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Knoppix


Knoppix

Knoppix 7.0.3 mit LXDE
Basisdaten
Entwickler Klaus Knopper
Sprache(n) Deutsch, Englisch
Aktuelle Version 7.7.0[1]
(7. März 2016)
Abstammung GNU/Linux
↳ Debian GNU/Linux
↳ KNOPPIX
Architekturen IA-32, AMD64
Lizenz GPL (Freie Software)
Website www.knopper.net/knoppix

Knoppix ist eine freie GNU/Linux-Distribution, deren Hauptanwendungsbereich im Live-Betrieb liegt. Sie wird von Klaus Knopper entwickelt, von dessen Namen sich die Benennung ableitet. Knoppix basiert auf der Distribution Debian, die Auswahl an Software wird aus Debians Entwicklungszyklen stable und testing zusammengestellt.

Knoppix liegt gelegentlich Computerzeitschriften bei und wurde vom deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik unterstützt und verteilt.

Geschichte

Knoppix war die erste Live-CD-Distribution, die eine große Popularität erlangte.[2]

In der Version 5.2, die auf der CeBIT 2007 vorgestellt wurde, sind erstmals der 3D-Fenstermanager Beryl sowie verschiedene Virtualisierungslösungen integriert.[3]

Die auf der CeBIT 2008 vorgestellte Version 5.3[4] enthält erstmals Adriane Audio Desktop, ein Sprachausgabe-unterstütztes Desktop-System, das sich vor allem an blinde Anwender richtet.

Version 6.0 wurde komplett neu geschrieben, sie bekam ein neues Bootsystem und ist um einiges ressourcensparender. Auch die Softwareauswahl hat sich geändert, so kommt anstelle von KDE jetzt LXDE als voreingestellte Desktop-Umgebung zum Einsatz.[5] Im August 2011 ist Knoppix 6.7 erschienen, die auf Debian 6.0.0 alias Squeeze basiert [6] und die größte Aktualisierung des Paketbestands seit zwei Jahren darstellt.

Den Sprung zur Version 7.x im Jahr 2012 begründet Klaus Knopper u. a. mit einer kompletten Umstellung des Boot-Systems und der Umstellung des Systems vom reinen 8-Bit-ISO-Encoding auf UTF-8.[7] Ab Version 7.01 kam als weitere Neuheit die „zram-RAM-Kompression“ hinzu.[8]

Auf der DELUG-DVD des Linux-Magazins 04/2016 wurde Version 7.7 veröffentlicht, welche eine Sicherheitslücke in der GNU C Library ("Glibc") behebt[9][10] und den verwendeten Linux-Kernel auf Version 4.4 aktualisiert.[11]

Grundprinzip von Knoppix

Das Grundprinzip eines Live-Systems ist zunächst der gänzliche Verzicht auf eine Installation; die benötigten Komponenten des Systems werden stattdessen in den Arbeitsspeicher geladen. So kann neben der gängigen Nutzung beispielsweise schon vorab getestet werden, ob die vorhandene Hardware zu der jeweiligen Linux-Kernel-Version kompatibel ist. Andere spezielle Anwendungsgebiete sind Notfall- sowie Diagnosearbeiten am Computer, etwa im Falle einer Virusinfektion oder eines Hardwaredefekts. Auch generelle Sicherheitsaspekte können eine Rolle spielen, da ein Betriebssystem, welches von einem nicht-beschreibbaren Medium aus gestartet wird, höchstens für die Dauer einer Sitzung kompromittiert werden kann (beim nächsten Start also wieder in den Ursprung zurückversetzt ist).

Knoppix führt eine ausführliche Hardware-Erkennung durch, die auch Braille-Geräte mit einschließt. Ein eventuell auf der Festplatte installiertes Betriebssystem bleibt standardmäßig unangetastet, Knoppix kann jedoch auch konventionell installiert werden. Auch ist es möglich, im Live-Betrieb eine Swap-Partition auf einem beschreibbaren Datenträger festzulegen. Wenn genügend Arbeitsspeicher vorhanden ist, kann das System auch komplett darin zwischengelagert werden, was besonders schnelle Reaktionszeiten ermöglicht. Ferner lässt sich Knoppix auch komplett auf einen USB-Stick kopieren, sodass dieser anstelle der CD zum Einsatz kommt. Das ab Version 3.8 unterstützte Overlay-Dateisystem UnionFS wurde mit Version 5.1.0 wegen Problemen durch das Derivataufs“ (Another UnionFS) ersetzt. Damit können die schreibgeschützten Inhalte der CD mit dem laufenden System gemischt und somit verändert oder ergänzt werden. So ist beispielsweise die Installation zusätzlicher Software auf dem Live-System möglich.

Bestandteile

Bestandteile sind unter anderem:

Im Installationspaket sind außerdem über 200 weitere Programme verfügbar.

Derivate

Knoppix bietet sich durch seine gute Hardware-Erkennung und den in neueren Versionen modularen Aufbau zum Erzeugen weiterer Derivate und Distributionen an. Knoppix-Derivate sind in der Regel Live-CDs:

  • Berry Linux – eine japanische Distribution, die Knoppix mit Fedora kombiniert
  • Damn Small Linux – nur 50 MB groß, bootfähig von CD, USB, HDD, …; auch embedded zu erhalten
  • Dreamlinux – vereinte Fähigkeiten von Knoppix, Morphix, Kanotix für LiveCD- und Multimediaproduktion – mittlerweile eingestellt
  • Grml – basierte ursprünglich auf Knoppix; enthält eine ausgewählte Sammlung an GNU/Linux-Software für Systemadministratoren und Freunde der Kommandozeile
  • Kanotix – enthält Knoppix-Technik, basierte zunächst aber rein auf Debian Sid, seit 2007 auf Debian stable und verbessert dadurch vor allem die Festplatteninstallation und die automatische Programm-Aktualisierung („dist-upgrade“). Neben der 32-Bit-Variante gibt es eine 64-Bit-Variante; damit kann man auch mehr als 4 GB Speicher verwenden
  • Desinfec’t (ehemals Knoppicillin) – findet sich regelmäßig auf der Heft-CD bzw. -DVD der c’t, wurde um die Virenscan-Funktionen ergänzt und auf Textmodus reduziert. Seit Anfang 2010 basiert es allerdings nicht mehr auf Knoppix.
  • LAMPPIX – um auf der CD gespeicherte Webseiten zu betrachten
  • Morphix – erste modulare Knoppix-basierte Distribution zum Erzeugen von Live-CDs
  • Oralux – für Sehbehinderte
  • TYPO3-Live – vollständig lauffähiges CMS TYPO3
  • kademar – Live-CD mit KDE als Desktopumgebung mit eigenem Konfigurationstool namens CADI
  • LINBO – PXE-Bootloader für paedML Linux

Versionen

Knoppix
Version Datum CD DVD
2.1 14. März 2002
2.2 27. Juli 2002
3.1 19. Januar 2003
3.2 26. Juli 2003
3.3 16. Februar 2004
3.4 17. Mai 2004
3.5 20. Juni 2004
3.6 16. August 2004
3.7 8. Dezember 2004
3.8 zur CeBIT 2005
3.8.1 12. April 2005
3.8.2 17. Mai 2005
3.9 1. Juni 2005
4.0 22. Juni 2005
4.0.1 28. August 2005
4.0.2 24. September 2005
5.0 (*) zur CeBIT 2006
5.0.1 2. Juni 2006
5.1.0 30. Dezember 2006
5.1.1 4. Januar 2007
5.2 (*) zur CeBIT 2007
5.3 (*) zur CeBIT 2008
5.3.1 27. März 2008
6.0.0 28. Januar 2009
6.0.1 10. Februar 2009
6.1 (*) zur CeBIT 2009
6.2 18. November 2009
6.2.1 31. Januar 2010
6.3 (*) zur CeBIT 2010
6.4.3 20. Dezember 2010
6.4.4 1. Februar 2011
6.5 (*) zur CeBIT 2011
6.7 2. August 2011
6.7.1 14. September 2011
7.0 (*) zur CeBIT 2012
7.0.1 24. Mai 2012
7.0.2 31. Mai 2012
7.0.3 1. Juli 2012
7.0.4 20. August 2012
7.0.5 21. Dezember 2012
7.1 (*) zur CeBIT 2013
7.2.0 24. Juni 2013
7.3 (*) zur CeBIT 2014
7.4 7. August 2014
7.4.1 15. September 2014
7.4.2 28. September 2014
7.5 (*) zur CeBIT 2015
7.6.0 (**) 21. November 2015
7.7 (***) zur CeBIT 2016

* Nicht als Download verfügbar ** auch als LPD-Edition 2015 verfügbar *** Erschienen auf der DELUG-DVD 04/2016, als 32-Bit und 64-Bit Version

Literatur

Weblinks

 Commons: Knoppix  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. KNOPPIX 7.7.0 / ADRIANE 1.7 Release
  2. polishlinux.org – Live CD (englisch)
  3. Heise.de Newsticker vom 13. März 2007
  4. knopper.net - März 2008
  5. knopper.net - Januar 2009
  6. Knoppix 6.7: Chromium, LibreOffice und aktueller Kernel
  7. knopper.net - März 2012
  8. knopper.net - Mai 2012
  9. CERT-Bund.de
  10. Linux-Magazin.de
  11. Linux-Magazin.de

Kategorien: Debian-basierte Linux-Distribution | Live-CD

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Knoppix (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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