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Krölpa


Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Krölpa im Saale-Orla-Kreis; zum Ortsteil im Landkreis Greiz siehe Krölpa (Auma-Weidatal), zum Ort im Burgenlandkreis siehe Crölpa.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Ranis-Ziegenrück
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 42,23 km²
Einwohner: 2622 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07387
Vorwahl: 03647
Kfz-Kennzeichen: SOK, LBS, PN, SCZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 129
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pößnecker Str. 24
07387 Krölpa
Webpräsenz: www.gemeinde-kroelpa.de
Bürgermeister: Lothar Detko (CDU)
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Krölpa ist eine Gemeinde im thüringischen Saale-Orla-Kreis in der Verwaltungsgemeinschaft Ranis-Ziegenrück.

Geografie

Krölpa befindet sich in Ostthüringen im Kotschautal, das sich an die Orlasenke anschließt. Südlich in der Nähe befindet sich der Hohenwarte-Stausee.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden von Krölpa sind die Städte Pößneck und Ranis sowie die Gemeinden Seisla und Wilhelmsdorf im Saale-Orla-Kreis sowie die Gemeinden Unterwellenborn und Uhlstädt-Kirchhasel im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde ist in zehn Ortsteile gegliedert: Dobian, Friedebach, Gräfendorf, Herschdorf, Hütten, Krölpa, Oelsen, Rockendorf, Trannroda und Zella. Der größte Ortsteil ist Krölpa.

Geschichte

Frühzeit bis 1900

Die Region war vor unserer Zeitrechnung keltisch, dann germanisch besiedelt. Ab 7. Jahrhundert kamen Sorben in das weitgehend entvölkerte Gebiet. Sie wurden durch Zuzug von deutschen Siedlern allmählich assimiliert und durch die Kirche christianisiert. Krölpa ist seit 1071 in Chroniken verzeichnet. Gemeinsam mit dem Ortsteil Hütten wurde es als ein Besitz der Benediktinerabtei Saalfeld erwähnt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Gegend landwirtschaftlich geprägt. Die Region hatte im Dreißigjährigen Krieg und im Siebenjährigen Krieg erheblich zu leiden. Die napoleonischen Feldzüge von 1806 bis 1813/14 brachten ebenfalls viel Unheil über das Land. Nach Truppendurchzügen wütete 1814 die "Kriegspest", es war wohl der Typhus. Krölpa gehörte bis 1815 zum königlich-sächsischen Amt Arnshaugk und kam nach dessen auf dem Wiener Kongress beschlossenen Abtretung an den preußischen Landkreis Ziegenrück, zu dem der Ort bis 1945 gehörte.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die industrielle Entwicklung des Ortes und seiner Umgebung. Gips- und Tonwerke (Ziegelproduktion) entstanden. Die Besitzer von Gleichen-Rußwurm verkauften 1888 ihr Rittergut, im Schloss wurde für Krölpa und umliegende Dörfer eine Schule eingerichtet. 1890/91 bekam Krölpa mit einem Bahnhof direkten Anschluss an die seit 1870/71 bestehende Bahnlinie Gera-Saalfeld. 1892 eröffnete eine Postagentur mit Telegraphenbetrieb. 1899 wurden Laternen für die Straßenbeleuchtung in Funktion genommen, und die Straßenpflasterung begann. Die Einwohnerzahl stieg von 446 im Jahre 1875 auf 991 im Jahre 1901. Seit 1913 hatte Krölpa eine Gemeindeschwester.

1900 bis 1945

Der Erste Weltkrieg und seine Folgen (Inflation) unterbrachen die positive Entwicklung des Ortes und der Region. Krölpa hatte 46 gefallene und vermißte Soldaten zu beklagen. 1927 wurden ein Turn- und Spielplatz und ein Turnerheim eingeweiht. Aus dem Bauerndorf war ein Arbeiterwohndorf geworden, doch auch mit zahlreichen Handwerks- und Handelsbetrieben. Bei den Gemeinderatswahlen 1929 wurde die SPD stärkste Partei. Ab 1933 erfolgte die NS-"Gleichschaltung" aller Lebensbereiche. Es wurden eine Kleinsiedlung und ein HJ-Heim gebaut. Das 1922 auf dem Friedhof errichtete Kriegerdenkmal kam 1938 auf den Dorfplatz, nunmehr "Adolf-Hitler-Platz".

Im Zweiten Weltkrieg hatte die Gemeinde zahlreiche Flüchtlinge aus den bombardierten westdeutschen Städten und Berlin aufzunehmen. 1945 wurde in der Schule ein Notlazarett eingerichtet. Die Tieffliegerangriffe nahmen ständig zu. Aus Angst vor Bomben verbrachten die Menschen einen Großteil ihrer Zeit in Schutzkellern, auch in der ausgebauten Höhle des Pinsenbergs. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges hatte die Rüstungsfirma REIMAHG in den Gipsbrüchen um Krölpa noch unterirdische Stollenanlagen für die Fertigung von Teilen des Strahlbombers Arado Ar 234 ausgerüstet, auch Lokomotiven sollten unter Tage gefertigt werden. Im Gasthof Rosengarten im Nachbarort Oepitz (heute Ortsteil von Pößneck) befand sich ein Lager für 20 dort eingesetzte Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion. Außerdem mussten weitere ausländische Arbeitskräfte auf den Rittergütern und Bauernhöfen in Krölpa und Rockendorf Zwangsarbeit leisten.[2] Ein Lager für eine Gruppe jugoslawischer Kriegsgefangener war im Gasthof Zur Linde im Nachbarort Gräfendorf (heute Ortsteil von Krölpa). Bei US-Artillerie-Beschuss am 14. April 1945 wurden Wohnhäuser zum Teil schwer beschädigt, auch der Kirchturm mit seiner barocken Haube getroffen. Bahn- und Straßenbrücke wurden noch gesprengt.

Die dann eingerückte US Army verhängte eine Ausgangssperre und untersuchte jedes Haus. Waffen, Fotoapparate und Ferngläser waren auf dem Schulhof abzuliefern. Politisch Belastete und gefangene Volkssturm-Angehörige wurden in das berüchtigte amerikanische Lager Bad Kreuznach gebracht. Es herrschte eine gewisse Willkür der befreiten Ausländer. Der Zustrom von Heimatvertriebenen aus dem Osten verstärkte sich erheblich, begleitet von Wohnungsnot und Ernährungsnotstand. Krölpa hatte im Zweiten Weltkrieg über 50 Gefallene und Vermisste zu beklagen. Nach 4 Tagen ohne Besatzung Ende Juni 1945 folgte am 2. Juli die Rote Armee. Nun wurden auch Fahrräder, Uhren und "alles andere" konfisziert. Es setzte eine Verhaftungswelle des NKWD ein. Allein aus Krölpa wurden 12 Einwohner in sowjetische Speziallager (meist Buchenwald) verbracht, ein Teil dann nach Sibirien. Zwei verstarben in den Lagern, andere kurz nach Entlassung. Teildemontiert wurde das Gipswerk Krölpa, die Einwohner mussten unter strenger Bewachung durch Rote Armee die Beladung der Züge in die Sowjetunion vornehmen. Auch das zweite Gleis der Eisenbahn und Elektromasten fielen der Demontage anheim.

1945 bis jetzt

1952 wurde das Gipswerk enteignet und zum VEB, 1958 nahm es als neu gebautes Werk die Arbeit auf. Auch andere größere und mittlere Betriebe wurden verstaatlicht. Die Bauern erhielten ein hohes Ablieferungssoll, MAS/MTS wurden gegründet. MAS-Angehörige bauten 1949/50 ein Kulturhaus. 1953 folgte die Gründung der LPG, 1960 wurde unter Zwang die "Vollgenossenschaftlichkeit" erreicht. Krölpa entwickelte sich dann allmählich zu einer Art "Vorzeigedorf", wobei vieles von den Baumaßnahmen in "NAW" (Nationales Aufbauwerk) durch die Einwohner errichtet wurde. Es entstanden AWG-Wohnungen, ein neues Feuerwehrhaus, ein Freibad, ein Hallenbad, eine neue Sporthalle (im alten Gipswerk), eine Kaufhalle und in den 1980er Jahren vermehrt Eigenheime. Nach der politischen Wende 1989/90 entstanden -neben den großen Industriebetrieben- mehr als 80 Handwerks- und Gewerbebetriebe, moderne Versorgungseinrichtungen, neue Brücken und neue Häuser. Die alten Gebäude wurden durchweg renoviert, nicht zuletzt auch die Kirche. Es entwickelte sich ein reiches Vereinsleben. Eine negative Folge der Anpassung an die westlichen Lebensverhältnisse ist der drastische Geburtenrückgang, wie fast überall in den "neuen Bundesländern".

1945 war der Kreis Ziegenrück aufgelöst worden, Krölpa kam zum Kreis Saalfeld, 1952 zum neuen Kreis Pößneck und nach der Wende zum Saale-Orla-Kreis. Krölpa gehörte bis 1997 zur Verwaltungsgemeinschaft Krölpa. Seit 2014 gehört es zur Verwaltungsgemeinschaft Ranis-Ziegenrück.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1950 wurde Zella eingemeindet.[3] Zur Bildung der neuen Einheitsgemeinde Krölpa kamen am 1. Januar 1997 die ehemaligen Gemeinden Friedebach, Gräfendorf (mit dem am 1. Juli 1950 eingemeindeten Ort Dobian und dem am 1. Februar 1974 eingemeindeten Ort Oelsen), Herschdorf bei Pößneck (mit dem am 1. Juli 1950 eingemeindeten Ort Hütten), Rockendorf und Trannroda hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember) (stark beeinflusst durch die Eingemeindungen):

  • 1933: 1.490[5]
  • 1939: 1.607[5]
  • 1994: 1.712
  • 1995: 1.722
  • 1996: 1.711
  • 1997: 3.375
  • 1998: 3.361
  • 1999: 3.360
  • 2000: 3.321
  • 2001: 3.274
  • 2002: 3.215
  • 2003: 3.195
  • 2004: 3.165
  • 2005: 3.152
  • 2006: 3.104
  • 2007: 3.056
  • 2008: 3.037
  • 2009: 3.003
  • 2010: 2.955
  • 2011: 2.797
  • 2012: 2.745
  • 2013: 2.717
  • 2014: 2.666
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Wappen

Blasonierung: „In Silber der Heilige Petrus in rotem Gewand mit blauen Ärmeln und Handschuhen sowie schwarzen Stiefeln, in der Rechten einen schwarzen Schlüssel aufrecht haltend und der Heilige Paulus in blauem Gewand mit rotem Mantelüberwurf und roten Handschuhen sowie schwarzen Stiefeln, mit den Händen ein silbernes, rot gebändertes Schwert mit schwarzem Griff schräglinks haltend, über den Heiligen schwebend eine rote fünfzackige Krone, beseitet von je fünf blauen Schindeln.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Clythenberg mit dem Clythenloch liegt bei Oelsen in der Orlasenke. In zwei Höhlen fand man eine Vielzahl Kulturhinterlassenschaften, die aus der Altsteinzeit und der Völkerwanderungszeit stammen. Auffallend waren die Knochen vieler Jungtiere. Es soll eine Kultstätte gewesen sein.[6]

Museen

  • Fischereimuseum Forellenhof Krölpa

Bauwerke

  • Gut erhaltenes Barockschloss, das heute das Gemeindezentrum und die staatliche Grundschule Adolf Diesterweg beherbergt
  • Kirche St. Peter und Paul: Die Vorgängerkirche brannte 1794 nach Blitzschlag ab. 1796 wurde sie als neu erbaute Kirche mit barocker Turmhaube wieder geweiht. Der Kirchturm (aus dem 12. Jahrhundert) wurde im April 1945 von US-Artillerie getroffen und teilzerstört. 1980 wurde der Abriss des schiefstehenden Turms erwogen. Er wurde dann durch Ausbau der Glocken entlastet. Diese wurden an einem Stahlgerüst im Pfarrgarten aufgehängt. 1995 musste der Turm wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. Die Deckenbalken des Kirchenschiffs waren von Schwamm befallen. 1996 erfolgte die Restaurierung der Kirche unter starkem Einsatz der Bevölkerung, im gleichen Jahr wurde ein neuer Turmhelm aufgesetzt. In der Kirche befindet sich eine der ältesten Crapp-Orgeln in Thüringen, mit Prospektgestaltung nach westthüringisch-hessischer Art.
  • Auf dem Friedhof an der Kirche steht wieder das Kriegerdenkmal von Krölpa. Es war 1922 den 46 im Ersten Weltkrieg gefallenen und vermissten Soldaten aus dem Ort gewidmet und auf dem Friedhof aufgestellt worden. 1938 wurde es auf den Dorfplatz versetzt. Nach 1945 bis zur Wendezeit lag es in Einzelteile zerlegt in einer Nische zwischen Kirchturm und Kirchenschiff. Nach Restaurierung und Ergänzung um eine Tafel für die Toten des Zweiten Weltkriegs wurde es 1993 wieder auf dem Kirchhof eingeweiht.
  • Ruine Töpfersdorf im Ortsteil Friedebach

Bilder

Naturdenkmäler

  • Naturschutzgebiet Pinsenberg (Bestände mit bemerkenswerten Orchideen),
  • Flächennaturdenkmal Clydenfelsen (Zechsteinriff bei Oelsen, schon 1937 unter Naturschutz gestellt).

Sport

Das Dorf verfügt über ein im Winter geöffnetes Hallenbad und eine Turnhalle mit Kegelbahn. Darüber hinaus kann man sich auch auf einem Fußballplatz und auf einem Skaterpark sportlich betätigen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Krölpa liegt an der B 281. Der Haltepunkt Krölpa-Ranis liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Probstzella. Der Bahnhof Krölpa (b Auma) lag an der Bahnstrecke Triptis–Marxgrün; diese ist jedoch stillgelegt.

Ansässige Unternehmen

Ansässige Unternehmen mit überörtlicher Bedeutung sind die

Bildung

Krölpa verfügt über eine Grundschule und einen Kindergarten. Weiterführende Schulen sind in Nachbargemeinden vorhanden.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Die Geschichte der Gemeinde Krölpa ab dem Jahre 1071 in Wort und Bild.
  • Krölpa. Eine Ortschronik. Autorenkollektiv. Hrsg.: Gemeinde Krölpa, 1998. ISBN 3-922175-37-6.
  • Heinz Stade: Turm der Krölpaer Kirche aus dem 12. Jahrhundert neigt sich. Thüringer Allgemeine Zeitung, 1997.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 223, ISBN 3-88864-343-0
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  5. 5,0 5,1 http://www.verwaltungsgeschichte.de/ziegenrueck.html
  6. Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Jenzig-Verlag 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 125

Weblinks

 Commons: Krölpa  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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