Komsomolsk (Kaliningrad) - LinkFang.de





Komsomolsk (Kaliningrad)


Siedlung
Komsomolsk/Löwenhagen
Комсомольск
Flagge Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gwardeisk
Gegründet {{#property:P571}}
Frühere Namen Leuenhäun (1379),
Leunenhagen (vor 1785),
Löwenhagen (bis 1946)
Bevölkerung 1205 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 17 m
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40159
Postleitzahl 238225
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 206 816 007
Geographische Lage
Koordinaten }

Komsomolsk (russisch Комсомольск, deutsch Löwenhagen, litauisch Levenhagenas ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Oserkowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Oserki (Groß Lindenau)) im Rajon Gwardeisk (Kreis Tapiau).

Geographische Lage

Komsomolsk liegt an der russischen Fernstraße R 508, 18 Kilometer südöstlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) und 20 Kilometer südwestlich der Rajonshauptstadt Gwardeisk (Tapiau). Der Ort ist Bahnstation („Komsomolsk Sapadny“) an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode) – einem Teilstück der einstigen Preußischen Ostbahn – zur Weiterfahrt nach Litauen und in das russische Kernland. Bis 1945 durchlief den Bahnhof auch die Bahnstrecke von Königsberg (Preußen) über Gerdauen (heute russisch: Schelesnodoroschny) nach Angerburg (heute polnisch: Węgorzewo), die 1945 außer Betrieb gestellt wurde.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung erfuhr der bis 1946 Löwenhagen[2] genannte Ort als Leuenhäun im Jahre 1379[3]. Damals übertrug der Ordenshochmeister Winrich von Kniprode dem Tiele Hartmann 31 Hufen Land.

1613 übernahm Friedrich von Waldburg die Ländereien Löwenhagen, Reichenhagen (russisch: Schelesdoroschnoje, nicht mehr existent) und Friedrichstein (Kamenka). 1662 ging fast der gesamte Besitz von der Familie von Waldburg an Friedrich Graf von Dönhoff. Er wirtschaftete sehr erfolgreich und erweiterte den Besitz beträchtlich.

Löwenhagen kam 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Friedrichstein[4] (heute russisch: Kamenka). Er gehörte bis 1930 zum Landkreis Königsberg (Preußen) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 zählte Löwenhagen 454 Einwohner[5].

Am 3. Juni 1930 wurde der Amtsbezirk Friedrichstein umbenannt und Löwenhagen wurde Sitz und namensgebender Ort. Zu dieser Zeit gliederte sich der Bezirk in sieben Kommunen. Er bestand bis 1945 und trat im Jahre 1939 dem neu formierten Landkreis Samland bei. Die Zahl der Einwohner in Löwenhagen stieg bis 1933 auf 868 und betrug 1939 bereits 908[6].

In Folge des Zweiten Weltkrieges kam Löwenhagen am 25. Januar 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 die russische Bezeichnung „Komsomolsk“. 1947 „wechselte“ der Ort vom Landkreis Samland zum neu geschaffenen Rajon Gwardeisk (Kreis Tapiau) und wurde in den Osjorski selski sowjet (Dorfsowjet Oserki (Groß Lindenau)) eingegliedert. Heute ist Komsomolsk mit seinen 1205 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010 [1]) aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[7] ein als „Siedlung“ (russisch possjolok) deklarierte Ortschaft innerhalb der Oserkowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Oserki (Groß Lindenau)).

Amtsbezirk Löwenhagen (1930–1945)

Im Jahre 1930 gehörten zu dem umbenannten Amtsbezirk Löwenhagen sieben Orte[8]:

Name Russischer Name
Birkenwalde
Friedrichstein Kamenka
Horst
Klein Barthen
Löwenhagen Komsomolsk
Reichenhagen Schelesnodoroschnoje
Seewiesen

Aufgrund von Eingemeindungen und Umstrukturierungen gehörten am 1. Januar 1945 lediglich noch die vier Gemeinden Birkenwalde, Friedrichstein, Horst und Löwenhagen zum Löwenhagener Amtsbezirk. Von diesen vier Ortschaften existieren heute nur noch zwei.

Kirche

Hauptartikel: Kirche Löwenhagen (Ostpreußen)

Kirchengebäude

In der Zeit der Reformation wurde in Löwenhagen 1542 eine erste Kirche aus Holz und ohne Turm errichtet[9]. Bauherr war Hans Conrad Baar, der 1533 Löwenhagen von Markgraf Albrecht von Brandenburg als Pfand übernahm. Als Friedrich Freiherr von Waldburg 1607 Löwenhagen übernahm, begann man 1609 mit dem Bau einer neuen, massiven Kirche, die 1613 aufgemauert und verputzt wurde. Einen Turm ergänzte man ab 1623. 1692 wurde das Gotteshaus dank der Unterstützung des Reichsgrafen von Dönhoff vergrößert und innen sowie außen renoviert den letzten Kämpfen des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche mit der Gruft der Dönhoffs nur gering beschädigt. Heute existiert das Bauwerk nicht mehr.

Kirchengemeinde

Das Kirchdorf Löwenhagen[10] war bis Ende des 16. Jahrhunderts eine Filiale der Kirche Borchersdorf (heute russisch: Selenopolje). Danach wurde die Kirche Löwenhagen eigenständig und erhielt eine eigene Pfarrstelle. Das zwölf Orte umfassende Kirchspiel gehörte bis 1945 zum Kirchenkreis Königsberg-Land I in der Kirchenprovinz Ostpreußen der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union und zählte 1925 1500 Gemeindeglieder.

Heute liegt Komsomolsk im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Auferstehungskirchengemeinde in Kaliningrad (Königsberg). Sie ist die Hauptkirche der Propstei Kaliningrad[11] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Heute erinnert noch das alte Pfarrhaus gegenüber der Kirche an das damalige kirchliche Leben in Löwenhagen. Es hat als heutiges Kulturhaus überlebt. Auf dem Gelände des 1697 angelegten Friedhofs an der Kirche stehen außerdem noch viele der alten Bäume.

Schule

Von der früheren dreiklassigen Dorfschule in Löwenhagen findet sich heute keine Spur mehr.

Nachrichtenbunker

Etwa 1942/43 wurde am Dorfrand von Löwenhagen ein Bunker errichtet[12], der noch heute existiert, allerdings ohne Türen. Er sollte wie noch ein weiterer Bunker am Abhang der Schaar der Unterbringung des Militärischen Nachrichtendienstes dienen und war durch Telefonkabel mit der Reichsregierung und dem Führerhauptquartier verbunden. Die Reste dieses Bunkers wurden in sowjetischer Zeit freigelegt.

Persönlichkeiten des Ortes

Söhne und Töchter des Ortes

  • Willy Steinkopf (* 3. März 1885 in Löwenhagen), deutscher Politiker, SPD († 1953)
  • Gerhard Winkler (* 25. September 1898 in Löwenhagen), deutscher Architekt († 1975)

mit dem Ort verbunden

  • Johann Schultz (1739–1805), deutscher evangelischer Theologe, Mathematiker und Philosoph, war von 1769 bis 1775 Pfarrer in Löwenhagen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1 , Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Löwenhagen
  3. Geschichte von Löwenhagen bei ostpreussen.net
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Friedrichstein/Löwenhagen
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg
  6. Michael Rademacher, Deutsch-österreichische Ortsbuch, Landkreis Samland
  7. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 502 vom 24. Februar 2005, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  8. Rolf Jehke, Amtsbezirk Friedrichstein/Löwenhagen (wie oben)
  9. Geschichte von Löwenhagen bei ostpreussen.net (wie oben)
  10. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band III: Dokumente, Göttingen, 1968, Seite 462
  11. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad
  12. Geschichte von Löwenhagen bei ostpreussen.net (wie oben)

Kategorien: Ort im Rajon Gwardeisk

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Komsomolsk (Kaliningrad) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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