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Kopfgeldjäger


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kopfgeldjäger (Begriffsklärung) aufgeführt.
Dieser Artikel oder Abschnitt stellt vorwiegend nur die Situation in einem bestimmten Staat dar.

Ein Kopfgeldjäger ist eine Privatperson, die eine andere Person mit der Absicht einer Festnahme verfolgt, um eine Belohnung (Kopfgeld) für das Auffinden zu erhalten. In den Vereinigten Staaten bezeichnet bounty hunter heutzutage eher umgangssprachlich jemanden, der einen Kautionsflüchtigen sucht. Da dieser Begriff jedoch negativ mit den Verhältnissen des Wilden Westens in Verbindung gebracht werden kann, existieren in den Vereinigten Staaten andere Berufsbezeichnungen wie zum Beispiel Bail Enforcement Agent oder Fugitive Recovery Agent. Es handelt sich hierbei nicht um einen Ausbildungsberuf. Außer in den Vereinigten Staaten ist Kopfgeldjagd nur noch auf den Philippinen legal.

Abzugrenzen ist der Kopfgeldjäger von Vigilanten, welche ohne rechtliche Grundlage handeln und somit Selbstjustiz ausüben.

Geschichte

In der ursprünglichen Bezeichnung handelte es sich bei einem Kopfgeldjäger um eine Person, die zu gewerblichen Zwecken gesuchte Personen aufspürte und der Justiz auslieferte. Für die Auslieferung dieser Personen erhielt er eine Prämie, das sogenannte Kopfgeld. Dieses wurde meist von Privatpersonen zur Ergreifung von Mördern ausgesetzt. Oft wurden auch von Polizeiorganen Kopfgelder vor allem in weitläufigeren Regionen ausgesetzt, die aufgrund ihrer ausgedehnten Geographie oder Unübersichtlichkeit keine effektive Strafverfolgung ermöglichten.

Die Darstellungen von Kopfgeldern und deren Eintreibung in Wild-West-Filmen erweisen sich oftmals als nicht authentisch. Den Tatsachen entsprechen soll allerdings der Umstand, dass vor allem geschädigte Unternehmen, wie z. B. Eisenbahngesellschaften oder Postkutschenlinien, Belohnungen für die Ergreifung der Täter aussetzten.

Kopfgeldjäger heute

Kautionssystem

Die Existenz von Kopfgeldjägern in den Vereinigten Staaten ist eng mit dem dortigen Kautionssystem verbunden. In den Vereinigten Staaten kann ein Angeklagter eine Kaution bezahlen, wenn er die Zeit bis zur Verhandlung nicht im Gefängnis verbringen möchte. Die Kaution kann er sich hierzu von einem privaten Kautionsbüro leihen, das hierfür eine Gebühr verlangt. In einigen Bundesstaaten sind diese Büros allerdings nicht zugelassen.

Wenn der Angeklagte nicht zur Verhandlung erscheint, muss das Kautionsbüro die vorgestreckte Kaution entrichten. Daher bemüht sich der Kautionsagent (Bail Bondsman), den Flüchtigen selbst oder durch einen Kopfgeldjäger zu ergreifen. Die Rechte der Kopfgeldjäger gehen hierbei auf ein Urteil des US Supreme Court (Taylor vs. Taintor) aus dem Jahre 1873 zurück.

Von staatlicher Seite wird der Flüchtige lediglich zur Fahndung ausgeschrieben, ohne dass unmittelbar weitere Maßnahmen eingeleitet werden.

Rechte und Leistungen des Kopfgeldjägers

Ein Kopfgeldjäger unterscheidet sich von Privatpersonen dadurch, dass er über gewisse Sonderrechte verfügt. Beispielsweise darf er einen Flüchtigen auch in andere Bundesstaaten, jedoch nur innerhalb der Vereinigten Staaten, verfolgen. Anderenfalls könnte er etwa wegen Entführung oder Verschleppung belangt werden, wenn er in anderen Staaten aktiv würde. Einige Staaten erkennen jedoch von Kopfgeldjägern vorgelegte Haftbefehle an und liefern Flüchtige an die Vereinigten Staaten aus.

Dem Kopfgeldjäger ist es per Gesetz erlaubt, sich als eine andere Person auszugeben, um durch Täuschung an Informationen über den Aufenthaltsort des Flüchtigen zu gelangen. Der Kopfgeldjäger darf in vielen Bundesstaaten sogar ein Gebäude, notfalls mit Gewalt, betreten, um den Flüchtigen festzunehmen. Er muss sich hierbei jedoch sicher sein, dass sich der Gesuchte im Gebäude aufhält. Für Eigentumsschäden während der Verhaftung haftet der Kopfgeldjäger persönlich.

Die Gesetze der verschiedenen US-Bundesstaaten unterscheiden sich erheblich hinsichtlich der Rechte und Pflichten eines Kopfgeldjägers. In einigen Bundesstaaten gibt es bis auf die Anforderungen des beauftragenden Kautionsagenten keinerlei Ausbildungs- oder Lizenzeinschränkungen. In manchen Bundesstaaten muss sich der Kopfgeldjäger vor der Durchführung einer Festnahme gerichtlich registrieren lassen, um vor einer Anklage wegen Entführung geschützt zu sein. Auch gibt es Unterschiede bei der äußerlichen Kennzeichnung: Einige Bundesstaaten verlangen, dass Kopfgeldjäger Dienstmarken und Aufnäher tragen, die sie als solche ausweisen. Andere Bundesstaaten verbieten diese, um Verwechslungen mit Polizeibeamten zu vermeiden. Manche Bundesstaaten schränken die Kopfgeldjagd erheblich ein oder verbieten sie ganz.

Der Kopfgeldjäger liefert den Flüchtigen an die Polizei aus, vorzugsweise an die zuständige Polizei des Gerichtsortes. Zu diesem Zweck haben viele Kautionsagenten und Kopfgeldjäger einen Haftbefehl bei sich, sodass ein Erscheinen bei der Polizei am Verhaftungsort entfallen kann.

Populärkultur

Kinofilme wie der Italo-Western Für ein paar Dollar mehr, Midnight Run – Fünf Tage bis Mitternacht, Domino oder Django Unchained griffen das Bild des Kopfgeldjägers auf. In der Science-Fiction sind Jango Fett und sein Sohn Boba Fett bekannte Kopfgeldjäger innerhalb des Star-Wars-Universums. In Fernsehserien wurde die Thematik beispielsweise durch die Serien wie Ein Colt für alle Fälle, Renegade – Gnadenlose Jagd sowie die Reality-Dokumentation Dog – Der Kopfgeldjäger behandelt.

Die japanische Anime-Serie Cowboy Bebop handelt von den Abenteuern einer Gruppe von Kopfgeldjägern im Jahr 2071.

Weblinks

 Wiktionary: Kopfgeldjäger – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kopfgeldjäger (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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