Kornelia Grummt-Ender - LinkFang.de





Kornelia Grummt-Ender


Kornelia Ender
Kornelia Ender bei den DDR-Schwimm-Meisterschaften 1974
Persönliche Informationen
Name: Kornelia Grummt-Ender
Nation: Deutschland Demokratische Republik 1949 Deutsche Demokratische Republik
Schwimmstil(e): Freistil, Schmetterling
Geburtstag: 28. Oktober 1958
Geburtsort: Plauen
Größe: 1,72 m
Medaillenspiegel

Kornelia Grummt-Ender (* 25. Oktober 1958 in Plauen als Kornelia Ender) ist eine deutsche Schwimmerin, die für die DDR startend vier Gold- und vier Silbermedaillen bei Olympischen Spielen gewann. Sie war 1976 die erste Schwimmerin, der bei ein und denselben Olympischen Spielen vier Siege gelangen.

Werdegang

Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal wurde sie Olympiasiegerin über 100 m Freistil, 200 m Freistil, 100 m Schmetterling und mit der 4×100 m Lagenstaffel. Dabei gewann sie als erste Frau überhaupt zwei Finalläufe innerhalb von nur 25 Minuten (100 m Schmetterling mit Egalisierung des eigenen Weltrekords und 200 m Freistil mit Verbesserung des eigenen Weltrekordes). Eine weitere Silbermedaille gewann sie mit der 4×100 m Freistilstaffel. Vier Jahre zuvor bei den Olympischen Spielen 1972 in München hatte sie Silbermedaillen über 200 m Lagen, mit der 4×100 m Freistilstaffel und mit der 4×100 m Lagenstaffel gewonnen. Mit ihrem Alter von 13 Jahren war sie in München die jüngste Finalteilnehmerin der Schwimmwettkämpfe. Zwischen den beiden Olympischen Spielen wurde sie viermal Einzel-Weltmeisterin, bei den Weltmeisterschaften 1973 über 100 m Freistil, 100 m Schmetterling (außerdem Zweite über 200 Lagen) und bei den Weltmeisterschaften 1975 nochmals über 100 m Freistil und 100 m Schmetterling sowie Zweite über 200 Freistil.

Des Weiteren verbesserte sie zwischen 1973 und den Olympischen Spielen 1976 den Weltrekord über 100 m Freistil zehn mal und hatte diesen auch während der gesamten Zeitspanne inne.

Kornelia Ender startete für den Sportclub Chemie Halle. In den Jahren 1973 bis 1976 wurde sie Sportlerin des Jahres in der DDR sowie 1973 und 1975 zu Europas Sportlerin des Jahres gewählt. Insgesamt holte sie 23 Weltrekorde, unter anderem war sie mit 1:59,26 Minuten die erste Frau mit einer Zeit unter zwei Minuten auf der 200-m-Freistilstrecke. Im Jahr 1981 wurde sie in die Internationale Ruhmeshalle des Schwimmsports aufgenommen.

DDR-Doping

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde bekannt, dass den DDR-Spitzensportlern systematisch durch Teamärzte und Trainer illegale leistungssteigernde Substanzen verabreicht wurden. Anders als viele andere ehemalige DDR-Spitzenschwimmerinnen, wie zum Beispiel Kristin Otto oder Dagmar Hase[1] gab Kornelia Ender zu, bei ihren zahlreichen Rekorden, Olympiasiegen, Welt- und Europameistertiteln gedopt gewesen zu sein. Sie betonte allerdings, damals die anabolen Steroide von ihren Trainern unter einem anderen Vorwand bekommen zu haben[2]. 1977 verweigerte sie die Einnahme von Oral-Turinabol, worauf sie vom obersten DDR-Sportfunktionär Manfred Ewald aus der Nationalmannschaft verbannt wurde.[3] Ender wurde ihre Auszeichnung als "Welt-Schwimmerin des Jahres" durch das US-Magazin "Swimming World" aberkannt.[4]

Privates

Kornelia Ender ist in Bitterfeld aufgewachsen. Ab 1978 war sie vier Jahre mit dem Schwimm-Olympiasieger Roland Matthes verheiratet, mit dem sie eine gemeinsame Tochter hat. Nach der Scheidung heiratete sie 1984 den Viererbob-Weltmeister Steffen Grummt. Sie haben auch eine Tochter.

Erst Anfang 2015 wurde bekannt, dass sie im Sommer 1989 erfolglos versucht hatten, mit beiden Töchtern von der DDR über Ungarn in den Westen zu fliehen. Ihr Vater Heinz Ender († um 2002), ein hoher Offizier der NVA, erfuhr von diesem Plan und verriet es der Stasi, es gab jedoch keine Beweise. Es kam zu Verhören und Überwachungen, und sie stellten am 1. November 1989 einen Ausreiseantrag. Wenige Tage später war die Mauer ohnehin offen.[5]

Kornelia Grummt-Ender lebt (Stand 2015) mit ihrem Ehemann in Schornsheim bei Mainz und arbeitet als Physiotherapeutin.

Auszeichnungen (Auswahl)

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Kornelia Grummt-Ender  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. "Kollektiver Zwang zum Schweigen" (Memento vom 31. Januar 2010 im Internet Archive) in der Berliner Zeitung, 5. April 1994; Stand: 6. Mai 2009
  2. "Women and Steroids – The “Wonder Girls”" aus steroid-abuse.org (engl.); Stand: 6. Mai 2009
  3. "Der Erinnerungsakrobat" aus Focus Online, 22. April 2000; Stand: 6. Mai 2009
  4. http://www.spiegel.de/sport/sonst/doping-in-der-ddr-fuenf-schwimmerinnen-verlieren-auszeichnung-a-937025.html
  5. Honeckers Porzellan Der Spiegel 3/2015 (10. Januar 2015)


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kornelia Grummt-Ender (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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