungsgebiet der Oberlausitz und liegt im Nordosten Sachsens an der deutsch-polnischen Grenze.

Geografie

Die Gemeinde Krauschwitz liegt in der Muskauer Heide im nordöstlichen Teil des Landkreises, etwa fünf Kilometer nordöstlich von Weißwasser. Im Osten des Ortes Krauschwitz fließt die Lausitzer Neiße, entlang der die Ortsteile stromaufwärts gen Südosten liegen:

Geschichte

Krauschwitz wird als Kruswica erstmals im Jahr 1400 in den Bautzener Ratsakten urkundlich erwähnt,[2] der Nachbarort Keula ist bereits 1268 urkundlich nachweisbar. Der Name Krauschwitz kommt aus dem Sorbischen und bedeutet „Birnendorf“. Im Jahr 1771 wurde die erste Schule gegründet. Ein Waldbrand im Jahr 1775 zerstörte den Ort fast vollständig. Mit dem Bau der preußischen Staatsstraße (heutige Bundesstraße 115) von Görlitz nach Cottbus 1830 erfolgte der Anschluss der Gemeinde an das überregionale Verkehrsnetz. Im Jahr 1938 wurden die damaligen Orte Krauschwitz und Keula zur Gemeinde Krauschwitz vereinigt. Keula war zu diesem Zeitpunkt größer, Krauschwitz war durch keramische Produkte der bekanntere Ort.

Am 1. Januar 1994[3] schlossen sich die Gemeinden Klein Priebus (mit den Ortsteilen Podrosche und Werdeck), Pechern, Sagar und Skerbersdorf mit Krauschwitz zusammen. Am 17. Juni 2005 wurde in der Mittelschule von Krauschwitz der Weltrekord im Rückwärtslaufen als Massenstaffel über 1.000 × 100 m und 100 × 200 m bei den Männern und 100 × 200 m bei den Frauen aufgestellt.[4]

Bevölkerung und Sprache

Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Krauschwitz eine sorbischsprachige Bevölkerungsmehrheit. Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 258, darunter 222 Sorben (86 %) und 36 Deutsche.[5] Der Sprachwechsel erfolgte im Zuge der raschen Industrialisierung überwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ernst Tschernik zählte 1956 einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von nur noch 3,7 % bzw. insgesamt 119 Sprecher.[6]

Politik

Bürgermeister

  • Gerd Slabke
  • Frank Stupka (bis 2005)
  • Rüdiger Mönch (ab 2005)[7]

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 54,1 % (2009: 48,9 %)
 %
50
40
30
20
10
0
43,7 %
27,1 %
12,3 %
n. k.
2,5 %
14,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+3,1 %p
-11,5 %p
-3,4 %p
-5 %p
+2,5 %p
+14,3 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 7 Sitze
  • Freie Wählervereinigung Ortsverband Krauschwitz e.V. (FWK): 4 Sitze
  • Pro Kind e.V. (Pro): 2 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz

Daneben gibt es einen sechsköpfigen Ortschaftsrat für die Orte Sagar, Skerbersdorf, Pechern, Werdeck, Podrosche und Klein Priebus.

Wappen

Dem Wappen liegen mit Blau und Gelb die Farben der Oberlausitz zugrunde. Darin sind im oberen Teil drei Birnen, die sich auf den sorbischen Namen Krušwica ‘Birnendorf’ beziehen. Amboss und Hammer im unteren Teil symbolisieren die Eisenverhüttung, die den Grundstein für die Gründung Keulas legte.

Gemeindepartnerschaften

Krauschwitz unterhält drei Partnerschaften, mit dem am gegenüber liegenden Neißeufer befindlichen Przewóz (deutsch Priebus), mit der Schwarzwaldgemeinde Ottersweier und seit 2011 mit der ungarischen Gemeinde Szűcsi, die am südwestlichen Rand des Mátra-Gebirges liegt.

Die Partnerschaft mit Ottersweier ergab sich 1989, als in der Wendezeit der Krauschwitzer Gemeindewehrleiter einen Brief an die westdeutsche Gemeinde mit der gleichen Postleitzahl, 7583, schrieb. Diesem folgten bald gegenseitige Besuche und im Jahr 2003 die Gründung eines Freundeskreises. „Nach 18 Jahren wilder Ehe“ wurde am 4. Oktober 2007 ein Partnerschaftsvertrag unterschrieben.[9]

Die Partnerschaft mit Przewóz besteht seit dem 30. April 2004, nachdem die Gemeinden bereits seit 1995 am 30. April einen Tag der deutsch-polnischen Begegnung feiern. Vertieft wird die Partnerschaft bei den Freiwilligen Feuerwehren und seit 2007 bei den Kindertagesstätten. Für letztere wurde unter anderem vereinbart, dass die jeweils andere Sprache als Begegnungssprache unterrichtet wird.[10]

Wirtschaft

Die vorindustrielle Entwicklung begann 1440 in Krauschwitz mit der Installation des Eisenhammers zu Keula, eine der ältesten Eisengießereien Deutschlands und Grundstein der späteren Keulahütte. In Krauschwitz kaufte der Unternehmer und Erfinder Ludwig Rohrmann 1878 eine Geschirrtöpferei auf und erweiterte diese zu einem großen Keramikhersteller, der nach zwei Fusionen 1902 und 1904 ein Standort der Deutschen Ton- und Steinzeugwerke AG war.

Vor der Wende war Krauschwitz eine stark von Industrie geprägte Gemeinde. Die größten Arbeitgeber in der Gemeinde sind derzeit die Keulahütte Krauschwitz GmbH (zur VEM-Gruppe gehörend), Kreisel Umwelttechnik GmbH & Co. KG, Tischlerei Drogoin GmbH, Tief- und Landeskulturbau GmbH Nadebor und die Ostsächsische Dienstleistungs- und Service GmbH (ODS).

Hauptartikel: Keulahütte

Verkehr

In der Gemeinde kreuzen sich die B 115 und die B 156. Weiterhin verlaufen die Staatsstraßen 123, 126, 127 und 127b durch Krauschwitz. Über den 2011 eröffneten Grenzübergang nach Polen besteht eine Anbindung zu Łęknica und die polnische Landesstraße 12. Nördlich der Gemeinde befindet sich der Grenzübergang Bad Muskau–Łęknica sowie im südlichen Gemeindegebiet der 1994 eröffnete Grenzübergang Podrosche–Przewóz.

Durch Krauschwitz führt die Waldeisenbahn Muskau (600 mm Spurweite) auf ihrem Weg zwischen Weißwasser und Bad Muskau. Die ehemals durch Krauschwitz führende Bahnstrecke Weißwasser–Bad Muskau wurde zwischenzeitlich teilweise rückgebaut.

Sehenswürdigkeiten und Freizeiteinrichtungen

Ein Ganzjahresbad, die Erlebniswelt Krauschwitz, bietet für Kinder und Erwachsene Erholung. Über die Geschichte der Region informiert das Museum Sagar. Darüber hinaus gibt es diverse Schrotholzhäuser.

Am 1. September wird zum Weltfriedenstag die in der Keulahütte gegossene Friedensglocke geläutet.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Der Unternehmer Adolf Merckle (1934–2009) wurde 2006 in Würdigung seiner Leistungen für den Erhalt der Keulahütte und der damit verbundenen Arbeitsplätze zum ersten Ehrenbürger von Krauschwitz ernannt.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weitere Persönlichkeiten mit Verbindung zur Gemeinde

  • Ludwig Rohrmann (1848–1909), Unternehmer und Erfinder
  • Klaus König (* 1934), Opernsänger, hatte vor seiner Gesangskarriere eine Lackiererei in Krauschwitz eröffnet

Literatur

  • Krauschwitz in Vergangenheit und Gegenwart. Herausgeber: Gruppe Ortsgeschichte. Lessingdruckerei, Kamenz 1994.
  • Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006.
  • Robert Pohl: Heimatbuch des Kreises Rothenburg O.-L. für Schule und Haus. Buchdruckerei Emil Hampel, Weißwasser O.-L. 1924.

Weblinks

 Commons: Krauschwitz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Krauschwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, S. 17, abgerufen am 25. Dezember 2012 (PDF; 64 kB).
  4. Recordholders.org
  5. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 118.
  6. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 255.
  7. Die Geschichte der Kommunalpolitik in Sachsen Seite 478
  8. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  9. Martina Hanold: Am Anfang war die 7583. In: Lausitzer Rundschau. 6. Oktober 2007, abgerufen am 18. Oktober 2012.
  10. Martina Hanold: Die Partnerschaft soll zum gegenseitigen Nutzen sein. In: Lausitzer Rundschau. 11. Oktober 2007, abgerufen am 17. Juli 2008 (Interview mit Rüdiger Mönch).

Kategorien: Krauschwitz (Sachsen) | Ort im Landkreis Görlitz | Ort in der Oberlausitz | Ort im sorbischen Siedlungsgebiet | Gemeinde in Sachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Krauschwitz (Sachsen) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.