Korbball - LinkFang.de





Korbball


Dieser Artikel befasst sich mit der in Deutschland gespielten Sportart Korbball. Für die in der Schweiz gespielte gleichnamige Sportart siehe Korbball (Schweiz).

Korbball ist eine Ballsportart für zwei Mannschaften. Ziel des Spiels ist es, möglichst oft einen Ball in den gegnerischen Korb zu werfen. Korbball weist Ähnlichkeiten zu Basketball, Korfball, Netball, nicht zuletzt aber auch Handball auf und wird in erster Linie von Frauen und Mädchen gespielt. Abgesehen von Deutschland wird auch in der Schweiz Korbball gespielt. Dabei handelt es sich allerdings um eine eigenständige Sportart.

Geschichte

Eine frühe Form von Korbball wurde bereits um 1860 in Deutschland gespielt. Vermutlich aufgrund des harten, schweren Spielballs verlor das Spiel jedoch bald wieder an Attraktivität und geriet in Vergessenheit.[1]

1896 führte August Hermann das Basketballspiel in Braunschweig ein. Durch einen Besuch in den USA wurde er darauf aufmerksam. Der englische Begriff „Basketball“ konnte sich aber nicht durchsetzen und wurde durch das deutsche „Korbball“ ersetzt. Die Spielregeln entsprachen den von James Naismith 1892 herausgegebenen Regeln für das Basketballspiel, allerdings wurde das Spiel durch Hermann nach draußen verlegt. Außerdem betonte Hermann, dass dieser Sport aufgrund der weichen Bewegungen des Korbwurfes und des nicht erlaubten Körperkontaktes besonders für Frauen geeignet sei. Der Korb wurde ohne das charakteristische Brett genutzt. Die Sportvereine wollten zu Beginn Korbball nicht in den Übungsbetrieb mit aufnehmen, da der Wettkampfgedanke des Spiels dem Geist der Turn- und Spielbewegung widersprach, in der ein gemeinschaftliches Miteinander im Mittelpunkt stand.

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erlebte das Spiel einen kurzen Aufschwung, da die Turnerschaft die Zuständigkeit für das Korbballspiel übernommen hatte. 1921 wurde dann sogar der erste Deutsche Turnspielmeister im Korbball ermittelt. Doch schon während dieser Meisterschaften wurde die weitere Verbreitung des Korbballs gestoppt. Im Mai 1921 wurde von der Deutschen Turnerschaft beschlossen, das Handballspiel anstelle des Korbballs zu fördern und keine Meisterschaften mehr auszurichten zu lassen. Dieser Beschluss beeinflusste die Aktivitäten der Vereine unmittelbar: Viele Mannschaften, die bis dato Korbball gespielt hatten, wandten sich nun dem Handball zu.

Ende der zwanziger Jahre erfuhr das Korbballspiel wieder einen leichten Aufschwung, da das Handballspiel oftmals als zu brutal und zu männlich für Frauen angesehen wurde. Aber erst ab Mitte der 1930er Jahre, mit der Neuordnung des Sports im Dritten Reich, verbreitete sich das Korbballspiel wieder mehr: Handball bekam einen eigenen Fachverband und der Deutschen Turnerschaft wurden nun die vermeintlich unbedeutenden Spiele wie Faustball, Prellball, Korbball, Schleuderball u. a. zugeordnet. Besonders Frauen wollte man das Korbballspiel wieder näher bringen. Die Ausbreitung des Spiels setzte sich bis 1942 mit starker Dynamik fort und stand von da an etwa gleichauf mit dem Frauenhandball.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Verbreitung des Korbballspiels durch die politische Neuordnung und das Aufkommen international anerkannter Sportspiele beeinflusst. So war Korbball vor dem Zweiten Weltkrieg in fast allen Ländern des Deutschen Reiches vertreten, in der neuen Bundesrepublik konnte man jetzt eine Entwicklung zu regionalen Hochburgen feststellen. Die Hauptursache dafür war die Konkurrenz mit den Spielen Volleyball und Basketball. In der DDR löste Basketball offiziell das Korbballspiel ab und damit entfiel eine weitere Region. Ab 1970 beschränkte sich das Spiel auf die Landesverbände Bayern, Bremen, Mittelrhein, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Westfalen, wo das Korbballspiel auch heute noch im Wettkampf betrieben wird.[2]

Spielregeln

Spielfeld

Ein Hallenkorbballfeld misst in der Regel 15 mal 30 m während die Maße im Feldkorbball 25 mal 50 m betragen. In den beiden Spielfeldhälften befindet sich jeweils ein Korbraum in Form eines Kreises (Feldkorbball) beziehungsweise Teilkreises (Hallenkorbball) mit einem Radius von 3 m, in dessen Mittelpunkt der Korbständer angebracht ist. Während im Hallenkorbball der Korbständer 1 m von der Korblinie entfernt ist, beträgt der Abstand im Feldkorbball 7 m, sodass hier der Korbraum komplett umlaufen werden kann.

Spielgeräte

Der Korb hat einen Durchmesser von 55 cm, befindet sich in einer Höhe von 2,5 m und besitzt, im Gegensatz zum Basketball, kein Brett. Der Spielball verfügt über einen Durchmesser von 56 bis 60 cm und ist 400 bis 500 g schwer.

Spieldauer

Die Spielzeit kann in einem Bereich von 2 mal 10 Minuten bis 2 mal 30 Minuten festgelegt werden und variiert entsprechend der Altersklasse der Spielenden sowie der Regularien der regionalen Verbände.

Mannschaft

Im Feldkorbball besteht eine Mannschaft aus 6 Spielerinnen, im Hallenkorbball aus 4 Spielerinnen, jeweils zuzüglich Auswechselspielerinnen.

Korbhüterin

Eine Spielerin je Mannschaft nimmt die Rolle der Korbhüterin ein. Sie ist die Einzige, die den eigenen Korbraum betreten darf. Eine Goaltending-Regel gibt es im Korbball nicht. Deshalb ist eine Korbhüterin – sofern sie über ausreichend Sprungkraft und Körpergröße verfügt – bemüht, einen gegnerischen Ball vor dem Eintritt in den Korb abzufangen beziehungsweise wegzuschlagen. Hinsichtlich der Korbhüterin besteht ein striktes Reglement.[3] Spielerinnen, deren Körpergröße 176 cm übersteigen, sind als Korbhüterin nicht spielberechtigt. Sofern eine Spielerin größer als 174 cm ist, muss Sie sich zu Beginn eines Spieljahres von einem Messgremium vermessen lassen. Darüber hinaus muss mit unangekündigten Messungen gerechnet werden.[3] Sobald bei einer Messung eine Größe von mehr als 178 cm (180 cm inklusive Messtoleranz) festgestellt wird, darf eine Spielerin nie mehr als Korbhüterin eingesetzt werden.

Spielbetrieb

Der Spielbetrieb wird durch den Deutschen Turner-Bund beziehungsweise dessen Landesverbände organisiert. Als höchste Spielklasse existiert in Deutschland im Hallenkorbball seit der Saison 2001/2002 eine zweigeteilte Bundesliga Nord und Süd. Im Norden spielen Mannschaften aus Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein, im Süden aus Bayern, Mittelrhein und Westfalen. Die drei am besten platzierten Mannschaften der beiden Ligen spielen nach Ablauf der Saison bei einem Turnier den Deutschen Meister aus.

Feldkorbball ist weniger populär als Hallenkorbball und wird vor allem in Bayern während Frühling und Sommer zusätzlich zum Hallenkorbball in Herbst und Winter gespielt. Eine Feldkorbball-Bundesliga gibt es nicht. Die letzten Deutschen Meisterschaften im Feldkorbball wurden 1999 ausgetragen. Seitdem finden lediglich Landesmeisterschaften statt.

Deutsche Meister im Hallenkorbball

Jahr Austragungsort Sieger Frauen Sieger Jugend Sieger Schülerinnen
2006 Sennfeld (Bayern) SG Findorff TuS Eisbergen TuS Asemissen
2007[4] Bergrheinfeld (Bayern) SG Findorff TSV Bergrheinfeld 1907 TSV Bergrheinfeld 1907
2008[5] Brake (Unterweser) (Niedersachsen) SG Findorff SG Findorff FTSV Jahn Brinkum
2009 Dittelbrunn (Bayern) SPVGG Hambach SG Findorff TSV Bergrheinfeld 1907
2010[6] Porta Westfalica (Nordrhein-Westfalen) SG Findorff SG Findorff TSV Heidenfeld
2011 Oerlinghausen (Nordrhein-Westfalen) SG Findorff TuS Helpup TSV Bergrheinfeld 1907
2012 Schweinfurt-Oberndorf (Bayern) TuS Helpup TSV Bergrheinfeld 1907 TSV Grafenrheinfeld
2013 Bergrheinfeld (Bayern) SG Findorff TSV Bergrheinfeld 1907 TSV Ettleben
2014[7] Dittelbrunn (Bayern) TuS Eisbergen TSV Bergrheinfeld 1907 TSV Werneck
2015[8] Thedinghausen (Niedersachsen) TuS Eisbergen SV Schraudenbach TSV Bergrheinfeld 1907
2016[9] Sennfeld (Bayern) TuS Helpup SV Schraudenbach TSV Bergrheinfeld

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Lena Nessler: Korbball im Schulsport. Magisterarbeit an der Georg-August-Universität Göttingen. Göttingen 2010, S. 10 f. (PDF-Datei; 1,4 MB , abgerufen am 9. Mai 2016).
  2. Bache, Hermann: Die Entwicklung des deutschen Korbballspiels, Bremen 1988.
  3. 3,0 3,1 Anhang Verfahrensweise Korbhütermessungen. In: Deutscher Turner-Bund (Hrsg.): Amtliche DTB-Spielregeln für Turnspiele. 4. Auflage. 2013, S. 36 f. (PDF-Datei; 10,4 KB ).
  4. Ausrichter holt zwei Titel in Deutscher Turner-Bund , 31. Mai 2007, aufgerufen am 19. Januar 2016.
  5. SG Findorff Bremen holt zwei DM-Titel in Deutscher Turner-Bund , 19. Mai 2008, aufgerufen am 19. Januar 2016.
  6. Ergebnis gesamt DM_2010 (PDF; 2,56 MB) Abgerufen am 9. Mai 2016.
  7. TuS Eisbergen ist deutscher Korbballmeister 2014! in TuS Eisbergen , o.D., aufgerufen am 19. Januar 2016.
  8. Niklas Golitschek: Bis das Publikum tobt in Weser Kurier , 11. Mai 2015, aufgerufen am 19. Januar 2016.
  9. 48. Deutsche Meisterschaft im Hallenkorbball – Ergebnisheft (PDF; 1,19 MB) 8. Mai 2016. Abgerufen am 8. Mai 2016.

Kategorien: Ballsportart | Torspiel

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Korbball (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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