Kranenburg (Niederrhein) - LinkFang.de





Kranenburg (Niederrhein)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: KleveVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 21 m ü. NHN
Fläche: 76,89 km²
Einwohner: 10.648 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner je km²
Postleitzahl: 47559
Vorwahlen: 02826 und 02821Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KLE, GEL
Gemeindeschlüssel: 05 1 54 040
Gemeindegliederung: 9 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klever Straße 4
47559 Kranenburg
Webpräsenz: www.kranenburg.de
Bürgermeister: Günter Steins (CDU)
}

Die Gemeinde Kranenburg (amtliche Schreibweise bis zum 9. Juni 1936: Cranenburg[2]) liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie liegt an der niederländischen Grenze bei Nimwegen und ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal.

Geografie

Gemeindegebiet

Die Gemeinde Kranenburg gliedert sich in folgende Ortsteile (nach Einwohnerzahl):

Große Teile des Gemeindegebietes sind unbesiedelte Naturlandschaft, im Süden der Reichswald, im Norden die Rheinniederung der Düffel.

Nachbargemeinden/-städte

Die Gemeinde Kranenburg grenzt im Osten an die Stadt Kleve, im Südosten an die Stadt Goch, im Südwesten an die Gemeinde Gennep (Provinz Limburg, NL), im Westen und im Norden an die Gemeinde Berg en Dal (Provinz Gelderland, NL).

Geschichte

Mittelalter

Kranenburg entstand im 13. Jahrhundert als Gründung der Klever Grafen. Eine Burg Kranenburg ist erstmals 1270 belegt; bereits zu Lebzeiten Dietrichs Luf von Kleve († 1277) hat eine Kirche bestanden. 1294 besaß der Ort Stadtrecht. Durch die Auffindung des „Wundertätigen Kreuzes“ 1308 wurde Kranenburg zu einem bedeutenden Wallfahrtsort.

Im 13. Jahrhundert verpfändeten die Grafen von Kleve Burg, Stadt und Land Kranenburg an Gerhard von Horn. Zwischen dessen Sohn und Erbe Dietrich von Horn und den Klever Grafen kam es zu Unstimmigkeiten wegen der Ablösung der Verpfändung. Diese Auseinandersetzung wurde durch einen Schiedsspruch der Herzogin Johanna von Brabant 1370 beendet und das Pfand von Graf Adolf I. von Kleve wieder abgelöst. Die laut Schiedsspruch zu zahlende Ablösesumme betrug 30.000 Goldschilde.[3]

Zu dieser Zeit besaß die Stadt Kranenburg eine erste Befestigung. Um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert wurden eine neue Burg und eine steinerne Befestigungsanlage mit zwei Toren und einer bislang ungeklärten Zahl von Türmen errichtet, der südlichste als Stadtwindmühle. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erlebte die Stadt eine Blütezeit, die ihren Ausdruck im Bau einer großen gotischen Kirche fand. 1436 wurde das Zyfflicher Martinsstift nach Kranenburg verlegt, 1445/46 ein Schwesternkonvent als Filiale des Klever Schwesternhauses vom Berg Sion in der Kranenburger Mühlenstraße eingerichtet. 1457 wurde in Kranenburg der Vertrag beschlossen, der die Münsterische Stiftsfehde beendete.

Frühe Neuzeit

Mehrere Stadtbrände und Hochwasserkatastrophen brachten den Ort seit dem Ausgang des Mittelalters um seinen früheren Wohlstand. Mit dem Aussterben des Jülich-Kleve-Bergischen Herzoghauses 1609 fiel Kranenburg mit dem Herzogtum Kleve an Brandenburg-Preußen. Der Große Kurfürst vergab Kranenburg 1675 an seinen Leibarzt Arnold Fey; nach dessen Tod 1678 fiel der Ort an Brandenburg zurück. Um 1650 wurde eine reformierte Gemeinde in Kranenburg gegründet, die 1723 eine kleine Kirche beziehen konnte. 1789 zerstörte ein Stadtbrand das historische Rathaus. Die baufälligen Stadttore wurden um 1800 abgebrochen.

19./20. Jahrhundert

In der Franzosenzeit war Kranenburg Kantonssitz im Département de la Roer und zeitweise nördlichster Punkt des französischen Staates, verlor aber seinen Status als Stadt. Das Martinsstift und der Katharinenkonvent wurden 1802 säkularisiert. Nach dem Wiener Kongress bildeten die Gemeinden Kranenburg, Nütterden und Frasselt-Schottheide die Bürgermeisterei Kranenburg. 1936 wurde Grafwegen, das vorher zu Kessel gehört hatte, Kranenburg zugeschlagen. Kranenburg blieb bis ins 20. Jahrhundert stark von der Landwirtschaft geprägt.

Im Kriegswinter 1944/45 wurde der Ort schwer in Mitleidenschaft gezogen. Am 7. Februar 1945 begannen westalliierte Truppen die Schlacht im Reichswald. Kranenburg wurde am 10. Februar von ihnen besetzt.[4] Ende März 1945 schlugen die sie bei Wesel einen Brückenkopf über den Rhein (Operation Plunder).

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gemeinden Wyler und Zyfflich dem Amt Kranenburg hinzugefügt. Die Gemeinde Kranenburg in ihrer heutigen Form entstand am 1. Juli 1969 beim ersten kommunalen Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinden Kranenburg (mit Nütterden, Frasselt, Schottheide und Grafwegen), Wyler und Zyfflich des Amtes Kranenburg sowie die Gemeinden Mehr und Niel des Amtes Rindern wurden zur neuen Gemeinde Kranenburg zusammengeschlossen.[5] Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt. In der Grenzgemeinde Kranenburg leben heute auch viele Niederländer.

Einwohnerentwicklung

Die folgenden Angaben beziehen sich auf das heutige Gebiet der Gemeinde Kranenburg.[6][7]

  • 1975: 7860 Einwohner
  • 1980: 7842 Einwohner
  • 1985: 7882 Einwohner
  • 1990: 7957 Einwohner
  • 1995: 8526 Einwohner
  • 2000: 9282 Einwohner
  • 2005: 9845 Einwohner
  • 2010: 9963 Einwohner
  • 2011: 9972 Einwohner
  • 2012: 10.191 Einwohner
  • 2013: 10.234 Einwohner
  • 2014: 10.306 Einwohner
  • 2015: 10.433 Einwohner
  • 2016: 10.536 Einwohner

Politik

Kommunalwahl 2014
(in %) [8]
 %
50
40
30
20
10
0
48,3
31,4
11,4
9,0
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,7
+2,1
+2,3
-0,7
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Kommunalwahl 2014
    

Gemeinderat

Seit der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sind im Gemeinderat CDU (48,3 %, 13 Sitze), SPD (31,4 %, 9 Sitze), Grüne (11,4 %, 3 Sitze) und FDP (9,0 %, 3 Sitze) vertreten. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,61 %.[8]

Die nächste Kommunalwahl findet im Jahr 2020 statt.

Bürgermeister

Bürgermeister der Gemeinde Kranenburg ist seit 2009 Günter Steins (CDU). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 13. September 2015 wurde er, unterstützt von CDU und FDP, mit 66,0 % der Stimmen wiedergewählt. Seine Gegenkandidatin war Tatjaana Kemper (SPD, 34,0 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 44,91 %.[9]

Die nächste Bürgermeisterwahl findet im Jahr 2020 statt.

Der Gemeinde Kranenburg ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Düsseldorf vom 28. Juli 1972 die Führung eines Wappens, eines Dienstsiegels und Banners genehmigt worden. Die Gemeinde führt außerdem ein Logo.

Blasonierung: „In Rot eine gezinnte goldene (gelbe) Stadtmauer mit einem goldenen (gelben) Torturm, auf der je ein silberner (weißer) Kranich, einander zugewendet und ein Bein gegen den Turm gestellt.“

Das Wappen ist "redend" und entstammt einem alten Stadt- und Schöffensiegel der ehemaligen mittelalterlichen Stadt im Kranichenbruch (Stadtrechte von ca. 1290–1800).

Beschreibung des Siegels: „Umschrift oben: “GEMEINDE KRANENBURG” - Umschrift unten: “KREIS KLEVE” - Siegelbild: In Umrißzeichnung ohne Schild das Wappen der Gemeinde.“

Beschreibung des Banners: „Rot-gelb im Verhältnis 1:1 längsgestreift mit dem Gemeindewappen ohne Schild im roten Bannerhaupt.“[10]

Städtepartnerschaft

Kranenburg unterhält seit 2001 gemeinsam mit seinen niederländischen Nachbargemeinden Groesbeek und Ubbergen eine Partnerschaft mit der Stadt Körmend in Ungarn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dieser Artikel oder Abschnitt besteht hauptsächlich aus Listen, an deren Stelle besser Fließtext stehen sollte. Bitte hilf Wikipedia, das zu verbessern. Mehr zum Thema ist hier zu finden.

Theater

  • Guck-Mal-Theater Kranenburg
  • Bühnenfreunde Mehr e. V.

Musik

  • Musikverein Kranenburg e. V.
  • Musikzug der Allgemeinen Schützengesellschaft Nütterden e. V.
  • Musikverein 1923 Zyfflich e. V.

Bauwerke

Kranenburg

Zyfflich

Niel

  • katholische Pfarrkirche St. Bonifatius

Mehr

Frasselt

  • katholische Kirche St. Antonius

Nütterden

  • katholische Pfarrkirche St. Antonius

Wyler

  • alte und neue katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist

Naturschutz

Die NABU-Naturschutzstation engagiert sich besonders für den Schutz der Graugans, die in großer Zahl in den Feuchtgebieten der Düffel bei Kranenburg leben oder überwintern.

Vereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Flugverkehr

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Niederrhein in Weeze und der Flughafen Düsseldorf International.

Busverkehr

Im kommunalen Personennahverkehr verkehrt die Schnellbuslinie SB58 der VGN zwischen Emmerich und Nijmegen, die Linie 55 der VGN zwischen Kleve und Kranenburg sowie die Linie 57 der niederländischen Hermes (Breng) zwischen Kranenburg und Nijmegen.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Schienenverkehr

Bis 1991 bestand eine Eisenbahnverbindung, die Nimwegen über Kranenburg mit Kleve verband. Seit dem Frühjahr 2008 sind auf der Bahntrasse Draisinenfahrten zwischen Kleve und Groesbeek möglich. Der Kranenburger Bahnhof beherbergt heute das „Caféhaus Niederrhein“ sowie das „Besucherzentrum De Gelderse Poort Kranenburg“, eine Informationsstelle der Gemeinde Kranenburg und des NABU. Die stillgelegte Bahnstrecke wurde im Frühjahr 2008 für Fahrten mit der Draisine wieder aktiviert. Auf Fahrrad-Draisinen oder sogenannten Club-Draisinen für neun Personen können die Bahnstrecken zwischen Kleve und Kranenburg sowie Kranenburg und Groesbeek in den Niederlanden befahren werden.

Der Betrieb auf der 1912 eröffneten Straßenbahnstrecke Kleve-Kranenburg-Wyler war schon 1960 eingestellt worden.

Straßenverkehr

Im Fernstraßenbereich ist Kranenburg an die Bundesstraßen 9 und 504 angebunden. Nach der Umgestaltung der "Großen Straße" im Jahr 2006 wurde das Zentrum der Ortschaft als verkehrsberuhigte Zone umgestaltet. Der Verkehr zwischen Kleve und Nimwegen wird nun über eine Umgehungsstraße um den Ort herum geleitet.

Medien

Örtliche Presseberichterstattung erfolgt in der Rheinischen Post und der Neuen Ruhr Zeitung. Kostenlos verteilt werden das Klever Wochenblatt, die Niederrhein Nachrichten, der Kurier am Sonntag und die deutsch-niederländische Zeitung De Rozet.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Robert Scholten, Cranenburg und sein Stift, Kleve 1902.
  • Kirchbauverein Kranenburg (Hrsg.), Kranenburg. Ein altes Heiligtum des Niederrheins, Kranenburg 1950.
  • Friedrich Gorissen, Kranenburg. Ein Heiligtum des Niederrheins, Kranenburg 1953.
  • Verein für Heimatschutz (Hrsg.), Kranenburg. Ein Heimatbuch, Kranenburg 1984.
  • Verein für Heimatschutz (Hrsg.), Geschichte im Turm. Katalog zur ortsgeschichtlichen Ausstellung im Mühlenturm Kranenburg, Kranenburg 2006.

Weblinks

 Commons: Kranenburg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Kranenburg in der Topographia Circuli Burgundici (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 267
  3. Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Cöln, Urkunde 706, 1853, Teil 3, 1301–1400, S. [613]601
  4. Kevelaerer Enzyklopädie
  5. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 80.
  6. Bevölkerung aller Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ab dem 31. Dezember 1962 jeweils am Jahresende nach dem jetzigen Gebietsstand
  7. Daten und Fakten | Gemeinde Kranenburg. In: www.kranenburg.de. Abgerufen am 21. Mai 2016 (deutsch).
  8. 8,0 8,1 Wahlergebnisse Kommunalwahl 2014 Kommunales Rechenzentrum Niederrhein
  9. Wahlergebnisse Kommunalwahl 2015 Kommunales Rechenzentrum Niederrhein
  10. [1] (PDF; 32 kB) Hauptsatzung der Gemeinde Kranenburg, § 2

Kategorien: Ort im Kreis Kleve | Kranenburg (Niederrhein) | Gemeinde in Nordrhein-Westfalen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kranenburg (Niederrhein) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.