Konrad von Hirschhorn - LinkFang.de





Konrad von Hirschhorn


Konrad von Hirschhorn (* im 14. Jahrhundert; † 4. März 1413) war Domherr in Mainz bzw. Speyer sowie Gründer des Karmeliterklosters Hirschhorn.

Familie

Er entstammte dem alten Adelsgeschlecht der Herren von Hirschhorn und war der Sohn des Engelhard II. von Hirschhorn (1347–1383) sowie seiner Gattin Margareta Schenk von Erbach, einer Nichte der Speyerer Stiftspröpste Gerlach von Erbach († 1332) und Engelhard von Erbach († 1346), von denen ersterer 1329 auch als erwählter Bischof von Worms erscheint.[1][2]

Konrads Brüder hießen Hans V., Albert und Eberhard. Hans V. († 1426) fungierte als Rat bzw. Gesandter von König Ruprecht und erhielt von dessen Sohn, Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz, das in der Familie weitergegebene Amt eines kurpfälzischen Erbtruchsessen.[3] Hans V. Tochter Anna verband sich mit Wiprecht von Helmstatt († 1445) dem Sohn des königlichen Kanzlers Weiprecht II. von Helmstatt und Neffen des Trierer Erzbischofs bzw. Speyerer Bischofs Raban von Helmstatt.[4] Konrads Schwester Margarethe von Hirschhorn († 1396) und ihr Mann Conrad IV. von Rosenberg waren die Vorfahren des späteren Speyerer Bischofs Philipp von Rosenberg.[5][6] Elisabeth, die andere Schwester, hatte Eberhard I. von Neipperg geehelicht, ebenfalls ein Vertrauter von König Ruprecht.[7]

Leben

Konrad von Hirschhorn überließ 1382 als Mainzer Domherr und Propst des Stiftes St. Stephan seinen väterlichen Erbanteil den bereits genannten Brüdern. Am 23. März 1387 wurde er an der Universität Heidelberg immatrikuliert, ab 1391 erscheint er als Domherr und Stuhlbruderpropst in Speyer. Mit Datum vom 11. Februar 1403 ernannte ihn der Speyerer Bischof Raban von Helmstatt zum Domkantor, wobei er seine bisher innegehabte Stellung als Domkustos abgab, ebenso das Kämmereramt des Speyerer Domstiftes, welches Eglof von Knöringen übernahm.

Der Domherr stiftete mit seinen Brüdern Hans V. und Eberhard, sowie mit dem Neffen Konrad (Sohn Alberts) das Karmeliterkloster in seiner Heimatstadt Hirschhorn am Neckar. 1406 ließen sie die zugehörige Kirche Mariä Verkündigung erbauen, die bis heute existiert. In ihr fand der Bruder Hans V. seine letzte Ruhestätte.[8] Konrad und sein Bruder Hans mit Frau legten auch die Feier der Gottesdienste in dieser ihrer Stiftung fest.[9]

Bei der Ersheimer Kapelle ließ Konrad von Hirschhorn 1412 den sogenannten Elendstein, eine kunstvolle, gotische Totenleuchte errichten.[10]

Hirschhorn starb am 4. März 1413 und ist an diesem Tag mit einem Jahrgedächtnis im jüngeren Seelbuch des Speyerer Doms eingetragen. Laut Seelbuch der Speyerer Stuhlbrüder wurde er im dortigen Kreuzgang bestattet. Eine andere Quelle lokalisiert sein Grab im Kreuzgang des Mainzer Doms.

Testamentarisch vermachte er dem Kloster Hirschhorn Silbergeschirr, mehrere Bücher (darunter die Werke des Petrus Lombardus sowie die Predigtsammlung des Jacobus de Voragine), ein Missale, ein Bildnis der Hl. Anna und einige weitere Gemälde.[11] Offenbar für dieses geschenkte Annabild entstand bei der Klosterkirche 1515 eine eigene Anna-Kapelle. In der Hessischen Landesbibliothek Darmstadt befindet sich unter der Signatur HS 889 ein um 1380 datiertes Speyerer Missale aus dem Karmeliterkloster Hirschhorn, welches dem genannten Nachlass des Konrad von Hirschhorn entstammen soll.[12]

Der Domherr ist vermutlich auch Verfasser eines allgemeinmedizinischen Buches mit dem Titel Ler von Gesüchte[13][14], eine in vier Abschnitte gegliederte Krankheitslehre.[15]

Literatur

  • Konrad von Busch und Franz Xaver Glasschröder: Chorregel und jüngeres Seelbuch des alten Speyerer Domkapitels, Speyer, Historischer Verein der Pfalz, 1923, Seiten 122 und 123 (mit biografischen Angaben zur Person)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Genealogische Webseite zur Mutter
  2. Johann Samuel Ersch: Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, 1. Sektion, 35. Teil, Brockhaus Verlag, Leipzig, 1841, S. 236; (Digitalscan)
  3. Webseite zur Burg Hirschhorn
  4. Genealogische Webseite zu Anna von Hirschhorn
  5. Genealogische Webseite zu Margarethe von Rosenberg geb. von Hirschhorn
  6. Konrad Dahl: Historisch-topographisch-statistische Beschreibung des Fürstentums Lorsch, oder Kirchengeschichte des Oberrheingaus, Darmstadt, 1812, S. 268; (Digitalscan)
  7. ebenda
  8. Historische Webseite mit Kapiteln zur Familie von Hirschhorn und zur Klostergründung
  9. Georg Wilhelm Justin Wagner: Die vormaligen geistlichen Stifte im Grossherzogthum Hessen: Provinzen Starkenburg und Oberhessen, Band 1 von: Die vormaligen geistlichen Stifte im Grossherzogthum Hessen, Historischer Verein für das Grossherzogtum Hessen, Darmstadt, 1873, S. 254 und 256; (Digitalscan)
  10. Webseite zur Geschichte der Ersheimer Kapelle
  11. Georg Wilhelm Justin Wagner: Die vormaligen geistlichen Stifte im Grossherzogthum Hessen: Provinzen Starkenburg und Oberhessen, Band 1 von: Die vormaligen geistlichen Stifte im Grossherzogthum Hessen, Historischer Verein für das Grossherzogtum Hessen, Darmstadt, 1873, S. 257; (Digitalscan)
  12. Leo Eizenhöfer, Hermann Knaus: Die liturgischen Handschriften der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt, Band 2 von: Handschriften der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt, Otto Harrassowitz Verlag, 1968, S. 144; (Digitalscan)
  13. Werner E. Gerabek: Enzyklopädie Medizingeschichte, S. 775, Walter de Gruyter Verlag, 2005, ISBN 3110157144; (Digitalscan)
  14. Volker Zimmermann: Rezeption und Rolle der Heilkunde in landessprachigen handschriftlichen Kompendien des Spätmittelalters. Band 2 von: Ars Medica. Texte und Untersuchungen zur Quellenkunde der Alten Medizin. F. Steiner Verlag, Wiesbaden 1986, S. 105–107, ISBN 3515042822; (Ausschnittscan)
  15. Volker Zimmermann: Die Pathologie Konrads von Hirschhorn und die Salzburger Sammelhandschrift Cod. M III, 3. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 6, 1988, S. 111–128


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad von Hirschhorn (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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