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Kościerzyna


Kościerzyna

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Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Kościerzyna
Fläche: 15,83 km²
Geographische Lage:
Höhe: 150 m n.p.m.
Einwohner: 23.752
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 83-400 und 83-401
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GKS
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 20:GdyniaBytów-Stargard
DW 214: Łeba-Lębork-Skórcz-Warlubie
DW 221: Kościerzyna-Kołbudy Dolny-Gdańsk
Schienenweg: PKP-Linie 201: Nowa Wieś Wielka-Gdynia,
211: Chojnice-Kościerzyna, und 233: Pszczółki-Kościerzyna
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 15,83 km²
Einwohner: 23.752
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1500 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2206011
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Michał Majewski[2]
Adresse: ul. 3 Maja 9 A
83-400 Kościerzyna
Webpräsenz: www.koscierzyna.gda.pl

Kościerzyna [kɔɕʨɛˈʒɨna] (deutsch Berent) ist eine Stadt in der Kaschubei in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage

Kościerzyna liegt in Pommerellen in der historischen Landschaft Westpreußen, etwa 30 Kilometer östlich von Bütow (Bytów) in Hinterpommern und 50 Kilometer südwestlich von Danzig.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1284. Das Stadtrecht wurde 1398 nach Kulmer Recht verliehen, und es siedelten sich die ersten Deutschen in der Stadt an. Mitte des 15. Jahrhunderts gab es in der Stadt etwa 300 Häuser. Die Einwohner lebten zum größten Teil von der Landwirtschaft, aber auch vom Handwerk und der Bierbrauerei.

Von 1466 bis 1772 unterstand Berent als Teil der autonomen Provinz Polnisch-Preußen der Krone Polens.

Die Stadt hatte viel unter Feuersbrünsten zu leiden. 1463 wurde Berent von den Polen ausgeplündert und vollständig eingeäschert.[3] Im Jahr 1626, während des schwedischen Krieges, brannte die Stadt ganz ab, 1646, 1663 und 1669 zum Teil und im Jahr 1709 wiederum vollständig.[3]

1772, nach der Ersten Teilung Polens, mit der die Wiedervereinigung Preußens einherging, wurde die Stadt der neuen Provinz Westpreußen zugeordnet. 1818 wurde die Stadt Sitz eines Landkreises. Die Stellung als Kreisstadt brachte dem Ort eine Belebung des Handels und des Handwerks. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde eine befestigte Straße nach Danzig gebaut, was für den Handel ebenfalls bedeutend war. Um 1900 gab es in Berent eine evangelische Kirche, eine katholische Kirche, eine Synagoge, ein Progymnasium und ein Lehrerseminar.[4]

Als nach dem Ersten Weltkrieg die Bestimmungen des Versailler Vertrages im Januar 1920 in Kraft traten und der Polnische Korridor durch deutsches Reichsgebiet verlegt wurde, kam Berent an Polen. Im Rahmen des Polenfeldzug wurde die Stadt am 2. September 1939 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Anschließend wurde Berent wieder in das Reichsgebiet eingegliedert. Das Kreisgebiet wurde dem Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet. Es kam zu Verfolgungen, Hinrichtungen und Verschleppungen in Konzentrationslager. Untergrundaktivitäten gegen die Deutschen wurden vor allem von der Untergrundorganisation „Gryf Pomorski“ geführt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Berent am 8. März 1945 von der Roten Armee besetzt. Nur knapp 8000 Menschen lebten noch in dem Ort. Bald darauf wurde Berent unter polnische Verwaltung gestellt. Anschließend begann die Zuwanderung polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Stadtbewohner bemächtigten. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit größtenteils von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bei einer Verwaltungsreform 1975 verlor die Stadt ihren Sitz als Powiat, erhielt ihn aber 1999 wieder.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner Anmerkungen
1772 602 [5]
1784 über 600 in 97 Häusern, überwiegend katholische Polen und einige deutsche protestantische Familien[3]
1831 1,592 vorwiegend Katholiken, einige protestantische Familien und Juden[6]
1875 4.138
1880 4.238 [7]
1890 4.299 davon 1.322 Protestanten und 396 Juden (1.700 Polen)[7]
1900 4.910 meist Katholiken[4]
1920 6.500 überwiegend Polen[8]
1943 8.385 [5]
1960 10.900
1970 15.100
1980 18.664
1990 22.663
2000 23.722

Verkehr

Kościerzyna ist der Knotenpunkt der Bahnstrecken Gdynia–Kościerzyna, Kościerzyna–Bydgoszcz und Kościerzyna–Bytów.

Im ehemaligen Bahnbetriebswerk ist ein Eisenbahnmuseum eingerichtet. Dort ist neben verschiedenen deutschen und polnischen Lokomotiven auch ein ehemals in Danzig eingesetzter Berliner S-Bahn-Wagen zu sehen.

Partnerstädte

Bürgermeister

Söhne und Töchter der Stadt

Gmina

Die Landgemeinde Kościerzyna, zu welcher die Stadt selbst nicht gehört, besteht aus folgenden Ortschaften:

polnischer Name kaschubischer Name deutscher Name (bis 1920 und 1939–1945)
Będominek Małé Bãdomino Klein Bendomin
Czarlina Czôrlëna Czarlinen
Czarne Pustkowie Czôrné Pùstkòwié
Częstkowo Cząstkòwò Czenstkowo (1912–1920, 1942–1945 Zinsgau)
Dąbrówka Dãbrowka Putzhütte
Dębogóry Dembògòra Eichenberg
Debrzyno Debrzëno Debrino
Dobrogoszcz Dobrogòszcz Dobrogosch (1942–1945 Wohlgemut)
Fingrowa Huta Fingrowô Hëta Fingershütte
Garczyn Garczin Gartschin (1942–1945 Hasseldorf)
Gołuń Gòłuń Golluhn
Gościeradz Goscheritz
Gostomie Gòstomié Gostomie (1942–1945 Gostendorf)
Grzybowo Grzëbòwò Grzybowo (1869–1920, 1939–1942 Grzibau, 1942–1945 Grübau)
Grzybowski Młyn Grzëbòwsczi Młin Grzybower Mühle (1869–1920, 1939–1942 Ludwigsthal, 1942–1945 Ludwigstal)
Juszki Juszczi Juschken (1942–1945 Sorgenfelde)
Kaliska Kościerskie Kalëska Beek
Kania Kaniô
Kłobuczyno Kłobuczënò Klobschin (1942–1945 Burchardsdorf)
Korne Kòrné Kornen
Kościerska Huta Kòscérskô Hëta Berentshütte
Kościerzyna-Wybudowanie
Kruszyna Kruszëniô Kruschin
Kula Młyn Kùlamëlô Kullamühle
Lizaki Lizôki Lissaken (1942–1945 Moorbruch)
Loryniec Loréńc Lorenz
Łubiana Łëbianô Lubianen (1942–1945 Kieseldorf)
Ludwikowo Ludwigslust
Małe Stawiska Môłé Stawiska
Mały Klincz Małë Klincz Klein Klintsch (187?–1920, 1939–1945 Klein Klinsch)
Mały Podleś Môłë Pòdlésé Klein Podleß (1905–1920, 1939–1941 Klein Poldersee 1942–1945)
Niedamowo Jadamówë Niedamowo (1942–1945 Niedamsaue)
Nowa Karczma Nowô Karczma Neukrug
Nowa Kiszewa Nowô Cziszewa Neu Kischau
Nowa Wieś Kościerska Kòscérskô Nowô Wiés Groß Neuhof (1907–1920, 1939–1941 Neuhöfel 1942–1945)
Nowy Klincz Nowë Klincz Neu Klintsch (187?–1920, 1939–1941 Neu Klinsch 1942–1945)
Nowy Podleś Nowé Pòdlésé Neu Podleß (1905–1920, 1939–1941 Neu Poldersee 1942–1945)
Owśnice Òwsnice Owsnitz (1942–1945 Haberfeld)
Owśniczka Òwsniczka
Piekło Piékło Oberhölle
Plon Paulinenhof
Puc Pùc Putz
Rotembark Rotãbarg Rottenberg
Rybaki Rëbôki Ribaken (1942–1945 Fischershütte)
Sarnowy Sarnowë Sarnowen (1942–1945 Rehtränke)
Skoczkowo Skoczkòwò
Skorzewo Skòrzewò Skorzewo (1942–1945 Schörendorf)
Smolniki Smòlniki Theerofen (1942–1945 Kahlberg)
Stawiska Stawiska Stawisken (1942–1945 Teichdorf)
Sycowa Huta Zëcowô Hëta Sietzenhütte
Szarlota Szarlata Charlottenthal (1942–1945 Charlottental)
Szenajda Szënajda Schönheide
Szludron Szludrón Schludron
Wąglikowice Wąglëkòjce Funkelkau
Wawrzynowo Wawrzinowò
Wdzydze Kiszewskie Kiszewsczé Wdzëdzé Wdzidzen (1874–1920, 1939–1941 Sanddorf 1942–1945)
Wętfie Wãtpié Wentfie (1942–1945 Wendfelden)
Wielki Klincz Wiôldżi Klincz Groß Klintsch (187?–1920. 1939–1941 Groß Klinsch 1942–1945)
Wielki Podleś Wiôlgié Pòdlésé Groß Podleß (1905–1920, 1939–1941 Poldersee 1942–1945)
Wieprznica Biebrznica/Wieprznica Bebernitz
Wieprznica-Młyn Biebrznicczi Młin/Wieprznicczi Młin Bebernitzer Mühle
Wierzysko Wiérzëska Wierschisken
Wygoda Wëgòda
Zabrody Zôbrodë Zabroddi
Zielenin Zeléninò Zelenin (1942–1945 Altehütte)
Złotowo Złotowò

Literatur

Weblinks

 Commons: Kościerzyna  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bahnmuseum von Kościerzyna  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Website der Gemeinde, Burmistrz , abgerufen am 11. März 2015
  3. 3,0 3,1 3,2 Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 66–67, Nr. 5.
  4. 4,0 4,1 Meyers Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 2, Leipzig/Wien 1906, S. 656.
  5. 5,0 5,1 Erich Weise (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten: Ost- und Westpreußen. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 15–16
  6. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 390, Nr. 23.
  7. 7,0 7,1 7,2 Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Westpreußen, Kreis Berent (2006).
  8. Der Große Brockhaus. 15. Auflage, Band 2, Leipzig 1929, S. S. 540.

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