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Kloster Fahr


Das Kloster Fahr ist ein Benediktinerinnenkloster und gehört seit seiner Gründung um 1130 zum Kloster Einsiedeln. Hier leben 25 Frauen, die ihr Leben nach den Regeln des heiligen Benedikt gestalten. Der Einrichtung ist eine Bäuerinnenschule angeschlossen. Das Kloster führt die eigene Postleitzahl „8109 Kloster Fahr“ und ist eine vom Kanton Zürich umschlossene Exklave des Kantons Aargau.

Geschichte

Der Name des Klosters leitet sich von der Fähre ab, die an diesem Platz über die Limmat geführt hatte. Gestiftet wurde das Kloster Fahr im Jahre 1130 durch die Freiherren von Regensberg. Die Schenkung erfolgte unter der Bedingung, dass an diesem Ort ein Frauenkloster des Benediktinerordens zu errichten und zu erhalten sei. Die Beziehung zu Einsiedeln wird auch am Wirtshaus „Zu den zwei Raben“ deutlich, das 1679 erbaut wurde. Der Name ist auf das Wappen des Klosters Einsiedeln zurückzuführen, welches zwei Raben trägt. Das Kloster bildet noch heute das nach eigenen Angaben weltweit einzige verbliebene Doppelkloster mit dem Kloster Einsiedeln. Im Zuge des Aargauer Klosterstreits wurde die Abtei 1841 zunächst geschlossen, zwei Jahre später aber wiedereröffnet.

Staatsrechtliche Kuriosität

Das Kloster Fahr war neben den innerrhodischen Klöstern Wonnenstein und Grimmenstein eine der religionspolitisch bedingten, staatsrechtlichen Kuriositäten in der Schweiz. Die an der Limmat gelegene Klosteranlage ist seit 1803 eine vollständig vom Gebiet des Kantons Zürich, Gemeinde Unterengstringen, umschlossene, 1.48 ha grosse Exklave des Kantons Aargau.

Das Gebiet ist zwar seit 1803 Bestandteil des Kantons Aargau und dem Bezirk Baden zugeordnet, gehörte aber bis 2007 gebietsmässig zu keiner Gemeinde. Seit 1803 war das Kloster lediglich verwaltungsrechtlich der Gemeinde Würenlos zugewiesen. Die Gemeinde besorgte u.a. Einwohnerkontrolle und Feuerschau. Die Bewohnerinnen und Bewohner übten auch ihre politischen Rechte in Würenlos aus.

Seit 1. Januar 2008 gehört das Kloster Fahr zur Aargauer Gemeinde Würenlos, wie die Bürger von Würenlos bei einer Volksabstimmung am 11. März 2007 beschlossen haben. Bereits vorher hatte die Gemeindeversammlung von Würenlos einen 14-seitigen Vertrag zwischen Würenlos, dem Kloster Fahr und der Zürcher Gemeinde Unterengstringen ohne Gegenstimme gutgeheissen. Der Vertrag schafft Klarheit und bringt viele Änderungen. So muss die Gemeinschaft des Klosters der Benediktinerinnen seit 2008 Steuern an Würenlos bezahlen. Zuvor war die Gemeinschaft von Gemeindesteuern befreit gewesen.

Am 22. Januar 2009 übergab der damalige Abt des Klosters Einsiedeln, Martin Werlen, dem Kloster Fahr ein neues Konventsiegel. Mit der Siegelübergabe sind somit die Benediktinerinnen in Fahr nach 879-jährigem Diskurs wieder befähigt, eigene Rechtsgeschäfte abzuschließen. Eine erste Urkunde stammte aus dem Jahr 1130.[1]

Heutige Bedeutung

Im Konvent leben heute etwa 25 Nonnen. Wie viele andere Benediktinerkonvente widmet sich das Kloster neben dem geistlichen Leben auch wirtschaftlichen Tätigkeiten. Noch heute finden im Kloster täglich Gottesdienste und das klösterliche Gebet von der Vigil in aller Frühe bis zur abendlichen Komplet statt. Im Kloster lebte die Schriftstellerin und Benediktinerin Silja Walter bis zu ihrem Tod am 31. Januar 2011.

Die Schwestern befassen sich darüber hinaus auch mit Landwirtschaft und Rebbau, sowie mit der Herstellung von Ordensgewändern bzw. Paramenten.[2] Von 1944 bis Ende Juli 2013 führten die Klosterfrauen eine Bäuerinnenschule.[3] Die ehemalige Schule steht auf zürcherischem Boden und ist deshalb nicht Teil der Exklave.

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Galerie

Literatur

  • Hélène Arnet: Das Kloster Fahr im Mittelalter. Rohr, Zürich 1995, ISBN 3-85865-511-2.
  • Rudolf Henggeler: Das Kloster Fahr. Ein Führer durch das Kloster und seine Geschichte. Kalt-Zehnder, Zug 1935. (2. Aufl.)
  • Silja Walter: Das Kloster am Rande der Stadt. Verlag die Arche, Zürich 1980, ISBN 3-7160-1685-3.
  • Silja Walter: Der Ruf aus dem Garten. Paulus-Verlag, Fribourg 1995, ISBN 3-7228-0370-5.
  • Peter Hoegger: Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 87: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. Band VII: Der Bezirk Baden II. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern, 1995, ISBN 3-909164-44-7, S. 276–376.
  • Gemeinderat Unterengstringen, Gemeinderat Würenlos (Hrsg.): Das Kloster Fahr, Zwei Gemeinden – Ein Kloster. Festschrift. Unterengstringen/Würenlos, 2003, OCLC 633220349 .
  • Liliane Géraud, Abt Martin Werlen, Susann Bosshard-Kälin, Josef Rennhard, Silja Walter: Leben im Kloster Fahr. Paulus-Verlag, Fribourg 2007, ISBN 978-3-7228-0719-5.
  • Gabriela Simmen-Kistler: Das Benediktinerinnenkloster Fahr. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 893, Serie 90). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2011, ISBN 978-3-03797-021-8.

Weblinks

 Commons: Kloster Fahr  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Artikel: Kloster Fahr erhält Siegelrecht zurück vom 24. Januar 2009 auf ORDEN online abgerufen am 24. Januar 2009
  2. tagesanzeiger.ch 17. Dezember 2010
  3. Nach 69 Jahren ist Schluss Artikel in der NZZ vom 29. Juli 2013.

Kategorien: Doppelkloster | Benediktinerinnenkloster in der Schweiz | Religion (Kanton Aargau) | Denkmalschutzobjekt im Kanton Aargau | Kulturgut von nationaler Bedeutung im Kanton Aargau | Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Aargau | Bauwerk im Kanton Aargau | Barockbauwerk in der Schweiz | Kloster (12. Jahrhundert)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster Fahr (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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