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Kranzenziane


Kranzenziane

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Tribus: Gentianeae
Untertribus: Swertiinae
Gattung: Kranzenziane
Wissenschaftlicher Name
Gentianella
Moench

Die Pflanzengattung Kranzenziane (Gentianella) gehört zur Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Gentianella-Arten wachsen als ein- bis zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die kreuzgegenständigen Laubblätter sind in grundständigen Blattrosetten oder am Stängel verteilt angeordnet. Die Blattspreiten sind einfach.

Generative Merkmale

Die Blüten stehen endständig einzeln oder in zymösen Blütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind vier- oder fünfzählig. Die vier oder fünf Kelchblätter sind verwachsen. Die vier oder fünf Kronblätter sind röhrig verwachsen. Die Staubblätter ragen nicht aus der Kronröhre heraus. Der Griffel ist kurz bis fehlend. Die Narbe ist zweilappig.

Es wird eine zweiklappige Kapselfrucht mit vielen Samen gebildet.

Systematik und Verbreitung

Die meisten Gentianella-Arten sind in Südamerika beheimatet. Außerdem kommen noch Arten in den Gemäßigten Zonen von Neuseeland, Australien, Asien, Europa, Nordamerika und im nordwestlichen Afrika vor.

Die Gattung Gentianella wurde 1794 durch Conrad Moench in Methodus Plantas Horti Botanici et Agri Marburgensis : a staminum situ describendi, S. 482 mit der Typusart Gentianella tetrandra Moench. aufgestellt. [1] Der Gattungsname Gentianella ist ein Diminutiv und bedeutet einfach direkt übersetzt der „Kleine Enzian“. Synonyme für Gentianella Moench sind: Aliopsis Omer & Qaiser, Aloitis Raf., Arctogentia Á.Löve, Chionogentias L.G.Adams, Parajaeschkea Burkill, Pitygentias Gilg, Selatium G.Don. [2]

Die Gattung Gentianella gehört zur Subtribus Swertiinae aus der Tribus Gentianeae innerhalb der Familie Gentianaceae. [2]

Früher wurden die Kranzenziane (Gentianella) zur Gattung der Enziane (Gentiana) hinzugerechnet, diese beiden Gattungen gehören aber heute in unterschiedliche Subtribus. Das deutlichste Unterscheidungsmerkmal ist, dass bei allen in Mitteleuropa heimischen Gentianella-Arten im Schlund der Blütenkrone eine gefranste und mit Leitbündeln versorgte Schuppe pro Kronzipfel vorhanden ist. Es wird dadurch eine Art Kranz gebildet (siehe Name „Kranzenzian“). Bei außereuropäischen Arten können diese Schlundschuppen auch fehlen. Von den Kranzenzianen wurden später noch die Fransenenziane (Gentianopsis) mit am Rand gefransten Kronzipfeln und die Haarschlünde (Comastoma) mit ebenfalls gefransten, aber anatomisch anders gebauten Schlundschuppen abgetrennt.

Es gibt (etwa 125 bis) etwa 250 Arten in der Gattung Kranzenziane (Gentianella). Hier eine Auswahl:

Quellen

  • Ting-nung Ho, James S. Pringle: Gentianaceae.: Gentianella, S. 136 ff. - textgleich online wie gedrucktes Werk , Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • Eintrag bei der Gentianaceae-Website.
  • Klaus Bernhard von Hagen, Joachim W. Kadereit: The phylogeny of Gentianella (Gentianaceae) and its colonization of the southern hemisphere as revealed by nuclear and chloroplast DNA sequence variation, In: Organisms Diversity Evol., 1 2001, S. 61–79.
  • Lena Struwe, Joachim W. Kadereit, Jens Klackenberg, Siwert Nilsson, Mike Thiv, Klaus Bernhard von Hagen, Victor A. Albert: Systematics, character evolution, and biogeography of Gentianaceae, including a new tribal and subtribal classification., S. 21-309, In: Lena Struwe, Victor A. Albert (Herausgeber): Gentianaceae: Systematics and Natural History, Cambridge University Press, Cambridge, 2002.

Einzelnachweise

  1. Gentianella bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Gentianella im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 3,8 Ting-nung Ho, James S. Pringle: Gentianaceae.: Gentianella, S. 136 ff. - textgleich online wie gedrucktes Werk , Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 Karol Marhold: Gentianaceae. 2011: Datenblatt Gentianella In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Ergänzende Literatur für europäische Arten

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Weblinks

 Commons: Kranzenziane (Gentianella)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Enziangewächse

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